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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage bzgl. Bankkonto



troubleman
07.10.2004, 02:51
Hallo,

Auch ich muss mich dieser Tage nach einer mehr oder weniger s/erfolgreichen/erfolglosen Selbstständigkeit mit Finanzproblemen herumplagen.

Kommende Woche Freitag werde ich zu einem (wahrscheinlich nicht vorhanden Kaffee) beim GV geladen, der mir dann die EV abnehmen möchte (für einen relativ menschlichen Betrag von ~1500 Euro). Nun wäre es zwar möglich, hier noch ein wenig zu zicken (da Güteverhandlung vor Gericht auf den 2.11 angesetzt ist) oder das Geld aufzutreiben, aber leider sehe ich da noch einen anderen auf mich zukommen (~14.000 Euro), den ich dann nicht mehr aus der Portokasse finanzieren kann (und auch sonst nicht gerade sonderlich kooperativ war).

Ich überlege also gerade, ob es vergebene Liebesmüh ist und ich das "Drama" einfach am kommenden Freitag beenden soll (zumal ich dann auf absehbare Zeit die Möglichkeit habe, den Eintrag durch Zahlung wieder zu löschen).

Ein weiteres Problem, was mich in diesem Zusammenhang plagt: ich unterhalte (zumindestens momentan noch ;)) ein Konto bei der Deutschen Bank. Ich vermute, dass ich am kommenden Freitag aber präventiv die Bankkarte zerschnippseln werde und das Konto auflöse (bevor die den Spieß umdrehen - zumindestens einmal will ich meiner Bank einen schritt voraus sein :D).
Danach wird es dann wohl zu einer guthabens geführten Bank gehen, wobei das Problem sein wird, dass natürlich die Pfändungen eintreffen und damit auch erstmal erschwert gearbeitet werden kann.
Ich überlege nun also, zumindestens für die erste Zeit ein Konto im Ausland zu beantragen (z.B. bei postfinance in der Schweiz), wo ich zumindestens erstmal nicht so schnell den Rausschmiss fürchten muss und "sinnlose" Kontopfändungen eintreffen (die pfändbaren drei-taller-fünfzich würde ich ja freiwillig noch rausrücken ;)).

Bewege ich mich mit derlei Überlegungen auf rechtlich dünnem Eis, oder geht das ok? - Irgendwelche Gelder werden dabei natürlich nicht zur Seite geschafft und nennenswerte Beträge werden sich da auf absehbare Zeit auch nicht einfinden (auch wenn ich natürlich keinerlei Einwände dagegen hätte).

Für etwaige Kommentare oder Hinweise bedanke ich mich schon jetzt!

Besten Dank & Gruß,
troubleman

Ein Gast
07.10.2004, 04:23
Bewege ich mich mit derlei Überlegungen auf rechtlich dünnem Eis, oder geht das ok? - Irgendwelche Gelder werden dabei natürlich nicht zur Seite geschafft und nennenswerte Beträge werden sich da auf absehbare Zeit auch nicht einfinden (auch wenn ich natürlich keinerlei Einwände dagegen hätte).

Für etwaige Kommentare oder Hinweise bedanke ich mich schon jetzt

Solange diese Konten erst nach Abgabe der EV eröffnet werden ist dagegen nichts zu sagen, die EV ist eine Momentaufnahme. Ob du das Konto bei der Deutschen Bank trotzdem angibst und es erst nach Abgabe der EV kündigst bleibt dir überlassen, genauso könntest du es vorher kündigen und kein Konto angeben was aber unter Umständen etwas Ungläubigkeit hervorrufen kann.

troubleman
07.10.2004, 05:07
Hallo "Gast" :),

> die EV ist eine Momentaufnahme

So hatte ich es auch verstanden und das "beruhigt" doch ein wenig (mal davon abgesehen, dass es das Problem nicht löst - aber ich beschränke mich jetzt bei den Lösungen auch erstmal auf Momentaufnahmen ;)).

> erst nach Abgabe der EV eröffnet werden

Schon alleine aus dem zeitlichen Rahmen heraus wird es garnicht anders möglich sein. Ich werde es wohl jetzt bereits beantragen, aber da kommt ja ein bischen Papierkram auf mich zu (bzgl. Appostile etc.)... das dauert mit Sicherheit bis über die EV hinaus an, bis hier etwas eintrudelt.

> genauso könntest du es vorher kündigen und kein Konto angeben was aber
> unter Umständen etwas Ungläubigkeit hervorrufen kann.

Ich hatte bis dato darauf spekuliert, dass Konto am Tag der EV aufzulösen (momentan sind da eh nur kleinbeträge drauf). Da kurze Zeit nach der EV eh die passende Pfändung eintreffen sollte (was dann wahrscheinlich zur Kündigung der DB führen dürfte), nehme ich denen die Arbeit gerne noch ab (zumal sich meine Begeisterung für das Kreditinstitut eh in überschaubren Grenzen hällt).
Ob das ganze dann nun glaubwürdig rüberkommt oder nicht, ist mir dann eigentlich erstmal egal... ich habe eine ehrliche Auskunft gegeben (und mehr sollte ja nicht gewünscht werden).

In diesem Sinne danke für Deinen Beitrag! :)

Besten Gruß,
troubleman

ThoFa
07.10.2004, 20:46
Hallo,

es wird dir Frage kommen, wie Du bisher Dein Gehalt / ALG oder was auch immer erhalten hast.
Besser finde ich es das Konto zu behalten und dann nicht kündigen, da findige Gläubiger dies zur Nachbesserung einer EV nutzen könnten. Lass die sich am Konto austoben und es wird Dir gekündigt (Achtung: Negativmerkmal Schufa). Die Kündigung schön aufbewahren, falls GV mit Nachbesserung wegen Kontowechsel kommt.

MfG

ThoFa

boris_hb
07.10.2004, 21:39
Hallo!

Die Kündigung eines Girokontos ist mitnichten automatisch Grund zur EV-Nachbesserung, denn es gilt:

Immer dann, wenn das ursprüngliche Vermögensverzeichnis schon zum Zeitpunkt der Abgabe der EV unvollständig und unrichtig war, ist hinreichend Anlass für einen Antrag zur Nachbesserung gegeben (Quelle: Vollstreckungs-Ass)

Auch für eine vorzeitige erneute Abgabe ist die Kontokündigung kein Grund, da nur Veränderungen in den Vermögensverhältnissen, nicht aber "veränderte Geldflüsse" eine vorzeitige neue EV nach § 903 ZPO möglich machen.

Es empfiehlt sich also, direkt nach EV-Abgabe das alte Konto zu kündigen und ein neues zu eröffnen. Zur Entgegennahme von Zahlungen tut's ja dann auch die gute alte Sparcard, die ist nach Postbesuch sofort empfangsbereit. Dann kann man halbwegs in Ruhe nach nem neuen Guthabenkonto suchen.

Es gibt also nicht nur ärgerliche Gesetzeslücken für Schuldner, sondern auch gewisse Ecken, in denen Gläubiger festsitzen können.


Hallo,

es wird dir Frage kommen, wie Du bisher Dein Gehalt / ALG oder was auch immer erhalten hast.
Besser finde ich es das Konto zu behalten und dann nicht kündigen, da findige Gläubiger dies zur Nachbesserung einer EV nutzen könnten. Lass die sich am Konto austoben und es wird Dir gekündigt (Achtung: Negativmerkmal Schufa). Die Kündigung schön aufbewahren, falls GV mit Nachbesserung wegen Kontowechsel kommt.

MfG

ThoFa

ThoFa
07.10.2004, 21:54
Hallo,

natürlich hat Boris Recht. Zunächst hätte ich natürlich wiederholte Eidesstattliche Versicherung schreiben müssen und nicht Nachbesserung, dies meinte ich auch , aber die Finger waren wieder schneller , als das Hirn. ;)

Die Kontokündigung ist aber sehr wohl ein Grund für eine wiederholte EV, allerdings nur - und da kam mir wohl die eigene Situation in den Kopf - bei Selbständigen.

Danke Boris für die Verbesserung.

MfG

ThoFa

boris_hb
07.10.2004, 22:08
Die Kontokündigung ist aber sehr wohl ein Grund für eine wiederholte EV, allerdings nur - und da kam mir wohl die eigene Situation in den Kopf - bei Selbständigen.
Jau das stimmt natürlich. Als Selbständiger / freiberufler ist man EV-technisch ja fast vogelfrei :-(

troubleman
07.10.2004, 22:54
Hallo,

Vielen Dank für die interessanten Beiträge!

Bzgl. der Selbstständigkeit sitze ich hier bereits an den Abschlussbilanzen. Zum 01.11.2004 sollte das Thema also abgeschlossen sein. Dahin gehend mache ich mir also erstmal keine Sorgen mehr.

Besten Gruß,
troubleman