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Thema: Insolvenz anmelden trotz Auslandsumzug?

  1. #1
    Stiefmütterchen Gast

    Standard Insolvenz anmelden trotz Auslandsumzug?

    Hallo, kann mir jemand bei folgenden Fragen helfen?

    1. Ich muss Privatinsolvenz anmelden. Allerdings habe ich vor wenigen Monaten geheiratet. Mein Mann hat zum Februar des kommenden Jahres eine Stelle im Ausland, ich werde ihn begleiten (6 bis 9 Jahre).

    Was passiert mit der Insolvenz? Wenn ich in die Insolvenz gehe, habe ich keine Stelle, also kein Einkommen. In der Zeit im Ausland möchte ich schon sehen, dass ich etwas dazu verdiene.

    Kann ich trotzdem vorher in die Privatinsolvenz gehen oder erklären die mich für verrückt?

    Es handelt sich übrigens um ca. 400 tsd. Euro Schulden, also eine Menge, die auch bei Vergleichen 50 : 50 nicht zu schaffen ist. Was macht man da?



    Danke
    Geändert von Stiefmütterchen (04.04.2005 um 18:19 Uhr)

  2. #2
    TheEl Gast

    Standard

    Grundsätzlich können Sie nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens auch ins Ausland übersiedeln. Das Insolvenzverfahren kann dann weiterlaufen. Im laufenden Insolvenzverfahren müssen Sie jedoch dem Insolvenzgericht auf Anordnung zur Verfügung stehen (Auskunfts-/Mitwirkungspflicht). Auch kann es sein, dass sich der Treuhänder einen persönlichen Überblick über Ihre Verhältnisse verschaffen will. Sie sollte daher, wenn schon, dann recht schnell das Insolvenzverfahren beantragen, damit Sie möglichst erst zu Beginn der sog. Wohlverhaltensphase (nach Aufhebung des eigentlichen Insolvenzverfahrens) ins Ausland übersiedeln, wo wir bei zweiten Punkt angelangt sind, den Obliegenheiten (§ 295 InsO), die Sie zur Erlangung der Restschuldbefreiung in der Wohlverhaltensphase einzuhalten haben, insb. die Erwerbsobliegenheiten.

    Wie ist denn derzeit Ihre berufliche Situation ? Sie schreiben "Wenn ich in die Insolvenz gehe, habe ich keine Stelle, also kein Einkommen" - weshalb haben Sie keine Stelle ? Erziehungsurlaub ?

  3. #3
    Stiefmütterchen Gast

    Standard

    Hallo, erstmal herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe 2001 die Insolvenz wegen einer Umstrukturierung der Banken einreichen müssen. Schildern des Falles fast unglaublich und ich lasse es eher. Fakt ist: seitdem arbeite ich nicht mehr, denn ich hatte kein kleines Unternehmen, sondern 150 Mitarbeiter. Das schlauchte und wirkte sich auch gesundheitlich aus. Ich habe jetzt geheiratet und möchte meinen Mann verständlicherweise ins Ausland begleiten. Also, 2001 in der eigenen Firma zuletzt gearbeitet, jetzt einen lieben Mann, der mich ernährt......

  4. #4
    TheEl Gast

    Standard

    Ich habe 2001 die Insolvenz wegen einer Umstrukturierung der Banken einreichen müssen.

    --- Diese Firmeninsolvenz bezog sich gewiss auf eine juristische Person (GmbH oder so) und nicht auf Sie persönlich als natürliche Person, sonst hätten Sie ja seinerzeit bereits einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt.


    Schildern des Falles fast unglaublich und ich lasse es eher. Fakt ist: seitdem arbeite ich nicht mehr, denn ich hatte kein kleines Unternehmen, sondern 150 Mitarbeiter.

    --- Anerkennung.


    Das schlauchte und wirkte sich auch gesundheitlich aus.

    --- Durchaus nachvollziehbar.


    Ich habe jetzt geheiratet und möchte meinen Mann verständlicherweise ins Ausland begleiten.

    --- Wie schon geschrieben, insolvenzrechtlich nach Verfahrenseröffnung durchaus möglich, jedoch Auskunfts-/Mitwirkungspflicht und Teilnahme an den zwei Termin, Prüfungs-/Schlusstermin je nach dem zweckdienlich, ist aber kein muss.


    Also, 2001 in der eigenen Firma zuletzt gearbeitet, jetzt einen lieben Mann, der mich ernährt......

    --- Ja, verständlich, dennoch ist die Frage der Erwerbsobliegenheiten zu prüfen oder ersatzweisen Gleichstellung der Gläubiger zu prüfen.

  5. #5
    Stiefmütterchen Gast

    Standard

    Hallo, Danke,

    ich beabsichtige schon im Ausland auch Tätigkeiten auszuüben und das Einkommen zu erhöhen und ggf. auch wenn die Pfändungsgrenze nicht erreicht ist, den Gläubigern etwas anzubieten. In erster Linie ist es die Bank. Erstaunlicherweise (die Firma war nicht krank, wir hatten Pluss, sondern die Banken haben von einem!!!! zum anderen!!!! Tag die Dispos gesperrt und zwar zielgenau am Lohnzahlungstag) hat sich der Insolvenzverwalter bis heute nicht gemeldet. Es war eine GmbH. Ich habe innerhalb weniger Zeit ein super Unternehmen aufgebaut und Unmengen an Arbeit geschaffen. Es gab keine Insolvenz mangels Geld sondern lediglich mangels Dispo, die Kunden brauchen ihre Zeit. Und der Dispo war sicher. Bis mich der Bankdirektor linkte, weil er seinen Kopf retten musste im Rahmen von durch ihn überschrittenen Vollmachten (war seine Vorzeigeunternehmerin) und der Umstrukturierung. Verwirrend, nicht wahr.

    Aber wichtig ist für mich, dass ich die Privatinsolvenz betreiben kann. Und gleichzeitig natürlich auch die Begleitung meines "frischen" Ehemannes ins Ausland.

    Gruss

  6. #6
    Ozone Gast

    Standard

    @ Stiefmütterchen:

    Meines Wissens ist ein Wohnsitz im Inland zumindest zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages notwendig. Ansonsten wäre zum Beispiel schon nicht zu klären, welches deutsche Insolvenzgericht für dich zuständig ist (das richtet sich bei dir als nicht-selbständiger, natürlicher Person ja nach dem Wohnsitz - § 3 InsO).

  7. #7
    TheEl Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Ozone
    @ Stiefmütterchen:

    Meines Wissens ist ein Wohnsitz im Inland zumindest zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages notwendig. Ansonsten wäre zum Beispiel schon nicht zu klären, welches deutsche Insolvenzgericht für dich zuständig ist (das richtet sich bei dir als nicht-selbständiger, natürlicher Person ja nach dem Wohnsitz - § 3 InsO).
    Natürlich ist bei Antrag / Eröffnung ein Wohnsitz in Deutschland erforderlich. Später aber nicht mehr.

    PS: In Welches Land soll es denn gehen ? In einigen europäischen Ländern gibt es auch die Möglichkeit der Restschuldbefreiung.

  8. #8
    Ozone Gast

    Standard

    Zitat Zitat von TheEl
    Natürlich ist bei Antrag / Eröffnung ein Wohnsitz in Deutschland erforderlich. Später aber nicht mehr.
    Stimmt, was anderes hab ich ja auch nicht gesagt.
    Während des Verfahrens bzw. in der WVP kommt es dann darauf an, dass die Mitwirkungs- und Auskunftspflichten wahrgenommen werden, damit der Ärger und Aufwand nicht umsonst war...

  9. #9
    Stiefmütterchen Gast

    Standard

    Hallo, es soll in ein Nichteuropäisches Land gehen, Äthiopien!!

  10. #10
    Ozone Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Stiefmütterchen
    Hallo, es soll in ein Nichteuropäisches Land gehen, Äthiopien!!
    Seh ich prinzipiell kein Problem, Ausland ist Ausland. Wird dann natürlich ein bißchen schwierig mit den Pflichten vor/während des Verfahrens. Evtl. kannst du deinen "Abflug" nach dort ja zumindest bis in die WVP verzögern... Und mit einem verständnisvollen Treuhänder (die gibts ja auch) dürfte der Rest dann gut zu regeln sein. Faxen kann man schließlich von fast überall

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