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Thema: Auslandsschuld aus nicht EU, auch in deutsche Insolvenz?

  1. #1
    Zauberfee Gast

    Frage Auslandsschuld aus nicht EU, auch in deutsche Insolvenz?

    Hallo,

    da man ja mit schlechter Schufa in Deutschland Probleme hat mit Konto und Kreditkarten, aber nicht EU-Länder wie z.B. Schweiz, Luxenburg die das ja nicht so betrachten...

    Gehen wir davon aus, man hat durch Zahlungsschwierigkeiten jetzt einen evtl. Gläubiger im Ausland (nicht tituliert) möchte sich mit diesem gerne einigen etc., aber steht vor Antrag Insolvenz.

    Meine Frage: Zählt dieser eine Gläubiger, als einer der in die Gläubigerliste aufgenommen wird/muss ?
    oder kann/darf man sich mit diesem selbst einigen?
    Muss man ihn informieren über Insolvenz in Deutschland?

    Erwähnt sei, das man das Ausland mag, die sind für einen da und neutral, egal was in Deutschland für Situation.

    Weiss jemand wie sich das verhält mit Auslandsschuld, was da auf einen
    zukommt?
    Wenn lieber per E-Mail, würde ich vertstehen.

    Viele Grüsse

  2. #2
    AG_Deutschland_AG Gast

    Standard Auslandsschuld auch von Insolvenz in D erfaßt!

    Die Schulden im Ausland werden vom Insolvenzverfahren genauso wie inländische Schulden erfaßt und vom Insolvenzverwalter bedient. Während der Wohverhaltungsphase gilt auch für ausländische Gläubiger das Vollstreckungsverbot. Deren Forderungen werden auch von der Restschuldbefreiung erfaßt. Die RSB in Deutschland ist im gesamten EU und EWR Raum gültig. Probleme können Sie in Fällen haben, wenn Sie Vermögen/Einkünfte in Ländern haben, die die deutsche RSB nicht anerkennen, z.B. Südamerika. Dort können dann Gläubiger weiterhin vollstrecken.

  3. #3
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    Standard

    Hallo,

    im Großen und Ganzen ist das was die Deutschland AG Ihnen geantwortet hat schon richtig. Nur in einer Sache eben nicht ganz, und zwar was die Anerkunng einer einer in Deutschland erzielten Restschuldbefreiung anbelangt. Es gibt zwar die EU-Verordnung 1346/2000 die für die Länder der EU, außer Dänemark, normiert, dass Entscheidungen gegenseitig anerkannt werden sollen !!, es gibt aber in den meisten nationalen insolvenzgesetzen den sogenannten ordre public-Vorbehalt, der den Einzelländer eine Art Vetorecht gegen Entscheidungen anderer Länder einräumt, wenn die Entscheidung die in einem Land gefällt wird, mit der Rechtsordnung eines anderen in grober Weise nicht übereinstimmen sollte.

    Ein Anerkennen-Müssen ist also nicht der Fall.

    Was einen Vergleich anbelangt, so ist es möglich, mit dem einen gläubiger einen Vergleich zu erzielen. Das Risiko hierbei ist, dass der Vergleich widerrufen werden kann, wenn die Insolvenzgläubiger davon erfahren.

    Gruß
    Claus Triebiger

  4. #4
    Zauberfee Gast

    Ausrufezeichen Auslandschuld nun in D. RSB???

    Es gibt zwar die EU-Verordnung 1346/2000 die für die Länder der EU, außer Dänemark, normiert, dass Entscheidungen gegenseitig anerkannt werden sollen !!,
    Was einen Vergleich anbelangt, so ist es möglich, mit dem einen gläubiger einen Vergleich zu erzielen. Das Risiko hierbei ist, dass der Vergleich widerrufen werden kann, wenn die Insolvenzgläubiger davon erfahren
    .

    Hallo C.T,

    vielen Dank für die genaue Ausführung.
    Leider weiss ich nun nicht ob in dieser EU-Verordnung 1346/2000, die Schweiz mit drin ist ??
    Zu 2. ein Vergleich ist doch nun unmöglich, wegen Bevorzugung von Gläubigern...
    Ich wollte ja Ratenvereinbarung anbieten vor 2 Monaten, leider wäre die Rate über 1.500,- Euro, das kann ich nicht.
    Nun bin beim Antrag vorbereiten von Regel-Inso.,
    bin ratlos, heisst das die fliessen mit ein, aber die Restschuldbefreiung greift nicht bei dem Auslandgläubiger?
    Sprich er wird übrig bleiben und ich muss nach Ablauf der 5 Jahre mit ihm eine seperate Einigung finden?

    oder darf ich das so annehmen wie AG Deutschland schreibt?

    Freue mich über Rat, da ich diese Angaben nicht vergessen darf, in den nächsten Monaten kommt das Auslandsproblem auf mich zu, wie soll ich da mit insoVerwalter darüber reden?

    Viele Grüsse

  5. #5
    Registriert seit
    15.07.2004
    Beiträge
    313

    Standard

    Mit reinnehmen musst du die Auslandsschulden auf jeden Fall.
    Denn hier gilt eben das deutsche Inso und das sagt, dass alle GLäubiger anzugeben sind.

    Ich würde auch davon ausgehen, dass ein Auslandsgläubiger in D nicht mehr vollstrecken kann, weil die Forderung nach deutschem Recht eben eine unvollständige nicht vollstreckbare ist.

    Ob das nach Schweizer Recht auch gilt (also wenn du in der Schweiz wohnen würdest), bin ich nciht sicher. Da die Schweiz kein EU - Mitglied ist, gilt die EU-Richtlinie zunächst einmal nicht.
    Hier müsste die Schweiz also ein bilaterales Abkommen mit Deutschland oder der EU haben. Ob es das gibt, weiß C.T. bestimmt besser.
    mfg
    Bernd Merling

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