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Thema: Vorzeitige Beendigung des Insolvenzverfahrens - Zahlung einer Abfindung

  1. #1
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    Frage Vorzeitige Beendigung des Insolvenzverfahrens - Zahlung einer Abfindung

    Seit 20.07.2016 befinde ich mich im eröffneten Insolvenzverfahren. Mein Schuldenstand beläuft sich laut mir bekannter Gläubigertabelle 09/2016 auf 21.144,76 EUR. Nach Auskunftsersuchen beim Amtsgericht zum Stand meines Verfahrens wurden bisher keine weiteren Forderungen angemeldet. Mit letztem Zwischenbericht des Insolvenzverwalters aus März 2017 wurde dem Gericht mitgeteilt, dass ein Abschluss des Verfahrens voraussichtlich nicht vor Ende August 2017 möglich ist. Insgesamt habe ich bisher auf mein Anderkonto knapp 5.000 EUR eingezahlt (bedingt durch Mieteinnahmen, Auslösung BU-Versicherung, Steuererstattung und Gehaltspfändungen). Da mein Arbeitsverhältnis jetzt betriebsbedingt gekündigt wird, werde ich aber nun (wahrscheinlich zu Ende Juni 2017) eine Abfindung von ca. 25.000 EUR netto erhalten bzw. wird diese gleich an den IV durch meinen AG ausgekehrt. Damit sollte eigentlich meine Insolvenz dann beendet sein, da ich die Schulden lt. Tabelle begleichen kann.

    Nun habe ich von einem Insolvenzanwalt erfahren, dass bei 25.000 € Insolvenzmasse, der Insolvenzverwalter sich davon 40 % Vergütung entnehmen darf per Gesetz, welches eine vorzeitige Auflösung zunichte macht. Wäre hier ein Vergleich mittels "Insolvenzplan" alternativ möglich, sofern die Gläubiger zustimmen?

    Ein Gläubiger hat bisher „nicht“ zur Tabelle angemeldet, obwohl er damals durch die ausarbeitende RA-Kanzlei angeschrieben worden ist. Wenn das Verfahren beendet wird, ist dieser Gläubiger im Nachgang dennoch mir gegenüber berechtigt wieder Forderungen zu stellen, da ich mich noch im eröffneten Verfahren befand? Muss mein IV bei einem möglichen Insolvenzplan diesen mit berücksichtigen?

    Weiss hier jemand was zu diesem Thema? Dank und Gruß

  2. #2
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    Folgende Überlegungen:

    - bei einer Abfindung kommt (nur auf Antrag!!) Pfändungsschutz nach §850i ZPO in Betracht. Hierzu müsste dem Gericht dargelegt bzw. glaubhaft gemacht werden, für welchen künftigen Zeitraum die Abfindung die kündigungsbedingten Mindereinnahmen ausgleichen muss.

    - Der IV entnimmt sich nicht einfach 40% Vergütung, sondern muss vorher seine Vergütung vom Gericht festsetzen lassen. Hatte der IV mit dem Verfahren keinen besonderen Aufwand und hat im Wesentlichen nur die pfändbaren Werte eingesammelt hat, kommt ein deutlicher Abschlag in Betracht. Hierzu: BGH, Beschluss vom 6. April 2017 - IX ZB 48/16

    - Hat ein Gläubiger seine Forderung nicht zur Tabelle angemeldet, sollte man den Antrag auf Restschuldbefreiung jedenfalls nicht zurücknehmen. Sind alle angemeldeten Forderungen bezahlt, erhält man vorzeitige RSB (§ 300 InsO) und wird dadurch auch von den nicht angemeldeten Forderungen befreit. Vorher müsste das Verfahren ganz normal abgeschlossen werden (also vermutlich August 2017, wenn die Vorhersage des IV zutrifft).
    Geändert von Olaf K (12.06.2017 um 15:56 Uhr)

  3. #3
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    Tja, Info abgeschöpft, kein Danke, keine Rückmeldung...........

  4. #4
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    Aber nicht jeder ist tagtäglich im Internet und kann sofort auf Beiträge reagieren...

  5. #5
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    Najaaa.......... möglich. ;-)

  6. #6
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    Der TE wurde mit der Antwort erfolgreich erschlagen... ;-)

  7. #7
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    Hallo,
    ich würde gerne wissen ob dein Arbeitgeber die Pfändungstabelle genutzt hat und du somit ein klein wenig behalten durftest. Mein Arbeitgeber hat das nämlich gemacht obwohl ich der Meinung bin die Pfändungstabelle greift nicht bei Abfindung.
    Danke

  8. #8
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    Hallo Cobefino,

    sicherlich hast Du überlesen, dass der Fragesteller sich im eröffneten Verfahren befindet, während Du - wenn ich richtig informiert bin - bereits in der WVP bist.

  9. #9
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    Ja das habe ich überlesen. Danke für den Hinweis.

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