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Chrissy654321
24.09.2004, 12:15
Hallo

ich bin Betreuerin meines Sohnes. Er hat ein Handy entwendet und soll nun dieses mit einer Geldzahlung ersetzen. Auf Grund meiner Betreuung muss ich mich mit dem RA des Gläubigers auseinander setzen.- Mein Sohn hat kein Geld und musste auch seine Ausbildung wegen der Krankheit abbrechen. Ob er jemals Einkommen erzielen kann, weiß ich nicht. Ich habe dem RA 200 Euro überwiesen, (Zahlung auf Hauptforderung) Der RA verrechnet diese Zahlung nicht mit der Hauptforderung, sondern mit Kosten und Zinsen. Er beauftragt weiterhin den GV. Nächster Termin zur Abgabe der EV ist der 28.09. Mein SOhn kann nicht zu diesem Termin erscheinen, weil er in einem Heim lebt, wohnt und betreut wird. Was kann ich tun??? Außer Mails an den RA zu schreiben, die ja scheinbar zwecklos sind.

Gästin
24.09.2004, 14:00
wie hoch ist denn die hauptforderung?
ist eine ratenzahlung vereinbart??

was meinen sie mit kosten und zinsen??
offensichtlich resultiert die forderung aus einem gerichtsurteil..
dh. sie müssen für die gesamtsumme plus anfallende zinsen aufkommen..
dementsprechend müssen sie die kosten auch gesamt abtragen..
kommen sie dem nicht nach müssen sie kleine raten vereinbaren, um stundung bitten oder pünktlich zahlen..

fanthomas
24.09.2004, 14:21
Hallo,

bitte mal schreiben, wie hoch die Gesamtforderung ist und um was für einen Titel es sich handelt. Wo ist denn der Sohn gemeldet - im Heim? Wem wurde die Ladung zur EV geschickt?

Auch noch wichtig - ist der Sohn amtsbekannt prozessunfähig und bist Du als Betreuerin auch zur Vermögensvorsorge ermächtigt worden?

chrissy654321
24.09.2004, 15:04
Ja ich bin auch als Betreuerin zur Vermögenssorge bestellt. ich habe 50% der Forderung d.h. 200 Euro bezahlt. Mein Sohn ist seit 01.09.04 bei mir mit seinem WOhnsitz gemeldet. Mittlerweile sind schon weitere 100 Euro als Kosten dazu gekommen. Ich selber bin arbeitslos und auch nicht in der Lage den Rest zu zahlen. Meinem Sohn hat damals auch noch 200Euro als Geldstrafe vom Gericht erhalten. Dieses ist mittlerweile aufgehoben worden. Es ist dem Gericht bekannt, dass mein Sohn schwer erkrankt ist.

fanthomas
24.09.2004, 17:03
Wenn der Sohn prozessunfähig ist und dies in Schriftform den Parteien bekannt ist, dann wärst Du als Betreuer verpflichtet in dessen Namen die EV abzugeben.

Im anderen Fall kann die EV vom Schuldner selbst verlangt werden. Im Prinzip ist ja nichts zu holen, eine EV läuft deshalb ins Leere. Dennoch ist es besser diese zu vermeiden.

Ich gehe jetzt davon aus, dass keine Ratenzahlungsvereinbarung vorliegt und die bisherigen Zahlungen peu a peu erfolgt sind und der Anwalt ständig den Rest anmahnt.

Die Frage ist, kannst Du in den nächsten 6 Monaten mindestens 75% der Forderung auftreiben. In diesem Fall lies mal in der ZPO den §900 Abs. 3 durch. Es wird hier dem Schuldner die Möglichkeit eingeräumt die Forderung innerhalb von 6 Monaten zu begleichen, mit der Möglichkeit einer Fristverlängerung v. weiteren 2 Monaten, wenn bis dahin wenigstens 75% der Forderung beglichen sind.

Durch Deine Zahlungen ist der Wille u. die Fähigkeit schon dokumentiert. Ein halbwegs vernünftiger GV wird das auch so sehen. Ich kenne auch GV`s, die beim Gläubiger anrufen und versuchen in der Sache nochmals zu vermitteln.

Sollte der GV keinen weiteren Aufschub dulden, dann bestreite die Verpflichtung zur Abgabe der EV aus den vorgenannten Gründen.(siehe auch ZPO 900 Abs.4).

Also zum Termin auf jedenfall hingehen.

heini
24.09.2004, 18:25
Aber dieser Weg geht nur, wenn die Zahlungen an den GV geleistet
werden, nicht an den Rechtsanwalt. Der wäre auch viel teuerer.
Vielleicht sprichst Du mal über die Möglichkeit von Ratenzahlungen
mit dem GV.

Ciao

heini

fanthomas
24.09.2004, 18:34
Da muss ich jetzt widersprechen. Die Zahlungen können an den Gläubiger direkt gehen. Mit Einverständnis des Gläubigers kann auch der GV die Raten annehmen.

Das ist aus den Rechtskommentaren wie z.B. Zöller und auch Kommentaren von GV`s ersichtlich. Wenn ich die auf meinem Rechner wieder finde, kann ich das mal hier einstellen.

chrissie654321
24.09.2004, 18:34
bin ich als Betreuerin verpflichtet, seine Schulden abzutragen? Das kann nicht sein, Ich werde mal schauen, was die GVin sagt.

heini
24.09.2004, 18:42
Mit Einverständnis des Gläubigers ja. Aber der GV kann Ratenzahlung
für 6 Monate anordnen, auch gegen den Willen des Gläubigers. Und
dann gibt es keine Ratenzahlungsvereinbarungsabzockungsgebühr,
sondern nur die kleine faire Gebühr des GVs.

Ciao

heini

fanthomas
24.09.2004, 18:42
Nein, alles was Du machst geschieht im Namen des Sohnes.
Die EV wird auch nur als Vertretung für den Sohn verlangt. Es ist nicht Deine eigene EV.

Ich ging jetzt nur davon aus, dass Du Deinem Sohn die EV ersparen möchtest.
Du kannst es lassen und erklärst das er nichts hat. Sag mal, wäre es denn möglich mit dem Forderungsinhaber zu sprechen. Letztendlich ist er der Herr des Verfahrens und kann den Termin jederzeit stoppen. Der Anwalt hat da gar nichts zu melden.

Nochmals, zu dem Termin, sofern nicht aufgehoben, auf jeden Fall hingehen. So wie ich den Anwalt einschätze würde er sonst Haftbefehl gegen Dich als Betreuer zur zwangsweisen Vorführung veranlassen. Das muß nicht sein und kostet noch mehr Geld.

chrissy654321
25.09.2004, 10:17
Danke für den Tip. Ich habe dem Anwalt in jedem meiner Schreiben mitgeteilt, dass mein Sohn leider kein Geld hat. Es ist eine sehr schwierige Situation, der GL wohnt nur ein paar Häuser weiter als ich. Wenn ich zu ihm ginge, möchte er bestimmt wissen, wieso, weshalb und warum mein Sohn krank ist.Und dass will und möchte ich nicht sagen. Mal sehen was ich tun kann.

Unregistriert
25.09.2004, 11:19
Morgen chrissy654321,

Du bist ja als Betreuerin eingesetzt. Darüber gibt es doch Unterlagen. Ich denke dass sollte für den in der Nachbarschaft wohnenden Gläubiger genügen, um zu erkennen, das da "etwas nicht stimmt und nicht so ist wie es eigentlich sein sollte".

Betreuerin wird man ja nicht aus Jux und Tollerei. Die Summe ist auch nicht sonderlich hoch, so dass der Gl. da etwas mehr Augenmaß haben sollte.