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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : P-Konto und Lohnpfändung



Minsu
13.01.2014, 19:31
Hallo liebe Gemeinde,

bei mir ist folgender Fall:

Derzeit wird mein Lohn gepfändet mit 227,40€ damit bleiben mir im Monat ca. 1149€. Da nun eine EV anliegt werde ich mein in Guthaben geführtes Konto in ein P-Konto umwandeln. Dieses Schützt ja nur den Sockelfreibetrag von 1049€ im Monat.
Sollte jetzt trotz P-Konto keine Kontopfändung kommen, kann ich denn trotzdem über 1149€ verfügen oder werden die übrigen 100€ von der Bank gesperrt bzw. zurückgehalten?

Sollte nun eine Kontopfändung zusätzlich zur Lohnpfändung kommen, kann ich ja einen Antrag nach § 850k Abs. 4 ZPO stellen auf Festsetzung eines individuellen Freibetrags, beim Gericht, da dieser ja mein Nichtpfänbarer anteil darstellt.
Wie sieht so ein Antrag aus?

Nun ist halt auch der Knackpunkt ich bekomme jeden Monat unterschiedliches Gehalt wie verhält es sich da?
Zusätzlich bekomme ich durch Ehrenamtliche Tätigkeiten in der Feuerwehr je nach Einsatz zwischen ca. 30-600€ Aufwandsentschädigung. Die 600€ kommen bei Auslandseinsätzen oder mehrwöchigen Einsätzen zustande.

Ein Antrag auf Privatinso ist wird diese Woche gestellt, da bereits ein Außergerichtlicheseinigungsverfahren gescheitert ist.

Hoffe ihr könnt mir Helfen.

Gruß

Minsu

jsww
13.01.2014, 19:52
Bei meinem Amtsgericht ging das ganze relativ Problemlos wenn Du alle Unterlagen zusammen hast.

Also Du braucht:
die Lohnpfändung vom Gerichtsvollzieher.
Lohnabrechnungen der letzten 3-6 Monate
Kontoauszüge

Dann zum zuständigen Rechtspfleger beim Amtsgericht.

Dann muss Sinngemäß beschlossen werden der Pfändungsfreie Betrag erhöht wird, auf die Höhe der Eingänge auf Deinem Konto die von Arbeitgeber xy kommen.

Allerdings muss Du darauf achten das Die Bank die Freien Beträge anpasst, wenn Du wechselnde Einkommenshöhen hast. Automatisch bekommt das z.B. meine Volksbank nicht hin. Also muss ich regelmäßig da hin und die noch mal darauf hinweisen.

Zu den Ehrenamtlichen Tätigkeiten kann ich nicht sagen wir Du das auf dem Konto regelst. Aber kann man die Beträge nicht BAR oder als Barscheck erhalten? Es ist doch vielleicht besser wenn Du die Aufwandsentschädigung 10 Tag Später in BAR bekommst anstatt sich jedes mal den Freibetrag zu erhöhen.

Minsu
13.01.2014, 20:16
Bei meinem Amtsgericht ging das ganze relativ Problemlos wenn Du alle Unterlagen zusammen hast.

Also Du braucht:
die Lohnpfändung vom Gerichtsvollzieher.
Lohnabrechnungen der letzten 3-6 Monate
Kontoauszüge

Dann zum zuständigen Rechtspfleger beim Amtsgericht.

Dann muss Sinngemäß beschlossen werden der Pfändungsfreie Betrag erhöht wird, auf die Höhe der Eingänge auf Deinem Konto die von Arbeitgeber xy kommen.

Allerdings muss Du darauf achten das Die Bank die Freien Beträge anpasst, wenn Du wechselnde Einkommenshöhen hast. Automatisch bekommt das z.B. meine Volksbank nicht hin. Also muss ich regelmäßig da hin und die noch mal darauf hinweisen.

Zu den Ehrenamtlichen Tätigkeiten kann ich nicht sagen wir Du das auf dem Konto regelst. Aber kann man die Beträge nicht BAR oder als Barscheck erhalten? Es ist doch vielleicht besser wenn Du die Aufwandsentschädigung 10 Tag Später in BAR bekommst anstatt sich jedes mal den Freibetrag zu erhöhen.


Hallo,

die Lohnpfändung läuft noch nicht über den Gerichtsvollzieher sondern direkt von der Bank aus da ich damals eine Verzichtserklärung gemacht habe.

Die Aufwandsentschädigung kommt ja nicht direkt von einem Verein, wo es möglich wäre, sondern direkt von der Gemeinde und da ist eine Barauszahlung nicht möglich.

Ich hoffe meine Volksbank bekommt das hin zumal ein Feuerwehrkamerad dort Berater ist.

Klaus
14.01.2014, 13:11
Ein Glück, wer solche Freunde hat. Das sollte dann wohl klappen.

jsww
14.01.2014, 13:38
Für die Erhöhung des Freibetrags ist es egal ob Dein Einkommen beim Arbeitgeber über eine Abtretung( ich denke das meinst Du mit Verzichtserklärung) oder über eine Lohnpfändung gepfändet wird.

Es ist nur entscheidend das Dein Einkommen nicht an 2 stellen gepfändet werden darf und Du dadurch unter die eigentlichen Pfändungsfreigrenzen sinkst.

Minsu
19.01.2014, 22:29
Noch eine Frage kann ich trotzdem P-Konto über mein gesamtes Gehalt verfügen solange da noch eine Pfändung auf dem Konto ist?

Ingo
19.01.2014, 22:59
Hi,

Noch eine Frage kann ich trotzdem P-Konto über mein gesamtes Gehalt verfügen solange da noch eine Pfändung auf dem Konto ist?
nicht, wenn der bei der Bank eingetragene Freibetrag darunter liegt.

Gruß
Ingo

Minsu
19.01.2014, 23:23
Der leigt ja drunter weil ich ja erst morgen zum rechtspflger gehe und eine erhöhung beantrag

Minsu
20.01.2014, 09:02
Nach Rücksprache mit meinem Anwalt zwekcs Antrag auf 850k kam folgendes raus:

lt. der Anwaltsgehilfin kann ein P-Konto nicht erhöht werden, weil ich nicht verheiratet und keine Kinder habe.

Nun bin ich irgendwie Ratlos.

weil 100€ verschenken die nicht von dem normalen P-Konto mit 1049€ geschützt sind will ich halt auch nicht verschenken mit einer Doppelpfändung (Lohn und Konto)

kann mir das jemand bitte genau erklären, wie so ein Antrag nach §850 k greift und wie nicht

Ingo
20.01.2014, 09:17
Hi,
lies' die Antwort unter #2 genau. Ergänzend könnte das Gericht auch die Aufwandsentschädigung freigeben.
Da das Konto aber aktuell noch nicht gepfändet wird (und ohne Titel auch nicht gepfändet werden kann) besteht noch kein Rechtsschutzbedürfnis für einen Antrag.

Gruß
Ingo

Minsu
20.01.2014, 09:47
Es ist ja durch eine Verzichtsabklärung die Pfändung daher habe ich ja nicht vom Gerichtsvollzieher.

Es geht mir im ersten Moment nicht um die Aufwandsentschädigung sondern um mein Gehalt.

Die Pfändung wird aber ich schätze mal nach Aussage meines Bruders(Gerichtsvollzieher beim Zoll) in zwei Wochen eine Kontopfändung kommt (so ist seine Bearbeitungszeit) wird ja alles gepfändet bis auf die 1049 und davon sind wie oben schon gesagt ja eigentlich 100€ unpfändbar lt. Tabelle

Hunterloge 1974
20.01.2014, 10:38
Dieses Schützt ja nur den Sockelfreibetrag von 1049€ im Monat.
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Der Sockelfreibetrag beläuft sich doch auf ca.1086 Euro..!!
Grüße

Minsu
20.01.2014, 11:44
Ja stimmt gibt ja nen höheren inzwischen.

Trotzdem sind da noch mind. 70€ Differenz
zu der Tabelle

Ingo
20.01.2014, 21:11
Hi,

Dieses Schützt ja nur den Sockelfreibetrag von 1049€ im Monat.
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Der Sockelfreibetrag beläuft sich doch auf ca.1086 Euro..!!
es geht um das P-Konto und den pfändungsfreien Grundfreibetrag, ja? Dieser ist 1045,04 €!

Und eine (Konto)pfändung kann auch nur kommen, wenn ein Titel existiert. Abtretungen in Kreditverträgen ermöglichen lediglich die Offenlegung bei der Quelle des Einkommens, also hier dem Arbeitgeber.

Gruß
Ingo