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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elterngeld für Vater in WVP erlaubt?



RoteZora
19.03.2014, 20:06
Ich habe folgende Frage:

Kann der Vater trotz laufender WVP sich die ihm zustehenden 2 Monate Elternzeit nehmen wenn die Mutter ein Kind bekommt?

Bsp. Er verdient sonst 2000€ und ist ja demnach Pfändbar. In den 2 Monaten Elternzeit bekommt er dann nur 1300€ und ist nicht pfändbar. Danach geht er normal weiter arbeiten.
Gibt es da evtl Probleme mit dem Treuhänder.

Bei Frauen ist mir das klar, dass es da keine Probleme gibt mit Kind und Elternzeit aber der Mann könnte ja theoretisch trotz des Kindes weiter arbeiten.

Gibt es da Erfahrungen?

Klaus
20.03.2014, 16:14
Ich habe mit der Frage zwar keine Erfahrungen aus dem Beratungsalltag, kann mir aber schlechterdings nicht vorstellen, dass § 295 InsO ausschließt, die Rechte aus dem Bundeselternzeitgesetz in Anspruch zu nehmen. Schließlich gilt das Grundgesetz, mit dem besonderen Schutz von Ehe und Familie. "Die Elternzeit ist ein Anspruch des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin gegenüber dem Arbeitgeber. Während der Elternzeit ruhen die Hauptpflichten des Arbeitsverhältnisses. Das Arbeitsverhältnis bleibt aber bestehen und nach Ablauf der Elternzeit besteht ein Anspruch auf Rückkehr zur früheren Arbeitszeit." (aus der Broschüre des BM). Wenn die Entschung zu Problemen mit dem IV führen sollte, wäre es sicher eine wichtige gerichtliche Klärung wert.

RoteZora
22.03.2014, 07:36
Ja das klingt schon irgendwie plausibel. Es ist ja was anderes wenn der Mann wegen Nachwuchs 2 Monate Elterngeld bezieht als wenn er mal freiwillig 2 Monate Teilzeit arbeitet und dann deswegen nix pfändbar ist.

Hat noch jemand damit Erfahrungen?

jsww
23.03.2014, 10:54
Was spricht den Gegen einen kurzen Anruf beim TH?

RoteZora
23.03.2014, 17:44
Es war nur eine generelle Frage. Nichts akutes. Ich dachte es weiß jemand Bescheid.

anja39
23.03.2014, 21:20
Naja, wenn's um eine generelle Frage geht, und dem Kindsvater in der Tat wegen Insolvenz die Möglichkeit einer Inanspruchnahme der Elternzeit verwehrt würde, dann müsste wohl ein männlicher Alice Schwartzer hier mittels tausend Transparenten und Talk-Show-Auftritten dieser Ungleichbehandlung den Kampf ansagen.

INTI
24.03.2014, 10:39
Ich hab leider nur eine Fundstelle aus dem Frankfurter Kommentar:

"Für die Elternzeit ist eine Einzelfallabwägung erforderlich, in welche etwa die Betreuungsmöglichkeiten des Kindes, die Übernahmemöglichkeit durch den Partner unter Berücksichtigung der Auswirkung auf das Familieneinkommen sowie die Dauer der Elternzeit einzubeziehen sind."

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es hier Schwierigkeiten geben könnte.