PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Probleme am Arbeitsplatz



Eingestellt für Manu
14.02.2005, 12:41
Hallo zusammen! Ich habe einen neuen Arbeitsplatz gefunden und dort Probleme. Es herrscht ein hauen und stechen, das ist nicht mehr normal.
Ich versuche, mich rauszuhalten, aber das wird immer schwieriger, weil das gemobbe auch meinen Job kosten könnte.
Ich bin verschuldet und hätte schon gerne meine Arbeit behalten (wer nicht), aber der Stress macht mich wirklich fertig. Wir haben einen Betriebsrat, der alles sofort an die Vorgesetzten weitergibt, wir haben Vorgesetzte, die nicht taugen, weil nichts für sich behalten, gar fröhlich mitmobben und nur noch mehr Stress verursachen.

Es ist ein Riesenladen, in dem einige unter enormen Druck arbeiten und andere (Leiter) nur Phrasendreschen. Ich fühle mich dem ganzen bald nicht mehr gewachsen. Nach den Jahren, wo das Schuldenelend so richtig kochte, trage ich jetzt wieder Negatives in die Familie und es gibt zu Hause schon wieder Ärger.

Nur was kann ich nur tun? Mich belastet das alles sehr. Ich schau auf mein Gehalt und bin starr vor Angst, wenn das wieder wegfällt.

Kennt jemand ein Forum, wo man sich über Probleme am Arbeitsplatz austauschen kann? (Mein Verschuldungsdrama kann ich zur Not außen vor lassen) Oder gibt es hier vielleicht Betroffene in ähnlicher Situation?

Einfach nichts sagen, alles hinnehmen und den A...kriecher machen, das schaffe ich leider nicht. In meiner Firma ist das jedoch üblich.
Nur dumm herumlabern, die Arbeit andere machen lassen und sich selber immer nur toll darstellen. Vermutlich geht der Laden dabei sowieso kaputt, aber das ich da was retten könnte, habe ich mir schon lange abgeschminkt.

Ach so, wir sind in unserer Abteilung zwei, drei Leute, die quasi via Geheimcode miteinander sprechen und die Dinge ähnlich sehen. Sich an die obersten Bosse wenden, ist bei Todesstrafe verboten. Die Frage ist auch, ob die uns/mir Gehör schenken würden. Wie gesagt, die Darsteller sind wirklich gut - zumal auch schon hundert Jahre im Unternehmen.
Hat jemand einen Tipp oder Ideen, was ich/wir tun könnten?

Danke, Manu

P. S. Mein Vorgänger hats übrigens auch nicht überlebt, über das ARbeitsgericht gings mit Abfindung hinaus. Die Verursacher (Dummschwätzerliga/Drückeberger) sitzt immer noch auf ihren leitenden Plätzen.

huzel
14.02.2005, 13:06
Nach Deinen Schilderungen heisst es, klug zu sein und mit den Wölfen zu heulen und sich ein dickeres Fell zuzulegen, anders geht das nicht.
Und ggflls auf DEINE Chance zu warten,bist ja nicht ganz ohne Unterstützung.
Ist übrigens kein Einzelfall, Du bist nicht allein - falls es hilft.

huzel

indra
16.02.2005, 13:02
willkommen im CLUB!

auch bei uns ist das so.. allso stillhalten.. versuchen neutral zu sein, damit mir keiner an die Karre fahren kann... und sich auf den Lohnzettel freuen.

ich weiss, klingt gemein und bös.. aber... ich muß und will solange als möglich überleben! im Unternehmen.-

oft geh ich nach Hause mit Wut im Bauch.. nicht Musik erklingt im Büro.. sondern leise knirschen oft die Zähne...

Felsenbirne
16.02.2005, 16:55
kann ein Lied davon singen.

Wurde 4 mal entlassen und Betriebsrat war auch gegen mich.
War im Arbeitsgericht. Der Arbeitgeber u BR als Zeuge schon bei der Güteverhandlung.

Habe gekämft wurde wieder zu besseren Bedingungen aber mieserem Job weiter beschäftigt und es ging weiter mit dem Mobbing.

Habe gekämpft und zum Schluß waren alle auch der GF weg und ich hatte doppeltes Gehalt.

Kämpfen, kämpfen

Was machst du für einen Job mit wievielen sitzt du zusammen?
Wer sind die Vorgesetzten, wie stark ist deren Stellung?

Wie groß ist der Betriebsrat? Geschlecht der/des Vorsitzenden?

erich
21.02.2005, 09:49
Habe das auch schon mehrmals mitgemacht - wird bei steigender Arbeitslosenzahlt auch immer schlimmer.

Letztes Jahr hat mich ein "Kollege" mit Lügen und Sabotage aus der Firma gekippt - stand am Schluß völlig sprachlos da, weil ich das meiste gar nicht mitbekommen habe. Habe dann wieder einen Job gefunden, doch es fing bereits nach 2 Monaten schon wieder an. Der Projektleiter ist eine ziemliche Pfeife und obwohl ich einfach nur meine Arbeit tue, ja sogar überhaupt keine weiteren Ambitionen habe, weil der Job nicht optimal ist und ich eigentlich weiter suchen wollte, hat er mich schon im Visier, wohl weil ich ihm in Sachen Kompetenz nicht nachstehe.

Mein Problem ist wohl, daß ich zwar auf meinem Werdegang ziemlich viel sachliche und soziale Kompetenz gewonnen, aber mit Schleimen und Dulden von Ungerechtigkeiten ziemliche Probleme habe. Dadurch habe ich auch praktisch überhaupt keine Ahnung vom Intrigieren und bin derartigen Methoden schutzlos ausgeliefert. Wenn sie mich nicht als Rivalen sehen, dann versuchen sie zumindest, mir ihre Fehler aufzuhalsen.

Habe jetzt völlig kapituliert und gehe in die Sozi - das Gesellschaftssystem dieses Landes ist der Sozialdarwinismus (Jeder gegen jeden und allein gegen alle) und macht Menschen wie mich auf Dauer kaputt. Nazi-Glatzen brauchen wir so schon gar nicht mehr.

Zwar geht es mir jetzt finanziell wesentlich schlechter, was auch ein ziemliches Problem ist, aber moralisch hat mich dieser Bruch erstaunlich klar aus einer tiefen Depression gerissen. Ich habe schon einige Leute kennengelernt, für die das "Aussteigen" ein Schritt nach vorne war - das Entscheidende liegt da im eigenen Denken und nicht in dem, was dir Telenovelas und sonstiger Quatsch einsuggerieren. Mein Fernziel ist das Auswandern (wenn der Sohn aus dem Haus ist) denn meine fachliche Qualifikation und der Teamgeist, den ich zu installieren vermag, würden eigentlich anderswo als in diesem kaputten Deutschland dringend gebraucht.

Mein Tipp daher: überlege dir mal genau, ob du das Rumgeprügle noch mitmachen magst (kannst), oder ob du dem Leistungszwang nicht entfliehen kannst. Unser Geld können sie uns nehmen, aber unseren Stolz demontieren wir meist selber.