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Thema: Wohlverhaltensphase und die Genehmigung eines Studiums durch die Inso-Verwalterin

  1. #1
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    Frage Wohlverhaltensphase und die Genehmigung eines Studiums durch die Inso-Verwalterin

    Hallo Leute,

    ich bin neu hier im Forum und möchte euch begrüßen.

    Ich habe ein paar Fragen, die mir so im Kopf umgehen und ich wollte fragen, ob ihr mir helfen könnt.

    Derzeit arbeite ich als Klient in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Ich bin 32 Jahre alt und habe noch keine abgeschlossene Berufsausbildung. Meine Wohlverhaltensphase läuft noch 2,5 Jahre. Leider habe ich ein Studium abgebrochen durch meine Erkrankung. Aber das soll auch nicht das Thema sein. Seit 2 Jahren geht es mit mir bergauf und ich habe mich schon lange stabilisiert. Meine gesundheitliche Situation hat sich stark verbessert.

    Über die Agentur für Arbeit habe ich versucht, eine überbetriebliche Ausbildung finanziert zu bekommen. Die Dame lehnte das ab und ein Fachanwalt für Sozialrecht hat gemeint, ich hätte sehr gute Chancen, wenn ich über Klage etc. gehe. Dieser Weg schien mir aber destruktiv und ich hätte momentan auch keinen Drive, um diesen Weg zu beschreiten. Vielmehr war es mir wichtig, meine positive Stabilität nicht mit solchen Schritten zu belasten.

    Mein Therapeut brachte mich dann auf die Idee, nochmal ein Studium zu beginnen, was ich eh für die Zeit nach der Ausbildung immer mal angedacht hatte. Mir ging es drum, erstmal eine Ausbildung zu machen, um "etwas in den Händen" zu haben. Die Ausbildung ist jetzt aber nicht mehr realistisch.

    Ich könnte sie frühestens in einem Jahr wohl anfangen und noch ein Jahr Werkstatt ist für mich nicht drin, da würde ich dran kaputt gehen.

    In einer Abwägung habe ich mich dann letztlich für ein Studium entschieden. Mit meinem Durchschnitt dürfte ich keine Probleme haben, einen Platz zu bekommen.

    Nun ergibt es aber Probleme, wenn man während der Wohlverhaltensphase ein Studium aufnehmen möchte, wegen den Obliegenheitspflichten.

    Ich nahm den Telefonhörer in die Hand und rief meine Insolvenzverwalterin an und fragte, ob ich ein Studium aufnehmen darf. Sie bejahte das sofort, weil diese Ausbildung für mein Leben sinnvoll sei, sich sozusagen in meinen Lebensplan einfüge.

    Sie hat mir auch noch nie Probleme gemacht. Ich muss aber für meinen Lebensunterhalt selbst aufkommen, und dazu bin ich auch mehr als bereit. Ich möchte sozusagen den gordischen Knoten zerschlagen und nicht mehr von Behörden abhängig sein. Also benötige ich einen Job.

    Eine Ausbildung ist für mich auch wichtig, da ich mein Leben wieder selbst in die Hand nehmen möchte.

    Jetzt ergeben sich für mich ein paar Fragen:

    1) Wenn ich mir eine Teilzeitstelle suche (neben dem Studium), ist das ein Verstoß gegen die Obliegenheitspflichten? Ich kann ja nicht neben einem Studium noch 40 Stunden arbeiten gehen. Oder kann sie das verlangen? Sie hat ja ein Studium genehmigt. Mal davon abgesehen, dass ich das auch psychisch gar nicht auf die Reihe bringen würde Vollzeitjob und Studium. Würde ich in diesem Fall mit einem ärztlichen Gutachten weiter kommen?
    2) Am Mittwoch ist Vorstellungsgespräch: Soll ich da vorab die Insolvenz angeben, in der Hoffnung, dass der Arbeitgeber Verständnis dafür aufbringt?
    3) Soll ich meine Insolvenzverwalterin beten, den Arbeitgeber nicht zu informieren und mit ihr stattdessen eine Vereinbarung schließen, dass ich Ihr selbst eventuelle Zahlungen überweise? Ihr müsst wissen, dass mir dieses Insolvenzthema wahnsinnig unangenehm ist. Ich denke immerzu dran, was andere über mich denken könnten. Ich bin da damals reingeschlittert, als ich mein Studium notfinanzieren musste, aber ich möchte das auch nicht immer erklären müssen, versteht ihr mich?
    4) Kann mir eine Erstausbildung verwehrt werden? Ich habe halt ohne Ausbildung keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Und ein Bachelor dauert genauso lange wie eine überbetriebliche Ausbildung.
    5) Ich überlege schon für den Fall, dass mich alle potentiellen Arbeitgeber ablehnen, wenn sie von der Insolvenz erfahren, dass ich die Gläubiger kontaktiere und mit Ihnen neu verhandele, so dass ich Ihnen die Schulden in Raten abzahlen kann. Dann stünde ich zwar bei Null, hätte auch noch zusätzlich Verfahrenskosten am Hals und Schufa, aber wenigstens würde dann mein potentieller Arbeitgeber nicht mehr vom Treuhänder informiert werden können. Wie seht ihr das? Lohnt sich das? Ich will halt nicht, dass mir jetzt etwas verunmöglicht wird, was ich so dringend brauche.

    Nun könnte ich diese Fragen auch alle meiner Verwalterin stellen. Jedoch habe ich ihr letzte Woche eine Mail geschrieben, auf die sie nicht geantwortet hat. Ich will nicht noch eine Mail schreiben, weil ich im Internet gelesen habe, dass man Insolvenzverwalter nicht zu sehr nerven sollte .

    Jetzt war mein Plan eine Schuldnerberatungsstelle aufzusuchen und zu fragen, ob sie mal Kontakt aufnehmen könnten. Machen die das? Erachtet ihr das als sinnvoll?

    Ich gebe zu, bei mir liegt eine seelische Behinderung vor. Und das Absolvieren einer Ausbildung erst nächstes Jahr wäre für mich schrecklich. Motivationstechnisch. Ich weiß nicht, ob ich nächstes Jahr nochmal die Motivation hätte und die Kraft, wenn ich jetzt noch mehr ein Jahr in dieser Behördenmühle gefangen wäre. Und mit 32 Jahren muss ich auch endlich in die Pötte kommen.

    Wie würdet ihr vorgehen? Soll ich -bevor ich die Inso-Verwalterin anrufe- erst zur Schuldnerberatungsstelle gehen?

    Mir macht das Thema die Tage einen ziemlichen Kopf und ich würde mich freuen, wenn mir einige Tipps gegeben werden könnten.

    Natürlich sind das sehr viele Fragen, aber ich würde mich über einige Statements freuen.

    Ich bedanke mich recht herzlich

    Lg

  2. #2
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    Hast du z.Z. pfändbares Einkommen?

    Nun zu deinen Fragen.

    1. Hängt von meiner Frage ab. Ist bisher was zum Pfänden da gewesen ?

    2. Nö ausser du wirst direkt danach gefragt.

    3. Das kann man machen aber die IV muss nicht zustimmen.

    4. Ich denke nicht, dass man dir das verwehren kann.

    5. Blödsinn! Zieh die Inso durch, denn du kannst diese nicht einfach beenden und du hättest deine Gläubiger wieder im Nacken mit Pfändungen bzw der Drohung einer Pfändung.

    Darf ich fragen wie alt du bist? Bist du dir sicher, dass du ein Studium + Teilzeit Job packst? Wie sieht es mit Bafög Ansprüchen aus?
    Nimm es mir nicht übel aber dein Post zeugt nicht gerade von Aufgeräumtheit. Im reellen Arbeitsleben und auch während des Studiums kann es ziemlich rau zu gehen, dagegen ist die Inso ein Kindergeburtstag.

    Viel Glück dir weiterhin.

  3. #3
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    aschrika ist 32 Jahre alt.

  4. #4
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    Hallo Anja,

    danke für die Antwort . Also gepfändet wurde noch nichts, das ist ja auch in einer WbfM vom Verdienst her gar nicht möglich. Man bekommt ja Leistungen nach dem SGB XII. Also insofern war eh nie was da und das würde sich auch nicht ändern, wenn ich dort bliebe.

    Ich weiß, dass diese Kombi (Studium+Arbeit) sehr schwer sein kann, aber dennoch denke ich, dass ich es schaffe. Ich arbeite ja jetzt auch Vollzeit. Und: Ich habe auch schonmal studiert. Aber: Jura und Job, das könnte ich mir nicht vorstellen.

    Das mein Beitrag unaufgeräumt klingt, ist gut möglich. Aber noch unaufgeräumter war ich wohl damals, als ich meine Unterschrift unter diesen Insolvenzvertrag gesetzt habe. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Aus heutiger Sicht wäre es besser gewesen, mit den Gläubigern (ich habe nur zwei) einen Deal auszuhandeln. Der eine Gläubiger ist das Bafög-Amt, da hätte man eh stunden können, das andere ist ein Studienkredit i. H. v. 6000 Euro. Die Summe ist nicht so hoch und man hätte eine Ratenzahlung vereinbaren können.

    Die Dimensionen einer Insolvenz habe ich erst im Nachhinein verstanden: Schon alleine, dass man mit Adresse veröffentlicht wird. Das empfinde ich als ganz schlimm. Aber auch: Man kann in der Regel nicht umziehen, keine Verträge schließen, der Arbeitgeber erfährt womöglich davon. Ich habe beschlossen, dass ich offen das Thema ansprechen werde im Vorstellungsgespräch, obwohl es für mich sehr peinlich ist. Also ich empfinde das nicht als Kindergeburtstag!

    Zum Insolvenzverfahren selbst: Ich bin fest entschlossen, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Sollte diese Kombination mit der Teilzeit (das Studium wurde ja genehmigt) als eine Verletzung meiner Obliegenheitspflichten gewertet werden, dann kann ich das letztlich nicht ändern. Dann ist das eben so. Ich bin bereit vieles zu tun, um das zu verhindern, aber ich werde nicht warten können mit dem Studium, bis die WVP vorbei ist. Dann wäre ich 35. Nie waren die Voraussetzungen besser als jetzt.

    Vielleicht mach ich mir auch zu viele Gedanken. Aber ich möchte nicht meine Inso-Verwalterin anrufen, weil sie mir auf die Mail noch nicht geantwortet hat.

    Ich werde mal zur Schuldnerberatung gehen. Jedoch will ich mir hier vorab Rat einholen

  5. #5
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    Nicht dein IV wird einen Versagungsantrag stellen,sondern ein Gläubiger der am Verfahren teilnimmt. Ob es passiert kann dir hier keiner beantworten. Aber mir wäre das Risiko zu groß. Was glaubst du, was du nach dem Studium bekommst wenn du nach der Versagung eine neue Insolvenz anstrebst ? Ob da die Arbeitgeber Schlange stehen ?
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  6. #6
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    Zitat Zitat von joshua64 Beitrag anzeigen
    Nicht dein IV wird einen Versagungsantrag stellen,sondern ein Gläubiger der am Verfahren teilnimmt. Ob es passiert kann dir hier keiner beantworten. Aber mir wäre das Risiko zu groß. Was glaubst du, was du nach dem Studium bekommst wenn du nach der Versagung eine neue Insolvenz anstrebst ? Ob da die Arbeitgeber Schlange stehen ?
    Auf was sollte sich denn im konkreten Fall ein Versagungsantrag stützen ?

    LG

  7. #7
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    Wenn du Leistungen nach dem SGB XII und nicht nach dem SGB II bekommst, dann bist du offensichtlich aktuell als nicht erwerbsfähig eingestuft oder täusche ich mich da
    Wie willst du dann Arbeit und Studium schaffen, wobei wenn du studieren willst du dich vielleicht auch mal auf der HP bei der Fernuni Hagen informieren solltest über ein Teilzeitstudium wobei es dort auch bestimmte Gebührenermässigungen gibt

    Hast du eigentlich einen Antrag
    a.beim Versorgungsamt auf Schwerbehinderung gestellt, wenn du krank bist
    b. auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt

  8. #8
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    Man wird hier keine sinnvollen Ratschläge geben können, solange der gesundheitliche Status nicht deutlich ist. Es ist ja tatsächlich so, wie es schon erwähnt wurde, dass ein Vollzeitstudium in Kombination mit einem Teilzeitjob schon für gesunde Studenten eine Überforderung darstellen kann. Aus dem geschützten Bereich einer WfbM heraus in so eine Belastung hineinzuspringen, halte ich für ausgemachten Blödsinn. Wobei es natürlich immer mal wieder vorkommt, dass jemand Dinge bewerkstelligt, die man normalerweise nicht für möglich hält.

    Also, aus einer Erwerbsunfähigkeit übergangslos in gewissermaßen 150% Leistung zu springen, scheint mir eher eine Verzweiflungsphantasie zu sein. Das wiederum wäre normal bzw. nicht ungewöhnlich für jemanden mit 32, der/die noch nichts auf die Reihe gekriegt hat, jedenfalls, wenn man sich mit seinen Altersgenossen vergleicht.

    In #1 wird einmal von einer Erkrankung und einmal von einer seelischen Behinderung gesprochen. Normalerweise versteht man darunter unterschiedliche Probleme. Was von beiden hat denn hier die Erwerbsunfähigkeit bewirkt? Die Arbeit in einer WfbM deutet ja eher auf eine Behinderung. Das ist von Bedeutung, weil eine Krankheit ausheilen kann, eine Behinderung i.d.R. aber dauerhaft mit sich herumgeschleppt wird. Und das wiederum lässt Rückschlüsse auf die künftige Leistungsfähigkeit zu.

    Da unter den gegenwärtigen Umständen (gesundheitliche Probleme, keine Ausbildung) kein pfändbares Einkommen zu erwarten ist, sollte der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums keine Probleme mit der RSB mit sich bringen.

  9. #9
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    Hi,
    ich würde mir da überhaupt keine Sorgen machen. Eine Versagung wegen der Erwerbsobliegenheit erfordert immer auch eine Gläubigerbenachteiligung und ohne Berufsausbildung wird wohl kaum ein Nettoeinkommen von 1.140 € oder mehr erwartet werden.
    Bei einem Teilzeitjob, wo ohnehin nichts pfändbar sein wird, sollte eine Insolvenz auch irrelevant für den Arbeitgeber sein.
    Also: durchziehen!

    Gruß
    Ingo

  10. #10
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    Zitat Zitat von ichhabwasvergessen Beitrag anzeigen
    In #1 wird einmal von einer Erkrankung und einmal von einer seelischen Behinderung gesprochen. Normalerweise versteht man darunter unterschiedliche Probleme. Was von beiden hat denn hier die Erwerbsunfähigkeit bewirkt? Die Arbeit in einer WfbM deutet ja eher auf eine Behinderung. Das ist von Bedeutung, weil eine Krankheit ausheilen kann, eine Behinderung i.d.R. aber dauerhaft mit sich herumgeschleppt wird. Und das wiederum lässt Rückschlüsse auf die künftige Leistungsfähigkeit zu.
    Hallo, die von Dir angenommene Definition und Trennung zwischen Behinderung und Erkrankung ist vom Grundsatz her in Bezug auf eine WfbM falsch.
    Bei dem Wort "Behinderung" denkt man (ich auch teilweise) immer an eine körperliche Einschränkung - dem ist aber nicht so

    Ansonsten stimme ich Deinen Ausführungen zu, einen Versagungsgrund sehe ich auch nicht, bezüglich der Umsetzung von Studium und Nebenerwerb habe
    ich auch meine Zweifel - aber "Versuch macht kluch" oder so ....

    LG

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