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Thema: Zahnarzt Insolvenz / Ausland / Grundidee / ist aber lang

  1. #1
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    Pfeil Zahnarzt Insolvenz / Ausland / Grundidee / ist aber lang

    Auch wir haben nicht immer viel Wasser unter dem Kiel, darum eine Frage an die Allgemeinheit.
    Aber zunächst zum Grundgedanken:
    Ich behaupte, daß eine Insolvenz - auch und gerade als Zahnarzt - absehbar ist mit einem Zeitrahmen von 1/2 bis 1 Jahr. Denn wenn ich meine Geschäftsentwicklung kritisch betrachte und weiterdenke, dann kann ich 1 und 1 zusammenzählen und brauche das nicht zu verdrängen. Bringt eh´nix...
    Das Problem ist, daß ich natürlich mit meinem Kapital versuchen kann, sie aufzuhalten. Es kommt aber irgendwann der Punkt, an dem man dies als unvermeidbar erkennt. Insofern kommt die Insolvenz nicht vollständig überraschend, ist also - in gewissem Sinne - planbar.

    ... und dann brauche ich eine "Kriegskasse", aber das nur nebenbei.

    Die Frage erhebt sich nach einer Ausweichstrategie, also: Wie gestalte ich eine Insolvenz derart, daß sie mich möglichst wenig einschränkt?
    Dazu europäische Modelle zu nutzen, ist ja nicht illegitim und auch völlig legal, solange ich in dem Zusammenhang nicht betrügerisch vorgehe.

    Das Auslandsmodell hat im Grundsatz seine Reize, INSOFERN die Restschuldbefreiung tatsächlich früher eintritt als hier.
    Das setzt vorraus:
    - ich habe hier genügend Luft
    - ich will im Insolvenz-Abwicklungsland nicht weiter tätig werden
    - ich baue mir eine Alternative auf

    Läuft also theoretisch auf eine Drei-Nationen-Lösung hinaus in einer Form hinaus, die im Zielland nicht angreifbar ist . Ich darf also im letztendlichen Zielland keine Lösung aufbauen, die mir durch eine Insolvenz kaputt gemacht wird.

    Nun kann ich ja Geld - sofern es einer Insolvenz zum Zeitpunkt der Ausgabe nicht wissentlich entzogen wird - nach meinen Wünschen anlegen.
    Geht also - zumindestens theoretisch - zunächst einmal nur mit ausreichendem zeitlichen Sicherheitsabstand, korrekt?
    Warum nicht - hier oder im Ausland - die Kapitalgesellschaft mit Zulassung nutzen, um den Effekt zu minimieren??

    Es wird doch immer mal wieder das Thema "Insolvenz über UK oder FRA" angesprochen, mit der Konsequenz kürzerer Restschuldbefreiung. Wie sieht es denn damit aus?
    Im UK ist ja die Mindestaufenthaltszeit gut nachzuvollziehen, weil es Unterlagen über Grenzübertritte gibt, und es käme mir entgegen.

    Wir würden uns strategisch aufteilen, einer fängt Ausland an und bereitet vor, der andere bleibt, bis INS hier eingereicht.

    Ideen dazu?

  2. #2
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    Bemühe mal die Suchfunktion im "erweiterten Modus" mit den Namen "Freibeuter, Zahnarzt und Tomdens....du bist hier ja nun nicht der einzige Zahnarzt mit Geldproblemen.

    LG
    Grisu

  3. #3
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    Zitat Zitat von Grisu Beitrag anzeigen
    Bemühe mal die Suchfunktion im "erweiterten Modus" mit den Namen "Freibeuter, Zahnarzt und Tomdens....du bist hier ja nun nicht der einzige Zahnarzt mit Geldproblemen.

    LG
    Grisu
    @grisu

    Schon klar, aber wir sind uns doch wohl alle einig, daß das System nicht besser wird und unsere Spielräume nicht größer. Und unterversorgt ist GER auch nicht.

    Ich weiß - wie wohl viele von uns- was im Ausland gehen kann, und daß mir dort den ganzen Plumpaquatsch mit der Bürokratie ersparen kann. Ich spiele mit dem Gedanken, den geltungsbereich des Staatsvertrages zu verlassen und habe ein Zeitlimit dafür.
    Ich weiß, daß das Gras auf der anderen Seite des Hügels nicht grüner sein muß, kenne aber einiges an Rahmenbedingungen.

    Also muß eine sichere, saubere, konvertierbare Konstruktion her, die ich von GER nach XYZ switchen kann.

    @ tomdens

    Interessant, aber ich sehne mich nach etwas weniger politischer Unruhe!
    Trotzdem: Wo sitzt Du?
    Geändert von DentistGermany (16.01.2007 um 23:05 Uhr) Grund: unvollständig

  4. #4
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    Ich weiß gar nicht, wieso man zu solchen Themen immer das Ausland hat?!
    Das bieten einige Unternehmen natürlich zielgerichtet an; allerdings frage ich mich doch, welche Ahnung die von unserer ÄUSSERST genialen Insolvenzordnung haben ...

    Kann natürlich auch nachvollziehen, dass sich niemand mit den mehr als 400 Seiten Kommentartext im Münchener KO zur InsO auseinandersetzen will, um ein Insolvenzplanverfahren nach allen Regeln der Kunst auszugestalten - gerade hier würde ich für Intellektuelle, wie beispielsweise Zahnärzte, große Reize sehen *grins*.

    gez.
    Grandseigneur
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  5. #5
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    Bingo,
    da hat "Grandseigneur" völlig recht.
    Das Insolvenzplanverfahren bietet gerade für Ärzte eine recht gute Möglichkeit eine Praxis zu sanieren.

  6. #6
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    Standard Problemdarstellung

    Also, das Problem etwas genauer:

    Praxis übernommen Anfang der 90-er in Niedersachsen mit zunächst guten Daten, dann kam das katastrophale Budget - speziell katastrophal in Niedersachsen - und wir sind vor zwei Jahren umgezogen.
    Grundlast aus Praxisverpflichtungen ca. € 600.000,--
    Rückzahlungen in ca. 6 JAhren, 15 % vorhanden aus verschiedenen Quellen
    Grundlast aus Anlagenverpflichtungen ca € 1.500.000,--
    Rückzahlungen mit LV vorgesehen mit Rückkaufswert ca. 1/4 der Summe
    Zusätzlich werden wir - wohl nicht so bald, aber schon bei Gelegenheit - noch so € 350.000,- an Belastungen der Vorfahren erben.
    EInen gekündigten (Klein-)Kredt können wir durch Umschichtungen lösen, aber es fehlt eben an anderer Stelle.
    Wie häufig, wird dann auch bei uns an der Altersversorgung als erstes gespart, was auch keine Lösung ist!!

    Häusle ist im Umzugsrahmen verkauft worden, Grundbesitz als überschriebenes Erbe der Frau durch eine Insolvenzsicherungsklausel (nennt man das so??) gesichert.
    Alte Praxis ist aufgelöst.

    Praxis (ist nicht die eigene, sondern gepachtet) läuft sehr gut für den Lebensunterhalt, die Steuern etc, aber eben nicht für die Grundlast. Die Banken machen - wie jetzt zum Jahresbeginn - immer mal wieder die Konten dicht und wir können sehen, wie sie wieder aufgehen. Und wir haben langsam keinen Bock mehr, in das Spiel Sicherheiten o.ä. zu investieren.

    Am Anfang versucht man - wenn die Aussichten nicht so schlecht sind - etwas intern zu machen, aber damit ist Schluß! Wie alle sagen: Das Geld von der Verwandten braucht man später.

    Grundsätzlich zum Ausland: Mich reizen nicht die Trickmodelle (die sind zwar klasse, aber eben auch riskant), sondern ich WEISS (eben weil ich es persönlich kenne), was im Ausland geht. Nun ist aber - nehmen wir mal das vielgerühmte UK - im Ausland oft die Zahnarztdichte geringer. Und viele der deutschen (Zahn-) Arztprobleme kommen eben daher, daß in Zeiten sinkender Zuschüsse und abnehmender Kaufkraft sich das Feld von unten her abbaut. Daher die Frage an mich selber: Muß ich Anstrengungen in ein - etwas übertrieben dargestellt - "sterbendes System" investieren?? Gut, die Frage habe ich für mich beantwortet, aber im Ausland habe ich eben auch Startprobleme, wenn ich direkt aus der Insolvenz oder in der Wohlverhaltensperiode umsiedle. Bin aber mit 45 auch nicht mehr der Allerjüngste ;-))

    Deshalb ist für mich die deutsche Insolvenz zwar nicht uninteressant, aber viel interessanter ist die Koppelung der Modelle mit dem Ziel eines neuen Existenzaufbaus, ohne in einem anderen Land noch so ein Verfahren anzuschließen.
    ALSO NOCHMAL: Ich habe meine Probleme - wie viele - weiß aber schon, in welche Ecke ich hin will und wie es da geht!! Im Prinzip (wieder etwas simplizistisch) müsste ich nur noch umziehen und eröffnen.
    UND: Ich bin nicht verzweifelt, ich seh das ganz gelassen. Aber eine Lösung muß her, solange wir uns noch bewegen können.

    Also die Lösung:
    Insolvenzplanverfahren???
    Wo bekomme ich den angesprochenen Kommentar her??
    Ich habe keine Lust mehr, dauernd das Theater zu haben. Wir reissen und den A... auf (und für die Zwerge, insbesondere den ganz Kleinen, war der Umzug und dessen Vorspiel schon ein echter Hammer!!), und die Banken buchen immer brav ihre Zinsen ab und machen anschließend das Konto dicht!!
    Geändert von DentistGermany (19.01.2007 um 10:02 Uhr) Grund: es fehlt ein Zusammenhang

  7. #7
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    Standard

    Hallo Dentist,
    aus Deinen neuerlichen Beschreibungen vermag ich immer noch nicht zu erkennen, warum das Insolvenzplanverfahren im Rahmen eines Regelinsolvenzverfahrens Dir nicht hilft.
    Du solltest Dich hier im Forum und auf andere Seiten über diese Möglichkeit mal intensiver informieren.
    Bei uns in Berlin gehen zur Zeit immer mehr (Zahn)Ärzte diesen Weg. Dabei konnte so manche Existenz gerettet werden.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Frank Wiedenhaupt Beitrag anzeigen
    Hallo Dentist,
    aus Deinen neuerlichen Beschreibungen vermag ich immer noch nicht zu erkennen, warum das Insolvenzplanverfahren im Rahmen eines Regelinsolvenzverfahrens Dir nicht hilft.
    Du solltest Dich hier im Forum und auf andere Seiten über diese Möglichkeit mal intensiver informieren.
    Bei uns in Berlin gehen zur Zeit immer mehr (Zahn)Ärzte diesen Weg. Dabei konnte so manche Existenz gerettet werden.

    Tut es doch, ich bin mir da schon drüber im Klaren.
    Nix gegen Insolvenzplanverfahren, ist auch angestrebt.
    Die Infos klingen gut und sauber, blöde Lösung, aber keine schlechte. Besser als Insolvenz über FRA oder UK, völlig einig!!

    Das ist nicht mein Problem, da zittere ich nicht vor. Wat mut, dat mut.

    Aber nochmal: Wenn ich einen Auslandsweg vorbereiten will- und ich will das, und ich tue das nicht, weil ich die RI vermeiden will, sondern mir langfristig das Terrain geschäftlich, also von der Umsatz-Gewinn-Relation besser erscheint (Ich kenne das UK Terrain! Selber ! Und den damit verbundenen Kulturschock!!) - worauf dann achten??
    Geändert von DentistGermany (19.01.2007 um 10:47 Uhr)

  9. #9
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    Standard .. Ergänzung

    ... ist ja nicht so, daß ihr mich nicht schlauer gemacht habt.
    Das Forum ist hochinteressant und beleuchtet nun wirklich - naja, wohl nicht alle, aber doch sehr viele Aspekte. Ich bin froh und dankbar, daß ich es habe, weil schon viele "weiße Flecke" mit Informationen gefüllt werden.

    Ich brauche eine RI! Wir gehen da ran, und die Kontakte sind etabliert!

    ICH WILL ABER AUCH RAUS!!! ALSO RAUS AUS GER!!! NIX MEHR BOCK auf Zahnmedizin in GER!
    Nach der RI wird das politische Modell ja nicht besser.
    Die RI ändert ja nicht die Gesundheitsstruktur, nur eben meine!
    Die Politik will die Zahl der Zahnärzte auf maximal ca. 30.000 senken, und das wird ihr gelingen, und zwar ohne Probleme! Dauert halt noch 5 Jahre oder so!

    DESHALB FÜR MICH: AUSLAND! (Bin ich N.B. nicht alleine mit!!)
    UND NOCHMAL: Ich will schon die Ltd, weil die in England in der Organisation der Praxen (insbesondere bei Verbundplanung mehrerer dortiger Praxen) insgesamt große, wenn nicht immense Vorteile haben KANN! Auch wenn sie ganz klare, organisatorische Anforderungen hat und doch so ihre Ansprüche stellt. Die Ltd. ist hier eine geplante Geschäftsidee mit konkretem Vorder- und Hintergrund. So weit meine ich zu sein...

    Wie gesagt, ich kenne das Terrain im UK einigermaßen.
    Die Frage: Welche Fehler VOR der RI gibt es hier, die mir ein späteres Ltd. Modell dort (im UK) verhageln können!
    Den mit dem Dreiländermodell habe ich also begriffen.

    GENAUER: Welche Frühfehler gibt es noch? Das RI hier sicherer ist als anderswo, habe ich auch begriffen.

    Ansprechpartner kriege ich ja, Gott sei Dank! Zum einnorden und so...

  10. #10
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    Standard tipp

    arts3000
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    ernstgemeinter tipp

    --------------------------------------------------------------------------------

    nimm 150 Euro, lass die Aprobationsurkunde und die anderen nötigen Papiere übersetzen und geh am WE in England arbeiten.
    Praxis hier muss natürlich trotzdem optimiert werden.

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