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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ehefrau nicht unterhaltsberechtigt



JCS
24.10.2013, 16:52
Hallo an das Forum,

nach 10 Jahren habe ich mich nun endlich dazu durchringen können das Verbraucherinsolvenzverfahren über mein Vermögen zu beantragen. Der lange Zeitraum hat diverse Gründe die hier aber keine Rolle spielen brauchen.

Das Gericht hat beschlossen dass das Verfahren schriftlich geführt werden soll.

Der Insolvenzverwalter hat nun beim Gericht beantragt dass meine Ehefrau bei der "Berechnung des unpfändbaren Teils des Arbeitseinkommens des Schuldners unberücksichtigt bleibt". Um seine Argumente zu festigen hat er gleich beim Finanzamt einen Einkommensteuerbescheid beantragt und auch einen vorläufigen Bescheid bekommen (sogar noch vor mir). Gleichzeitig führt er aus dass meine Frau ja in der Lage war die Verfahrenskosten für das IV zu zahlen.

Meine Kinder sind auch nicht mehr unterhaltspflichtig da sie erwachsen sind.

meine Frag an das Forum ist nun : wie berechnet sich nun der Anteil meines Lohns den ich abzuführen habe ? Nach der allgemeinen Pfändungstabelle mit null unterhaltspflichtigen Personen oder gibt es eine andere Berechnungsart ?

Ich werde aus dem Schreiben des Anwalts und des Beschluss des Gerichts nicht ganz schlau.


Zusätzlich habe ich noch eine andere Frage : Derzeit habe ich auf meinem P-Konto ein Guthaben auf das ich nicht zugreifen kann. Es handelt sich um einen Betrag aus einem Vormonat wo ich nicht alles abgehoben habe. Wie komme ich an diesen Betrag ? Es gibt nach Aussage der Bank derzeit keine Pfändung für das Konto - den Betrag bekomme ich dennoch nicht.

Weitere Frage : Vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens waren zwei Lohnpfändungen über meinen Lohn verfügt worden. Dabei wurde aber nur eine Pfändung bedient. Mit der Eröffnung des Verfahrens hat der IV den Arbeitgeber angeschrieben und diesen Betrag für sich reklamiert und eingefordert.

Ist das rechtens oder können mir daraus rechtliche Nachteile entstehen da ja die Lohnpfändung aktuell nicht bedient wird ? Der Arbeitgeber zahlt direkt an den IV.
Müssen nicht zunächst die Pfändungen aufgehoben werden ?

Oder ist es so dass mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens alle Pfändungen aufgehoben sind ? Ein entsprechender Hinweis oder ein Schreiben vom Gericht bzw. vom IV liegt mir nicht vor.

Vielen Dank für Eure Hilfe

Klaus
24.10.2013, 17:30
Wie schätzt das Ihre Schuldnerberatungsstelle ein? Haben Sie mal gefragt?

JCS
25.10.2013, 10:19
Ich habe keine Schuldnerberatungsstelle kontaktiert - der gütliche Einigungsversuch sowie die Aufarbeitung der Unterlagen lief über einen Anwalt

Tira
25.10.2013, 10:54
Was verdient Deine Frau im Monat?
Warum willst selber abführen? Macht doch der Arbeitsgeber.
Erstmal den Beschluß des Gerichts abwarten. Z. Zt. ist ja nur ein Antrag gestellt.
Sorry P-Konto - da hab ich keine Ahnung.

Klaus
25.10.2013, 12:33
Hallo nochmal, entscheidend ist die Frage, wie hoch das Nettokommen Ihrer Frau ist.
So ab 400,00 monatlich wird's kritisch mit der Berüclsichtigung hinsichtlicher Ihrer Unterhaltspflicht und entsprechender Berücksichtigung in der Tabelle 850 c ZPO.
Bei Ihren Kindern ist nicht entscheidend, ob sie volljährig sind, sondern ob Sie als Vater weiterhin
a. verpflichtet sind Unterhalt zu zahlen (z.B. wg nicht abgeschlossener Ausbildung), auch in Naturalform., und
b. ob Sie es als Vater auch tatsächlich tun.

Durch den Treuhänder/insolevnzverwalter ist das Konto "beschlagnahmt", daher zahlt die Bank vermutlich nichts an sie aus. Der Treuhänder/Insolvenzverwalter muss das Konto gegenüber der Bank erst freigeben. Trotz P-Kontos passiert das immer wieder.
Die Abtretung des Treuhänders/Insolenzverwalters geht mit Verfahrenseröffnung den Pfändungen bei Ihrem Arbeitgeber "vor", da muss also nichts aufgehoben werden.