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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Privatinsolvenz/Ausgeschöpfter Dispokredit



Andrea Blume
16.11.2013, 15:39
Hallo, Forum!

Mein Lebensgefährte ist Hartz IV-Empfänger und muss leider Privatinsolvenz beantragen.

Nun geht es um sein Konto bei der Berliner Sparkasse, P-Konto, mit überzogenem Dispo in Höhe von 2.000 Euro. Ist es möglich, den Dispo zu kündigen, in die "Insolvenzmasse" mit einzubeziehen und das Konto trotzdem als Guthaben-und P-Konto weiterzuführen? Nur bei der Andeutung dieses Themas gegenüber der Bank brach ein (mündlicher) Sturm der Ablehnung über ihn herein.

Ist das nur Löwengebrüll und die Bank nicht aufgrund ihrer sog. Selbstverpflichtungserklärung verpflichtet, das Konto auch nach Kündigung des Dispo weiterzuführen? Sie duldet den Dispo seit über einem Jahr, trotz Hartz IV.

Ein neues Konto bei einer anderen Bank zu eröffnen, ist leider aus diversen Gründen nicht möglich.

Danke schon jetzt für Eure Hinweise!

Shopgirl
16.11.2013, 19:05
Der Dispo muss nicht gekündigt sein, um ihn mit in das Insolvenzverfahren zu nehmen.
Die andere Frage ist, wie die Bank damit umgeht. Freuen wird sie sich nicht und eine Kündigung des Kontos kann passieren.
Wieso ist es nicht möglich bei einer anderen Bank ein Konto zu eröffnen? Das würde in dieser Konstellation einiges vereinfachen.

Geldverkauf
18.11.2013, 12:42
Wieso ist es nicht möglich bei einer anderen Bank ein Konto zu eröffnen?

Das würde mich auch mal interessieren.

Ich kenne aber Leute, die fühlen sich ihrer Hausbank moralisch so sehr verpflichtet, dass sie NIE in ihrem Leben das Konto kündigen könnten.

Klaus
19.11.2013, 12:21
... Ist es möglich, den Dispo zu kündigen, in die "Insolvenzmasse" mit einzubeziehen und das Konto trotzdem als Guthaben-und P-Konto weiterzuführen? ...


@Andrea Blume:
Das ein Kontowechsel für Deinen partner keine Möglichkeit ist, hinterfrage ich jetzt mal nicht und nehme es einfach mal so hin. Dann wird's aber richtig schwierig mit der jetzigen Bank, die den Dispo gewährt. Ich kenne aus meiner Praxis keinen fall, in dem die Bank dann nicht die gesamte Geschäftsverbindung gekündigt hätte und ein Giros-Konto auf Guthabenbasis weitergeführt hat. Ob es rechtlich möglich wäre? Keine Ahnung.
Ob es für beide Seite praktikabel und gut wäre? Kann ich mir nicht vorstellen, da die Bank gleichzeitig (passiver) Insolvenzgläubiger wäre und gleichzeitig (aktiver) Kontoverwalter. Da sind Rollenkonflikte vorprogrammiert!!! Die Bank könnte sich nämlich des Verdachts des Treuhänders ausgesetzt sehen, auf kaltem Weg, sozusagen "unter dem Tisch" Gelder einzustecken, die immer über den Schreibtisch des TH laufen müssen. Und der Schuldner würde sich dem Verdacht aussetzen, gegen die Obliegenheit des § 295 (1) Nr. 4 zu verstoßen. Daher zwei Ratschläge: rede Deinem Partner diese Idee aus! Und: ein eigenes Konto bei einem anderen Kreditinstitut geht immer!