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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dauer des Insolvenzverfahrens



jsww
03.01.2014, 11:48
Wie lange dauert denn im Normalfall das eigentliche Insolvenzverfahren?

Da sich wohl beim neuen Verfahren die TH Vergütung im Insolvenzverfahren auf 40% :mad: erhöht hätte eine lange Verfahrungsdauer negative Auswirkungen auf das Erreichen der 35% Quote . :(

Wie lange dauern denn zur Zeit die Verfahren und welche Faktoren haben Einfluss auf die länge des Verfahrens.

Kann man als Schuldner auch was tun um die Dauer zu des reinen Verfahrens zu verkürzen??

debtor
03.01.2014, 14:42
Hallo jsww!



Wie lange dauern denn zur Zeit die Verfahren und welche Faktoren haben Einfluss auf die länge des Verfahrens.


Falls keine zeitraubend zu verwertenden Aktiva zu verwerten sind, meines Wissens selten laenger als ein Jarr.



Kann man als Schuldner auch was tun um die Dauer zu des reinen Verfahrens zu verkürzen??

Im Falle zeitraubend verwertbarer Aktiva Kaeufer suchen.

Falls der Insolvenzverwalter das Verfahren bewusst zur Maximierung seiner Kosten ausdehnt, duerften die Anforderungen an die gerichtlich relevante Glaubhaftmachung dieses Umstandes leider sehr hoch sein.

jsww
03.01.2014, 18:35
Aber was dauert denn bei einem normalen Verfahren bei dem der TH keine Kronjuwelen verkaufen muss so lange?

Die Gläubiger gebe ich schon im Antrag an und die müssen Ihre Forderungen anmelden.

Das ich kein Vermögen habe gebe ich auch schon im Antrag an.

Das prüfen meines Kontos und die Anzeige der Gehaltsabtretung sollte doch auch nicht so lange dauern.

Ich denke das kann doch nicht länger als 3 Monate dauern.

Oder geht das ganze wg jeder Kleinigkeit zwischen TH und Insolvenzgericht hin und her.

joshua64
03.01.2014, 18:48
Es wird dir keiner auf deine Frage eine 100% Antwort geben können.Jedes Verfahren ,Gericht,TH,Rechtspfleger,Gläubiger, ect
Ist verschieden. Also sind auch die Verfahrenszeiten unterschiedlich.
Bei allen mir bekannten Fällen,einschließlich mein eigenes,hat es 2 Jahre gedauert.
Was machst du,wenn der Schlusstermin verschoben wird,damit ein Gläubiger noch seine Forderung anmelden kann ? Oder,oder ..... ?

jsww
04.01.2014, 09:34
Beim aktuellen 6 jährigen Verfahren ist das wohl nicht ganz so gravierend wenn man mal von den Einschränkungen der Kontopfändung und beim Neuerwerb etc. im Verfahren absieht.

Bei der Verkürzung auf 3 Jahre bei 35% Gläubigerbefriedigung hat das allerdings gravierende Auswirkungen wenn man bedenkt das der TH dann im Verfahren 40% bekommt.

Mir schwant böses . Ich kann mich wohl eher auf ein 5 jähriges Verfahren einstellen.

konsumbefreit
04.01.2014, 14:55
Kontopfändung im laufenden Verfahren? Einschränkungen beim Neuerwerb?
Kannst Du das präzisieren?

jsww
05.01.2014, 12:12
Laut meinem SB pfänden die meisten TH erst mal auf dem Konto. Ein Pfändung hat z.B. bei mir die Auswirkung das mein Gehalt meist am 30. schon auf dem Konto ist ich aber erst ab dem 1. über mein Geld verfügen kann. Das auch schon dazu geführt das meine Stromabbuchung zurückgegangen ist weil die Abbuchung schon am 31. erfolgte .

Neuerwerb bleibt im Verfahren beim TH und wird der Masse zugeführt. In der WVP verbleibt der Neuerwerb beim Schuldner.

Was mich interessieren würde wäre ob bei anderen die Zeiten so lange sind wie von joshua64 beschrieben.

Anika89
08.01.2014, 14:48
Ich habe gerade ein Verfahren in der Hand und kann gern einmal den zeitlichen Ablauf aufschreiben:

Eröffnung war am 14.05.2013; Anmeldefrist der 14.06.2013

Spätestens eine Woche vor dem Prüftermin wird ein Bericht über Vermögen/Verbindlichkeiten bei dem Amtsgericht eingereicht. In dem Fall wurde der Bericht am 08.07.2013 bei Gericht eingereicht; Prüftermin war dann der 17.07.2013.

Im Protokoll zum Prüftermin wird dem Treuhänder aufgegeben in Abständen von 6 Monaten zu berichten (bei manchen Amtsgerichten gibt es auch Berichtsfristen von 1 Jahr).

6 Monate später ist also Januar 2014. Ich habe die Akte gerade in der Hand und schreibe den Schlussbericht. Ich schätze aufgehoben wird das Verfahren dann vielleicht im März. Ergibt eine Verfahrensdauer von ca. 1 Jahr. Hier ist aber auch die Auslastung in den Verwalterbüros und den Gerichten zu beachten. Sind die gerade sehr ausgelastet, kann es hier natürlich auch leichte Verschiebungen geben.

Bis zur Einreichung des Schlussberichtes haben die Gläubiger Zeit Forderungen anzumelden (manche Gläubiger erfahren ja doch erst etwas später von der Eröffnung) und haben die Möglichkeit, Belege einzureichen bei bestrittenen Forderungen.

Theoretisch könnte der Schlussbericht natürlich auch schon eher eingereicht werden. Praktisch ist das aber wohl in den meisten Verwalterbüros nicht umzusetzen, da es ja jeden Monat etliche Verfahren gibt, bei denen Frist zur Einreichung eines Berichtes ist. Da dann außerplanmäßig einen Bericht dazwischen zuschieben ist meist nicht möglich.

Übrigens handelt es sich hier natürlich um ein masseloses Verfahren, keine pfändbaren Beträge, kein Vermögen, 10 Gläubiger mit 16.000 € Forderungen (wovon dann letztlich nur 4 Gläubiger Forderungen im Verfahren angemeldet haben).

redbull
08.01.2014, 20:05
Hallo,
ich hatte / habe 2 Jahre Insolvenz und 4 Jahre WVP.