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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TH fordert monatlich Gehaltsabrechnung - innerhalb der Wohlverhaltensphase



spammer_franken
18.11.2013, 00:47
Hallo,

meine Lebensgefährtin befindet sich seit kurzem in der Wohlverhaltensphase.

Auf Ihrer Gehaltsabrechnung ist ein pfändungsfreier Betrag von ca. 1.500 EUR eingetragen (wg. unterhaltspflichtigem Kind), bei einem Netto-Lohn von ca. 1.050-1.100 EUR.

Der TH forderte meine LG schon zu Beginn der Verbraucherinsolvenz dazu auf, monatlich eine Kopie der Gehaltsabrechnung abzugeben. Ich lese hier immer wieder davon, dass in der Wohlverhaltensphase nur noch einmal jährlich Auskunft zu geben sei.

Gibt es dazu einen §en, auf den sich meine LG beziehen könnte?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

INTI
18.11.2013, 05:28
§ 295 insO.

Claus Triebiger
18.11.2013, 09:08
Hallo,
das ist wieder mal so eine Frage.

Ein Inti gibt Ihnen einen §, den wollten Sie auch, nicht wahr?
Können Sie nun etwas damit anfangen?
Steht in dem § 295, dass in der Wohlverhaltensperiode monatlich eine Gehaltsabrechnung abgegeben werden muss? Oder nicht abgegeben werden muss? Fällt nun die monatliche Abgabe der Gehaltsabrechnung unter die Informationspflichten? Die Frage ist die wo die Informationspflicht beginnt und wo sie endet.


Sie müssen Auskunft erteilen über Ihr Einkommen, oder Vermögen, das steht da in diesem § 295..
Wenn sich aber das Einkommen nicht ändert, dann ist es auch, meiner Meinung nach, übertrieben jeden Monat eine Gehaltsabrechnung abgeben zu müssen. Das nennt man dann Selbstzweck, oder Unterwerfungsritual. und manche Treuhänder brauchen das, es ist anscheinend so etwas wie eine Selbstbestätigung, wenn von hunderten Schuldnern die Abrechnung Monat für Monat hereinkommen, und die Verwaltung des Treuhänderbüros alles munter einscannt.
Andererseits ist es aber auch nichts Schlimmes. Das sind zwölf Briefe im Jahr an den Treuhänder, die man ja vorher schon im Computer abspeichern kann. So kommunizieren dann eben Computer mit Computern. Und hinter den Computern sollte man das Leben nicht versäumen.

Worum geht es also?
Um die Frage ob man sich dem vom Treuhänder geforderten Unterwerfungsritual unterwirft oder sich dagegen wehrt?
Geht es um Geld?
Geht es um Recht und Gesetz?

viele der mit bekannten Treuhänder brauchen solche, für beide Seiten unnütze Rituale nicht, da ja, anders herum, der Schuldner verpflichtet ist Änderungen von sich aus mitzuteilen. Viele würden sich die Arbeit des Bearbeitens des ständigen Posteingangs nicht machen, und müssen es auch nicht tun.

Es liegt also im sogenannten "Ermessen". Treuhänder können tatsächlich so, oder aber auch anders handeln.
Das juristische System hält, wie es so schön in der Systemtheorie heißt, Kontingenzen offen.

Ich persönlich würde an dieser völlig bedeutungslosen Frage noch keinen grundsätzlichen "Gehorsamskonflikt" eingehen. Es gibt Fragen, die bedeutungsvoller sind und möglicherweise noch auf Sie zukommen. Wenn der Treuhänder bislang nicht mehr von Ihnen will und fordert, dann soll er doch seine Gehaltsnachweiskopie haben. Er freut sich dann darüber, dass er ein kleines Mächtchen ausüben kann, und Sie warten ab, ob er mehr will. Widerstand ist dort nötig, wo das Ergebnis den Einsatz der Energie, die er kostet, auch rechtfertigt.

Grüße
CT

spammer_franken
18.11.2013, 09:52
Hallo Claus,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich werde den TH fragen, ob die Zusendung als Scannung per Mail ausreicht.

Danke
S_F

INTI
18.11.2013, 10:43
Claus, alles in Ordnung?

Claus Triebiger
18.11.2013, 13:00
Hallo Inti,
nein, es ist nichts in Ordnung.
So viele Treuhänder haben die Gangart wirklich massiv verschärft. DAs war gar nicht gegen Dich gemünzt, sondern dahingehend, dass halt da und dort doch mal Widerstand angesagt sein sollte.
Aber nicht bei der Frage von monatlichen Gehaltsabrechnungen.

INTI
18.11.2013, 13:43
Ich sehe es aus der Perspektive der Treuhänder folgendermassen:

a) Die Abrechnung wird angefordert, damit die pfändbaren Beträge richtig berechnet werden vom AG, um eine Haftung des TH zu vermeiden

b) Die Abrechnung wird angefordert, damit die pfändbaren Beträge richtig berechnet werden vom AG, um eine eventuelle Nachzahlung von Beträgen durch den Schuldner zu verhindern. Dies könnte evtl. auch zu einer Versagung führen.

Ich finde, dass der TH im Ausgangsfall nur seiner Pflicht nachkommt, denn wenn man einmal in die Haftung gekommen ist, dann ist Schluss mit lustig.

joe085
19.11.2013, 08:51
Hallo Claus,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich werde den TH fragen, ob die Zusendung als Scannung per Mail ausreicht.

Danke
S_F

Das müsste ausreichen.
Ich schicke meinem TH auch jeden Monat die Kopie. Er hatte sogar nachgefragt, ob ich es nicht per Mail schicken will, hab aber keinen Scanner.
Ist aber schon taktischer, jeden Monat die Abrechnung zu schicken, damit keine Fehler passieren.

Taschenleer
19.11.2013, 20:39
Also auch ich kann nicht erkennen, dass sich der TH, bei obiger Konstellation, auch nur ansatzweise der Gefahr aussetzt, dass zu wenig Pfändbares seitens des Arbeitgebers berechnet/abgeführt werden kann.

Aus dem Satz, dass ein Pfändungsfreibetrag auf der Lohnabrechnung eingetragen ist, erkenne ich den Sachverhalt so, dass die Abtretung vom TH offengelegt wurde. Es müsste mehr als 400 Euro monatlich netto mehr vom Arbeitgeber gezahlt werden, bevor sich ein Pfändungsbetrag überhaupt generieren kann.

Von 2 bekannten Möglichkeiten (Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld) mal abgesehen, sehe ich in dem Lohn-Gehaltsgefüge beim spammer_franken diesbezüglich eher keine Gefahr. Wo soll also die Haftungsgefahr beim TH in diesem Fall hier sein?

Und ob das dieses monatliche Ritual rechtfertigt...

Ich weiß ja nicht. Den Punkt bzgl. Mail mit einem Scan der jeweiligen Abrechnung würde zumindest die Kosten für Papier, Umschlag und Porto reduzieren.

Taschenleer

FinLaure
20.11.2013, 08:23
Mein TH fordert auch monatlich meine Gehaltsabrechnungen. Wegen Krankheit habe ich sie im Sommer ein Mal zwei Wochen zu spät geschickt und befand mich gleich in einem E-Mail und Telefon-Bombardement (ohne Scheiß, das ging mehrmals täglich, bis er den Kram hatte). Und auch, wenn mich das maßlos aufgeregt hat, tu ich nichts weiter, als ihm die Kopien monatlich zu schicken, weil ich keine Lust habe, mich mit ihm anzulegen. Bei den Korken, die der schon geschossen hat, bin ich der Meinung, der wartet nur drauf, dass er irgendwo ansetzen kann.

Bin nur froh, dass er bei der NTV gepennt hat und an meine Steuerrückzahlung nicht rankommt. Das konnte ich nach den 4 Jahren Terror mal als Genugtuung auffassen :)