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Thema: Muss ich wirklich umziehen

  1. #1
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    Standard Muss ich wirklich umziehen

    Hallo,

    mein Arbeitgeber hat mich fristgerecht zum 1.2. gekündigt. Das war mir aber auch bekannt.

    Nun lebe ich mit meiner Familie in einem recht strukturschwachen Raum (für meine Tätigkeit) und daher bewerbe ich mich auch weit außerhalb. Meine Frau kann eben nicht mitziehen, da sie selbstständig ist und ein Ladengeschäft hat. Meine Kinder gehen hier zur Schule, die Großeltern leben auch mit im Ort.

    Nun hätte ich eventuell die Möglichkeit, einen Job in einem 150 km entfernten Ort anzunehmen, die Bezahlung ist sehr gut nur tägliches Zwischenfahren ist da einfach nicht mehr möglich.

    Nun habe ich den Treuhänder angeschrieben, wie sich das mit den Kosten verhält. Meine Erwartung ist eigentlich, dass mein Einkommen um die berufsbedingten Aufwendungen (Zweitwohnung etc.) zu bereinigen wäre.

    Mein Treuhänder schreibt mir sinngemäß, dass ich die Verpflichtung habe, mich deutschlandweit zu bewerben. Ebenso wird mir ein Umzug nahegelegt oder zumindestens angenommen, dass ich umgezogen wäre (also quasi meine berufsbedingten Aufwendungen von meinem Selbstbehalt zu bestreiten hätte) ...

    Das würde ich natürlich nicht machen, da solch ein Unterfangen wirtschaftlich sinnlos ist.

    Weiß jemand zufällig einige Entscheidungen inwieweit mir das zugemutet werden kann, mal eben umzuziehen. Bleibt in dem Fall natürlich auch die Frage, wie das mit den Umzugskosten zu regeln wäre. Aber im Grunde bliebe ein dauerhafter Umzug aus familiären Gründen ausgeschlossen. Alleine die doppelte Haushaltsführung wäre eine Belastung für die Familie.

    Danke für Meinungen

    Gruß
    PraktikerM

  2. #2
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    Erstmal musst du mit schufaeintrag eine Wohnung bekommen.
    Und wenn es für dich unwirtschaftlich ist, soweit weg einen Job anzutreten, dann tue es nicht.

  3. #3
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    Zitat Zitat von chilipep Beitrag anzeigen
    Erstmal musst du mit schufaeintrag eine Wohnung bekommen.
    Und wenn es für dich unwirtschaftlich ist, soweit weg einen Job anzutreten, dann tue es nicht.
    Ja, gut... aber das ist ein lösbares anderes Problem...

    Die Frage zielt eher darauf, ob ich die hohen Berufsbedingten Aufwendungen per Antrag ans Insolvenzgericht rechtfertigen kann oder ob ich von dort ebenfalls den Hinweis bekomme, dass ich umziehen muss.

    Nicht falsch verstehen:
    Ich würde diesen Job gerne annehmen, aber die ca. 900 bis 1000 € mtl. berufsbedingte Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung usw. ungern unberücksichtigt bei meinem Pfändungsfreibetrag lassen.

    Gruß
    PraktikerM

  4. #4
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    Hallo PraktikerM,

    Ueberlegung unter grossem Vorbehalt, da kein Experte fuer Insolvenzrecht und Sozialrecht:

    Praemisse: Die Konstruktion aus Familienwohnsitz und Wochenendheimfahrerwohnsitz muss fuer mehr Geld fuer die Glaeubiger fuehren.

    Falls durch die Kosten fuer den Wochenendheimfahrerwohnsitz das zur Verfuegung stehende unpfaendbare Einkommen und Hartz IV-Niveau faellt, kann der unpfaendbare Einkommensanteil gemaess § 850f (1) ZPO vom Vollstreckungsgericht angehoben werden.

    Hinsichtlich Anhebung des unpfaendbaren Einkommensanteils gemaess § 850f (1) ZPO werden in der Praxis von Schuldnern in Abhaengigkeit von der Praxis sehr betreffenden Vollstreckungsgerichte und der Ansichten der jeweiligen Entscheidungstraeger an den Vollstreckungsgerichten unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
    Sincerely yours

    debtor


    Kenne Deinen Feind und kenne Dich selbst, und in hundert Schlachten wirst Du nie in Gefahr geraten. Kennst Du Deinen Feind nicht, aber Dich dafuer um so besser, sind die Aussichten auf Sieg oder Niederlage ungefaehr gleich. Bist Du ueber Deinen Feind und ueber Dich selbst im Unklaren, wirst Du sicher in jeder Schlacht in Gefahr sein. - Sun Wu

  5. #5
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    PS:

    Schrieb im Vorposting ja wieder arges, unverstaendliches Kauderwelsch.

    Worauf ich hinaus wollte:

    Der weit entfernte Arbeitsplatz muss nach meiner Ansicht nur dann zwingend angenommen werden, falls unter Beruecksichtigung der im Sinne von § 850f (1) ZPO anerkennungsfaehigen Kosten des Wochenendheimfahrerwohnsitzes nachhaltig mehr Geld fuer die am Insolvenzverfahren beteiligten Glaeubiger erwirtschaftet wird.

    In der Praxis sehe ich leider hoechstwahrscheinlich folgendes Problem auf Dich zukommen:

    Der Treuhaender muss (?) die Position vertreten, dass die Kosten fuer den Wochenendheimfahrerwohnsitz und die woechentlichen Wochenendheimfahrten aus dem unpfaendbaren Einkommensanteil aufzubringen sind.

    Falls bei Bestreitung dieser Kosten der Hartz IV-Bedarf der Familie nicht mehr gedeckt ist, kann Anhebung des unpfaendbaren Einkommensanteils am Vollstreckungsgericht beantragt werden, damit der Familie der Hartz IV-Bedarf zur Verfuegung steht. Die Praxis der Vollstreckungsgerichte und deren Entscheidungstraeger ist nach meinen Beobachtungen im Real Life bei mir persoenlich bekannten SchuldnerInnen und nach meinen Beobachtungen in diesem und anderen Foren leider sehr, sehr unterschiedlich und reicht in einer Art Normalverteilung von den Extremfaellen offensichtlicher relativer Kulanz gegenueber der Schuldnerseite bis hin zu etwas, was man als bewusste Schikane gegenueber dem Schuldner bezeichnen koennte. In Deinem Fall kann also alles von schnellem Beschluss des Vollstreckungsgerichts der Erhoehung des unpfaendbaren Einkommensanteils, gegen Dokumentation der von Dir zu minimierenden Kosten, innerhalb von Wochen, bis hin zum viele Monate dauerndem Verfahren mit sehr hohen Anforderungen an Dich, die Kosten so gering wie moeglich zu halten, indem alle moeglichen anderen Kostentraeger und alle alternativen Gestaltungsmoeglichkeiten einschliesslich steuerlicher Gestaltungsmoeglichkeiten von Dir ausgeschoepft werden muessen, und sehr hohen Anforderungen an den Antrag, bis zur Entscheidung des Vollstreckungsgerichts mit ungewissem Ausgang moeglich sein.

    Moegliche Anerkennung der von Dir oben genannten monatlich 900 bis 1.000 Euro halte ich bei oberflaechlicher Betrachtung leider fuer illusorisch. Beobachtungsgemaess wird wohl kostenguenstigstes moebliertes Zimmer oder Wohnheimplatz mit kostenguenstigster Verpflegung in Verbindung mit kostenguenstigster Bahnfahrkarte anerkannt.
    Sincerely yours

    debtor


    Kenne Deinen Feind und kenne Dich selbst, und in hundert Schlachten wirst Du nie in Gefahr geraten. Kennst Du Deinen Feind nicht, aber Dich dafuer um so besser, sind die Aussichten auf Sieg oder Niederlage ungefaehr gleich. Bist Du ueber Deinen Feind und ueber Dich selbst im Unklaren, wirst Du sicher in jeder Schlacht in Gefahr sein. - Sun Wu

  6. #6
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    Zitat Zitat von debtor Beitrag anzeigen
    PS:
    Moegliche Anerkennung der von Dir oben genannten monatlich 900 bis 1.000 Euro halte ich bei oberflaechlicher Betrachtung leider fuer illusorisch. Beobachtungsgemaess wird wohl kostenguenstigstes moebliertes Zimmer oder Wohnheimplatz mit kostenguenstigster Verpflegung in Verbindung mit kostenguenstigster Bahnfahrkarte anerkannt.
    Hallo,

    gut möglich, jedoch muss man die Gesamtsituation sehen:

    Da ich ein Arbeitszimmer benötige für die häusliche Nacharbeit benötige ich schon zwingend eine zwei Zimmer Wohnung. Meine derzeitigen berufsbedingten anderen Aufwendungen liegen so in der Höhe zwischen 150 und 250 Euro pro Monat (u.a. Fachliteratur/-zeitschriften, Computer und Software, usw.) Im letzten und vorletztem Jahr lagen meine berufsbedingten Aufwendungen bereits bei ca. 600 Euro pro Monat inkl. Fahrtkosten (ca. 130 km Hin-und Rückweg). Jedoch habe ich kein Einkommen erwirtschaftet, welches nach ZPO abführbare Beträge erbrachte. Trotzdem habe ich schon einen Antrag ans Vollstreckungsgericht gestellt, wonach mir mehr verbleiben sollte, da der InSo Verwalter die Einkommenssteuerrückerstattung in die Insolvenzmasse nehmen will. Diese Entscheidung steht noch aus.

    Kurz um gesagt:
    Ich würde den Arbeitsplatz 150 km entfernt nicht annehmen, wenn ich weiterhin auf diesem unteren Niveau rumkrebsen würde. Da ich hier auch noch Kinder zu versorgen habe (insgesamt 3) suche ich mir lieber etwas anderes (Verkäufer an einer Imbissbude ...) und warte ein halbes Jahr, bis ich eventuell was erhalte.

    Das Problem ist eigentlich nur, dass ich mich hier in meiner wirtschaftlichen Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt fühle und demzufolge Entscheidungen treffe, die ich ohne ein InSo-Verfahren nicht gemacht hätte.

    Kann mir denn mal jemand einen Verweis nennen, wo derartige Berechnungen, die das InSo Gericht durchführen würde, genauer erläutert werden?

    Gruß
    PraktikerM

  7. #7
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    Hallo, die Macht des TH und des Insogerichts gehen nicht so weit, Dir einen Wohnortwechsel und den Abschied von Deiner Familie vorschreiben zu können. Es gilt das Grundgesetz Artikel 11 und 12: freie Wahl des Berufs, des Arbeitsplatzes und des Wohnortes. Punkt.

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