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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigentumsaufgabe



Mercedes
23.11.2013, 10:58
Hallo,
mein Mann und ich befinden uns im 5. Jahr der Insolvenz. Die Bank will unser Haus weder Verkaufen noch Zwangsversteigern. Für einen angemessenen Mietpreis lässst sie uns im Haus wohnen. Da wir aber davon ausgehen, dass die Bank das nicht macht weil sie uns "liebt", dient es wohl nur zur Werterhaltung.

Die Bank hat uns angeboten, nach der IV einen kostengünstigen Kredit aufzunehmen, da in absehbarer Zeit die Heizung und Dachfenster Reparaturbedürfitg sind. Selbst wenn dies noch 3-5 Jahre dauert sollte.

Wir hängen sehr an unserem Haus und wissen eigentlich auch nicht was auf uns diesbezüglich noch zu kommt.

Eine kostengünstige Wohnung haben wir uns schon angesehen und auch über einen Termin bei Notar wegen § 928 nachgedacht.

Wer hat selbst schon so eine Erfahrung gemacht und nicht wußte was er in einer solchen Situation richtig macht? Klar, entscheiden müssen wir es am Ende!

Wir denken, dass die Bank uns nur hinhalten will und irgendwann den Kredit also die Grundschuld an eine andere Bank weiter verkauft??

Mercedes
23.11.2013, 11:26
Ich möchte noch hinzufügen, dass wir auf keinen Fall nochmal einen Kredit aufnehmen würden.
Das ganze zerrt schon an den Nerven und manchmal ist mir das heulen näher als alles andere. Sicher, ein Schlussstrich wäre das beste aber ist es auch immer das beste???

Wenn ich wüsste das wir das Haus auf alle Fälle irgendwann verlieren, würde mir der Abschied wesentlich leichter fallen.

Oktober1
23.11.2013, 12:38
Vielleicht kann ein Mod das zusammen fassen mit 11:58?

Oktober1
24.11.2013, 14:06
schubs...

Mercedes
25.11.2013, 12:20
Hallo,

so wie es aussieht hat außer mir keiner solche Probleme. Hätte mich sehr über ein paar Antworten oder Tipps gefreut. Naja, ist halt so!

INTI
25.11.2013, 12:24
???

techris
26.11.2013, 06:51
Wo, ist das Problem? Falls ihr noch im Grundbuch steht, warum zahlt ihr Miete? Grundsteuer, Müllabfuhr usw. zahlt ihr ja auch. techris

Mercedes
26.11.2013, 09:23
Hallo techris,
erstmal danke, dass mir überhaupt mal jemand antwortet. Mir geht es darum, ob man immer in der Insolvenz sein Haus verliert und ob es wirklich das beste ist wenn man selber geht. Ich verstehe auch nicht, warum die Bank uns nicht raus haben will! Vielleicht nur Taktik?

techris
26.11.2013, 09:38
Hallo Mercedes, wenn der Treuhänder das Haus freigegeben hat, könnte es sein, dass ihr weiter in dem Haus leben könnt. Die Bank hat die Forderung angemeldet. Wenn ihr keine Schulden mehr habt und das Haus verkaufen wollt, will die Bank für die Freigabe der Grundschuld eine Entschädigung. Aber nochmals die Frage, warum zahlt ihr Miete an die Bank?

INTI
26.11.2013, 09:40
Bitte beachten, dass die öffentlichen Lasten weiterlaufen und nach Insolvenzeröffnung nicht von der RSB erfasst werden.

Mercedes
26.11.2013, 09:58
Die Bank verlangt von uns so eine Art Nutzungsentschädigung. Diese ist aber nur befristet von 8 Monaten, danach müssen wir wieder unsere Einnahmen und Ausgaben offen legen. Aber an unserer finaziellen Situation wird sich nichts mehr zum positiven entwickeln. Es wird eher noch weniger werden. Aber auch da würde die Bank wohl eingehen. Wir können die Sache echt nicht einschätzen was überhaupt mal passiert. Ich glaube nicht, dass die Bank uns bis zum Lebensende im Eigenheim wohnen lässt.

Das merkwürdige ist ja daran, das die Bank uns einen Kredit nach der Insolvenz für Reparaturen angeboten hat, was schon mal gar nicht geht! Selbst wenn wir nach der IV schuldenfrei sind, die Grundschuld bleibt trotzdem bestehen.

techris
26.11.2013, 11:44
Mercedes, die Bank hat ihre Forderung im Insolvenzverfahren angemeldet? Ja. Dann kann sie von dir gar nichts verlangen, weil du über kein pfändbares Einkommen mehr verfügst, denn das steht dem Treuhänder zu! Folglich, solange du keine neuen Schulden machst und deine "Lasten" das Haus betreffend zahlst - Hausversicherung, Grundsteuer, Müllabfuhr usw.
ist für dich die Angelegenheit in Ordnung. Eigentümer bis immer noch du. Solange du in dem Haus wohnen kannst, musst du keine Miete bezahlen! techris

Klaus
26.11.2013, 11:55
Ihr habt doch in eurem ersten Beitrag schon eine Vermutung geäußert, warum euch die Bank drin wohnen lässt. Es geht denen WIRKLICH nur drum, dass die Bude nicht verfällt, geheizt wird, dass die Müllabfuhr nicht von ihnen bezahlt werden muss und das notwendige Reparaturen sogar im Wege neuer Kreditvergabe von Euch als Nutzern übernommen werden. Von daher ist die Frage des Kollegen "technis" berechtigt: warum bezahlt Ihr für diese Dienstleistung auch noch Miete?
Ein früherer Klient hat es nach der Freigabe seiner Schrottimmobilie durch den Insolvenzverwalter geschafft und erfolgter Restschuldbefreiung, seine Hütte zu vermieten, um die Nebenkosten (u.a. WEG-Gelder) zahlen zu können, obwohl die Badenia Bausparkasse die Grundschuld weiter hat. Das kann praktisch so weiterlaufen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Und vielleicht zieht er irgendwann selber ein nach Renteneintritt. Die Immobilienanlage befindet sich nämlich auf dem Weg in die dritte Liga.

Mercedes
26.11.2013, 12:32
Die Bank hat ein Absonderungsrecht und teilte uns mit, das wir auch in einer Mietwohnung nicht kostenlos leben könnten. Deshalb diese Nutzungsentschädigung. Wie schon im1. Beitrag von mir erwähnt, haben wir uns nach einer kostengünstigen Wohnung umgesehen und werden §928 in Erwägung ziehen.
Was wir nicht verstehen warum sie nicht verkaufen will? Ein Käufer war da, mit guten Konditionen und hätte uns auch drin wohnen lassen, aber die Bank hat abgelehnt.

techris
26.11.2013, 12:55
Was passiert denn, wenn du keine Nutzungsentschädigung bezahlst. Nach welcher Rechtsgrundlage verlangt die Bank Nutzungsentschädigung? techris

Klaus
26.11.2013, 13:02
Die Bank hat ein Absonderungsrecht und teilte uns mit, das wir auch in einer Mietwohnung nicht kostenlos leben könnten. Deshalb diese Nutzungsentschädigung.
Das Absonderungsrecht ist die Grundschuld. Natürlich kann die Bank das Argument der Mietzahlung nutzen, aber ist nur eine Argument, ohne materiell durchsetzbare Kraft. Wenn es sich für Euch besser anfühlt, könnt Ihr ja zahlen.



was wir nicht verstehen warum sie nicht verkaufen will? Ein Käufer war da, mit guten Konditionen und hätte uns auch drin wohnen lassen, aber die Bank hat abgelehnt.
Mögliche Gründe: der faktische Haftungsausschluss an Grund und Boden und für den Zustand des Hauses, das wäre beim Verkauf etwas anders. Vielleicht ist der Kaufinteressent doch nicht so solvent, wie Ihr annehmt. Und verglichen mit worst-case-Szenarien ist die jetzige Regelung mit Euch doch für die Bank gar nicht so übel.

Mercedes
26.11.2013, 13:25
Auf welcher Rechtsgrundlage das basiert, weiß ich leider auch nicht. Aber wir werden diesen Monat keine Nutzungsentschädigung mehr zahlen. Mal sehen was passiert! Der Insolvenzverwalter meinte nur, dass wir uns mit der Bank einigen müssen. Auch unser damaliger Anwalt meinte, dass wir noch von Glück reden können, dass die Bank nicht noch rückwirkend das letzte Jahr uns zur Kasse bittet???hä?? Verstehe wär das will! (Voriges Jahr wurde das Haus aus der Masse frei gegeben)

Wir werden uns nun doch die Wohnung nehmen. Aber ehe das alles durch ist mit §928 bzw. den ganzen Ämtern, Kommunen werden einen noch graue Haare wachsen.

Was den Käufer angeht, da wussten wir schon das er sehr gut bemittelt ist.

Mercedes
30.12.2013, 14:36
Also ich habe Eigentumsaufgabe hinter mich gebracht und konnte es nochmal stoppen, da die Bank sich mit uns einigen will. Wir möchten schon in unser Haus zurück und die Bank hat uns den Vorschlag gemacht, dass sie gewisse Reparaturen bezahlen würden.

Meine Frage: Geht das überhaupt? Ich könnte mir doch dadurch die RSB verbauen!?

Ich weiß bald echt nicht mehr was richtig und was falsch ist aber ich möchte irgendwann auch mal zur Ruhe kommen!

Danke, vorab!