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Thema: Zurückbehaltung von Unterlagen

  1. #1
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    Standard Zurückbehaltung von Unterlagen

    Meine Klienten (Ehepaar) hatten 2015 einen RA in Hamburg mit dem Versuch zur außergerichtlichen Schuldenbereinigung mandatiert, wollen zukünftig aber diakonisch unterstützt werden.

    Auf mein Anschreiben hin kündigt der Anwalt die Beratungsverträge (liegen mir nicht vor) und legt das Mandat nieder, weil zwei der vereinbarten Monatsraten rückständig sind. Er fordert weitere 1400 € Honorar und ist nicht bereit, die ihm vorliegenden Gläubigerkorrespondenz heraus zu geben.

    Auf diese Weise könnte ein zeitnaher beabsichtigter Insolvenzantrag verhindert werden!?

    Alternative Vorschläge?

    sigi_b

  2. #2
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    Standard

    Hmm. Schwierig.

    Grundsätzlich besteht ein Zurückbehaltungsrecht des Rechtsanwalts. Ob dieses zumindest hinsichtlich der vom Schuldner übergebenen Unterlagen hin einzuschränken ist, weil ein solches Recht im eröffneten Verfahren auch nicht mehr bestünde ist zumindest unklar. Noch unklarer ist, welchen Teil der bisherigen Tätigkeit die schon erfolgten Zahlungen abdecken und ob dies das Zurückbehaltungsrecht ggfs. einschränken kann.

    Mir stellt sich zuerst einmal die Frage, ob der Anwalt tatsächlich benötigte Unterlagen hat. Hat er auch nur eine Gläubigerliste bekommen und der Rest der Unterlagen besteht aus eigenen Arbeitsergebnissen dürfte eine Herausgabepflicht eher zweifelhaft sein. Dann müsste man die Gläubiger eben selbst noch mal anschreiben.

    Geht es tatsächlich um wichtige Originalunterlagen würde ich unter Verweis auf §50 Abs. 3 S.2 BRAO die Anwaltskammer um Vermittlung ersuchen. Gerade wenn der entsprechende Anwalt einer von den nicht ganz so seriösen ist kann man dort durchaus Hilfe bekommen. Und die meisten Anwälte wollen gegenüber der Anwaltskammer kein schlechtes Bild abgeben.

  3. #3
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    Hallo,

    hab davon mal gelesen, hab aber dazu keine praktischen Erfahrungen, aber vielleicht hilft es: http://www.infodienst-schuldnerberat...rer-mandanten/

    An Rückmeldung bin ich interessiert.

    Grüße

  4. #4
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    Standard Erfolg nach einigen Monaten

    Die Hanseat. Anwaltskammer hat den Anwalt zur Herausgabe der Unterlagen 'überreden' können.

  5. #5
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    sehr schön. danke für die Info !

  6. #6
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    Hallo Zusammen,

    besonders kompetent scheint der Anwalt aber sowieso nicht gewesen zu sein. Im Wissen um die Zahlungsunfähigkeit des Klienten fordert er Zahlungen außerhalb des Zeitraumes eines Bargeschäfts. Das Geld hätte er dann anschließend im Rahmen der Anfechtung dem Insolvenzverwalter auskehren dürfen.

    Grüße aus Berlin

  7. #7
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    Standard

    @Frank: das mit der Anfechtung sehe ich ebenso. Allerdings: das müsste ein Insolvenzverwalter auch durchziehen. Auf entsprechende Hinweise wurde verhalten (um es mal so zu nennen) reagiert; sprich: so richtig Lust haben die wohl nicht darauf.
    Schönes Wochenende
    Woody

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