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Thema: Durch Schulden krank: Versuch der Analyse/ Möglichkeiten z. Verbesserung d. Situation

  1. #71
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    Das klingt überaus vernünftig

  2. #72
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    Moin, moin,

    es ist einfach mal so, dass der Mensch Probleme braucht und wenn keine da sind, kann die (Schäbische) Kehrwoche zum Problem werden, oder aber der Hund, des Nachbarn oder der Baum von nebenan, ...
    Das Problem bei den Schulden ist wahrscheinlich, dass dabei eine moralische Aufladung einhergeht, Gefühle wie (wirtschaftliches) Versagen, sich schuldig fühlen weil man ja keine Schulden habendarf oder zumindest nicht bezahlen darf, ein nicht (mehr) Teilhaben können an unserer (KaChing) Konsumgesellschaft.

    Dabei stellt sich mir dir philosopische Frage was ist eigentlich Geld - heute Zahlen auf Papier? An die geglaubt wird?

    Lg aus Mittelhessen
    Schuldnerberatung ist ein breites Feld, Sachverhalte können Auswirkungen in unterschiedlichen Bereichen haben - daher gilt: Die Qualität der Hilfe/Beratung ist vom dem Umfang der Informationen zum Sachverhalt abhängig.

  3. #73
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    Find ich echt stark, dass ihr so offen eure Erfahrungen teilt. Eine Freundin von mir hat das gleich durchgemacht. Eine wirklich belastende Situation. Vor allem, weil sie aufgrund des Schufa Eintrags auch Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und allen möglichen Verträgen hat :-/
    Ich wünsch euch viel Glück und Durchhaltevermögen!

  4. #74
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    Also ich habe 15 Jahre 'Psycho' Erfahrung hinter mir. Ich kenne dadurch wahrscheinlich mehr Psychologen und Psychiater als andere Bekannte haben.


    Es ist zwar leichter gesagt als getan aber in manchen Fällen halte ich es für effektiver ein marodes Haus abzureissen und neu zu bauen als es zu sanieren.
    Von meinen depressiven Leidensgenossen die ich in all den Jahren kennengelernt habe sind jene definitiv am Besten weggekommen die ihr altes Leben aufgaben und neu begannen :
    Das heisst den Wohnungsort zu wechseln, Freunde oder gar Partner zu verlassen, sich jobmäßig neu orientieren etc.
    Viele andere laufen immernoch in ihrem Hamsterrad weiter und versuchen verbissen zu retten was nicht mehr zu retten ist.


    Ich denke dass man als Schuldner ähnlich handeln sollte wenn einem die Situation zu viel wird.
    Eine 'Kapitulation' bedeutet nicht Untergang sondern die Chance auf ein neues Leben.
    Das Problem ist halt dass die meisten Menschen Angst vor der Ungewissheit haben und deshalb sich lieber in ihrem verkorksten Hier und Jetzt aufopfern anstatt auszubrechen und den Mist hinter sich zu lassen.
    Ein zentrales psychisches Problem ist halt auch dass man immer an die negative Vergangenheit erinnert wird wenn man an dem Ort der negativen Erfahrungen bleibt.


    Ich persönlich lebe z.B. nun viel in Frankreich und dort interessiert sich schlichtweg niemand für meine Schulden weil keiner davon weiss und niemand die deutsche Schufa betrachtet.
    Ich dagegen habe so viele neue Eindrücke zu verarbeiten dass ich gar keine Zeit habe mich an meine Vergangenheit zu erinnern.


    Sobald ich dagegen dt. Boden betrete fühle ich mich gleich wieder wie geteert und gefedert. Kein Mensch bzw. Behörde traut mir mehr und dies ist definitiv keine gute Basis ein lebenswertes Leben zu führen.

  5. #75
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    Ein Wohnortwechsel, die Beendigung der Partnerschaft oder eine andere Arbeit zu suchen kann meiner Meinung nach nur je temporär, quasi zufluchts- bzw. fluchtmäßig Hilfe bieten. Irgendwann holt einen die Vergangenheit dann ja doch ein. Sinnvoll ist für mich dabei die Frage, wie tief einen das überhaupt berührt, dass diese Schulden da sind. Man kann auch versuchen, seine Probleme händelbar zu machen und den Fokus auf schöne Dinge im Leben richten. Auch wenn Schulden da sind, so haben das Problem doch sehr viele Leute. Ein Psychologe kann da auch wenig helfen. Zudem ist es doch oft so, dass die Veranlagung zu psychischen Problemen bei Belastungssituationen bei dem einen mehr, dem anderen weniger ausgeprägt ist, so dass man nicht zwangsläufig die Schulden als Ursache benennen kann. Sicher sind Schulden extrem belastend, habe doch auch diese Erfahrung gemacht.
    ....was ich hier poste, beruht auf meinen eigenen Erfahrungen und stellt keinerlei Rechtsberatung dar, sondern obliegt den Regelungen der freien Meinungsäußerung innerhalb von Diskussionsforen .....

  6. #76
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    Du hast schon Recht wenn du sagst jeder geht mit einer Schuldensituation anders um.
    In erster Linie spielen aber denke ich Scham und Schuldgefühle eine enorme Rolle wenn man sich belastet fühlt.
    Und genau hier spielt meiner Erfahrung nach die berufliche und private Umgebung einen enormen Einfluss.


    Wenn ich z.B. mit Freidenkern oder Künstlern zusammen bin habe ich komischerweise keine Schuldgefühle weil die einfach Geld und gemachten Fehlern keinen grossen Stellenwert geben. Die lachen eher über eigene oder deine Fehler.

    Genauso denke ich es mit Partner oder Partnerin. Wenn du z.B. eine Partnerin hast der stabile finanz. Verhältnisse unheimlich wichtig sind ist die Situation automatisch belastender als wenn du eine Partnerin hast die ohne zu murren sofort mit dir in ein Zelt umziehen würde und daran vielleicht sogar noch etwas positives finden würde...Auch hier wieder eine mögliche unterschwellige Belastung.

    Aber auch die alltägliche Umgebung spielt unterbewusst eine Rolle. Wenn ich z.B. in München bin merke ich dass mich meine Obdachlosigkeit und Geldprobleme mehr belasten als wenn ich in Frankreich am Atlantik lebe.
    Hier München werde ich einfach ständig nur mit Konsumlust, Oberflächlichkeiten und Leistungsdenken konfrontiert was in mir natürlich in meiner Situation Schuld und Schamgefühle hochholt.
    Ergebnis ist dass ich deprimiert den Tag im Zelt verbringe.

    Am Atlantik habe ich diese Reizflut und den Leistungsdruck nicht vor meiner Nase. Ich lebe dort in einer natürlichen Umgebung der es vollkommen egal ist wer du bist oder was du getan hast.
    Die Menschen die man dort trifft suchen zumeist auch mehr den Spaß oder Erholung vom Leben als dass sie dem Geld nachrennen.
    In dieser Umgebung funktioniere ich eindeutig besser : ich wache von alleine früh Morgens auf, habe Tages oder gar Wochenziele und lebe deutlich gesünder.


    Die Art wie du lebst, wo du lebst und mit wem du lebst hat definitiv einen deutlichen Einfluss auf dein eigenes Befinden in einer schlechten Situation !

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