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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neuer Job trotz Insolvenz?



ArmeErika
28.11.2013, 14:32
Ich bin noch neu im Forum und auch neu beim Thema, falls ich also was blödes frage bitte ich schon mal um Entschuldigung.
Derzeitige Situation: 55 Jahre, überschuldet, arbeitslos, arbeitssuchend. Ohne Insolvenz bin ich mir sicher im kommenden Jahr etwas zu finden. Aber wie ist das, wenn man Privatinsolvenz anmeldet, das weiss ja der Arbeitgeber.
Wird man da überhaupt genommen?

Oktober1
28.11.2013, 14:52
Nöö, der AG weiß das nicht immer zwangsläufig.

Und ja... man hat trotzdem noch Chancen. Sehr viele befinden sich in der Inso u. haben/finden Arbeit.

TimeBandit
28.11.2013, 15:01
Ich habe in der Zeit meiner Insolvenz mehrere gute Stellen gefunden und bekommen und habe heute, ein Jahr nach der Insolvenz eine der interessantesten Tätigekeiten meines Berufslebens, verbunden mit dem bislang höchsten Einkommen. Ich befinde mich in Deiner Altersklasse.

Grüße
Timebandit

Glueckschwein
30.11.2013, 00:33
in meinem unternehmen hatten wir zu keiner zeit beruehrungsaengste zu mitarbeitern in der privatinsolvenz, eher das gegenteil.
ich habe nur sehr loyale mitarbeiter kennengelernt, die sich in der pi befanden und fuer uns taetig waren.

lg
a

Oktober1
01.12.2013, 14:46
Jemand in der Inso beweist doch Disziplin u. daß er sich an Regeln halten kann.

Ich sehe das eher positiv.

Eine(n), der seine Mahnbriefe in die Tonne kloppt u. ständig mit dem Gerichtsvollzieher zu tun hat... den würde ich nicht einstellen.

TimeBandit
02.12.2013, 12:22
Eine(n), der seine Mahnbriefe in die Tonne kloppt u. ständig mit dem Gerichtsvollzieher zu tun hat... den würde ich nicht einstellen.

Und wenn das Alle so praktizierten, gäbe es noch viel mehr Menschen, die - mangels Arbeitsplatz - noch mehr Mahnbriefe in die Tonne kloppen müssten und noch öfter mit immer mehr Gerichtsvollziehern zu tun hätten.

Dein Denkansatz scheint mir gut zu sein - die Schlussfolgerung aber kontraproduktiv.

Oktober1
02.12.2013, 14:46
Hier ging es darum, wen ein Arbeitgeber einstellen würde u. wen ggf. nicht.

TimeBandit
02.12.2013, 21:12
Hier ging es darum, wen ein Arbeitgeber einstellen würde u. wen ggf. nicht.

Sorry, hatte ich gar nicht mitbekommen - ich war bisher davon ausgegangen, dass es darum geht, ob man trotz Insolvenz einen Job bekommen kann. Nach den Chancen von Schuldnern ohne Insolvenz war weder gefragt, noch hielte ich es für wünschenswert, wenn Deine diesbezügliche Einstellung Allgemeingut würde. Im Moment ist sie es - nach meiner Erfahrung - nicht.

Oktober1
04.12.2013, 14:33
Bei der Entscheidung zwischen einem Bewerber in Inso u. einem mit Gerichtsvollzieher als ständigem Begleiter wird sich wohl jedes Unternehmen für Ersteren entscheiden.

Ist nun mal so, ob einem das gefällt oder nicht.

TimeBandit
05.12.2013, 14:02
Bei der Entscheidung zwischen einem Bewerber in Inso u. einem mit Gerichtsvollzieher als ständigem Begleiter wird sich wohl jedes Unternehmen für Ersteren entscheiden.

Ist nun mal so, ob einem das gefällt oder nicht.

Sorry, aber das ist Nonsens. Abgesehen davon, dass ein Unternehmen nur in den aller seltensten Fällen über derartige Informationen bzgl. eines Bewerbers verfügt, gibt es unzählige andere Kriterien für eine Entscheidung, die deutlich höheres Gewicht haben als eine Verschuldung bzw. Insolvenz.

Im Übrigen ging es hier nicht um entweder/oder: Deine Aussage war ganz unzweideutig formuliert: Du würdest einen verschuldeten Menschen ohne Inso nicht einstellen. Nicht, weil er unfähiger ist, geringere Qualifikationen mitbringt, weniger Berufserfahrung, weniger gut in's Team passt, weil er schlechtere Zeugnisse hat, weil er zu weit entfernt wohnt, etc. pp. - sondern einzig und allein, weil er Schulden hat und Erfahrungen mit GV-Besuchen. Das war der Punkt.

Grüße
Timebandit

Oktober1
07.12.2013, 15:42
Weil es wesentlich mehr Ärger gibt/geben kann. Schon allein lohnbuchhalterisch. Das ist der Punkt.

Im Übrigen freue ich mich über jeden, der arbeitet u. Steuern zahlt.

Was Du sonst noch interpretierst, ist Deine Sache.

TimeBandit
09.12.2013, 15:05
Weil es wesentlich mehr Ärger gibt/geben kann. Schon allein lohnbuchhalterisch. Das ist der Punkt.

Im Übrigen freue ich mich über jeden, der arbeitet u. Steuern zahlt.

Was Du sonst noch interpretierst, ist Deine Sache.

Hier interpretiert nur einer. Und das bin nicht ich.

Zu Beginn meiner Insolvenz hatte ich eine Gehalts-Pfändung über einen fünfstelligen Betrag, bei pfändbaren Beträgen im unteren dreistelligen Bereich. Wo genau wäre da der *wesentliche* Nachteil für die Lohnbuchhaltung gegenüber der anschließenden Insolvenz gewesen?

Der Umgang mit Pfändungen gehört zu täglichen Geschäft eines Unternehmens. Ich wüsste nicht, warum des regelmäßig zu Ärger in der Lohnbuchhaltung führen sollte. Und wenn Du schreibst "Schon allein..." implizierst Du, dass es auch an anderen Stellen im Unternehmen regelmäßig *wesentlich* mehr Ärger mit verschuldeten Mitarbeitern gibt. Würde mich interessieren, wo das sein soll. Und ich meine nicht den Einzelfall, sondern grundsätzlich.

Oktober1
09.12.2013, 18:37
Es gibt Unternehmen, die kassieren pro Pfändung Beträge vom Lohn/Gehalt. Weil sie damit keine Probleme haben u. es ihnen Wurst ist?

Bei mir weiß das Lohnbüro (wahrscheinlich) noch nicht mal von der Inso, weil mein TH nicht offenlegt u. ich selbst abführe.

Bei Offenlegung wäre ich vielleicht sogar meinen Job los.

TimeBandit
13.12.2013, 13:01
Es gibt Unternehmen, die kassieren pro Pfändung Beträge vom Lohn/Gehalt.

"Die mit der Bearbeitung von Lohn- oder Gehaltspfändungen verbundenen Kosten des Arbeitgebers fallen diesem selbst zur Last. Er hat weder einen gesetzlichen Erstattungsanspruch gegen den Arbeitnehmer noch kann ein solcher Anspruch durch (freiwillige) Betriebsvereinbarung begründet werden." Bundesarbeitsgericht Urteil vom 18.07.2006, 1 AZR 578/05

Weil sie damit keine Probleme haben u. es ihnen Wurst ist?

Weil sie die Rechtslage nicht kennen oder ignorieren?

Bei mir weiß das Lohnbüro (wahrscheinlich) noch nicht mal von der Inso, weil mein TH nicht offenlegt u. ich selbst abführe.

Bei Offenlegung wäre ich vielleicht sogar meinen Job los.

Na sowas. Ich dachte in Deinem Weltbild hat der AG nur Probleme mit nicht insolventen Schuldnern. Aber abgesehen davon ist Dir schon klar, dass eine Insolvenz des Arbeitnehmers allein kein Kündigungsgrund für den Arbeitgeber sein kann. Mal von besonderen Konstellationen abgesehen (besondere Vertrauenspositionen, u.ä.)

Plusminus
13.12.2013, 16:37
Aber abgesehen davon ist Dir schon klar, dass eine Insolvenz des Arbeitnehmers allein kein Kündigungsgrund für den Arbeitgeber sein kann. Mal von besonderen Konstellationen abgesehen (besondere Vertrauenspositionen, u.ä.)


Wenn der AG ihn los haben möchte bekommt er ihn mit oder ohne Insolvenz los!

Oktober1
13.12.2013, 18:27
Ich dachte in Deinem Weltbild hat der AG nur Probleme mit nicht insolventen Schuldnern.

Vertrauensposition, richtig. In meinem Falle würde dann nicht mein AG, sondern der Kunde meines AG, bei dem ich eingesetzt bin, ablehnen.

TimeBandit
16.12.2013, 16:51
Na dann gehörst Du eben zu den oben erwähnten besonderen Konstellationen. Dann darfst Du aber nicht den Fehler machen, von dieser besonderen Konstellation auf alle anderen Arbeitsverhältnisse zu schließen.