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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Forderung vom Gläubiger nicht angenmeldet im Verfahren



jsww
24.02.2014, 11:01
Hallo

Was passiert eigentlich wenn ein Gläubiger seine Forderung im Verfahren nicht anmeldet?
Das kommt ja offensichtlich vor.

Wie lange kann er noch nachmelden?
Ich frage das auch wg. der 35% Quote im neuen Verfahren.

Wenn ein Gläubiger nicht die Höhe angibt, erlange ich dann trotzdem eine RBS für die Forderung?

Gruss

Klaus
24.02.2014, 12:23
Hallo

Was passiert eigentlich wenn ein Gläubiger seine Forderung im Verfahren nicht anmeldet?
Das kommt ja offensichtlich vor.

Wie lange kann er noch nachmelden?
Bei einer nachträglichen Anmeldung (§ 177 Inso) im Prinzip bis zum Schlusstermin.


Wenn ein Gläubiger nicht die Höhe angibt, erlange ich dann trotzdem eine RBS für die Forderung?


Die Forderung muss beziffert sein, sonst kann sie nicht in die Verteilungstabelle aufgenommen werden. Ohne bezifferte Forderung (sie kann auch "falsch" sein), gilt die Forderung als nicht angemeldet. Die Folge: sie teilt das Schicksal nicht angemeldeter Insolvenzforderungen. Nach Erteilung der Restschuldbefreiung ist sie nicht mehr durchsetzbar und während des Verfahrens ist sie nicht vollstreckbar.

INTI
24.02.2014, 12:31
Hier muss man differenzieren:

Will der Gläubiger an der Verteilung teilnehmen, dann muss er im Schlussverzeichnis stehen. Eine Anmeldung im Schlusstermin ist somit verspätet.

jsww
24.02.2014, 15:04
Die Forderung muss beziffert sein, sonst kann sie nicht in die Verteilungstabelle aufgenommen werden. Ohne bezifferte Forderung (sie kann auch "falsch" sein), gilt die Forderung als nicht angemeldet. Die Folge: sie teilt das Schicksal nicht angemeldeter Insolvenzforderungen. Nach Erteilung der Restschuldbefreiung ist sie nicht mehr durchsetzbar und während des Verfahrens ist sie nicht vollstreckbar.

Gebe ich als Antragsteller nicht die Höhe der Forderung mit an?? Ist die Forderung dadurch nicht "beziffert" ?
Oder muss der Gläubiger die Forderung anmelden ??

INTI
24.02.2014, 15:20
Der Gläubiger muss die Forderung beim TH/IV anmelden und auch die Höhe dementsprechend angeben.

jsww
24.02.2014, 15:55
Der Gläubiger muss die Forderung beim TH/IV anmelden und auch die Höhe dementsprechend angeben.

und wenn er es nicht macht hat er Pech gehabt?

Was dann auch ggf. zu einem leichteren Erreichen der 35% führen würde?

Ich frage deshalb weil ein Gläubiger darum gebeten hat das ich Ihnen auch noch mal Bescheid gebe, wenn ich eine PI beantrage.
Aber das ist ja gar nicht in meinem Interesse wenn ich das richtig sehe.

FinLaure
24.02.2014, 16:09
und wenn er es nicht macht hat er Pech gehabt?

So ist es.

Du brauchst dem Gläubiger nicht Bescheid geben. Wenn er bei Deinem Antrag mit angegeben ist, wird der TH sich beim Gläubiger melden. Wenn er dann nicht anmeldet, ist es sein Problem und nicht deins.

Bei mir hat einer der Hauptgläubiger (25K Euro), wegen dem ich überhaupt erst in in Insolvenz gegangen bin, nicht angemeldet. Ich verstehe bis heute nicht, warum. Aber gut, so ist es eben.