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Thema: Welche Möglichkeiten bei mangelndem Wissen des Schuldnerberater?

  1. #1
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    Standard Welche Möglichkeiten bei mangelndem Wissen des Schuldnerberater?

    Grüße euch!

    Viele Informationen die ich benötige konnte ich in diesem Forum bereits finden, einige Fragen sind aber noch auf.
    Ein Paar wichtige Informationen in zur Sache.

    Durch die Kaufsucht meiner ersten Frau haben sich knapp 50000€ angesammelt bei ca. 30-40 Gläubigern. Seit der Trennung meiner ersten Frau kamen keine neuen Schulden dazu.
    Ich bin seit einigen Jahren wieder Verheiratet, habe mit meiner jetzigen Frau 4 Kinder.

    Zu den Finanzen:
    1200€ Netto Lohn durch Arbeit
    804€ Kindergeld
    310€ Wohngeld
    480€ Kindergeldzuschlag

    Und der Knackpunkt: 300€ durch meine Selbstständigkeit. Ausgaben ca. 50€ im Monat und Einahmen liegen bei 300€. 250€ Gewinn. Gewinn ist steigend und die nächsten 20 Aufträge liegen auch bereits vor.

    Ich weiss das ich die 50000€ niemals Zahlen kann, daher strebe ich die Private Insolvenz an.

    Mein Schuldnerberater, erster Termin sagte mir das ich das Gewerbe definitiv aufgeben muss und der Kindergeldzuschlag gestoppt werden muss.
    Das dies nicht stimmt weiss ich. Dies machte ich Ihm auch deutlich. Daraufhin sagte er nur wenn ich damit ein Problem habe, kann ich gleich gehen.

    Nun meine Frage an euch. Hat er Recht? Soll ich den Schuldnerberater lieber wechseln?

    Weiterhin stelle ich mir die Frage, was kann von den Beträgen oben gepfändet werden?
    Was ist wenn zuviel gepfändet wird so das ich die Kosten für die Hard und Software deswegen nicht mehr tragen kann?
    Sollte ich aus dem Kleingewerbe lieber eine UG machen? Privat und Geschäftskonto sind übrigens getrennt.

    Es sind noch einige Fragen vorhanden, fangen wir aber erst mal klein an

    Fragen über Fragen die mir mein "Schuldnerberater" nicht beantworten will oder konnte.

    Ich hoffe auf eure Antworten und eine schöne Sachliche Diskussion.

    LG,
    Werner
    Geändert von Werner K. (17.05.2017 um 14:42 Uhr)

  2. #2
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    Die spannende Frage wäre: Warum soll die gewerbliche Tätigkeit aufgegeben werden? Es könnte z.B. ein Hindernis für die Beratungsstelle sein, weil Selbständige nicht beraten werden können (keine Finanzierung).

    Weiterhin wäre zu bedenken, dass wg. der Selbständigkeit vermutlich das Verfahren nur als Regelinsolvenzverfahren eröffnet werden könnte, d.h. außergerichtliche Verhandlungen wären nicht erforderlich. Die Kriterien für eine Abgrenzung wären bei einem nur geringfügigen Nebeneinkommen ggf. vorab mit dem Insolvenzgericht zu klären. Wenn es eine Regelinsolvenz wird, wäre die Frage: Wofür brauchst du einen Schuldnerberater?

    Zur Pfändbarkeit: Das Einkommen aus der Anstellung und die Sozialleistungen liegen wegen der bestehenden Unterhaltspflichten unter der Pfändungsgrenze bzw. sind teilweise ohnehin unpfändbar (Kindergeld, Wohngeld). Das Einkommen aus der Selbständigkeit wäre dagegen zunächst voll pfändbar. Hier wäre eine Regelung mit dem Insolvenzverwalter erforderlich für eine Freigabe, auf die du aber hoffen könntest.

    Ergänzung:
    Beim Kindergeldzuschlag sollte beachtet werden, dass dieser einkommensabhängig ist. Bei steigenden Einkünften aus der Selbständigkeit könnte sich eine Überzahlung ergeben.
    Geändert von Olaf K (17.05.2017 um 15:53 Uhr)

  3. #3
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    Hallo und erst mal Danke für die Antworten.

    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    Die spannende Frage wäre: Warum soll die gewerbliche Tätigkeit aufgegeben werden? Es könnte z.B. ein Hindernis für die Beratungsstelle sein, weil Selbständige nicht beraten werden können (keine Finanzierung).
    Das Frage ich mich auch. Der Schuldnerberater konnte mir das ja auch nicht erklären sondern wurde frech.

    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    Weiterhin wäre zu bedenken, dass wg. der Selbständigkeit vermutlich das Verfahren nur als Regelinsolvenzverfahren eröffnet werden könnte, d.h. außergerichtliche Verhandlungen wären nicht erforderlich. Die Kriterien für eine Abgrenzung wären bei einem nur geringfügigen Nebeneinkommen ggf. vorab mit dem Insolvenzgericht zu klären. Wenn es eine Regelinsolvenz wird, wäre die Frage: Wofür brauchst du einen Schuldnerberater?
    Ja es soll ein Regelinsolvenzverfahren werden bzw. darauf will ich hinaus. Ich dachte der Schuldnerberater wäre Pflicht für das Regelinsolvenzverfahren da er einem bei Fragen zur Seite steht.

    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    Zur Pfändbarkeit: Das Einkommen aus der Anstellung und die Sozialleistungen liegen wegen der bestehenden Unterhaltspflichten unter der Pfändungsgrenze bzw. sind teilweise ohnehin unpfändbar (Kindergeld, Wohngeld). Das Einkommen aus der Selbständigkeit wäre dagegen zunächst voll pfändbar. Hier wäre eine Regelung mit dem Insolvenzverwalter erforderlich für eine Freigabe, auf die du aber hoffen könntest.
    Worauf kommt es den da an? Mit steigendem Umsatz/Gewinn werden auch die Kosten steigen.

    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    Ergänzung:
    Beim Kindergeldzuschlag sollte beachtet werden, dass dieser einkommensabhängig ist. Bei steigenden Einkünften aus der Selbständigkeit könnte sich eine Überzahlung ergeben.
    Derzeit ist es so, jeden Monat reichen wir Nachweise über Einkünfte aus der Selbstständigkeit bei der Kindergeldkasse ein. Je nach Umfang steigt der Zuschlag oder wird weniger.

    Kannst du mir auch sagen ob eine UG (haftungsbeschränkt) bei einem Regelinsolvenzverfahren eine Große Rolle spielt?

  4. #4
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    Ich dachte, der Schuldnerberater wäre Pflicht für das Regelinsolvenzverfahren
    Nein, im Gegenteil: caritative Schuldnerberatungsstellen nehmen in der Regel gar keine Selbständigen an.

  5. #5
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    Ah wieder was gelernt. Kannst du mir auch was zu meinen anderen Fragen sagen?

  6. #6
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    UG oder nicht, spielt keine Rolle. Wichtiger ist ob das Gewerbe freigegeben wird oder nicht.
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  7. #7
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    Hi,
    Zitat Zitat von anja39 Beitrag anzeigen
    Nein, im Gegenteil: caritative Schuldnerberatungsstellen nehmen in der Regel gar keine Selbständigen an.
    es gibt aber durchaus nicht wenige, die auch Selbständige beraten. Ich würde da zunächst mal nachfragen.
    Abgesehen davon ist es fraglich, ob eine Selbständigkeit in diesem geringen Ausmaß für ein IN-Verfahren ausreichend ist.

    Gruß
    Ingo

  8. #8
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    Moin, moin,

    ich habe das immer so gesehen, dass das Rechtsdienstleistungsgesetz die Rechtsberatung im Falle der Schuldnerberatung für Selbstständige/Gewerbetreibende ausschließt zumindest im Hinblick auf Einleitung einer Insolvenz.
    Der TE ist zugegbenermaßen ein Grenzfall.
    Letztlich würde ich als Berater mich wohl auch absichern wollen, bei meinem Vorgesetzten, beim Insolvenzgericht und ggf. auch bei der Rechtsanwaltskammer bevor ich in einem solchen Fall tätig werden würde.
    Gibt es zu dem Umfang an Selbstständigkeit der für ein Regelinsolvenzverfahren notwendig ist den schon relevante Rechtssprechung?

    Lg aus Mittelhessen
    Schuldnerberatung ist ein breites Feld, Sachverhalte können Auswirkungen in unterschiedlichen Bereichen haben - daher gilt: Die Qualität der Hilfe/Beratung ist vom dem Umfang der Informationen zum Sachverhalt abhängig.

  9. #9
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    Zitat Zitat von nobird99 Beitrag anzeigen
    Gibt es zu dem Umfang an Selbstständigkeit der für ein Regelinsolvenzverfahren notwendig ist den schon relevante Rechtssprechung?
    BGH Beschl. v. 24.03.2011, Az.: IX ZB 80/11

    Wir besprechen hier Grenzfälle vorab mit dem zuständigen Insolvenzrichter. Betrifft ja auch häufig ehem. Selbständige mit >19 Gläubigern.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Werner K. Beitrag anzeigen
    Worauf kommt es den da an? Mit steigendem Umsatz/Gewinn werden auch die Kosten steigen.
    Zur Frage der Freigabe: Gibt der Verwalter nicht frei, trägt er auch Risiken für die Tätigkeit und macht sich bzw. die Insolvenzmasse ggf. für Schäden haftbar (Steuerforderungen etc. pp). Auf eine Freigabe könntest du daher meines Erachtens durchaus hoffen.

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