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Thema: Durch Schulden krank: Versuch der Analyse/ Möglichkeiten z. Verbesserung d. Situation

  1. #11
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    Zitat Zitat von fsb hildesheim Beitrag anzeigen
    Nein nein. Auch Frohnaturen können (!) ganz ausgewachsene Probleme haben. Das hat nichts mit Vorspielen zu tun. Ich will Dir ja nicht einreden, dass Deine Bekannten ein Problem haben - nur sagen, dass man es am Frohsinn auch nicht unbedingt ablesen kann.

    Die meisten Menschen düften durch Schulden wenn dann eher depressiv oder aggressiv werden. Das stimmt nicht unbedingt für die Betrachtung der anderen Richtung - Schulden durch Psyche.

    Man kann ja nie in jemanden reinschauen

    Aber es gibt ja Leute die Probleme unterschiedlich verarbeiten
    Ex Inkasso MA - keine juristischen Fachkenntnisse

  2. #12
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    Nochmal ein paar Zuaatzgedanken :

    Schulden sind ja nur eine Facette von vielen um evtl depressiv zu sein bzw zu werden
    Was ist mit den Leuten die z.b mit 1200 € im Monat auskommen müssen und ständig jeden Cent umdrehen müssen ?
    Was ist mit dem Unternehmer der ständig Aufträgen hinterherlaufen muß ?
    Was ist mit demjenigen der ständig Stress in der Beziehung hat ?

    Das Leben ist ja bekanntermasen oft nicht unbedingt einfach

    etc pp

    Gibt ja auch Leute die sind ständig pleite haben aber den tollsten Partner und umgedreht
    Geändert von thehellion (28.06.2014 um 22:42 Uhr)
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  3. #13
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    Zitat Zitat von thehellion Beitrag anzeigen
    Das Leben ist ja bekanntermasen oft nicht unbedingt einfach
    Nein, unbedingt nicht.

    Gerade in der Überschuldungssituation kommt meistens eins zum andern. Geldpobleme ziehen oft auch Beziehungsprobleme nach sich und gehen insofern einher mit der Psyche. Das Chaos regiert häufig. Viele Schuldner sind mit der Situation -nachvollziehbar- überfordert.

    Vor der Inso haben Schuldner häufig Angst und nicht zu vergessen ist die damit häufig verbundenen Scham, das Gefühl der Niederlage und Wertlosigkeit.

    Was ich aber gerade auch immer wieder hier gesehen habe ist, wie gerade die Inso dazu geeignet ist dieses Chaos zu ordnen und wirklich einen echten Neuanfang ermöglicht und auch ganz nebenbei den Kopf wieder gerade rückt.

    @konsumbefreit hat dazu schon in einigen Threads sehr beeindruckende und teilweise intime Schilderungen zu seiner Person verfasst (aber nicht nur er). Diese Erfahrungen können für viele Schuldner ein gutes Beispiel sein.

  4. #14
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    Zum Thema "Möglichkeiten zur Verbesserung" kann ich noch nicht viel beitragen, da wir uns noch mitten im Chaos befinden. Vielleicht aber dazu, wie sehr die Verschuldung die Psyche belasten kann.

    Als besonders belastend empfinde ich, dass das Thema dauernd präsent ist. Die Inkassos schicken ständig Briefe gleichen Inhalts, die zwei Banken unter unseren Gläubigern rufen täglich an. Eine davon mit unterdrückter Nummer oder von wechselnden Handy-Nummern. Wir gehen nur noch ans Telefon, wenn wir die Nummer kennen.

    Und dann noch die netten Gerichtsvollzieher... wir hatten bisher wirklich nur freundliche, korrekte aber Gerichtsvollzieher bleiben sie ja doch.

    Wir sind ja noch selbstständig, sind aber völlig auf uns alleine gestellt. Kein Geld für einen Steuerberater, einen Coach oder auch mal eine anwaltliche Beratung.

    Und natürlich muss man ständig jeden Cent dreimal umdrehen. Aber das müssen viele Menschen und es ist bei Weitem nicht das Schlimmste.

    Man fühlt sich schuldig, wertlos und hat das Gefühl aus seinem Leben nichts gemacht zu haben. Durch die dauernde "Belagerung" durch die Gläubiger entwickelt man einen gewissen Verfolgungswahn und ist jedes Mal wenn das Telefon klingelt alarmiert.

    Ich bin nicht depressiv im medizinischen Sinn, aber mir hat die Belastung der letzten vier Jahren viel, viel Lebensfreude geraubt. Für eine Partnerschaft ist es eine große Belastung, auch für unsere. Allerdings ist es zu zweit wahrscheinlich doch einfacher als ganz alleine zu sein.

    Die Schulden überschatten bei uns alles, ein normales Leben ist eigentlich gar nicht mehr möglich. Wir haben den ersten Schritt gemacht. Wenn es Erfolge zu vermelden gibt, trage ich das gerne nach.

  5. #15
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    Hallo thehellion,

    Du wirst sicherlich mitbekommen haben, dass wir uns hier explizit in einem emotional geleiteten Thread befinden. Den ich im Übrigen mit gesteigertem Interesse verfolge.

    Auch Deine Beiträge mögen da höchst passend angebracht sein – vor allem, wenn Du Dir hierbei mal ausnahmsweise ein wenig Sorgfalt zulegen könntest und vielleicht einen Satz auch mal mit einem Punkt beendest und sonstige Satztrennzeichen sinnvoll dafür einsetzt, dass Deine Gedanken auch an den Mann bzw. die Frau kommen, ohne sie zuvor im Kopf in verständnisvolle Fragmente einteilen zu müssen.

    Hochachtung vor fsb hildesheim, der geduldig Deine Satzklötze in Gedankenstöße umwandelt und in störrichter Ruhe und verständlichen Satzstrukturen hierauf eingeht. Ein Niveau, welches zu erarbeiten auch Dir nicht schlecht zu Gesichte stände.

  6. #16
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    Was mich wirklich über die Jahre hinweg mitgenommen hat, ist die Paranoa vor der Haustürklingel. Ich merke heute noch, dass ich panisch werde, die Augen aufreiße und innerlich sehr nervös werde, sobald unangekündigt die Klingel losgeht. Ich bin mal gespannt, wann das vorbei ist ...

  7. #17
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    Och, die hatte ich irgendwann abgestellt. Wer mich besuchen wollte, hat sich vorher angemeldet. Viel schlimmer fand ich den vollen Briefkasten. Man wusste, dass alle, was keine Werbung war, schlimme Nachrichten enthielt. Man wusste auch, dass die Nachrichten nicht besser werden, wenn man die Post ignoriert. Aber irgendwann hatte ich nicht mehr die Kraft, mich damit auseinanderzusetzen. Der Laden musste weiter geöffnet werden, immer wieder flammte die Hoffnung aus, es würde wieder besser, das schlechte Gewissen den Angestellten gegenüber, die ich nicht mehr pünktlich bezahlen konnte, der Vermieter, der ständig auf der Matte stand...da war für die Post einfach keine Energie mehr da...

    Ich bin wirklich froh, dass das vorbei ist. Der Briefträger ist jetzt wieder ein Freund, sogar die Hunde mögen ihn, weil er ihnen immer ein Leckerchen mitbringt.

    Und in genau einem Jahr ist es wirklich komplett vorbei

  8. #18
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    Zitat Zitat von FinLaure Beitrag anzeigen
    Viel schlimmer fand ich den vollen Briefkasten. Man wusste, dass alle, was keine Werbung war, schlimme Nachrichten enthielt.
    Ja, besonders nett sind die kleinen, gelben, amtlichen....

  9. #19
    konsumbefreit Gast

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    Zitat Zitat von ckx2 Beitrag anzeigen
    Was mich wirklich über die Jahre hinweg mitgenommen hat, ist die Paranoa vor der Haustürklingel. Ich merke heute noch, dass ich panisch werde, die Augen aufreiße und innerlich sehr nervös werde, sobald unangekündigt die Klingel losgeht. Ich bin mal gespannt, wann das vorbei ist ...
    Genau so habe ich das auch erlebt. Ich schrecke heute noch hoch, obwohl mich gar kein Unheil ereilen kann.... zumindest nicht aus DER Richtung.

    Meine Freundin ist das tiefenentspannte Gegenteil: Bei ihr bleibt der Briefkasten auch mal zwei oder drei Tage ungeöffnet, wofür ich überhaupt kein Verständnis aufbringen kann.
    Meine Gelassenheit (zuindest der Weg in diese Richtung) färbt eher von ihr auch mich ab. Aus eigenen Stücken könnte ich mir diese Form der Ruhe vermutlich nicht anerziehen.
    Dafür ist es noch zu früh und es ist zuviel passiert.

  10. #20
    konsumbefreit Gast

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    Bezugnehmend auf meinen letzten Beitrag würde ich gerne noch etwas zum Milieu und Umfeld schreiben.
    Was mich vorab interessiert, und für die, die darüber "reden" möchten:

    Seid Ihr (noch) einer einer relativ aussichtslosen Schuldensituation plant Ihr die Inso, habt Ihr Vorbehalte oder Ängste davor? Wenn ja, oder wenn Ihr in einer solchen Situation gesteckt habt:

    Wie beurteilt Ihr Euer Umfeld? Sind/ waren die Personen hilfreich?
    Stehen/ standen Sie Euch bei?
    Sind/ waren sie eher Grund für eine depressive Grundhaltung?
    Müsst/ musstet Ihr Ihnen gar etwas vorspielen?
    Glaubt Ihr, Ihr enttäuscht Eure Eltern, Freunde, Partner?

    Oft spielt die klassische Geschlechterrolle eine Rolle, auf beiden Seiten: Der Mann traut sich nicht nicht, sein Versagen zuzugeben. Die Frau weiss, das beispielsweise ihre Konsumsucht falsch ist, doch sie will ihren Partner nicht eintäuschen, da er ja die "Ernährerrolle" spielt.

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