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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zum Schlusstermin im Insolvenzverfahren Erbitte Hilfe



Funle12
26.03.2014, 10:02
Hallo @ all ,

befinde mich seid Juli 2013 in der Privatinsolvenz . Bis jetzt hatten sich nur 2 kleine Gläubiger von mir eingetragen mit denen ich ein Vergleich schliessen konnte . Somit haben sie sich aus meiner Tabelle raus schreiben lassen und im moment ist diese lehr .
Mir wurde gesagt das alle anderen Gläubiger noch bis zum Schlusstermin 22.4.2014 anmelden können nun habe ich hier gelesen das es eine Frist dafür gibt :

Mit der öffentlichen Bekanntmachung des Schlusstermins beginnt nun endlich eine Frist von 17 Tagen ab dem Datum der Veröffentlichung zu laufen, innerhalb derer ein Insolvenzgläubiger noch wirksam seine Forderung anmelden kann. Sofern es dazu kommt ( in der Praxis eher selten ), muss das Verteilungsverzeichnis ( welches auch die Quoten für die Phase der Restschuldbefreiung festlegt ) nochmals geändert werden und es gibt dann entweder kurz vor dem Schlusstermin noch einen weiteren besonderen Prüfungstermin oder ( dazu tendiert die Praxis ) der Schlusstermin wird verschoben.

Ist diese Frist von 17 Tagen abgelaufen, können zwar immer noch ( bis zum Ende des Schlusstermins ) Insolvenzforderungen angemeldet werden, diese werden aber weder geprüft noch festgestellt und nehmen weder im Insolvenzverfahren noch in der Wohlverhaltensperiode an der Verteilung teil. Der Gläubiger erhält also nichts und nach dem Ende der Wohlverhaltensperiode auch keinen Auszug aus der Insolvenztabelle, da eine Feststellung eben nicht erfolgt ist.


Verstehe ich das richtig das die Anmeldungen nach der 17 Tages Frist nicht mehr in meine Insolvenztabelle eingeschrieben werden können ?
Hoffe das ihr mir weiterhelfen könnt und meine Frage beantworten .
Schonmal vielen Dank für eure Hilfe .

Gruss Susanne

Klaus
26.03.2014, 10:20
Ehrlich gesagt, habe ich von einer 17 tagesfrist noch nie was gehört (das will aber nicht unbedingt heißen,dass es sie nicht gibt).
Von wem hast du de Info?
Ansonsten ist der Ablauf schon richtig dargestellt.

Funle12
26.03.2014, 10:25
Hallo Klaus

Das mit der Frist habe ich hier gefunden : http://alt.f-sb.de/service_ratgeber/veroeff/_inso/v0041.htm

Und ganz unten auf der Seite ist ein Link der auf diese Forum verweist .

Gruss Susanne

INTI
26.03.2014, 10:51
Es handelt sich hierbei um die Frist des § 188, 189 InsO (14 Tage) in Verbindung mit der Veröffentlichungsfrist des § 9 InsO (Nach Ablauf von 2 Tagen).

Forderungen, die nach Ablauf dieser Frist bis einschliesslich zum Schlusstermin angemeldet werden, werden zwar in der Insolvenztabelle aufgenommen, aber nicht mehr in das Schlussverzeichnis. Ausschlaggebend für eine vorzeitige Erteilung der RSB ist aber, dass die Gläubiger befriedigt werden, die im Schlussverzeichnis stehen.

Bei vollständiger Verwirrung bitte nochmals nachfragen. :-)))

Funle12
26.03.2014, 11:21
Hallo Inti ,

danke für die erklärung aber daraus werde ich nicht wirklich schlau . Warum ich das wissen möchte ist folgendes : Mir wurde gesagt wenn jetzt kein Gläubiger sich mehr einträgt bis zum 22.4.2014 dann würde mein Verfahren vom Gericht geschlossen werden da keine Gläubiger in der Tabelle mehr stehen .
Sobald ich die Gerichtskosten beglichen habe bekomme ich die RSB . Deshalb wollte ich wissen wenn jetzt noch ein Gläubiger anmeldet ob dieser dann noch in meine Tabelle kommt wenn ja kann diese dann ja nicht geschlossen werden .
Insgesammt habe ich bei Eröffnung 13 Gläubiger angegeben aber nur 2 haben sich einschreiben lassen und mit diesen habe ich mich verglichen und sie haben sich wieder aus meiner Tabelle herausnehmen lassen so das meine Tabelle im Moment ohne Gläubiger ist .

Es wundert mich sowiso das von allen anderen nichts mehr zu hören ist denn diese haben wirklich bis kurz vor der Eröffnung unglaublichen Druck auf mich ausgeübt . Seiler und Kollegen , Haas und Kollegen , Hfg ,Lindorff Deutschland u.sw

Gruss Susanne

P.S. der Beschluss vom Schlusstermin bekam ich am 23.2.2014

FinLaure
26.03.2014, 11:25
Deshalb wollte ich wissen wenn jetzt noch ein Gläubiger anmeldet ob dieser dann noch in meine Tabelle kommt

Sicher, denn Dein Schlusstermin ist ja erst am 22.04. Bis dahin hat der Gläubiger noch Zeit. Bei mir hat ein Gläubiger (Finanzamt) ein paar Tage vorm Schlusstermin gemeldet, was zur Verlegung des Schlusstermins geführt hat, weil erneut geprüft werden musste. Lästig, hat aber offenbar Methode.

Klaus
26.03.2014, 12:00
@Fuble12
@inti

Danke für die Quelle und inti-info.
Wenn sich die Gläubiger bis Schlusstermin nicht melden, ist wirklich vorzeitig Schluss für Dein VIV - unter der Voraussetzung bezahlter Gerichts- und Treuhänderkosten.
Für unsere Beratungstelle ist die Zeit nach dem ersten Kontakt mit dem Treuhänder bislang mehr oder weniger terra incognita. Bis dahin haben wir die Klienten immer begleitet. Wir haben jetzt erst vor kurzem entschieden, dass wir unsere Insolvenzfälle zukünftig systematisch begleiten bis zum Schlusstermin, um die Möglichkeiten des Insolvenzplans ab 1.7.14 besser einschätzen zu können.
Wobei sich für uns die Frage ergibt, wie wir a. ohne formelle Verfahrensvertretung und b. ohne ausschießlichen Verlass auf löchrige Klientengedächtnisse an die Termine rankommen.
Gibt es eine inti-idee?

INTI
26.03.2014, 12:34
Fuble, Du musst Insolvenztabelle und Schlussverzeichnis unterscheiden!!!

Claus Triebiger
27.03.2014, 08:26
Hallo,
ich denke die Frage, die die Teilnehmerin hat ist die, ob sie, auch wenn sich nun noch ein Gläubiger nach Ablauf der Frist mit einer Forderungsanmeldung beim Treuhänder melden sollte, trotzdem den Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung (nach Berichtigung der Gerichts und Treuhändergebühren) stellen kann. Insofern ist die Frage nach Tabelle oder Verzeichnis eine juristisch-akademische für einen Laien. Bislang war mein Wissensstand der, dass das nicht möglich ist. Gut, ein Rechtspfleger am AG sieht das anders. Insofern würde ich raten nun abzuwarten und entsprechende Anträge zu stellen und das gerichtlich klären zu lassen, wenn es so weit ist.
In der Praxis unserer Beratungsstelle hat diese 14Tage-Frist noch keine Rolle gespielt. Ich würde aber raten nach Berichtigung der Kosten den Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung zu stellen, auch wenn sich jetzt, nach Ablauf der Frist, noch ein Gläubiger melden sollte. Da Sie und ich den Rechtspfleger kennen, kann man ihn dann auch auf seine Rechtsmeinung, die er Ihnen gegenüber jetzt vertritt, ansprechen.
Ich halte es für strategisch auch nicht so schlau hier in aller breiten Öffentlichkeit Gläubiger zu nennen, die nicht angemeldet haben. Die Nichtanmeldung kann unterschiedlichste Gründe haben. Sie sollten nicht unbedingt Gläubiger daran erinnern, dass sie möglicherweise ein Versäumnis begangen haben.
Hier liest schließlich Hinz und Kunz eifrig mit.
Grüße
CT

INTI
27.03.2014, 08:35
Bislang war mein Wissensstand der, dass das nicht möglich ist.

Dann sollte sich auch ein Schuldnerberater mal die Mühe machen und diese Lücke schliessen.

Claus Triebiger
28.03.2014, 12:33
Hallo Inti,
wieso, ich hab schon den Mut zur Lücke und außerdem gibt es doch Dich!!

Klaus
28.03.2014, 13:09
Wir haben jetzt erst vor kurzem entschieden, dass wir unsere Insolvenzfälle zukünftig systematisch begleiten bis zum Schlusstermin, um die Möglichkeiten des Insolvenzplans ab 1.7.14 besser einschätzen zu können.
Wobei sich für uns die Frage ergibt, wie wir a. ohne formelle Verfahrensvertretung und b. ohne ausschießlichen Verlass auf löchrige Klientengedächtnisse an die Termine rankommen.
Gibt es eine inti-idee?

Hallo Claus, leider gibt es keine Inti-Idee dazu, aber vielleicht hast Du eine? Auch, um Dich mal ins Vorhandspiel zu bringen.
Gruss Klaus

P.S. ein Hinweis auf "Insolvenzbekanntmachungen.de" wird als Antwort nicht gewertet.

Claus Triebiger
29.03.2014, 11:43
Moin Klaus,
wir haben bislang bei einigen Gerichten keine Vertretungsvollmacht, sondern eine Zustellungsvollmacht vorgelegt.
Wir sind damit kein Vertreter im ZPO-Sinne, sondern empfangen lediglich Schriftstücke und Beschlüsse. Diese leiten wir dann an die Ratsuchenden weiter und können in nichtjuristischer Sprache dann erläutern, was das Gericht gerne haben oder wissen möchte bzw was der Stand des Verfahrens ist.
So bekommen wir nebenbei auch immer den Gesamt-Verfahrensstand mit, bekommen auch mit, wenn etwas nicht rund läuft und können intervenieren.
Was es halt für uns erfordert ist die Führung von Wiedervorlagen, also bürokratischer Aufwand.
Grüße
CT

Klaus
29.03.2014, 15:02
Was es halt für uns erfordert ist die Führung von Wiedervorlagen, also bürokratischer Aufwand.

Kein Problem, darin sind wir ja als Schuldnerberater/-innen groß.
Danke für den heißen Tip. Das heißt aber auch, das alle Schriftstücke an uns gehen, und die Schuldner vom Gericht nicht mehr angeschrieben werden. Oder?
Gruss
Klaus