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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Insolvenzantrag und Außergerichtlicher Einigungsversuch



rapante
01.02.2014, 21:24
Hallo zusammen,

wie das Titelthema schon sagt, hätte ich hierzu eine Frage.
Bevor ein Insolvenzverfahren beginnt muss man ja zuerst einen außergerichtlichen Einigungsversuch starten. Bei meinem Vater war es nun so, dass er einen Insolvenzantrag gestellt hat und sein gestellter Rechtsbeistand bzw. Treuhänder meinte auch, dass wenn er auf einen Schlag 15.000€ zur verfügung hätte, dass er somit keine Insolvenz machen müsste.

Da ich nun jetzt aber weiß, dass es eben auch diese Vergleichssituationen gibt, bei denen man eine Ratenzahlung vereinbaren kann, es aber weder eine SChuldnerberatung gibt die mich dabei unterstützt noch einen Anwalt, kann man das auch noch mit seinem vom Amtsgericht gestellten REchtsbeistand aushandeln?
Wie viele Gläubiger müssen so einem Vergleich eigentlich zustimmen da es ja hier glaube ich auch unterschiede gibt, wo entweder alle zustimmern müssen oder es auch nur um die mehrheit geht.

Kann mir jemand dabei helfen? Da blicke ich nicht so ganz durch.
Ich hätte noch die alternative über diese internet schuldnerberatung, wenn ich das hier mal so schreiben darf, aber da müsste ich auch monatlich bezahlen, damit die überhaupt mit den Verhandlungen zwischen den Gläubigern anfangen?!

Grüße

rapante

joshua64
01.02.2014, 21:29
Wie viele Schulden hast du und was steht als pfändungsfreies Einkommen zur Verfügung ?

Ingo
01.02.2014, 22:20
Hi,

Da ich nun jetzt aber weiß, dass es eben auch diese Vergleichssituationen gibt, bei denen man eine Ratenzahlung vereinbaren kann, es aber weder eine SChuldnerberatung gibt die mich dabei unterstützt noch einen Anwalt
das stimmt doch nicht. Wenn Du in der Lage bist, bestimmte Raten zu zahlen, dann sollte eine Schuldnerberatung Dich dabei auch unterstützen und ein Anwalt sowieso, wenn er dafür bezahlt wird.


Wie viele Gläubiger müssen so einem Vergleich eigentlich zustimmen da es ja hier glaube ich auch unterschiede gibt, wo entweder alle zustimmern müssen oder es auch nur um die mehrheit geht.
Um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, müssen natürlich alle Gläubiger zustimmen, denn die Ablehnenden können ja weiter pfänden.
Der Richter entscheidet dann, ob der Plan vom Gericht nochmals verschickt wird und wenn dann die Mehrheit nach Köpfen und Summen zustimmen, kann die Zustimmung der Übrigen ersetzt werden; ansonsten würde das Insolvenzverfahren eröffnet.


Ich hätte noch die alternative über diese internet schuldnerberatung, wenn ich das hier mal so schreiben darf, aber da müsste ich auch monatlich bezahlen, damit die überhaupt mit den Verhandlungen zwischen den Gläubigern anfangen?!
in den Fällen, die ich kenne, wurde ein Vergleich nicht mit allen Gläubigern erreicht und trotzdem Raten gezahlt. Da das nicht funktionierte, landeten die Klienten schließlich bei mir - um einige Hundert verschwendete Euro ärmer und in einem Fall mit der Schuldnerberatung als weiteren Insolvenzgläubiger.

Gruß
Ingo

rapante
02.02.2014, 09:36
Hallo Ingo,

Danke erstmal für deine Antwort.

Was ich mit der Unterstützung meinte ist nicht, dass weder Schuldnerberatung noch Anwalt mich nicht unterstützen würden, aber ich war knapp 2 Jahre bei einer Schuldnerberatung die mir nicht helfen konnte, weil sie zu wenig wusste. Sie war noch in der Umschulungsphase und ich war mehr oder minder ihr erstes Opfer, leider bestand die Schuldnerberatung nur aus 2 Personen und die andere hatte keine Zeit. Also wurde mit im Turnus von 1x alle 2 Wochen immer wieder was anderes gesagt und diverse Dinge revidiert, die dann doch nicht möglich sein sollen.

Bei einem Anwalt an meinem ehemaligen Wohnort hieß es, ich brauche einen BEratungsschein, den ich zuerst beantragen müsste, der wird bis heute noch geprüft, aber jetzt ist es eh egal ob er bewilligt wird oder nicht, weil ich 450km in einem anderen bundesland bin ( mittler Weile)

Bei der Schuldnerberatung in Hessen, hake ich zwar die ganze Zeit nach, aber die haben keine Termine und sagen nur sie melden sich und das seit 3 Monaten was ich schon ziemlich kurios finde, denn sie könnten ja auch nen termin in 3 monaten vereinbaren.
Naja und die Anwälte wollen eine Erstberatungsgebühr von 350€ und dann nen stundensatz von 290€ und die wickeln das nicht über Beratungsschein ab.

Die Sache ist nur die, dass ich ja eben genau dieses Geld nicht habe sonst könnte ich ja auch meine GLäubiger bedienen.


Zu dem außergerichtlichen bzw. gerichtlichen Versuch mit dem Vergleich, bleibt mir ja auf Grund der vorangehenden Erklärung, dann nichts mehr anderes Übrig, denn wenn ich das eben mit E. hilfe machen würde, dann könnte ich eben auch noch mehr schulden generieren.

Wenn ich selbst versuchen würde diese Vergleichsschreiben zu schicken, hätte ich wohl auch keine Chance da was durchzubringen oder?

@joshua : Ich habe 9 Gläubiger und insgesamt 17.500€ Schulden ( mal gerundet). Im Endeffekt hab ich schon so oft gesagt bekommen, dass sich eine Insolvenz bei so einem Betrag nicht lohnen würde und ich sollte vielleicht auch über Umschuldung denken, aber die Bekomme ich leider nicht, weder bei meiner Hausbank, noch auf Empfehlung hin direkt bei einem meiner Gläubiger.

Gruß

rapante
02.02.2014, 09:48
Achso noch vergessen :) @ joshua Pfänsungsfreies Einkommen sind 1045€ weil ich ein P-Konto habe mein normaler Netto lohn ist aktuell 1082€.

Meine Gehaltserhöhung wird mir noch nicht ausgezahlt, bis ich ggf. was erreicht habe.

joshua64
02.02.2014, 10:16
Dann solltest du eine Inso in betracht ziehen. Bei deinen Einkommen wirst du die Summe nicht bezahlen können. Alleine die Zinsen würden deine Ratenzahlungen fressen.
Theoretisch kannst du dir einen Beratungsschein holen und der Anwalt macht den AEV und bescheinigt das Scheitern. Den Inso Antrag kannst du selber ausfüllen und abgeben.
Es gibt einige hier im Forum,die das so gemacht haben.

Ingo
02.02.2014, 12:22
Hi,

Wenn ich selbst versuchen würde diese Vergleichsschreiben zu schicken, hätte ich wohl auch keine Chance da was durchzubringen oder?
einem Antrag zur Verbraucherinsolvenz ist zwingend eine Bescheinigung über das Scheitern des AEV (in Deinem Fall ziemlich sicher, wenn ein flexibler Nullplan angeboten wird). Hierzu brauchst Du eine anerkannte Insolvenzberatungsstelle oder eben einen Anwalt, wobei ich empfehlen würde, den AEV von der Beratungsstelle machen zu lassen. Hake da nach, damit Du einen Termin bekommst.

Gruß
Ingo

rapante
02.02.2014, 13:48
einem Antrag zur Verbraucherinsolvenz ist zwingend eine Bescheinigung über das Scheitern des AEV (in Deinem Fall ziemlich sicher, wenn ein flexibler Nullplan angeboten wird).


Hierzu meinte meine Schuldnerberaterin damals, wenn wir eine Quote von gesamt 40 oder 45% hätten und es mir möglich sei auch monatlich die Kostenoder eben einen Betrag angebe z.B 130€ monatlich die ich zahlen kann, wäre es vielleicht möglich.

Ich bekäme in dem Falle auch eine Gehaltserhöhung von meinem AG und mein Freund würde mich hier auch unterstützen.


Aber ich danke euch auf jeden Fall schonmal für die Ratschläge und ich hake auch auf jeden Fall nochmal wegen einem Termin bei der Schuldnerberatung nach.

Grüße

Ingo
02.02.2014, 14:17
Hi,

Ich bekäme in dem Falle auch eine Gehaltserhöhung von meinem AG und mein Freund würde mich hier auch unterstützen.
überlege Dir ganz genau, wie sicher das ist. Vergleiche mit festen Raten ohne Anpassungsklauseln scheitern leider nicht selten irgendwann - wegen Arbeitslosigkeit, verspäteten Einkünften, Trennung...

Gruß
Ingo

Geldverkauf
02.02.2014, 15:03
Hierzu brauchst Du eine anerkannte Insolvenzberatungsstelle oder eben einen Anwalt, wobei ich empfehlen würde, den AEV von der Beratungsstelle machen zu lassen.

Von den Kosten mal abgesehen, warum rätst du vom Rechtsanwalt ab?

Ingo
02.02.2014, 15:44
Hi,

Von den Kosten mal abgesehen, warum rätst du vom Rechtsanwalt ab?
zum einen, weil die sich anwaltliche Tätigkeit auf den AEV und die Bescheinigung beschränken kann, und zum anderen wegen den Erfahrungen von Klienten, die nachher doch bei mir in der Schuldnerberatung landeten.

Gruß
Ingo

jsww
02.02.2014, 21:36
Hierzu meinte meine Schuldnerberaterin damals, wenn wir eine Quote von gesamt 40 oder 45% hätten und es mir möglich sei auch monatlich die Kostenoder eben einen Betrag angebe z.B 130€ monatlich die ich zahlen kann, wäre es vielleicht möglich.

Ich bekäme in dem Falle auch eine Gehaltserhöhung von meinem AG und mein Freund würde mich hier auch unterstützen.

Grüße

Ich halte das wie Ingo für eine gewagte Variante. Wenn Du so wenig netto verdienst das nur knapp über der Pfändungsfreigrenze liegst ist es wahrscheinlich keine hochqualifizierte Tätigkeit. Dadurch ist das Risiko des Jobverlustes m. E. relativ hoch. 6 Jahre sind lang und es wäre ja sehr ärgerlich wenn Du 3-4 Jahre zahlst und der Vergleich dann entweder wg. Jobverlust oder wg. Änderung der persönlichen Umstände platzt.

Ich weis das man gerne die Inso vermeiden will. Die Sache würde m.E. anders aussehen wenn Du in den nächsten Jahren mit weiteren deutlichen Gehaltserhöhungen rechnen kannst, oder Du in der Lage wärst mit einem Nebenjob noch Reserven zu bilden.

Ex Inkassomitarbeiterin
02.02.2014, 21:38
Ich würde auch einen Termin bei der Schuldnerberatung machen bzw. mich auf die Liste setzen lassen. Einen Beratungsschein für einen AEV wirst du in Hessen nicht erhalten, da es diesen nicht mehr gibt (zumindest beim AG Hanau, Offenbach und FFM). Es gibt aber auch viele RA's welche für so etwas simples einen Festpreis verlangen. Also einfach mal schauen.

rapante
03.02.2014, 11:00
Ja genau das ist ja mein Problem, die Anwälte in Offenbach haben mir nur die bereits mitgeteilten Sätze gesagt.

Wenn ich wenigstens die Pfändungen vom Konto weg hätte, dann hätte ich ja jetzt schon mehr geld und ich könnte mit nem Nebenjob anfangen, das mit dem Vergleich ist sicherlich eine heikle Sache, aber ich halte es auch nicht mehr aus, bis ich 36 bin nur 1000€ zu verdienen.
Aber mal gesetzt den Fall es würde mit dem Vergleich funktionieren , also hypothetisch! Könnte man da nic ht auch sondertilgungen machen oder wird das ausgeschlossen?

jsww
03.02.2014, 13:02
Die Gläubiger werden aber sicher keinem Vergleich zustimmen bei dem sie weniger als den pfändbaren Anteil des Gehalts bekommen. Eher wollen die mehr bevor sie zustimmen. In den nächsten 6 Jahren wirst Du wohl an der Pfändungsgrenze leben. Im Rhein-Main Gebiet ist das sicher aufgrund der hohen Mieten nicht einfach.

Es gibt sicher auch Nebenjobs bei denen man auch eine Barzahlung( z.B. Gastronomie) vereinbaren kann. Das würde zumindest so lange gutgehen bis Du eine Vermögensauskunft ablegen musst.

Es wird sich kein Gläubiger beschweren wenn er früher sein Geld bekommt.