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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zustimmungsersetzung



Angrosch
25.08.2005, 10:39
Moin!
von 5 Gläubigern haben 4 zugestimmt, der letzte hat mit ca. 250 € sagenhafte 4,61% Quote.
Eigentlich bietet sich eine Zustimmungsersetzung an (allein, um es mal gemacht zu haben :D ).

Lohnt sich der Aufwand, oder sind die (warscheinliche) anfallenden Gerichtskosten nicht ohnehin in ähnlicher Größenordnung?
Und wie lange dauert so etwas i.d.R.?

mfg aus Oldenburg

Günne
25.08.2005, 13:12
Hallo Angrosch,

bei uns fordert das Gericht einen Verfahrenskostenvorschuss von ungefähr 200,-- € bei dieser Gläubigerzahl.
Dauern braucht das gerichtliche Schuldenbereinigungsplanverfahren dann (mit allen Widerspruchsfristen und sofern keine Nachbesserung zu machen ist) rund drei Monate.
Am Rande: solltest Du im AEV Gleichbehandlung zugesagt haben, könnte sich die Komplettzahlung des kleinen Gl. evtl. als schwierig erweisen.
Ich habe bei den Zustimmungsersetzuungen und gerichtlichen Plänen immer Bedenken, ob nach Laufzeitende die Gl. dann wirklich die Titel rausrücken und nicht noch "in den Krümeln" suchen. Ein gepflegtes (Nullplan-)Verfahren ist mir da sympathischer. Aktuell laufen hier aber gott sei dank nur ca. 3-5 gerichtl. Pläne)

Gruß Günne

Klaus
25.08.2005, 15:59
Man sollte es ab und zu tun, weil es auch dem zukünftigem Gläubigerverhalten dient: "Bestrafe einen und erziehe Hundert" (Mao-Tse-Tung).

Olaf K
26.08.2005, 07:34
Hallo,
ich habe in solchen Fällen meist erfolgreich mit dem widersprechenden Gläubiger nachverhandeln können. Meist reicht die Information aus, dass alle anderen zugestimmt haben und notfalls die Zustimmungsersetzung beantragt werden könnte.
Die Gerichtskosten dürften m.E. noch unter EUR 200,- liegen, wobei unser Gericht auch problemlos Stundungen bis Ablauf der Planlaufzeit bewilligt.
Meiner Erfahrung nach dauert das Schuldenbereinigungsplanverfahren mit Zustimmungsersetzung jedoch mehrere Monate, was man unbedingt bei der Festlegung des Beginns der Planlaufzeit berücksichtigen sollte.

Masta
26.08.2005, 15:37
Hallo Angrosch,

wir haben hier sehr viele erfolgreiche Zustimmungsersetzungsverfahren, die unseren Klientinnen und Klienten im Verhältnis zu einem eröffneten Insolvenzverfahren fast nur Vorteile bringen.

Ein Schuldenbereinigungsplanverfahren kostet eine halbe Gerichtsgebühr nach GKG. Das Zustimmungsersetzungsverfahren kostet als Teil des Schuldenbereinigungsplanverfahrens nichts extra.

Wenn ein Schuldenbereinigungsplanverfahren 200 Euro kostet, müsste nach GKG ein Vergleichsbetrag von 40.000 Euro angeboten werden. Und wenn ich einen Vergleichsbetrag von 40.000 Euro anbieten, kann ich auch noch 200 Euro zusätzlich aufbringen.

Was kann einem Schuldner eigentlich besseres passieren, als – wenn er außergerichtlich schon nicht zum Zuge kommt – einen (realistischen) Plan im Zustimmungsersetzungsverfahren durchzubekommen. Wenn dieser klar geregelt ist, kann auch keiner mehr in den Krümeln suchen.

Was soll denn an einem „gepflegten Nullplan“, der hohe Verfahrenskosten und vor allem Obliegenheitspflichten mit sich bringt, besser sein?,

fragt sich Masta und wünscht allen ein schönes Wochenende (gehabt zu haben)

Nicolas
27.08.2005, 11:16
Auch ich kann einer Planvariante viel abgewinnen. Und wir sollten den Gläubigern nicht immer viel schlechtes nachsagen, in den bei mir begleiteten Fällen interessieren sich die Gl. fast nie mehr für den Fall.

Gruß.Nicolas

Angrosch
29.08.2005, 08:47
Nach Rücksprache mit Klient habe ich natürlich nachverhandelt.
Mit Hinweis auf Zustimmung der verbleibenden Gläubiger und dem Hinweis auf die mögliche Zustimmungsersetzung ...
Bin mal gespannt.

Dirk HO
30.08.2005, 06:20
Hallo Angrosch,

ja, mach ich in solchen Fällen auch erstmal genauso. Relativ oft stimmt der vorher ablehnende dann doch zu.

Ansonsten bereitet auch mir ein gut geplantes gerichtliches SBP-Verfahren noch richtig Freude. ...vor allem so ein Ersetzungsverfahren bei nem absolut wasserdichten Bereinigungsplan...

Meine Erfahrung ist auch, dass sich sehr oft einzelne vorher ablehnende Gläubiger dann gar nicht äußern und noch nicht einmal die Ersetzung notwendig wird (mir scheint´s da, dass so mancher Gläubiger erst den Beweis braucht, dass das GSBP-Verfahren tatsächlich eingeleitet wurde).

Ansonsten stundet unser Gericht hier auch die Kosten für den SBP bis zu dessen Zustandekommen.

Viel Spaß noch beim Pläne basteln,

Dirk

orlando
31.08.2005, 22:28
Hallo Angrosch,
auf jeden fall den gerichtlichen SBP durchziehen; die gerichtskosten sind bei 5 gläubigern eine "lachnummer".
mfg
orlando

Angrosch
01.09.2005, 08:02
Der letzte Gläubiger hat jetzt doch zugestimmt. :)
Eure Antworten archiviere ich für das nächste mal ...

mfg aus oldenburg