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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Keine Restschuldbefreiung bei jahrelang hinausgezögertem Insolvenzantrag?



neuanfang2020
07.01.2014, 16:23
Guten Tag!

Als guten Vorsatz für 2014 habe ich mir vorgenommen, endlich meine finanziellen Verhältnisse zu ordnen.

Ich bin 39 Jahre alt und war von 1999 bis 2006 als Einzelunternehmer mit einem Versandhandel selbständig. Eine abgeschlossene Ausbildung besitze ich nicht (Abitur/abgebrochenes Studium).

Mein Schuldenstand beläuft sich zur Zeit auf ca. 90.000,- Euro. Darin sind teilweise Schulden aus meinem ehemaligem Gewerbebetrieb (Steuerschulden, gewerbliche Mietschulden etc.) und teilweise Schulden aus meinem Privatleben (Ratenkredite, Krankenkasse etc.) enthalten. Es wird also eine Regelinsolvenz werden.

Nach meiner Pleite habe ich mehrere Jahre den Kopf in den Sand gesteckt und von der Hand in den Mund gelebt. Ich war auch längere Zeit depressiv und habe teilweise unter Hartz-IV-Niveau vor mich hinvegetiert. Ich hatte einfach keine Energie, eine Insolvenz in Angriff zu nehmen, so dass ich die Sache bis heute vor mir hergeschoben habe. Gläubigerpost habe ich jahrelang ungeöffnet entsorgt. Erst seit ca. einem Jahr sammle ich die Briefe in einem Ordner.

So, nun habe ich mir in den letzten Tagen auch mal die Insolvenzordnung angeschaut und bin in § 290 auf folgende Bestimmung gestoßen:


"In dem Beschluß ist die Restschuldbefreiung zu versagen, wenn dies im Schlußtermin von einem Insolvenzgläubiger beantragt worden ist und wenn ... 4. der Schuldner im letzten Jahr vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag vorsätzlich oder grob fahrlässig die Befriedigung der Insolvenzgläubiger dadurch beeinträchtigt hat, daß er unangemessene Verbindlichkeiten begründet oder Vermögen verschwendet oder ohne Aussicht auf eine Besserung seiner wirtschaftlichen Lage die Eröffnung des Insolvenzverfahrens verzögert hat ..."

Sehe ich es richtig, dass bei mir genau dieser Fall vorliegt???

Dank und Gruß

M.

Klaus
07.01.2014, 21:12
Nein. Dies kann nur auf aktuell Selbstständige zutreffen. Setz die guten Vorsätze für 2014 um und stell den Antrag auf Eröffnung des regelinsolvenzverfahrens.