PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Private Krankenzusatzversicherung und Insolvenz



Die_Johanna
01.04.2014, 19:43
Hallo,

Fragen zu einer demnächst beginnenden Verbraucherinsolvenz bei einem Bekannten: Soweit ich informiert bin, verbleibt der pfändungsfreie Betrag vom Nettogehalt, im konkreten Fall ist es eine Beamtenpension (ja, auch das gibt es ...).
1. Frage: Ist das korrekt?
Falls ja, ginge ja vom Gehalt/Pension Krankenversicherung und Steuer ab, vom restlichen Netto verbleibt dann der pfändungsfreie Betrag, der Rest geht an die Gläubiger.
2. Frage: Liege ich noch immer richtig?
Nun wird es konkret: die (private) Krankenversicherung hat ja einen Basisschutz, aber auch "Luxus"-Anteile wie 1-Bett-Zimmer o.Ä. Zusätzlich gibt es hier eine Pflegetagegeld-Versicherung. Diese ist natürlich nicht lebensnotwendig. Allerdings schützt sie vor Armut im Alter, zumindest als Pflegefall.
3. Frage: Weiß jemand, welche Beiträge zur PKV da angerechnet werden? Wie wird z.B. mit den Luxus-Anteilen und den Zusatzversicherungen verfahren?

Herzlichen Dank für Antworten.

Grüße

Die_Johanna

Olaf K
03.04.2014, 17:04
Hallo,

1. ja
2. ja (mit Einschränkung von 3.)
3. Man wird nicht beliebig hohe Beiträge für diese ganzen Wahlleistungen berücksichtigt bekommen. Das Landgericht Stuttgart hat für so einem Fall entschieden, dass der Höchtsbeitragssatz der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung die Grenze ist (LG Stuttgart, 19 T 353/11, Beschluss vom 10. Mai 2012). Den "Luxus" müsste man also aus dem pfändungsfreien Einkommensteil zahlen oder sich vom Luxus verabschieden.

Gruß, Olaf

Die_Johanna
08.04.2014, 17:35
Hallo Olaf,

vielen Dank für das Urteil. Das auf den Fall übertragen wäre prima, da liegt er lange drunter - als Beihilfe-Empfänger zahlt er ca. 160 Euro/Monat. Prima.

Grüße

Die_Johanna