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Thema: Ohne davon zu Wissen Schulden geerbt

  1. #1
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    Standard Ohne davon zu Wissen Schulden geerbt

    Hallo liebes Forum,
    ich habe eine am Wochenende eine recht schwierige Situation erfahren.
    Mein Vater ist vor ~ 1 ½ Jahren verstorben. Er hat damals ziemlich viele Schulden hinterlassen die noch aus den 80ér Jahren stammen. Zu dem Zeitpunkt war ich mal gerade geboren. Meine Mutter hat diese Schulden die letzten Jahre nach dem Tod weiter abbezahlt. Weder mein Bruder, noch ich wussten davon. Also weder das es diese Schulden gibt, noch das meine Mutter diese abbezahlt.
    Mein Bruder und ich haben dementsprechend damals auch kein Erbe ausgeschlagen, da wir ja nichts davon wussten dass es diese Schulden gab.
    Nun ist es ja so, das nach dem Erbrecht meine Mutter 50% der Schulden erbt und mein Bruder und ich jeweils 25% der Schulden.
    Sofern die Inkassounternehmen das ganze soweit betrieben und an uns herantreten.

    So nun meine Fragen:

    1. Wenn wir jetzt zum Nachlassgericht gehen, können wir das Erbe, von dem wir am Wochenende erst erfahren haben noch ausschlagen?

    2. Wenn das nicht mehr geht, könne die Leute des Inkassounternehmens an mich herantreten und Ansprüche stellen? Meine Konstellation ist wie folgt:
    Februar 2015 Verfahren eröffnet, Dezember 2015 ist mein Vater verstorben, 2016 Verfahren beendet und in die Wohlverhaltensperiode gegangen.
    Die Schulden sind ja in den 80ér Jahren entstanden und somit weit vor Eröffnung des Verfahrens. Selbst der Tod meines Vaters war ja noch vor Beginn der WVP.

    Ich hoffe, das ihr mir hier helfen könnt.

    Viele Grüße und eine schöne Woche

    Dennis

  2. #2
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    Zitat Zitat von dennis0815 Beitrag anzeigen
    1. Wenn wir jetzt zum Nachlassgericht gehen, können wir das Erbe, von dem wir am Wochenende erst erfahren haben noch ausschlagen? Dennis
    Die Ausschlagungsfrist sind sechs Wochen ab Kenntnis, des Todes des Erblassers.

    Zitat Zitat von dennis0815 Beitrag anzeigen
    2. Wenn das nicht mehr geht, könne die Leute des Inkassounternehmens an mich herantreten und Ansprüche stellen? Meine Konstellation ist wie folgt:
    Februar 2015 Verfahren eröffnet, Dezember 2015 ist mein Vater verstorben, 2016 Verfahren beendet und in die Wohlverhaltensperiode gegangen. Dennis
    Da der Tod des Erblassers nach der Verfahrenseröffnung liegt dürften die Forderungen der Gläubiger Deines verstorbenen Vaters für Dein Insolvenzverfahren Neuverbindlichkeiten sein.
    Ich würde empfehlen die Dürftigkeiseinrede des Erben zu erheben und ggf. ein Nachlassinsolvenzverfahren zu beantragen.
    (Damit haften die Erben nur mit dem vom Erblasser hinterlassenen Vermögen)
    Allerdings wäre sinnvoll, vorher mit den anderen Erben alle Karten auf den Tisch zu legen, sich einen Überblick zu schaffen und eine gemeinsame Strategie zu vereinbaren.
    ggf. auch Beratung in Anspruch zu nehmen.

    Lg aus Mittelhessen
    Schuldnerberatung ist ein breites Feld, Sachverhalte können Auswirkungen in unterschiedlichen Bereichen haben - daher gilt: Die Qualität der Hilfe/Beratung ist vom dem Umfang der Informationen zum Sachverhalt abhängig.

  3. #3
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    Es gibt hier einige denkbare rechtliche Möglichkeiten, zu denen man sich fachkundig von einem Anwalt beraten lassen sollte.
    Und zwar möglichst bald, damit nicht ggf. noch weitere Fristen versäumt werden!
    Wegen der Anwaltskosten ggf. vorab beim Amtsgericht Beratungshilfe beantragen.
    Eine Anwaltskanzlei, in der man sich mit Erbrecht und Insolvenzrecht auskennt, wäre das beste.

  4. #4
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    Die Annahme der Erbschaft kann wegen Irrtum angefochten werden.

  5. #5
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    Hallo und Danke schon mal für eure Antworten.
    Also diese Forderung kommt ja nur auf mich zu, wenn das Inkassounternehmen wirklich auf mich zukommt. Derzeit versucht meine Mutter dort eine Einigung zu finden.

    Wenn das wirklich als Neuschulden anzusehen ist, wie gefährlich wäre das für meine RSB?
    Mal den schlimmsten Fall angenommen und die kommen mit der Forderung von 25% auf mich zu und ich finde dort einen Konsens zur Ratenzahlung, muss ich das dem TH melden?
    Oder kann ich das dann so laufen lassen?

    Habe die Hälfte des ganzen Verfahrens fast rum und möchte meine RSB nicht befreien durch Schulden für die ich nichts kann und von denen ich nichts wusste. Ich denke das ist verständlich.
    Dienstag habe ich erst mal einen Termin bei einem FA für Erbrecht. Mal sehen was der noch für Ideen hat.

    Viele Grüße

    Dennis

  6. #6
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    Neuschulden gefährden nicht die RSB, müssen nicht dem IV gemeldet werden und haben auch nichts mit Deiner aktuellen Insolvenz zu tun.

  7. #7
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    Zitat Zitat von FinLaure Beitrag anzeigen
    Neuschulden gefährden nicht die RSB, müssen nicht dem IV gemeldet werden und haben auch nichts mit Deiner aktuellen Insolvenz zu tun.
    Puh das wäre natürlich schon mal eine extreme Erleichterung und eine Sorge weniger.
    Jetzt muss ich nur noch schauen wie ich das abwende das die überhaupt auf mich zukommen.
    Wie ist das denn mit dem nachlassinsolvenzverfahren ? Also nur für den Fall der Fälle??

  8. #8
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    Also ich würde mich rechtlich beraten lassen , was du ja auch schon vorhast wobei man im Internet u.a. dieses zu den Fristen findet http://www.erbrechtskanzlei-essen.de...t-zu-beachten/
    Für mich stellt sich auch noch eine andere Frage.
    Hast du eigentlich mal deine Mutter gefragt, ob die ein Berliner Testament gemacht hatten damals, denn selbst meine Eltern die 29 und 34 geboren sind hatten das, denn dann würde das gelten, wo die Kinder so wie ich daas verstanden haben erst nach dem Tod des überlebenden Partner erben was vielleicht auch wichtig für den Termin als Info ist http://www.erbrecht-heute.de/Berliner-Testament.html

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