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Thema: GmbH Pfändung von Steuer-Schätzungen in IV

  1. #1
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    Frage GmbH Pfändung von Steuer-Schätzungen in IV

    Hey,

    mal angenommen S war/ist (alleiniger) geschäftsführender Gesellschafter der GmbH G. Über das Vermögen der G wurde das Insolvenzverfahren eröffnet und der Insolvenzverwalter I eingesetzt.

    Das FA unterstellt G, dass sie noch Lohnsteuer schuldet. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Die (unangefochtene) Kündigung der einen Mitarbeiterin M vor über 18 Monaten wurde dem FA nicht ordentlich mitgeteilt. Das FA will nun den Geschäftsführer S für die (inzwischen geschätzte) Steuerschuld in persönliche Haftung nehmen.

    Das FA vertritt allerdings die Auffassung, dass nur noch der IV I dazu berechtigt sei, für die G (Steuer)-Erklärungen abzugeben. S wendet sich daraufhin an I, der das ganze aber bisher bloß mit einem "Da kümmern wir uns schon noch drum." würdigt.

    Das FA hat zwischenzeitlich eine Kontopfändung bei S durchgeführt.

    Wie würdet ihr vorgehen? Die Forderung ist größtenteils substanzlos (von Zuschlägen mal abgesehen, die ja auch nach einer Korrektur stehen bleiben könnten). Sollte S sich beim Amtsgericht über den IV I beschweren, um ihn dazu zu bewegen, die Steuererklärungen einzureichen?

    Warum pfändet das FA bei S persönlich, wenn das IV gerade erst eröffnet wurde und total unklar ist, ob die eigentliche Schuldnerin G die Steuerschuld nicht doch selber begleichen kann.

    Kann S bei dem FA einen Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung wg. Härte stellen, zumindest bis ein Bescheid vorliegt?

    S ist nun gewerbetreibend. Sollte S beim FA irgendwas unternehmen, um eine Aufrechnung von aktuell und richtig gezahlter EkSt. mit der alten Steuerschuld zu vermeiden oder ist das nicht nötig?

    Grüße, Basi

  2. #2
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    Zitat Zitat von basi1Ozu Beitrag anzeigen
    Das FA unterstellt G, dass sie noch Lohnsteuer schuldet. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Die (unangefochtene) Kündigung der einen Mitarbeiterin M vor über 18 Monaten wurde dem FA nicht ordentlich mitgeteilt. Das FA will nun den Geschäftsführer S für die (inzwischen geschätzte) Steuerschuld in persönliche Haftung nehmen.

    Das FA hat zwischenzeitlich eine Kontopfändung bei S durchgeführt.

    Wie würdet ihr vorgehen? Die Forderung ist größtenteils substanzlos (von Zuschlägen mal abgesehen, die ja auch nach einer Korrektur stehen bleiben könnten).

    Warum pfändet das FA bei S persönlich, wenn das IV gerade erst eröffnet wurde und total unklar ist, ob die eigentliche Schuldnerin G die Steuerschuld nicht doch selber begleichen kann.

    Kann S bei dem FA einen Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung wg. Härte stellen, zumindest bis ein Bescheid vorliegt?

    S ist nun gewerbetreibend. Sollte S beim FA irgendwas unternehmen, um eine Aufrechnung von aktuell und richtig gezahlter EkSt. mit der alten Steuerschuld zu vermeiden oder ist das nicht nötig?

    Grüße, Basi

    Mach es weniger kompliziert dann kann man dir leichter helfen. Der GF haftet privat (auch und gerade bei einer Insolvenz) für bestimmte Steuerarten und Sozialversicherungsbeträge, sind die Schätzbescheide rechtskräftig kann vollstreckt werden, du kannst natürlich einen Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung stellen (halte ich aber aktuell für vollkommen sinnlos).

    Du hast den Fehler gemacht die Lohnsteuer nicht korrekt zu melden (bzw. das Beschäftigungsverhältnis nicht ordentlich abzumelden) dafür haftest du und es wird weder FA noch Insolvenzverwalter in irgendeiner Art interessieren (den diese sind nicht verpflichtet deine Fehler zu korrigieren).

    Wenn der IV zudem gezahlte Steuern (Ust) angefochten hat kannst du zudem mit einem Haftungsbescheid rechnen.

  3. #3
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    Die (unangefochtene) Kündigung der einen Mitarbeiterin M vor über 18 Monaten wurde dem FA nicht ordentlich mitgeteilt.
    Seit wann muss die Kündigung einer Mitarbeiterin dem Finanzamt gemeldet werden?

  4. #4
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Der GF haftet privat (auch und gerade bei einer Insolvenz) für bestimmte Steuerarten und Sozialversicherungsbeträge, sind die Schätzbescheide rechtskräftig kann vollstreckt werden
    Aber sollte das FA nicht erst versuchen, sich das Geld bei der GmbH zu holen und nur, wenn das fruchtlos ist, auf den GF durchhaften?

    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Du hast den Fehler gemacht die Lohnsteuer nicht korrekt zu melden (bzw. das Beschäftigungsverhältnis nicht ordentlich abzumelden) dafür haftest du und es wird weder FA noch Insolvenzverwalter in irgendeiner Art interessieren (den diese sind nicht verpflichtet deine Fehler zu korrigieren).
    Aber ich kann meinen Fehler im Moment nicht korrigieren, weil ich als GF nicht mehr berechtigt bin, Steuererklärungen für die GmbH zu fertigen.

    Meiner Ansicht nach ist es sehr wohl die Aufgabe des IV, alle fehlenden Steuererklärungen nachzuholen. Damit würde ja auch die Schätzung für die Lohnsteuer hinfällig.

    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Wenn der IV zudem gezahlte Steuern (Ust) angefochten hat kannst du zudem mit einem Haftungsbescheid rechnen.
    Das FA wird mich in Haftung nehmen, für die Steuern, die der IV sich "zurückholt"?

    Zitat Zitat von anja39 Beitrag anzeigen
    Seit wann muss die Kündigung einer Mitarbeiterin dem Finanzamt gemeldet werden?
    Es müssten ja zumindest Steuererklärungen abgegeben werden, aus denen klar wird, dass keine Lohnsteuer mehr zu zahlen ist. Das Finanzamt hat eben Lohnsteuer geschätzt, weil die Lohnsteueranmeldungen ausgeblieben sind und sie davon ausgehen, dass die MA immer noch beschäftigt ist.

    Danke schonmal.

  5. #5
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    Zitat Zitat von anja39 Beitrag anzeigen
    Seit wann muss die Kündigung einer Mitarbeiterin dem Finanzamt gemeldet werden?
    Das passiert automatisch mit der Anmeldung bzw. Abmeldung eines Mitarbeiters.

  6. #6
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    Zitat Zitat von basi1Ozu Beitrag anzeigen
    Aber sollte das FA nicht erst versuchen, sich das Geld bei der GmbH zu holen und nur, wenn das fruchtlos ist, auf den GF durchhaften?
    [QUOTE=basi1Ozu;707102]Nein, wenn da nix mehr zu holen ist können sie gleich auf dich los gehen



    Zitat Zitat von basi1Ozu Beitrag anzeigen
    Aber ich kann meinen Fehler im Moment nicht korrigieren, weil ich als GF nicht mehr berechtigt bin, Steuererklärungen für die GmbH zu fertigen.
    Das ist dein Problem

    Zitat Zitat von basi1Ozu Beitrag anzeigen
    Meiner Ansicht nach ist es sehr wohl die Aufgabe des IV, alle fehlenden Steuererklärungen nachzuholen. Damit würde ja auch die Schätzung für die Lohnsteuer hinfällig.
    Das interessiert keinen.



    Zitat Zitat von basi1Ozu Beitrag anzeigen
    Das FA wird mich in Haftung nehmen, für die Steuern, die der IV sich "zurückholt"?
    Ja, google mal nach GmbH, Geschäftsführer und Haftungsbescheid. Gegen einen solchen Bescheid kann man dann vorgehen, aber man hat ihn erst mal an der Backe.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Haftung_(Steuerrecht)







    Zitat Zitat von basi1Ozu Beitrag anzeigen
    Es müssten ja zumindest Steuererklärungen abgegeben werden, aus denen klar wird, dass keine Lohnsteuer mehr zu zahlen ist. Das Finanzamt hat eben Lohnsteuer geschätzt, weil die Lohnsteueranmeldungen ausgeblieben sind und sie davon ausgehen, dass die MA immer noch beschäftigt ist.

    Danke schonmal.
    Auch hier, der Insolvenzverwalter muss die abgeben aber solange er dies nicht tut und auch wenn er deinen Fehler nicht korrigiert bleibt das Problem erstmal bei dir.

    Ich musste mit einer GmbH vor drei Jahren Insolvenz anmelden, der Insoverwalter hat bis heute nichts gemacht ausser bei KKs und FA Geld per Anfechtung zurückgeholt und natürlich die Gläubiger einmal angeschrieben.

  7. #7
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    So, zurück vom Termin beim Finanzamt. Ja, es ist ein Haftungsbescheid über Lohnsteuer-Schätzungen ergangen. Ich darf die Erklärungen mangels Vertretungsberechtigung nicht nachreichen. Ob mein IV überhaupt zur Abgabe rückliegender Steuererklärungen verpflichtet ist, konnte sie mir nicht sagen.

    Das einzige was mir nun bliebe ist, den IV darauf hinzuweisen, dass die Schätzungen maßgeblich zu hoch sind und dass eine Nicht-Korrektur zu einer Benachteilung der anderen Gläubiger führen würde. Und versuchen, ihn so dazu zu bewegen, das zu korrigieren.

    Ansonsten, Zitat der Beamtin in der Erhebungsstelle: "Man ... das ist mal echt blöd für Sie."

  8. #8
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    Zitat Zitat von basi1Ozu Beitrag anzeigen
    Das einzige was mir nun bliebe ist, den IV darauf hinzuweisen, dass die Schätzungen maßgeblich zu hoch sind und dass eine Nicht-Korrektur zu einer Benachteilung der anderen Gläubiger führen würde. Und versuchen, ihn so dazu zu bewegen, das zu korrigieren.

    Ansonsten, Zitat der Beamtin in der Erhebungsstelle: "Man ... das ist mal echt blöd für Sie."
    Was ja nicht stimmt wenn sich das FA das Geld bei dir holt. Was ich nicht verstehe ist warum der MA nicht automatisiert abgemeldet wurde - denn du musst ihn ja abgemeldet haben sonst wären jetzt auch noch Krankenkassen hinter dir her.

    Wenn der IV auch Anfechtungen gegen dich ausgesprochen hat bekommst du ihn evtl. mit einer drohenden Privatinsolvenz wenn du die LSt. auch noch zahlen musst.

  9. #9
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    Ach so noch was, der Haftungsbescheid muss dir doch zugestellt worden sein damit er rechtskräftig wird - warum erfährst du davon erst beim FA?

  10. #10
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Was ja nicht stimmt wenn sich das FA das Geld bei dir holt.
    Die Forderung bleibt doch trotzdem zur Tabelle angemeldet und würde, wenn es etwas zu verteilen gäbe, trotzdem quotiert.

    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Was ich nicht verstehe ist warum der MA nicht automatisiert abgemeldet wurde - denn du musst ihn ja abgemeldet haben sonst wären jetzt auch noch Krankenkassen hinter dir her.
    Das verstehe ich auch nicht. Das hat mein Steuerberater alles damals gemacht. Die Krankenkasse will nichts von mir ...

    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Wenn der IV auch Anfechtungen gegen dich ausgesprochen hat bekommst du ihn evtl. mit einer drohenden Privatinsolvenz wenn du die LSt. auch noch zahlen musst.
    Ich kann (und möchte) weder das eine noch das andere bezahlen. Bisher gibt es keine Anfechtungen, die werden aber wg. GF-Gehalt noch kommen. Dann wird das aber so oder so auf PI hinauslaufen.

    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Ach so noch was, der Haftungsbescheid muss dir doch zugestellt worden sein damit er rechtskräftig wird - warum erfährst du davon erst beim FA?
    Ich habe alle Post, die die GmbH betraf dem IV nachgesendet. Mir muss dabei entgangen sein, dass sich das Schreiben auf mich persönlich bezog ...

    Grüße, Basi

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