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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterhaltsberechtigtes Kind - aber kein Titel vorhanden



neuanfang2020
01.04.2014, 14:14
Ich habe aus einer kurzen Affäre ein Kind, welches bei der Kindesmutter lebt.

Mehrere Jahre hat die Kindesmutter Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt bezogen. Da ich offiziell ungelernt bin und monatlich auch immer weniger als den Selbstbehalt erwirtschaftet habe, soll laut Jugendamt keine Erstattungspflicht bestehen (ansonsten würde ich eine Forderung des Jugendamts natürlich mit in die Insolvenz nehmen).

Was aber den laufenden Unterhaltsanspruch des Kindes angeht, hat die Kindesmutter nie einen Unterhaltstitel gegen mich erwirkt. Sie ist mittlerweile mit einem anderen Mann verheiratet, der das Kind freiwillig mit unterstützt und auch seit der Geburt bereits zu 100% die Vaterrolle ausgeübt hat. Ab und zu gebe ich nach meinen Möglichkeiten auch Geld für größere Anschaffungen dazu.

Sollte die Kindesmutter vor meiner Insolvenz trotzdem einen Titel erwirken oder wie ist die Unterhaltspflicht ansonsten nachzuweisen? Es muss im Formular ja ein konkreter Euro-Betrag angegeben werden....

Oder kann man in meinem Fall einfach den Mindestbetrag nach Düsseldorfer Tabelle eintragen?

anja39
01.04.2014, 20:04
Wenn die Mutter bislang keinen Unterhalt beansprucht hat (ich nehme an, so ist es), dann gibt's auch nichts diesbezügliches im Inso-Antrag anzugeben.

neuanfang2020
01.04.2014, 20:44
OK, aber das Kind, vertreten durch die Kindesmutter, könnte ja auf die Idee kommen, während des laufenden Insolvenzverfahrens plötzlich Ansprüche anzumelden. Was passiert dann?

Könnte ich nicht selbst irgendwie einen Unterhaltstitel "erzeugen" (freiwillige Verpflichtung vor einem Notar oder ähnliches)?

Es geht mir auch darum, für den Fall einer halbwegs erfolgreichen Berufstätigkeit während meiner Wohlverhaltensperiode lieber meinem Kind Geld zufließen zu lassen als den anderen Gläubigern (z.B. Finanzamt und Krankenkasse mit ihren Fantasieforderungen).

joshua64
01.04.2014, 20:56
Dann musst du auch zahlen. Für mich sieht es eher so aus,als ob du deine unterhaltspflichtigen erhöhen willst,um mehr netto zu haben,was nicht abgeführt wird.

neuanfang2020
01.04.2014, 21:07
Wird der Unterhalt denn gar nicht über den Treuhänder an die das Kind vertretende Kindesmutter abgeführt? Also das Kind ist doch auch ein Gläubiger, der eben nur bevorzugt bedient wird?

joshua64
01.04.2014, 21:20
Wenn es eine titulierte Summe X an Unterhaltsschulden geben würde,musste die Kindsmutter es zur Insolvenztabelle melden. Sie würde nach Quote aus der Masse wie jeder andere Gläubiger bedient. Alle Unterhaltsschulden nach Insolvenzerõffnung wären Neuschulden und nicht von der RSB erfasst. Die Kindsmutter könnte in deinen Vorrechtsbereich pfänden lassen.

neuanfang2020
02.04.2014, 15:17
Habe ich es richtig verstanden, dass der Treuhänder etwaigen laufenden Unterhalt nicht weiterleitet, sondern die Zahlung direkt zwischen Unterhaltsschuldner und Unterhaltsgläubiger zu erfolgen hat, wozu dann auch der Freibetrag heraufgesetzt wird? Und falls nicht freiwillig gezahlt wird, kann die Kindesmutter unabhängig vom Treuhänder die Zwangsvollstreckung betreiben?

Und noch eine Frage: Sollte das Kind nicht vorsorglich trotzdem im Antrag erwähnt werden, auch wenn zur Zeit noch keine konkret bezifferten Unterhaltsansprüche angemeldet wurden? Der Unterhaltsanspruch besteht ja zwischen Eltern und Kindern dem Grunde nach gemäß BGB, auch wenn kein Titel existiert.

anja39
02.04.2014, 18:57
Vielleicht lässt Du einfach mal Deine Inso aus dem Kopf, und formulierst dann mal Deine Vorstellungen, wie Du den gerechtfertigten Unterhaltsanspruch des Kindes (in Zukunft) befriedigen möchtest.