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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aufklärung zur verkürzten Insolvenz



DieTante
02.03.2014, 20:29
Hallöchen,

ein Gläubiger von mir hat auf einen ganzen Batzen Geld verzichtet, was meine Schuldensumme in einen Bereich sinken lässt, wo ich vielleicht diese verkürzte Insolvenz in Anspruch nehmen könnte. Meine Wohlverhaltensphase hat im November 2013 begonnen. Da meine Schuldnerberatung allerdings viel zu tun hat, dachte ich mir, vielleicht könnt ihr ja die ein oder andere Frage dazu beantworten.

Ist es Richtig, dass ich 35% meiner Schuldensumme + Gerichtskosten bezahlen muss?
Kann ich die Gerichtskosten vorab unverbindlich beim AG anfragen? (Weiß jemand, wie hoch diese so ungefähr für das Verfahren sind - um einfach mal eine Hausnummer dafür zu bekommen?)
Wie verhält sich es genau, muss ich die 35% sofort bezahlen oder innerhalb von 3 Jahren? (Hatte ich zumindestens einmal so gelesen).
Geht die Zahlung an meinen Treuhänder oder ans AG?

Und zu guter letzt:
Ich bin meine eigene Chefin :D, also stelle ich seit Dezember meinen TH so, als wäre ich in einem Angstelltenverhältnis. Wenn ich diese Summe hochrechne auf die nächsten 3 Jahre, brauch ich nur noch ein paar Euros darauf zu legen und hätte diese 35% Summe auch erreicht. Gilt dies dann auch als Verkürzung?


Muss ich das dann dem Gericht einfach mitteilen und sagen: HALLO LIEBES AG, DIE SUMME VON 35% HABE ICH AN MEINEN TH GEZAHLT, BITTE VERKÜRZE DAS VERFAHREN? oder läuft dies ganz anders ab?

Danke für die Beantwortung im voraus :D

Exberliner
02.03.2014, 20:46
Hallöchen,

ein Gläubiger von mir hat auf einen ganzen Batzen Geld verzichtet, was meine Schuldensumme in einen Bereich sinken lässt, wo ich vielleicht diese verkürzte Insolvenz in Anspruch nehmen könnte. Meine Wohlverhaltensphase hat im November 2013 begonnen. Da meine Schuldnerberatung allerdings viel zu tun hat, dachte ich mir, vielleicht könnt ihr ja die ein oder andere Frage dazu beantworten.

Da Du Dich bereits im Verfahren befindest gilt für Dich das derzeitige Insolvenzrecht nicht. Du kannst das Verfahren nur abkürzen in dem Du alle angemeldeten Schulden zu 100 % begleichst zzgl. Gerichtskosten und Kosten für den TH. Dann kannst Du Antrag auf vorzeitige Erteilung der RSB stellen.

Ist es Richtig, dass ich 35% meiner Schuldensumme + Gerichtskosten bezahlen muss?
Kann ich die Gerichtskosten vorab unverbindlich beim AG anfragen? (Weiß jemand, wie hoch diese so ungefähr für das Verfahren sind - um einfach mal eine Hausnummer dafür zu bekommen?)
Wie verhält sich es genau, muss ich die 35% sofort bezahlen oder innerhalb von 3 Jahren? (Hatte ich zumindestens einmal so gelesen).
Geht die Zahlung an meinen Treuhänder oder ans AG?

Wie gesagt, die 35% - Regelung ist in laufenden Verfahren nicht anwendbar, da kein geltendes Recht. Das neue Recht gilt für erst für Verfahren die ab dem 01.07.2014 eröffnet werden.

Und zu guter letzt:
Ich bin meine eigene Chefin :D, also stelle ich seit Dezember meinen TH so, als wäre ich in einem Angstelltenverhältnis. Wenn ich diese Summe hochrechne auf die nächsten 3 Jahre, brauch ich nur noch ein paar Euros darauf zu legen und hätte diese 35% Summe auch erreicht. Gilt dies dann auch als Verkürzung?

s.o.


Muss ich das dann dem Gericht einfach mitteilen und sagen: HALLO LIEBES AG, DIE SUMME VON 35% HABE ICH AN MEINEN TH GEZAHLT, BITTE VERKÜRZE DAS VERFAHREN? oder läuft dies ganz anders ab?

Siehe erste Antwort.

Danke für die Beantwortung im voraus :D

Gruß
Exberliner

INTI
05.03.2014, 11:19
Es müssen nicht die Forderung befriedigt werden, die angemeldet worden sind, sondern die Forderungen, die als festgestellt im Schlussverzeichnis stehen.

Also Schlussverzeichnis anfordern und dann sehen, ob man diese Summe berichtigen kann. Da die Vergütung und die Gerichtskosten aus der Insolvenzmasse berechnet werden, muss Du Dich bei Deinem Gericht erkundigen.

Zur Info:

Das neue Recht gilt nicht für Verfahren, die ab dem 01.07.2014 eröffnet werden, sondern richtigerweise ab dem 01.07.2014 beantragt werden.