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Thema: Ein paar Fragen zur Verbraucherinsolvenz

  1. #1
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    Standard Ein paar Fragen zur Verbraucherinsolvenz

    Kurz zur Sache

    Insolvenzverfahren läuft seit 08.04.2016
    letzter Stand vom Gericht war Schlusstermin zum 11.01.2017
    gemeldet haben sich 6 von 15 Gläubigern
    Ende der Wohlverhaltensperiode: spätestens am 08.04.2022


    Und jetzt zu den Fragen:

    1.) Ich habe meine Krankenkasse dabei (4160€ für 5 Monate im Jahr 2012 nicht arbeitslos gemeldet, Titel seit Okt 2014). Die KK habe ich aber immer noch und war seit Anfang 2013 durchweg arbeiten. Jetzt haben die mir geschrieben das ich wieder krankenversichert bin. Also haben die mir doch durch die Blume mitgeteilt das die meine kompletten Beiträge genutzt haben um die Rückstände zu begleichen! Sie stehen aber ganz groß in der Tabelle nach §175InsO?

    2.) Montage und Einsatzwechseltätigkeit
    Firmenwagen (nur zu Arbeitszwecken) + Spritkostenerstattung, 24€ arbeitstägliche Aufwandspauschale (Deutscher Mindestsatz, vom Gesetzgeber für Essen und Trinken angedacht) , Hotel oder Pensionskostenerstattung.
    Sprit und Hotel lege ich vorher aus. Das sind ca. 600€ im Monat, je nach Einsatz, je nach Abwesenheit.
    Zusätzlich habe ich feste Ausgaben im Monat von 540€ : Miete+Strom+Zwangsabgabe+Inet+Handy
    macht 1140€. Alles was das versteuerbare Einkommen um 1070€ übersteigt wird natürlich gepfändet. Also zahle ich im Monat ca. 100€ drauf dafür das ich arbeiten gehe.
    Kann man da nicht bei Gericht einen Antrag zur Freistellung stellen?

    3.) Kontopfändungen? Kann man die aufheben lassen? Sind ja sowieso von den gleichen Gläubigern.

    4.) Steuererklärung, der InsoVerwalter bekommt anscheinend Bescheid. Aber muss ich die immer noch machen? Da kommt überhaupt keine Rückmeldung mehr vom Finanzamt.

  2. #2
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    Wenn Du 600,00 €im Monat vorlegst, bekommst Du diese bei der nächsten Lohnabrechnung mit überwiesen, weil es sich dabei um unpfändbare Zulagen handelt.

    Wieso wird alles über 1.070,00 € gepfändet? Von dem, was über den 1.073,88 € liegt, bleiben Dir zumindest 30%, wenn Du keine Unterhaltspflichten zu erfüllen hast.

    Wegen der Kontopfändung guck Dir mal den BGH Beschluss - VII ZB 64/10 - vom 10.11.2011 - an und stelle einen entsprechenden Antrag beim Vollstreckungsgericht.

  3. #3
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    Das mit dem Gericht hab ich erledigt. Hat 3 Tage gedauert. Ich war erstaunt.

    Weitere Fragen:
    Nochmal wegen der Steuererklärung, macht der IV oder muss ich die machen?
    Wie werden Werkwohnungen behandelt? Werden die als Einkommen angerechnet oder nur teilweise?

    Mein Insolvenzberater ist leider ziemlich ungebildet oder unerfahren, was alle Angelegenheiten die über den InSo-Antrag hinausgehen betrifft. Mein IV ist nur über eine genervte Bürohilfe errreichbar, Auskünfte gibts da auch nicht.

  4. #4
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    Zitat Zitat von 1000Versuche Beitrag anzeigen
    4.) Steuererklärung, der InsoVerwalter bekommt anscheinend Bescheid.
    Vor dem 31.5. bekommt überhaupt niemand Bescheid.
    Wenn Du die Erklärung (fristgemäß) von der Backe haben willst, dann erstelle sie und lege sie dem IV zur Unterschrift vor.

  5. #5
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    Hallo 1000Versuche,

    zu deiner ersten Frage soweit ich sie verstehe:
    ich nehmen mal an, dass Du in der GKV bist?
    Wenn du Rückstände bei einem Gläubiger hast und zahlst diesem Geld ohne zu benennen wie dieses verwendet werden soll, dann kann dieser dies nach seinem Gusto auf die Rückstande verrechenen.
    D.h. das deine KK deine aktuellen Zahlungen auf die alten Rückstände verrechnet haben könnte. Die Schuldsumme sollte aber in etwas gleich geblieben sein und wurde dann wohl zur Inso Tabelle angemeldet. Der Vorteil des Gläubigers dabei ist, dass er keine Verjährung befürchten muss.

    Lg aus Mittelhessen
    Schuldnerberatung ist ein breites Feld, Sachverhalte können Auswirkungen in unterschiedlichen Bereichen haben - daher gilt: Die Qualität der Hilfe/Beratung ist vom dem Umfang der Informationen zum Sachverhalt abhängig.

  6. #6
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    Zitat Zitat von 1000Versuche Beitrag anzeigen
    ....

    Weitere Fragen:

    .....

    Wie werden Werkwohnungen behandelt? Werden die als Einkommen angerechnet oder nur teilweise?

    ....
    Wenn Du eine kostenlose Werkwohnung bewohnst, wird der geldwerte Vorteil zu dem pfändbaren Einkommen hinzugerechnet. Dafür gilt der örtliche Mietwert als Richtlinie. Vermutlich musst Du den Wert der Werkwohnung auch als Sachbezug mit versteuern.

    Erhältst Du eine kostengünstigere Werkwohnung, dann gilt das Gleiche für den Differenzbetrag zwischen dem tatsächlichen Mietpreis und dem örtlichen Mietwert.

  7. #7
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    Zitat Zitat von nobird99 Beitrag anzeigen
    Hallo 1000Versuche,

    zu deiner ersten Frage soweit ich sie verstehe:
    ich nehmen mal an, dass Du in der GKV bist?
    Wenn du Rückstände bei einem Gläubiger hast und zahlst diesem Geld ohne zu benennen wie dieses verwendet werden soll, dann kann dieser dies nach seinem Gusto auf die Rückstande verrechenen.
    D.h. das deine KK deine aktuellen Zahlungen auf die alten Rückstände verrechnet haben könnte. Die Schuldsumme sollte aber in etwas gleich geblieben sein und wurde dann wohl zur Inso Tabelle angemeldet. Der Vorteil des Gläubigers dabei ist, dass er keine Verjährung befürchten muss.

    Lg aus Mittelhessen
    Ja klar GKV

    Mitte 2014 hatten die mich über den Zoll pfänden lassen und haben nach 3 Monaten, als sie gemerkt haben das sie nichts bekommen, die Pfändung wieder abgebrochen.
    Ansonsten habe ich der TK ja kein Geld gezahlt, sondern die haben ganz normal die Arbeitnehmer und Arbeitgeber -anteile vom Lohn bekommen.
    Und ich vermute das die damit die offenen Forderungen ausgeglichen haben und ich somit ca. 2 1/2 Jahre nicht krankenversichert war. Warum sollten die mir sonst aus heiterem Himmel ein Schreiben schicken, in dem steht das ich ab sofort wieder krankenversichert bin.
    Ich hab aber auch kein Interesse daran dass die Summe dann noch in meiner Insolvenzmasse verbleibt.

    Zitat Zitat von herb Beitrag anzeigen
    Wenn Du eine kostenlose Werkwohnung bewohnst, wird der geldwerte Vorteil zu dem pfändbaren Einkommen hinzugerechnet. Dafür gilt der örtliche Mietwert als Richtlinie. Vermutlich musst Du den Wert der Werkwohnung auch als Sachbezug mit versteuern.

    Erhältst Du eine kostengünstigere Werkwohnung, dann gilt das Gleiche für den Differenzbetrag zwischen dem tatsächlichen Mietpreis und dem örtlichen Mietwert.
    Danke
    Geändert von 1000Versuche (29.05.2017 um 02:14 Uhr)

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