PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Steuerklassenwechsel bei Privatinsolvenz



hund0815
04.01.2014, 09:40
Hallo,

meine Frau geht bald wieder arbeiten (ist noch in Elternzeit). Ich habe derzeit die Lohnsteuerklasse 3.
Darf ich einfach auf 4/4 wechseln wenn sie wieder arbeiten geht?
Muss ich vorher das OK des IV einholen oder darf ich das einfach tun?
Denn mir würde ja dann weniger gepfändet, weil ich weniger Netto hätte?

Danke und Gruß,

anja39
04.01.2014, 09:46
Wie hoch wird denn das Einkommen Deiner Frau im Verhältnis zu dem Deinigen sein?

hund0815
04.01.2014, 09:50
weitaus geringer (ca. 450 € mit Steuerklasse 5). Es könnte sein, dass sie mir dann als unterhaltspflichtige Person rausfällt.

Klaus
05.01.2014, 20:15
Deine Frage berührt ein ziemlich unübersichtliches Terrain. Grundsätzlich gilt, dass der Stl.kL.wechsel sachgerecht sein muss.
Dies ist sicherlich im von dir geschilderten Fall gegeben, allein schon, weil IV/IV die bei Eheleuten übliche Wahl ist. Wobei Du aber bedenken müsst, dass bei dieser Wahl ggf. mit einer Steuernachforderung zu rechnen ist, während die Steuererstattung unter den jetzt aktuellen StKL. an Euch geht und nicht an die Gläubiger.
Ob eine Gläubigerbenachteiligung vorliegt, die zu einem Versagungsantrag führen könnte, wird bei St.Kl. Wechsel unterschiedlich ausgeurteilt. Der BGH hat z.B. entschieden, dass ein StKl.-Wechsel, der zu einem höheren Pfändungsbetrag führt, im Gläubigerinteresse liegt und zwingend sei. Das LG Dortmund hat entschieden, dass ein Stkl.wechsel, der zu einem niedrigeren Pfändungsbetrag führt, sachgerecht sei, weil er die Liqudität des Schuldners und seiner Familie erhöht. Auf jeden Fall solltest Du dem TH die Gründe für den St.Kl. Wechsel mitteilen, dich vielleicht auch auf den Tenor des LG Dortmund berufen, damit er nicht auf die Idee kommt, den Gläubigern einen Versagungsantrag vorzudiktieren.

Exberliner
05.01.2014, 20:22
Ein Steuerklassenwahl nach Steuerklasse IV/IV führt in den allermeisten Fällen zu einer Steuererstattung.
Mit Nachforderungen kann man oftmals bei der Wahl III/V rechnen.

Gruß
Exberliner

Nono
06.01.2014, 15:04
Ich halte den Steuerklassenwechsel nicht für sachgerecht, eben weil bei größeren Einkommensunterschieden i. d. R. die Steuerklassen III/V zu einem höheren Monatsnetto führen. M. E. kann bei den beschriebenen Verhältnissen die Wahl III/V verlangt werden.
Das geringe Monatsnetto der Ehefrau sollte dann dazu führen, dass sie als unterhaltsberechtigte Person (teilweise) erhalten bleibt.