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Thema: Kostendopplung Inkasso + RA-Gebühren

  1. #1
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    Standard Kostendopplung Inkasso + RA-Gebühren

    Mit Schreiben von Mitte September 2016 weist ein bekannter Kollegenanwalt aus Süddeutschland ungeniert parallel Inkassokosten und RA-Gebühren aus (2 x 70,20 €), bei einer HF, die gerade mal zweistellig ist. Das wird ja wohl kein Einzelfall dieses Hauses sein, sondern ich gehe davon aus, dass täglich Hunderte/Tausende? solcher Aufstellungen versendet werden.

    Ich verstehe die Rechtslage als eindeutig und bin erstaunt, dass dies von den einschlägigen Vereinen oder Verbänden so hingenommen wird. Bekannt sein dürfte es doch allemal! Als Halbtagsberater stoße ich mit solchen notwendigen Vorstößen deutlich an meine Grenzen.

    Verwundert, sigi_b

  2. #2
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  3. #3
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    Diese Rechtsprechung ist ja gut für das gerichtliche Verfahren!
    Betrifft aber leider nicht die zigtausend Forderungen, die vorgerichtlich betrieben und bezahlt werden?
    Gibt es dagegen keine Handhabe?

  4. #4
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    Außergerichtlich nicht viel. Man kann aber diese Kostendoppelungen in das Angebot "einpreisen" und auch inhaltlich damit argumentieren. Und im Fall der Titulierung den Zeitpunkt des Widerspruchs erwischen. Zunehmend erklären und belegen wir auch einfach die Zahlungsunfähigkeit und betonen, dass wir bei "fairer" Kostenberechnung wieder auf die Gläubiger zugehen. Das zieht die Regulierungen zwar sehr in die Länge und beinhaltet eine optimierte interne Fallorganisation, ist aber zufriedenstellender auch für uns. Aber ich setze mir auch nicht jedesmal die Zorro-Maske auf. Manchmal ist man einfach müde...
    Geändert von Klaus (28.09.2016 um 12:55 Uhr)

  5. #5
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    Ich bin immer noch der anscheinend naiven Auffassung, auch, oder vielleicht gerade, ein Rechtsanwalt kann nur das beanspruchen, was ihm nach Gesetz und Rechtsprechung zusteht!? Und wenn er dauerhaft wider besseres Wissen (davon kann man ja wohl ausgehen) ohne Rechtsgrund finanzielle Leistungen fordert, soll das nicht angreifbar sein??? [Nee, Klaus, das sollten wir mal wieder bei 'ner Zurrywurst diskutieren!]
    Ich kann und will ja auch nicht der Zorro sein, gerade deshalb ja mein Ruf nach den 'Organisationen'.

  6. #6
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    Was dem Gläubiger(!) zusteht oder nicht ist doch aber eine Rechtsfrage. Die muss im Ergebnis ein Gericht entscheiden. Der RA darf und muss grundsätlich auch entgegen anderslautender Meinung argumentieren - wie sollte es sonst jemals Änderungen von Rechtsprechung geben?

    Es gibt eine Entscheidung, in der RA wegen Betruges veruerteilt wurden, weil sie Kontoführungsgebühren gewerbsmäßig und wider besseren Wissens versucht haben zu inkassieren. Die meisten StA gehen da aber nciht dran, weil die Verurteilungswahrscheinlichkeit gering ist. Das ist ein extrem dickes Brett - zu recht.

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