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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was passiert, wenn ein Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt wird?



Unregistrier
12.10.2004, 13:55
Das InsO-Verfahren meiner GmbH wurde im August mangels Masse abgewiesen.

Jetzt habe ich folgenden Satz im Internet gelesen:

Nach Ablehnung eines Insolvenzantrags wird der Schuldner in ein besonderes Verzeichnis eingetragen. Diese Eintragung signalisiert die totale Vermögenslosigkeit. Um zu verhindern, dass nach Ablehnung eines Insolvenzantrages mangels Masse weiterhin Geschäfte unter dem Namen einer vermögenslosen juristischen Person (z.B. GmbH) gemacht werden, wird sie im Handelsregister gelöscht. Nach der Ablehnung des Insolvenzantrages ist die Einzelvollstreckung möglich


Was bedeutet das für mich? Kommen die GmbH Gläubiger jetzt auf mich zu um zu vollstrecken? Muss ich die Gläubiger der GmbH ins Verzeichnis der Verbraucherinso mit aufnehmen?

Felsenbirne
12.10.2004, 14:02
mangels Masse abgelehnt heißt nicht dass nix da ist sondern nur dass das Gericht zur Entscheidung ob eröffnet werden soll zu wenig Masse sah um überhaupt zu eröffnen.

Das Recht der Gläubiger trotzdem in irgendwelches Vermögen der in Auflösung befindlichen GmbH zu vollstrecken ist damit gemeint.

Unregistrier
12.10.2004, 14:12
Gut, dass verstehe ich.

Welche GmbH Gläubiger können in mein privates Vermögen vollstrecken (Durchgriffshaftung)?

Welche GmbH Gläubiger muss ich in das Verzeichnis meiner Privatinsolvenz (private Bürgschaft für die GmbH) mit aufnehmen?

Felsenbirne
12.10.2004, 14:24
Alle die nach dem Gesetz oder auf Grund persönlicher Fehler des/ der GF einen entsprechenden Durchgriff haben.

Also Sozialversicherungsträger / Finanzamt für nicht abgeführte Lohnsteuer.
oder durch persönliche Zusagen.

Rubius_Hagrid
12.10.2004, 18:56
Alle die nach dem Gesetz oder auf Grund persönlicher Fehler des/ der GF einen entsprechenden Durchgriff haben.

Also Sozialversicherungsträger / Finanzamt für nicht abgeführte Lohnsteuer.
oder durch persönliche Zusagen.

Und die die gerichtlich unter Beweis stellen, dass der GF für Tatbestände wie Insolvenzverschleppung oder Eingehungsbetrug verantwortlich ist und ihnen dadurch einen Schaden zugfügt hat.

Felsenbirne
15.10.2004, 13:12
Und die die gerichtlich unter Beweis stellen, dass der GF für Tatbestände wie Insolvenzverschleppung oder Eingehungsbetrug verantwortlich ist und ihnen dadurch einen Schaden zugfügt hat.

Sehr gut, hatte ich vergessen,[SIZE=5]

Ein Anwalt hatte so, für einen Lieferanten ohne wirklich den Nachweis führen zu können, dem GF einer GmbH, der die Prozeßkosten schäute nachträglich noch etwa 10.000,-- aufs private Auge gedrückt.