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Exberliner
09.07.2014, 20:06
Eine Person geht in Insolvenz.

Sie hatte mit Ihrem Exmann einen Kredit aufgenommen.
Bei diesem Kredit unterschrieb sie als Ehefrau als zweite Kreditnehmerin.

Dann kam die Scheidung. Exmann verlangt die Hälfte der Raten von Ihr.

Sie geht in die Insolvenz und meldet sowohl die Bank als auch den Ex als Gkäubiger an.

Ex behauptet nun, dass er nach der Insolvenz weiterhin die hälftigen Raten von ihr fordern und notfalls pfänden wird.

Welche Meinung habt ihr zu seiner Drohung?

Gruß
Exberliner

Ingo
09.07.2014, 20:18
Hi,
diese Drohung zeugt von Unkenntnis der InsO.

Gruß
Ingo

Exberliner
09.07.2014, 20:26
Der Meinung bin ich auch.
Die Bank bekommt noch Ihr Geld vom Exmann.
Die Bank hat nicht zur Tabelle gemeldet.

Der Ex und sein Anwalt sind eben anderer Meinung.
Nach meinem Empfinden seine Drohung ein Fall von nicht fälligen Forderungen die bei Eröffnung fällig gestellt werden.

Ingo
09.07.2014, 21:00
Hi,
nicht ganz - Ausgleichsansprüche eines Gesamtschuldners entstehen mit Übernahme der Mithaftung und sind nur aufschiebend bedingt, daher Insolvenzforderungen und schon vor einer Zahlung an den Gläubiger materiell-rechtlich eine Insolvenzforderung.

Lies mal § 301 InsO. Und auch § 44 InsO könnte interessant werden...

Gruß
Ingo

Exberliner
09.07.2014, 21:19
§ 44 InsO ist auf jeden Fall interessant weil die Bank nicht angemeldet hat. Also hätte der Gesamtschuldner (Exgatte) seine Forderung gegen die Exgattin anmelden können.

Nach § 301 InsO dürfte er das komplette Nachsehen haben.

Allerdings steht er auf dem Standpunkt dass mit jeder Rate die er nach Insolvenzeröffnung zahlt eine Neuschuld entsteht. Und die will er nach Erteilung der RSB von ihr beitreiben.

Ingo
09.07.2014, 21:32
Hi,
ich vermute mal, dass es sich um einen RA handelt, der sich mit Familienrecht beschäftigt und zur InsO nur ein paar unzutreffende Infos gegoogelt hat. Vielleicht hat er in 6 Jahren dazugelernt...

Gruß
Ingo