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Thema: Verständnisfrage zum Thema Erben

  1. #1
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    Standard Verständnisfrage zum Thema Erben

    Hallo,

    ich habe bisher noch keine Insolvenz, strebe die aber für nächstes Jahr an. Momentan bin ich noch am "Sammeln" meiner Unterlagen.

    Da mein Vater (meine Eltern sind geschieden) bereits auf die 80 zugeht und gesundheitlich wegen Krebs stark angeschlagen ist, wird vermutlich während meiner Insolvenz die Frage, was mit dem Erbe geschieht, für mich interessant werden. Jetzt hab ich in eurem Forum gelesen, dass die Hälfte des Erbes für die Insolvenz abgetreten werden muss. Dazu habe ich 2 Fragen:

    1. Was passiert wenn a) ich nur ein Teil einer Erbengemeinschaft bin und keinen unmittelbaren Zugriff auf mein Erbe habe (Eigentumswohnung) und b) mich auch keiner der anderen Erben auszahlen kann? Dann habe ich zwar geerbt, kann mein Erbe aber nicht zu Geld machen. Wie würde das behandelt?

    2. Was passiert, wenn die Hälfte des Erbes größer ist, wie ursprünglich Schulden vorhanden waren? Wird die dann die aktuelle "Restschuld" bis zur Hälfte des Erbes aufgerechnet oder geht das Insolvenzverfahren dann ganz den "Bach runter", weil ich ja theoretisch alles selbst zurückzahlen könnte? Aber immer in Bezug auf 1. gesehen.

    Schwierig und deswegen blicke ich da nicht durch.

    Danke und Gruß

  2. #2
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    Standard

    Nein - den "Bach runter" geht eine Insolvenz nicht wegen einer Erbschaft.

    Aber da Du es ohnehin nicht eilig zu haben scheinst, was wäre mit der Überlegung, den Erbfall einfach abzuwarten.
    Hast Du denn verläßliche Informationen darüber, ob die ETW beispielsweise noch belastet ist bzw. wie hoch der Erbanteil sein könnte?

  3. #3
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    Hi,
    Zitat Zitat von DeHoRi Beitrag anzeigen
    Jetzt hab ich in eurem Forum gelesen, dass die Hälfte des Erbes für die Insolvenz abgetreten werden muss.
    wenn das wirklich genauso stand, ist das falsch.
    • Die Abtretung beinhaltet kein Erbe.
    • Im eröffneten Insolvenzverfahren wird ein Erbe komplett zur Masse gezogen.
    • In der Wohlverhaltensphase gehört es zu den Obliegenheiten nach § 295 InsO, die Hälfte eines Erbes herauszugeben.
    • Ein Erbe darf aber ohne Konsequenzen für die Restschuldbefreiung ausgeschlagen werden.

    Gruß
    Ingo

  4. #4
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    Zitat Zitat von DeHoRi Beitrag anzeigen

    1. Was passiert wenn a) ich nur ein Teil einer Erbengemeinschaft bin und keinen unmittelbaren Zugriff auf mein Erbe habe (Eigentumswohnung) und b) mich auch keiner der anderen Erben auszahlen kann? Dann habe ich zwar geerbt, kann mein Erbe aber nicht zu Geld machen. Wie würde das behandelt?
    Dann wird erst versucht, die Wohnung zu verkaufen, gelingt das nicht, gibt es eine Teilungsversteigerung. Die Miterben erhalten dann ihren Anteil und dein Anteil kommt - je nach Verfahrensstand - ganz oder halb in die Insolvenzmasse.

  5. #5
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    Das stimmt so nicht ganz. in der Wohlverhaltensperiode gilt § 295 InsO. Es muss nicht die Hälfte des Erbes herausgegeben werden, sondern der Wert der Hälfte des Erbes. D.h. in der WVP findet auch keine Vollstreckung oder Versteigerung mehr statt. Vielmehr muss sich der Schuldner drum kümmern. Er muss eben die Hälfte seines Erbes in Geld herausgeben. Wie er das macht ist im Grunde egal, aber nicht Sache des Treuhänders. Der Schuldner kann gerne eine Teilungsversteigerung beantragen. Nicht aber der TH.

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