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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bestattungskosten



schwarzerkrauser
19.02.2014, 14:29
Hallo

Mein Vater ist im September 2013 verstorben, ich habe von seinen Ersparnissen die Bestattungskosten bezahlt (ca. 2600€).
Nun wurde der Erbschein vom Amtsgericht erteilt in dem ich als einziger Erbe genannt wurde. Ich erbe ein kleine Ferienhaus auf einem Pachtgrundstück (wert ca. 15.000€).
Ich habe das so meinem Insolvenzverwalter mitgeteilt,ich befinde mich in der wohlverhaltensphase.
Der IV teilte mir mit das das Erbe zu 50% an die Gläubiger fällt was mir bekannt war.
Mein Vater hatte eine kleine Rente von der er eine Summe von ca. 2600 € ansparte die Komplett für die Bestattung verwendet wurden.
Nun teilte mir der IV mit das mir die hälfte der summe (2600€) auf das erbe angerechnet werden. Soll heisen das ich beim verkauf den hauses, sagen wir mal für 15000€
ich 7500€ an ihn abtreten muss plus die hälfte der 2600€ die mein Vater angespart hatt. Würde heissen 7500€ plus 1300€ an.
Ich kann es wirklich nicht verstehen warum man mir die Summe von 2600€ auch als Erbe anrechnet obwohl ich von diesem Geld ja nichts für mich ausgegeben habe.
Kann mir jemand von Euch sagen warum das so gerechnet wird ?

gruß thomas

FinLaure
19.02.2014, 14:46
Naja, wenn jemand stirbt, dann zählt das, was auf dem Sparbuch ist, zum Nachlass. Völlig unerheblich, wofür es ausgegeben wird.

schwarzerkrauser
19.02.2014, 16:37
Ab wann ist man den rein Rechtlich gesehen der Erbe ? Ab Erteilung des Erbscheins oder direkt nach dem Tod des Erblassers ?

anja39
19.02.2014, 19:32
Warum fragst Du das?
Um das Erbe auszuschlagen, düfte es jetzt ohnehin zu spät sein.

konsumbefreit
19.02.2014, 19:51
Warum fragst Du das?
Um das Erbe auszuschlagen, düfte es jetzt ohnehin zu spät sein.

Auch wenn, dann wäre es nicht relevant.
Die Bestattungspflicht der Angehörigen hat nichts mit der Erbauschlagung zu tun. Das sind zwei paar verschiedene Schuhe.
Den Spass mache ich nämlich auch gerade durch...

Exberliner
19.02.2014, 21:44
Einfach mal einen Antrag stellen nach § 850f ZPO zur Erhöhung des zu belassenden Betrages für die Kosten der Bestattung.
Wird der Antrag positiv beschieden könnten die 2600 € vom Erbe wieder abgesetzt werden.

INTI
20.02.2014, 07:02
Schon mal § 850f ZPO angelesen? Da geht es um Arbeitseinkommen.

Christian Maltry
20.02.2014, 11:45
Hallo,


"bretto oder nutto" (um mal den Dichter zu zitieren), das ist hier die Frage......

Zu den Obliegenheiten gehört es nicht, die Hälfte des Erbes herauszugeben. Der Gesetzestext spricht eindeutig von der Hälfte des Wertes, woraus folgt, dass die Verbindlichkeiten zur Wertberechnung abzuziehen sind. Hierzu gehören auch die Beerdigungskosten (§ 1968 BGB).

Ich würde empfehlen, dem TH nach folgendem Muster eine Wertberechnung vorzulegen http://www.wansleben.de/pdf/formulare/FragebogenWertfeststellungErbschaft.pdf. Wenn er dann immer noch von "bretto" ausgeht, soll er doch mal die Rechtsgrundlage dafür nennen.

cam

INTI
21.02.2014, 08:00
Stimme zu. Die einschlägigen Kommentierungen gehen ebenfalls vom Nettowert aus und wenden die § 2313ff BGB analog an.