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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachlassinsolvenz? Wie gehts nun weiter?



VincentVega
01.06.2014, 20:22
Hallo Foren-Gemeinde,

ich hoffe, ich bin nun in einem Forum angelangt, in dem man mir hoffentlich weiterhelfen kann. Gerne hätte ich mir schon längst professionelle Hilfe geholt, jedoch waren die Beratungsstellen mit meiner Situation hoffnungslos überfordert, Anwälte wollten sich meiner nicht annehmen oder wenn dann, durfte ich (aufgrund eines Beratungshilfescheins) keine großartige Beratung erwarten.

Ich habe vor einiger Zeit einen, wie sich leider erst später, nach dem die Ausschlagungsfrist abgelaufen war, hat sich herausgestellt, dass dieser hoffnungslos überschuldet war/ist.

So habe ich dann, ohne Beratung auf gut Glück, den Antrag auf Nachlassinsolvenz gestellt, ohne jedoch das Formular vollständig auszufüllen. Da ich ohne Beratung oder Hilfe doch ein wenig überfordert war mit diesem, habe ich die Abgabefrist verstreichen lassen. Zu meiner eigenen Überrraschung hat das zuständige Gericht dann einen Gutachter bestellt, der mir wenigstens einige Fragen beantwortet hat.

Nun ist nach dem einmaligen Termin, bei ich ihm die gewünschten Unterlagen zu verfügung gestellt habe, der Kontakt nahezu abgebrochen. Mail werden nicht beantwortet, ich werde seit Wochen mit Rückrufen vertröstet.

Wie gehts nun eigentlich weiter?
Nehmen wir an, die Nachlassinsolvenz wird erwartungsgemäß mangels Masse abgelehnt... dann erhalte ich darüber einen Beschluss vom Gericht... aber was passiert dann weiter?

Schicke ich dann den Gläubigern eine Kopie des Beschlusses? Oder wie läuft es dann weiter ab?

Ich danke euch vorab schon mal recht herzlich.

INTI
02.06.2014, 07:03
Ich würde Dir raten, dass Du das Gutachten bei Gericht einsiehst, dann hast Du Klarheit.

Sollte das Verfahren z. B. mangels Masse nicht eröffnet werden, dann hast Du die sogenannte Dürftigkeitseinrede nach § 1990 BGB, heisst, dass Du die Befriedigung der Nachlassgläubiger verweigern kannst.

VincentVega
04.06.2014, 22:12
Danke für die Antwort... aber das Gutachten ist wohl noch nicht bei Gericht eingegangen...

Da die anderen Fragen offen blieben, schätze ich, dass niemand sich dazu äußern will (besonders wie der Ablauf, der Einrede der Dürftigkeit funktioniert).

Werden eigentlich nur die Restforderungen abgeschmettert oder kann man bereits bezahltes Geld zurückfodern?

Dirk HO
05.06.2014, 14:51
Sinn des Gutachtens (und des vorherigen Fragebogens an Dich) ist es, rauszufinden, ob ihm Nachlass genug Masse da ist um die Verfahrenskosten zu decken, ansonsten erfolgt die Ablehnung "mangels Masse".

Den Beschluss über die Ablehnung der Inso Eröffnung schickst Du in Kopie zusammen mit dem Satz "Ich erhebe die Dürftigkeitseinrede gem. § 1990 BGB" an alle Gläubiger und bittest um entsprechende Bestätigung der Erledigung etc.

Falls es noch weitere Erben gibt, sollten die dies wohl auch tun.

Haften tut allerdings weiter der Nachlass und evtl. bist Du schadenersatzpflichtig, falls etwas aus dem Nachlass entnommen wurde, was jetzt zur Schuldentilgung genutzt werden könnte - z.B. wenn ein Auto da war und Du das für 5000,- verkauft und das Geld ausgegeben hast o.ä.

Bereits gezahlte Gelder zurück...geht glaub ich nicht ?!

Gruß,

Dirk