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Mel
27.09.2004, 06:59
Hallo!
Habe da mal eine allgemeine Frage. Also, nehmen wir mal an eine Person bestellt aus einem Versandkatalog. So, die Person zahlt nicht und der GV kommt ins Haus. Der GV stellt erst beim Termin fest, dass der Schuldner minderjährig ist. Kann nun der GV einfach die Forderung auf eine andere Person übertragen in dem Fall die Mutter? Das ist doch gar nicht Möglich oder? Hat der GV das Recht, den eigentlichen Schuldner anzuzeigen? Mir wurde die Geschichte so erzählt aber ich mag das nicht glauben. Man kann doch nicht einfach einen Titel so mir nichts dir nichts umschreiben oder?
LG, Mel

Unregistriert
27.09.2004, 18:23
Ich spiele mal folgendermaßen weiter.
1.Mutter hat schlechte Schufa Auskunft und bestellt auf Namen der Tochter
Ware die sie natürlich nicht zahlen kann. Sie wartet also ab bis der GV ins
Haus kommt. Der kommt natürlich dann wenn die Tochter nicht da ist.Die Mutter ist in erster Linie natürlich überrascht das ihre minderjährige
Tochter Ware bestellt hat. Der GV wird wohl wenn er den Verdacht hat, das die Tochter gar nicht die Ware bestellt hat eine Anzeige wegen Betruges machen. Wie gerichtlich dann gehandhabt wird mit dem Titel weis ich nicht. Ich vermute mal aber das der Titel nicht gültig ist für die Tochter zumindest.

2.Die Tochter hat tatsächlich bestellt. Die Tochter wird wohl eine Verurteilung nicht drum herum kommen nach dem ( Jugendgericht ab 14J. -21 J.) Da die Tochter möglichweise noch minderjährig ist, kann der GV unter Umständen dich anzeigen wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. In diesem Fall vermute ich dann, das der Gläubiger wartet bis a,) der jugendliche sein erstes pfändbares Einkommen hat.

Fazit!!!

Man sollte seine Kinder darüber aufklären was sie bestellen und welche Konsequenzen es mit sich bringt. Besonders wenn es um Handyverträge geht. Denn das ist bei den meisten jugendlichen die größte Schuldenfalle und der beste Weg in die Privatinso mit 18J.

Mel
27.09.2004, 19:52
Hallo!
Also, so wie mir erzählt wurde ist es folgendermassen: Die Mutter kann tatsächlich nicht bestellen da sie in der InSo steckt. Ob die Mutter von den Bestellungen wusste, entzieht sich meiner Kenntnis. Als der GV dort war, war die Tochter sehr wohl anwesend. Es sind wohl sämtliche Familienmitglieder Kunde bei diesem Warenhaus. Die Bestellungen sind u.a. auch über einen im Ort ansässigen Shop gelaufen. Nun heisst es angeblich seitens des GV das wohl der Shopbetreiber wusste das die Tochter minderjährig ist, aber die BEstellungen trotzdem angenommen hat um Geld zu verdienen. Der Shopinhaber hat deshalb einfach die Bestellungen auf die Namen der anderen Familienmitglieder "verteilt". Der Shopinhaber wurde festgenommen und der Gv stand halt wegen der offenen Forderungen vor der Tür. Hört sich alles ein bisschen hahnebüchen an.Meine Freundin steht deswegen auch bei dem Versandhaus in der Kreide. Hab hier auch schon deswegen gepostet. Mittlerweile kommt mir die Geschichte allerdings sehr merkwürdig vor. Ich kann nur hoffen, dass der Gv Anzeige erstattet, damit solche "Spielchen" aufhören und die Tochter endlich zur Rechenschaft gezogen wird.
LG, Mel

Unregistriert
27.09.2004, 23:31
Hallo!
Habe da mal eine allgemeine Frage.

In Ordnung. -

Also, nehmen wir mal an eine Person bestellt aus einem Versandkatalog.

Verstehe. -.

So, die Person zahlt nicht und der GV kommt ins Haus.

Soll vorkommen ...

Der GV stellt erst beim Termin fest, dass der Schuldner minderjährig ist.

Kann passieren. -

Kann nun der GV einfach die Forderung auf eine andere Person übertragen in dem Fall die Mutter?

Nein, und zwar aus folgendem Grund : Der Gerichtsvollzieher vollzieht nur vollstreckbare Entscheidungen der Gerichte, er macht sie nicht. die Umschreibung eines Titels - also die Änderung der Parteienrechtsverhältnisses - kann nur vom Richter entschieden werden.


Das ist doch gar nicht Möglich oder?

Stimmt ( siehe oben ).

Hat der GV das Recht, den eigentlichen Schuldner anzuzeigen?

Der Gerichtsvollzieher kann wie jeder andere Bürger auch eine Strafanzeige erstatten. Ob er dies tut, bleibt ihm überlassen. Rechtlich verpflichtet ist er jedoch nicht dazu.



Mir wurde die Geschichte so erzählt aber ich mag das nicht glauben.

Ich mag das auch nicht glauben .....


Man kann doch nicht einfach einen Titel so mir nichts dir nichts umschreiben oder?

Nein ( siehe oben ).

LG, Mel


Versandhauscrack

Mel
28.09.2004, 07:22
"Nein, und zwar aus folgendem Grund : Der Gerichtsvollzieher vollzieht nur vollstreckbare Entscheidungen der Gerichte, er macht sie nicht. die Umschreibung eines Titels - also die Änderung der Parteienrechtsverhältnisses - kann nur vom Richter entschieden werden."

Erstmal vielen Dank für Deine Antwort. Das heisst also jetzt im Klartext das man mir sch*** erzählt hat. Super!! Mir kam die Story sowieso ein wenig komisch vor. Man versucht jemandem zu helfen und dann sowas. Man hat selbst genug um die Ohren, versucht trotzdem jemandem zu helfen und wird noch so dreist angelogen. Klasse :-((. Dann werde ich jetzt wohl mal mit einer gewissen Person ein paar Takte zu reden haben ;-))
LG, Mel