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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zu erwartende Dividende von der Techniker Krankenkasse vs Privatinsolvenz



MichiM1964
04.02.2014, 19:37
Hallo wer weiß mit den zu erwartenden Rückzahlungen von der Technikerkrankenkasse in Form von Dividenden für die beiden Jahre 2013 und 2014, die diese im Zeitraum von Februar bis März 2014 an ihre Mitglieder per Scheck auszahlen möchte. passiert?
Wird diese Dividende an die Gläubiger durch den Insolvenverwalter eingezogen oder darf der Schuldner das Geld behalten?
Würde mich über Antworten bzw. einen regen Austausch freuen!
Grüße MichiM

Exberliner
04.02.2014, 23:00
Im offenen Verfahren gehört die "Dividende" zur Masse.

In der WVP kann der Schuldner die "Dividende" behalten.

Im Grunde handelt es sich nicht um eine Dividende. Es wird ein Begriff aus der Finanzpolitik verwendet um eine simple Beitragsrückerstattung einen Namen zu geben der als Werbeargument greifen soll.

Wenn es sich tatsächlich um eine echte Dividende handeln sollte, so sollte man nicht vergessen diese auch als solche nach dem in D geltendem Steuerrecht zu versteuern.
Auf diese Dividende wäre dann als Einkünfte aus Kapitalvermögen mit der Abgeltungsteuer versteuern.

Sollte es sich nur um eine Beitragsrückerstattung handeln so wird die TK diese Rückerstattung an das FA melden und ist in der Steuererstattung bei de Aufwendungen für Vorsorgeaufwendungen steuererhöhend anzugeben.

MichiM1964
05.02.2014, 18:18
Vielen Dank schonmal für die Antwort Exberliner! Warum wird hier ein Unterschied zwischen WVP und offenem Verfahren (die ersten 1-1,5 Jahre) gemacht? Wartet man ab bis der IV sich meldet oder meldet man das selber bei ihm an? Würde mich über Antworten sehr freuen :cool:

Exberliner
05.02.2014, 18:48
Vielen Dank schonmal für die Antwort Exberliner! Warum wird hier ein Unterschied zwischen WVP und offenem Verfahren (die ersten 1-1,5 Jahre) gemacht? Wartet man ab bis der IV sich meldet oder meldet man das selber bei ihm an? Würde mich über Antworten sehr freuen :cool:

Es gibt nun einmal die zwei Verfahrensphasen bis zur Restschuldbefreiung.
Das offene Verfahren kann auch über die Dauer der 6 Jahre dauern, also auch wenn die RSB bereits erteilt wurde.
In der Phase des offenen Verfahrens sind sämtliche Vermögenzuwächse des Schuldners an der Masse zukommen zu lassen.

Während der WVP geht nur an das Treuhandvermögen was gemäss Abtretung nach § 287 InsO und § 295 InsO abzuführen ist.
Eine Beitrgsrückerstattung von der KK unterliegt nicht den Bedingungen des § 295 InsO und auch nicht der Abtretungserklärung.

jumpy2012
28.02.2014, 12:05
Und falls es noch von Interesse ist: Die Rückerstattungen bekommst Du nur, wenn Du deine Beiträge auch selbst gezahlt hast.
Zahlt das JC oder ähnliche gibt's nix !
Und wie Exberliner schon schrieb ist es in erster Linie eine Marketingmassnahme im wettbewerb der gesetzlichen KK's um auf sich aufmerksam zu machen. Die Rückzahlung für 2013 wird schon seit zwei Jahren werblich angedeutet und wir irgendwann
Ende 2014 ausgezahlt. Für 2014 wird es sicher nochmals fast 2 Jahre dauern (frühestens Ende 2015).

MichiM1964
02.03.2014, 15:34
Danke für eure Antworten! Ich habe vor ein paar Tagen Post von der TK bekommen mit einem Verrechnungsscheck über 160 Euro - also für 2013 und 2014! . Kurz zu mir: Meine Insolvenz ist im Oktober gerade erst eröffnet worden. Über meinen Arbeitgeber (ich zahle seit 1982 regelmäßig in die Sozialversicherung ein) erhält der Insolvenzverwalter jeden Monat den Pfändungsbetrag von 157 Euro. Werde nun den Scheck beim Insolvenzverwalter anmelden, mir ist rotzdem nicht klar ob ich das Geld behalten darf?!
LG Michi

anja39
02.03.2014, 19:35
Steht doch direkt in erster Zeile der ersten Antwort:
Da das Verfahren noch läuft, also noch keine Wohlverhaltensperiode begonnen hat, steht der Geldwert des Schecks dem Treuhänder oder Insolvenzverwalter zu.