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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chaos in der Wohnung = Chaos in den Finanzen?



Sanne
07.02.2005, 06:15
Hallo,

Ihr werdet Euch sicherlich fragen, was eine unaufgeräumte Wohnung mit den Finanzen zutun hat.

Ich bin der Meinung, sehr viel!!!!

In meinem Bekanntenkreis konnte ich oft die Erfahrung machen, dass diejenigen, deren Fußböden schon beim Hereintreten in der Tür zugemüllt waren, auch in den Unterlagen Chaos hatten. Überfällige Rechnungen, Kontoauszüge, Versicherungspolicen und wichtige Schriftstücke lagen kreuz und quer verstreut in der Wohnung herum. UND DAS KOSTET GELD. EUER GELD!!

Nicht bezahlte Rechnungen werden angemahnt bis hin zur Zwangsvollstreckung. Versicherungspolicen vollkommen überholt und nicht der derzeitigen Lebenssituation angepasst ist verschwendetes Geld. Irgendwann ist der Berg an Unterlagen so hoch, dass man resigniert. "Da steig ich ja eh nicht mehr durch. Jetzt ist auch alles egal".

Wenn Ihr Euch angesprochen fühlt, fasst Euch ein Herz. Holt Euch Hilfe. Nehmt einen Freund/Freundin und entrümpelt. Hier ist Ordnung halten wirklich bares Geld. Geld, dass wir nicht übrig haben und nicht verschwenden sollten.

Macht Euch einen Einnahme-Ausgabe-Plan. Schaut, wo man noch einsparen kann. Versicherungen nur bei Direktversicherern abschließen und nur die, die wirklich notwendig sind. Macht Krankenkassen-Hopping. Sucht Euch im Internet den günstigsten Anbieter. Einmal im Jahr kann man wechseln. Sagt nicht, dass macht den Kohl auch nicht mehr fett. Es kommt auf jeden Euro an!

Trennt Euch von Sachen, die ihr z. B. ein Jahr nicht mehr in den Händen hattet. Ihr werdet sie auch in Zukunft nicht brauchen. Macht drei Kisten mit folgenden Aufschriften: 1. Müll, 2. könnte ich vielleicht noch brauchen, 3. Flohmarkt/Ebay/Verkauf.

Wenn alles in Eurem Leben zusammenbricht, bringt Struktur in Euren eigenen 4 Wänden herein.

LG
Sanne

schilf
07.02.2005, 07:09
Hallo,

Versicherungen nur bei Direktversicherern abschließen und nur die, die wirklich notwendig sind. Macht Krankenkassen-Hopping. Sucht Euch im Internet den günstigsten Anbieter. Einmal im Jahr kann man wechseln. Sagt nicht, dass macht den Kohl auch nicht mehr fett. Es kommt auf jeden Euro an!


Also liebe Sanne,
man kann durchaus aufgeräumte Finanzen haben aber in seiner Wohnung ein liebevolles Chaos pflegen. Die Behauptung, dass eine hätte DIREKT mit dem anderen zu tun beruht nur auf Vermutungen.

Zum Thema Versicherungen kann ich nur den Tipp geben: Es kommt nicht nur auf einen niedrigen Beitrag an. Gute Leistung, vernünftige Beratung, guter Service sind ebenso wichtig, und das können Direktversicherer nicht immer bieten.

Die Krankenkasse wegen 1,30 EUR im Monat zu wechseln hat auch eine andere Seite. Grade bei den BKKs gibt es doch auch Leistungsunterschiede. Und Unternehmen, bei denen sich Kundentreue bezahlt macht.

Recht geb ich Dir darin: man sollte gut überlegen, was man macht. Doch in der Entscheidung ist jeder frei. Und in der eigenen Wohnung erst recht!

Sanne
07.02.2005, 07:26
Hey, natürlich kann jeder tun und lassen, was er möchte.

Ich schreibe noch niemanden etwas vor...war lediglich meine Meinung zum oben beschriebenen Zustand von Wohnungen einiger Freunde, die wirklich den Durchblick verloren hatten.

Hier geht es doch nicht um ein nicht gemachtes Bett oder eine Küche, in der sich schmutziges Geschirr stapelt..

Hier geht es hauptsächlich ums Sichten von Unterlagen, mehr nicht :-)

LG
Sanne

schilf
07.02.2005, 08:15
In den meisten Fällen wird es so sein, dass die finanzielle Notlage oder Überschuldung zu einem Zustand der Depression geführt hat. Irgendwann ist es einem einfach egal. Da heraus zu kommen ist schwer. Die unterlagen zu sichten und sich der Wahrheit zu stellen gehört dazu.
Abgesehen davon sind die meisten Bürger gar nicht in der Lage, ihre Finanz-/behörden-/Bank-/Versicherungsgeschäfte in Ordnung zu halten und richtig zu verwalten, weil sie es nie beigebracht bekommen haben (abgesehen von denen, die eine kaufmännische oder verwaltungstechnische Ausbildung haben). Wer ist schon als Normalbürger wirklich in der Lage zB den Antrag auf ALGII fehlerfrei und vollständig auszufüllen, geschweige denn die Hintergründe zu begreiffen.

b_molko
07.02.2005, 23:58
Hallo,

Ihr werdet Euch sicherlich fragen, was eine unaufgeräumte Wohnung mit den Finanzen zutun hat.

Ich bin der Meinung, sehr viel!!!!

In meinem Bekanntenkreis konnte ich oft die Erfahrung machen, dass diejenigen, deren Fußböden schon beim Hereintreten in der Tür zugemüllt waren, auch in den Unterlagen Chaos hatten. Überfällige Rechnungen, Kontoauszüge, Versicherungspolicen und wichtige Schriftstücke lagen kreuz und quer verstreut in der Wohnung herum. UND DAS KOSTET GELD. EUER GELD!!


Wenn Ihr Euch angesprochen fühlt, fasst Euch ein Herz. Holt Euch Hilfe. Nehmt einen Freund/Freundin und entrümpelt. Hier ist Ordnung halten wirklich bares Geld. Geld, dass wir nicht übrig haben und nicht verschwenden sollten.

Macht Euch einen Einnahme-Ausgabe-Plan. Schaut, wo man noch einsparen kann. Versicherungen nur bei Direktversicherern abschließen und nur die, die wirklich notwendig sind. Macht Krankenkassen-Hopping. Sucht Euch im Internet den günstigsten Anbieter. Einmal im Jahr kann man wechseln. Sagt nicht, dass macht den Kohl auch nicht mehr fett. Es kommt auf jeden Euro an!

Trennt Euch von Sachen, die ihr z. B. ein Jahr nicht mehr in den Händen hattet. Ihr werdet sie auch in Zukunft nicht brauchen. Macht drei Kisten mit folgenden Aufschriften: 1. Müll, 2. könnte ich vielleicht noch brauchen, 3. Flohmarkt/Ebay/Verkauf.

Wenn alles in Eurem Leben zusammenbricht, bringt Struktur in Euren eigenen 4 Wänden herein.

LG
Sanne
Hi Sanne, also, das ist totaler Quatsch - es kommt ja wohl auch darauf an, was der Grund für die Schulden ist? Ich habe meine nicht selbst gemacht, meine Unterlagen waren immer in Ordnung, alles fein säuberlich sortiert und abgeheftet.

Das mit dem Einnahmen-Ausgabenplan hat mich in der Schuldnerberatung schon aufgeregt - ich habe nie mehr ausgegeben, als ich verdient habe.

Ich wüsste nicht, was ich auf dem Flohmarkt verkaufen soll - meine Sachen sind alle vom Flohmarkt bzw. Ebay (lebe seit 15 Jahren an der Pfändungsfreigrenze, bin in der WVP).

Du solltest vielleicht nicht alle Schuldner über einen Kamm scheren...

Ich fühle mich nicht angesprochen...

Lissy
08.02.2005, 00:38
Naja liebe Leute, ich denke mal,dass Sanne das so nun nicht gemeint hat. Es gibt aber wirklich viele Leute (mich bis vor zwei Jahren eingeschlossen), die wichtige Unterlagen schlampig behandeln. Worauf sie hinaus will, denke ich mal, dass man sich einiges an Mahnkosten etc. ersparen kann wenn man direkt auf Schreiben reagiert und nicht ein Jahr später sich mal aufrafft und sagt: Sch...., wo hab ich denn den VB gelassen? Auch wenn das Kopf-in-den-Sand-stecken eine menschliche Reaktion ist. Es hilft halt auch viel, wenn man seine Papiere in Ordnung hat. So hab ich das jedenfalls mal verstanden. Mit dem Haushaltsplan ist das auch so eine Sache, das fand ich auch uncool, weil ich ja eh schon alles eingeschränkt hab, soweit es geht und kontinuierlich am Schuldenabbau arbeite. Manchmal bleibt aber halt kaum was über. Als ich aber gestern meinem Freund in den A.... trat, die Unterlagen für die SB auszufüllen, stellte sich heraus, das er statt 15t über 30 t Schulden hat, das wäre mit Ordnung in den Papieren sicher nicht passiert! Und dass Einnahmen von 1200 Euro allein 1600 Verbindlichkeiten gegenüberstehen, ohne Lebenshaltung, versteht sich! Schock!!! :eek:

Sanne
08.02.2005, 09:48
Boah, sagt mal, wie sind denn hier einige drauf?!

Ich schere doch nicht alle Schuldner über einen Kamm..

meine Spartipps bzw. Äußerungen dienen lediglich als Anreiz, Nachdenken, etc.

Ich bin doch kein Guru und ihr müsst meinen aufgezeigten Weg alle folgen.

Noch einmal, ich möchte hier niemanden angreifen, maßregelen oder was weiß ich..

Dies ist ein Forum, dessen Ziel es sein sollte, sich auszutauschen, Hilfestellungen aufzuzeigen, mehr nicht.

In diesem Sinne..

LG
Sanne

pleitegaier
17.02.2005, 21:49
aber es kann sich jeder fragen ...

Deine TIPPS sind ja prima - das mache ich nun schon seit ... über 30 Jahren. ABER gerade das macht viel Arbeit und "Müll" bzw. Chaos. -> meine Erfahrung !


Ich bin nun am Überlegen, ob das so weiter durchziehbar ist.


LEIDER wird es dem Schuldner nicht gerade leicht gemacht - z. B. mit einer Kontenpfändung und - in der Regel anschließenden Kontenkündigung. Da hat der Schuldner dann im Gegenteil - höhere Kosten und höheren Aufwand -

das bringt dem Gläubiger auch nichts ! (außer wenn er sich erpressen läßt)

Früher hatten wir keine Kosten für Kontoführung - heute wären das über 10 EURO für die Überweisungen ...

UND als Schuldner ohne Konto bzw. ohne Einzugsermächtigung kannst du bei BILLIGANBIETERN garnicht mitmachen - ob das Strom oder günstige Versicherungen sind ... (auch wenn gerade die das am nötigsten hätten)

... da lobe ich die Firmen, bei denen man noch bar cash bezahlen kann !!!


So ändert sich plötzlich die Sichtweise - auch über Sparen !


ODER nimm mal einige Banken: Wer einen gewissen hohen regelmäßigen Geldeingang hat, der zahlt keine Kontoführungsgebühren - aber wer ein geringes Einkommen hat, der muß noch zahlen !


ABER es gibt auch Leute, die haben eine super tolle Wohnung, in denen nichts herumliegt, alles "picobello sauber und ordentlich und hübsch eingerichtet - aber wenn du mal bei denen einen Schrank aufmachst, dann ... noch ein größeres Chaos ... und die kennen sich nicht aus in ihren Angelegenheiten.


ICH habe auch Chaos, aber ich weiß (meistens), wo ich suchen muß !


... und eine gewisse Ordnung und Sicherheit ... ist doch beruhigend.



jeder muß seinen Weg finden ... glaube ich mal.


Du meintest aber wohl auch die Leute, die ihre schriftlichen Sachen entweder nicht aufmachen oder sich nicht darum kümmern !? "den Kopf in den Sand stecken" - die müssen u. U. einmal mit einem bösen Ende rechnen ....




UND nachdenken ... Gedanken austauschen ... anregen ... ist immer gut. Vielleicht bekommen wir noch Probleme gelöst ... aber ich traue mich da nun doch nicht mehr ....

RitaMaria
18.02.2005, 18:48
Hi;

ich nehm nun mal ganz bewusst keinen Bezug zu dem bereits Gesagten - und sag nur meine eigene Erfahrung.

Ich hab Jahrzehnte meines Lebens damit verbracht, Dinge zu suchen und dadurch extreme Verluste einzufahren.
Und es ist gar nicht so lange her, dass ich gemerkt habe, dass ich das schlicht satt habe.
Ist ne feine Sache, sich mal wieder so richtig auszutoben, weil man die Adresse oder doch bitte wenigstens die Tel.Nr. von Gerichtsvollzieher sucht - da wackeln die Wände - bringt einen aber nicht wirklich weiter...
Wie - ? AZ von was?? Wie soll ich das wissen???

Alleweil weiß ich sowas - auch wenn´s fast 60 Jahre gedauert hat.
Alleweil weiß ich auch, wo ich sinnvollerweise Batterien/ Tee/ eines von meinen etwa 2000 Büchern, Gummibänder und ähnlichen Schnickschnack suche und mit großer Wahrscheinlichkeit auch finde....

Und ich stelle fest, es geht mir wohler dabei. In eine Küche zu kommen, in der man meterweise Arbeitsfläche hat, macht sehr viel mehr Spaß zu einem leckeren, gerne auch mal aufwendigeren Essen als vollgestellte Anrichten, von denen man erst von a nach b räumen muss und dann eh keine Lust mehr hat...

Zu wissen, im Ordner von 2005 unter dem Buchstaben S wie Süwag finde ich auf Anhieb und sofort meine Kundennummer und gehabte Stromüberweisungen und unter T wie Telekom finde ich die Rechnungen und sofort daneben die Überweisungsbestätigungen. Unbezahlbar!!!

Jahrzehnte habe ich "Türmchen" gebaut. In irgendeine Ecke kam die eingehende Post - gelesen und weggelegt. Irgendwo...
Wenn man sie doch mal brauchte - fast keine Chance, Umschläge wild aufgerissen, Mist - ist der falsche - vl., doch innem anderen "Turm"... Verluste, Stress, Hektik, finanzieller Schaden...ein verlorener Tag.

Und als typischer, brüllender Löwe, der ich nun mal bin und der sich nichts, aber auch schon garnichts von anderen vorschreiben lässt, stelle ich nun fest - es macht Spaß, seine eigenen Dinge im Griff zu haben.

Was Fakt ist, kann ich belegen. Jederzeit.

Was´n Kuchen- oder Brotteig ist, kann ich ausrollen. Jederzeit.

Für mich waren ewig und drei Tage diejenigen Spießer, die immer wussten, wo was ist...die nicht in einem gepflegten Chaos lebten.

Heute machts mir Spaß, den Vormittag dazu zu benutzen, Übersicht, Sauberkeit und Ordnung zu erhalten und/oder herzustellen. Ab 13 Uhr gehört der Tag dann mir. Und wenn mir wer querschießt, kann ich gezielt zurückschießen, weil ich weiß, wo was ist und mir keiner mehr über mich was erzählen kann, das ich nicht gegenteilig widerlegen könnte.

Und die Zeiten, in denen ich fluchend durch die Wohnung raste, weil ich den Umschlag von xyz suchte, der doch wohl braun ( oder weiß?/ recycled(?).. weiß ja auch nicht genau.. ) war und wo man nie genau sah: Steht der Absender nun obendrauf oder macht man sie alle wieder auf und guckt rein und schmeißt sie wieder wohin....um sie wohl bald wieder aufzumachen und wieder irgendwohin zu schmeißen - die sind vorbei.

Nix mehr fluch, nix mehr ras, nix mehr wohinschmeiß....

Rechnung von Müller aus 2003??? - guck und hab mit allem, was da je gezahlt wurde im Anhang....

Für andere kann ich nicht schwätzen - mir tuts unendlich gut.....

Putzigerweise wirkt sich das auch anderweitig aus. 3 Zimmerwohnung + Küche+Bald + Diele = 6 Tage = 6 Vormittage, an denen je eines gründlich gemacht wird und ab 13 Uhr ist auch da Frieden, der Resttag gehört mir!!!

Zum Kuchenbacken, zum Kochen. zum Bücherschreiben, zum Einkochen, zum Rumalbern, zum Faulenzen - egal. Hauptsache, es macht mir Spaß. Weil die Pflicht ist vorbei. Kein Chaos mehr - nie mehr wieder!!!!!!

Auf einer Monatsliste kann ich ersehen, in welchem Monat welche Abbuchungen fällig sind, Egal, ob sie nun alle 2 oder 3 Monate kommen. Das steht exakt da und ich weiß genau, was mir bleibt.

Für 120 Teuros Strom jeden 2. Monat stecke ich jeden 1. Monat 60 Teuros in einen Umschlag. Für die KFZ-Versicherung 30 Teuros 2 Monate lang in einen anderen. Für die KFZ-Steuer jeden Monat 10 Teuros in einen dritten Umschlag. Wenn´s dann abgebucht wird, hab ich dennoch jeden Monat die gleiche Summe zur Verfügung. Da überrascht mich nichts mehr.... ich geh einfach an meine Umschläge....

Kein Chaos mehr. Kein Geld auf der Bank, aber HIER ist vorgesorgt...

Mit mir nimmer!!!! Ich guck hin, was Sache ist. Wenigstens das habe ich daraus gelernt!

Gruß von RitaMaria

ilro
18.02.2005, 19:32
Glückwunsch, Du hast es offenbar geschafft.
Die Ordnung meiner Unordnung wird gestört durch unsinnige ZVs. Doch Deine und Erfahrungen Anderer dieses Forums hält mich am "Leben".
:)

Sanne
20.02.2005, 05:46
RitaMaria, DANKE!

Genau das wollte ich mit meinem Posting ausdrücken.

Man verschafft sich durch dieses Vorgehen Seelenruhe und die Angst wird weniger...

LG
Sanne

privat 24
21.02.2005, 17:58
Diese Beiträge sind Balsam für meine Seele. Ich stelle für mich fest, dass es sehr lange dauert, bis ich mein Verhalten in dieser Beziehung geändert habe. Es fällt mir ungemein schwer, doch die kleinen Schritte die ich für mich erkennen darf, sind wunderschön und haben für mich eine vollkommen neu definierte Lebensqualität. Nach nun fast 2,5 Jahren vollständigen Zusammenbruch, sehe ich langsam aber sicher wieder Land in Sicht.

Jeden Tag neu, jeden Tag einen kleinen Schritt und wirklich auch am Ball bleiben.


Die Kunst der kleinen Schritte

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Mach mich findig und erfinderisch,
um im täglichen Vielerlei und Allerlei rechtzeitig
meine Erkenntnisse und Erfahrungen zu notieren,
von denen ich betroffen bin.

Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung.
Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um
herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.

Laß mich erkennen, das Träume nicht weiterhelfen,
weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige
Stunde als die wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben,
es müßte im Leben alles glattgehen.
Schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
daß Schwierigkeiten, Niederlagen, Mißerfolge,
Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere mich daran, daß das Herz oft gegen den
Verstand streikt.
Schick mir im rechten Augenblick jemanden,
der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.

Du weißt wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, daß ich diesem schönsten, schwierigsten,
riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötige Phantasie, im rechten
Augenblick
ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte,
an der richtigen Stelle abzugeben.

Mach aus mir einen Menschen,
der einem Schiff mit Tiefgang gleicht,
um auch die zu erreichen, die "unten" sind.

Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
GIB MIR NICHT, WAS ICH MIR WÜNSCHE
SONDERN WAS ICH BRAUCHE

LEHRE MICH DIE KUNST DER KLEINEN SCHRITTE:

LG
privat24

Only4ma
23.02.2005, 12:13
Hallo zusammen,
ich finde Sanne hat es gut gemacht, uns hier diese Tipps vorzustellen.
Außerdem hat sie recht, wenn ihre Beobachtung eines vollgestellten Fußbodens auf finanzielle Schwierigkeiten hinweisen. Veröffentlicht wurde diese Studie 2002. Werner Tiki Küstenmacher hat diese Studie dann in seinem Buch "Simplify your live" aufgegriffen und veröffentlicht.
Normalerweise kosten solche Vorschläge, auch wenn sie noch so simpel erscheinen, eine Menge Geld. Und solche Bücher gibt es zu hauf und kosten wirklich ein kleines Vermögen. Aber offensichtlich werden sie gebraucht; diese Hinweise auf Ordnung und wie man sie erreichen kann. Es gibt ja mehr als nur einen Bestseller. Hier nur ein paar Beispiele von Büchern, die dieses Thema aufgreifen: Vera F. Birkenbihl: "Stressfrei leben", Feng Shui aller Art und verschiedenster Autoren, Carnigal "Sorge dich nicht lebe", Jürgen Höller "Ich denke positiv".......und, und, und....
Ich jedenfalls kann nur bestätigen was Sanne schon gesagt hat. Unaufgeräumte Wohnung, besonders die Fußböden - leider auch bei mir - unaufgeräumte finanzielle Situation.
Glückwunsch an RitaMaria, du hast schon geschafft, was ich noch schaffen will.
Aber ich arbeite daran. Auch und gerade wegen EURER Hilfe und der Tipps, die nun mal auch diesen ach, so schweren Alltag betreffen.
Only

RitaMaria
23.02.2005, 13:15
Glückwunsch an RitaMaria, du hast schon geschafft, was ich noch schaffen will.
Aber ich arbeite daran. Auch und gerade wegen EURER Hilfe und der Tipps, die nun mal auch diesen ach, so schweren Alltag betreffen.

Only - vl. noch ein kleines " Glückshupferl " :)

Ich bin ja nun seit etwa 2.5 Jahren in stress-schulden-immobilienbetrogener Frühpension und hatte mich eigentlich schon 10 Jahre vorher ganz dolle darauf gefreut, dann endlich ALLES tun zu können, was ich schon immer tun wollte...dazu kam es nie.

Denn, was ich vor allem tun wollte, das war, endlich meine Bücher zu schreiben, die ich im Kopf eigentlich fast schon fertig hatte und meine geliebten Chilis ( Marke - ich glaub, es frisst mich auf, statt umgekehrt - ) zu züchten.

Ach wat. Wenn man erst einen Besen braucht... übertrieben ausgedrückt... um den Schreibtisch freizuschaffen, dringend benötigte Notizen wiederzufinden, Stunden damit verbringt, irgendwelche mistigen ( sorry ) Rechnungen, Abbuchungen, Telefonnummern wiederzufinden - dann vergeht einem absolut jede Lust auf alles. Da reichts einem, da schüttet man sich ein Bierchen oder Schlimmeres rein und wieder ist ein Tag sinnlos über den Jordan gegangen..

Jetzt, wo der Schreibtisch teilweise glänzt, teilweise da meine wunderschön gewachsenen Trinidad-Chilibäumchen draufstehen und gerade das Blühen anfangen, wo die Umgebung trotz extrem verkleinerter Wohnverhältnisse so ist, dass ich sagen kann: "Ach ja, hier kann ich´s gut aushalten" - da fängt auch wieder das an, dass es einfach Spaß macht. Es ist "schön" um einen drumherum und es kann auch innen wieder "schön" werden - da ist dann wieder Schwung, das zu tun, was man, wenn man ehrlich ist, vorher selber verhinderte durch das ständige " mach ich morgen...."

Es sind, oder waren es wenigstens bei mir, so etwa 3 Wochen, in denen man sich durchbeißt. Brauch ich noch... brauch ich nimmer...brauch ich noch, brauch ich nimmer...

Was ich nimmer brauch - weg damit.
Was ich brauch, findet seinen festen Platz. Der Rest landet auf dem Müll. Mit dem neugeschaffenen Platz beginnt ein neues Leben mit der Sicherheit, dass es nur noch wenig gibt, was einen aus dem Takt bringen kann - weil das Schlimmste ( Mahnungen, Drohungen, Sperrungen, Diskreminierungen u.s.w. ) ja schon passiert ist..

Probier´s mal aus, macht Spaß!!!!

Lieben Gruß,
RitaMaria

working-girl
23.02.2005, 13:27
>Außerdem hat sie recht, wenn ihre Beobachtung eines vollgestellten >Fußbodens auf finanzielle Schwierigkeiten hinweisen.
>Unaufgeräumte Wohnung, besonders die Fußböden - leider auch bei mir - >unaufgeräumte finanzielle Situation.

Dann schließe ich mich mal an und gebe auch zu, (Wohnzimmer, Küche, Badezimmer: tipptopp), aber DIESE Ecke habe ich auch - zum Glück ein abschließbarer Raum - und das seit 2 Jahren!

Besen? Ritamarie????? Ein BAGGER!

Bei dem Termin zur SB kam ich mit geordneten Unterlagen (Himmel, habe ich herumgesucht :D ), habe die Post zwar immer geöffnet, aber seitdem alles kreuz und quer durcheinander herumfliegen und habe KEINE LUST, überhaupt da mal durchzusehen, was ich entsorgen kann (eigentlich alles).
Selbst im Büro habe ich noch einen Roll-Container voll mit dem privaten Kram

Sanne hat - meiner Meinung nach - gar nicht mal so Unrecht. Es besteht irgendwie der Zusammenhang:
denkt doch mal daran, wenn - mal wieder (!) - an einem Freitag ein netter hübscher blauer Brief kommt oder ein gelber Zettel!.
WER von uns hat danach einen Putzfimmel entwickelt oder konnte sich zu IRGENDWAS aufraffen?

Nöööö, man hat das Wochenende grübelnd im Internet verbracht.
Dann hat man sich selbst gesagt: hey, du MUSST was in der Wohnung tun - was damit geendet ist, dass man vor dem Fernseher saß und "irgendwas" geguckt hat, ohne es überhaupt wahrzunehmen, um sich danach wieder ins Internet zu stürzen
Zumindest ging es mir so, dass ich mich zu NICHTS aufraffen konnte, bis wieder halbwegs Klarheit geschaffen war - und dann kam der nächste Brief .......

Netten Gruß
Sheila

fit-for-future
23.02.2005, 14:01
zu diesem Thema, da es auch mich betrifft (leider) hab ich ne Litaraturempfehlung (falls es als Werbung aufgefasst wird bitte löschen) ich habs nur als Hörbuch, dauert etwa 8 Stunden von Athony Robbins "The Power of Influence". Ist zwar hauptsächlich für Verkäufer, aber es werdendort die unterschiedlichen Charaktere beschrieben und ich habe mich sher gut wiedergefunden ... und mache jetzt auch die kleinen Schritten jeden Tag 1% besser werden, welches Ergebnis kann man dann in einem Jahr erzielen!?

Guter_Kerl
18.10.2005, 11:58
Hey Sanne, hey Ritamarie, Ihr habt ja sooo recht!
Bei mir ist es genauso. Eigentlich viel schlimmer. Leider.
Hab nie die Steuer gemacht und viele Schwerigkeiten.
Jetzt habe ich mich durchgerungen und innerhalb von WOCHEN die Steuer von 3 Jahren (!) nachgemacht - und jetzt bekomme ich eine Rückzahlung! Die hätte ich nie bekommen, wenn ich so weitergeschludert hätte! Die hätten mich geschätzt und das wäre teuer geworden! Jetzt bin ich mit meinem Steuerordner tagesaktuell - ein Erlebnis!
Und das ganze andere bringe ich grad so nach und nach auf die Reihe. Es macht wirklcih Spass, nichts mehr suchen zu müssen und die Küche zum kochen nutzen zu können.
Guter_Kerl

Inkassomitarbeiter
19.10.2005, 00:36
Hm ich denke Sanne hat nicht so ganz recht...

Die Unordnung ist meiner Einschätzung nach selten die Ursache für Zahlungsverzug. Eher ist die Unordnung das Symptom eines seelischen Ungleichgewichts, nicht nur ausgelöst durch Zahlungsschwierigkeiten, aber sie kann dadurch ausgelöst werden.

Die Leute die, die Bezahlung Ihrer Rechnungen nicht auf die Reihe kriegen weil sie ihre Rechnungen nicht finden sind, so denke ich, in der Minderzahl.

Wenn ein neuer Inkassomitarbeiter (hier im Forum auch genannt Inkassoscherge Verbrecher... ...schlimmeres) in unserem Unternehmen mit seiner Arbeit beginnt um in die Lande zu ziehen und Stromschuldnern der Strom abzustellen, ist einer meiner ersten Ratschläge: "Geh in einen Baumarkt und kauf dir Gummihandschuhe, die dicken, festen, langen"

Dieser Rat kommt nicht von ungefähr... ...die Wohnungen in denen es aussieht als hätte ein Hurrikan ein oder zwei mal darin gewütet sind eindeutig in der Mehrzahl.

Ich will hier weiß Gott keine Schuldner angreiffen oder allen unterstellen sie seien Messys aber das ist eine Tatsache, ich denke der Spruch: "die Wohnung ist das Spiegelbild der Seele" ist wahr! Pleite sein und Schulden haben schlagen sich eben nicht unbedingt positiv auf die Seelenlage nieder.

Spätestens nach ein bis zwei Wochen kommt ein neuer Sperrkassierer in eine Wohnung in der er seine Gummihandschuhe das erste mal benutzt, in der sich Müll bis zur Decke stapelt, in der sich viele bunte Schimmelarten zwischen sechsbeinigen Haustieren tummeln. Das krasseste was ich selber gesehen habe war ein dreijähriger der mit Kakalaken und einer toten Ratte spielte, während die betrunkenen Eltern mir einen Kaffe aus einer Küche anboten für die ich als einzige Maßnahme die reinigende Kraft des Feuers zur Sanierung gewählt hätte. Ich musste mich drei mal übergeben bevor ich mich mit dem Sperrkassierer durch die gelben Säcke bis zum Zähler vorgearbeitet hatte. Das war auch einer der ganz wenigen Fälle in denen das Jugendamt noch am gleichen Tag dieses arme Kind gerettet hat....

Zugegeben ein Ausnahmefall, Mütter besonders alleinerziehende haben in der Regel eine eher ordentliche Wohnung....

Aber in ca. 80% der Fälle würde ich eine Woche lang aufräumen bevor ich dort eine Nacht verbringen müsste! Unordnung und Schulden stehen in einem klarem Zusammenhang... ...nebenbei bemerkt habe ich auch den Eindruck das Schuldner auch überdurchschnittlich oft Raucher sind.

Ich habe aber auch gesehen dass, das keine Einbahnstraße ist, oft habe ich gesehen das sich die Leute wieder aufgerafft und ihren Laden in den Griff bekommen haben, manche wiederum sind in ihrem Müll quasi erstickt...


Grüße

Jonas


P.S. Es beginnt im Kopf und es muß auch dort enden!

Dunkelsinn
19.10.2005, 08:29
Ich möchte doch mal eine kleine Lanze für die Unordnung brechen. Unordnung ist sicher auch Ausfluss oder Ausdruck der Persönlichkeit.

Aber zuerst kurz zum Stichwort Messie. Manche haben eine so problematische bzw. kranke Persönlichkeit, so dass sie Messie genannt werden. Das ist eine schwerwiegende Krankheit und kein moralischer Makel. Deswegen kann man auch so etwas auch nicht vorwerfen. Genausowenig wie man jemandem vorwerfen kann Diabetiker zu sein.

Neben dieser Art unordentlicher Menschen gibt es aber auch diejenigen, für die äußere Ordnung einfach uninteressant ist, die Kreativen, die Künstler, die es auch unter Unternehmern gibt. Für die hat die normale Ordnung einfach keine Bedeutung, ist das mühselige Ordnunghalten nur lästige Verschwendung kreativer Energien. Der kreative Chaot ist nicht ohne Grund zum festen Begriff geworden. Solche Leute können genausowenig wie Messies eure Tipps beherzigen.

Nur mal so am Rande, weil ich finde, dass die Diskussion so ein bisschen moralinsaure Elemente und Selbstbeweihräucherung enthält.

Unqualifiziert
19.10.2005, 12:08
Solche Leute können genausowenig wie Messies eure Tipps beherzigen.Und dann gibt´s noch die stinkend Faulen. Die einfach ihren Hintern nicht hoch kriegen vor lauter Bequemlichkeit. Die sich am liebsten von vorne bis hinten bedienen lassen. Und wenn niemand mehr da ist der ihnen alles hinterher räumt, in ihrem eigenen Müll ersticken.

Die vom Briefkasten zurückkommen und erst mal vor Schwächeerscheinungen zusammenbrechen. Die Post in eine Ecke feuern und dann nie wieder finden.
Vielleicht wird die Post sogar noch geöffnet. Mit dem Vorsatz:" Die Rechnungen erledige ich gleich morgen!" Landet die Post zwischen den alten Socken gleich neben der Videosammlung "Vera am Mittag, Seasson 159" und wird nie wieder gefunden!

Diese Gruppe dürfte wohl prozentual den grössten Teil der Dreckspatzen einnehmen.

Lancelot
19.10.2005, 17:16
Es gibt zweierlei Unordnung Chaos.
Das geordnete Chaos und das Ungeordnete.
Entscheidend ist was sich im Kopf abspielt.
Ich habe bei mir zu Hause gerade in einem Raum auch viel unerledigte Post und Rechnungen herumliegen.
Eigentlich wiederspricht das aber meinem Sternzeichen Jungfrau.
Ich kann dir aber versichern das ich sonst versuche Ordnung zu halten.
Was dein Fussboden anbelangt so ist es doch nicht gesagt das jemand wo Streifen usw sichbar sind nicht geputzt oder gesaugt wird.
Bei mir jedenfalls ist es bisher so gewesen.
Nun ich habe Parkettboden da sieht man sowieso alles drauf.
dazu kommt noch das wir hier bei uns in einer sehr staubigen Gegend wohnen.
Nun habe ich zwei erw Kinder die auch viel Unordnung machen.
Papa hat das alles Satt
bei mir jedenfalls kann man nicht verdenken das ich zur Zeit einen Durchhänger habe das alles immer A L L E I N -Aufzuräumen.
Ich denke aber das ich die nächten Tage auch das wieder mal in Aktenordner einsortiere.Manchmal ist es aber auch so, gerade manches einsortiert braucht man manches mal wieder.
Übrigens ich bin mal in einer Anwaltskanzlei gewesen wo ein etwas älterer Rechtsanwalt auch Akten und Aktenordner verteilt über dem Fussboden liegen hatte. Vor seinem Schreibtisch.Gut wer es absulut nicht alleine schafft sollte sich Hilfe holen.

schilf
19.10.2005, 18:25
Dass das Ignorieren von Tatsachen (wie vorliegenden Rechnungen) und Unordentlichkeit in der privaten Verwaltung zu großen Problemen führen kann, ist wohl unstrittig.

Dass eine "unordentliche" Wohnung direkt mit der Ordnung der Finanzen zu tun hat, ist ausgemachter Blödsinn.

Erstens gibt es über den Grad an Ordnung in einer Wohnung einen bundesweiten (nicht nur geschlechterspezifischen) Dissens.

Zweitens gibt es eine hinreichend große Zahl an Gegenbeweisen - super erfolgreiche und fianaziell äußerst sorgfältige Menschen, die in den Augen vieler ein Chaos in ihrer Wohnung und dem Arbeitszimmer haben (Künstler und Wissenschaftler sind da marktführend).

Drittens reduziert das die menschliche Verhaltensweise auf einfache kausale Zusammenhänge, um dann einfache Rezepte (Amerika und NLP lässt grüßen) anzubieten. Wenns dann nicht klappt hat mans halt nicht genug versucht.

Ich würde es begrüßen, wenn mehr sinnvolle Hinweise und Anregungen zum Thema "Geordnete Finanzen/Kompetenz infinanziellen Fragen" kämen, als diese Art von Hausfrauen(/männer)-Psychologie.

working-girl
19.10.2005, 20:29
Hallöchen Schilf,

da kann ich dir nur mit einem "Jain" antworten. Ich bin Sekretärin (geprüfte und keine "selbsternannte" :p ) und "müsste" es ja eigentlich können: Belege, Rechnungen, etc. sortieren.

Ich hatte irgendwann den Punkt, wo jeden Tag irgendwas blaues oder gelbes in meinen Briefkasten flatterte. Da mein Gehalt sowieso schon gepfändet war und man mir "nichts" mehr konnte, habe ich die Post, wie sie kam, aufgemacht (ob ich nicht auch noch sowas wie Haft angedroht bekomme) und habe die Briefe, so wie sie kamen in die Ecke (sprich: meine Rumpelkammer) geschmissen. Der Haufen wurde immer größer und ich hatte allergrößte Mühe, nur die wichtigen Unterlagen für meine Schuldnerberatung rauszukramen und sogar ordentlich :D geheftet mitzunehmen.

Ich habe ca. 2 Jahre mit dem Finanzamt "gekämpft" und jedesmal, wenn ich mal wieder dachte ........ kam genau an einem Freitag mal wieder ein netter Brief.

Ich putze nicht jeden Tag meine Wohnung (üblicher "Rundeckenwisch", mehr aber nicht). Verlege ich halt auf das Wochenende.

WENN dann mal wieder so ein netter Brief kam, habe ich auch am Wochenende NICHTS getan, sondern habe das Internet nach Gesetzestexten dursucht.

Schilf: ich kann ehrlich sagen, dass ich in der Zeit wirklich mit Müh und Not meinen Haushalt in Ordnung gehalten habe, dass ich nicht ganz "verkomme". Das hat nichts mit einer gewissen "Unordentlichkeit" in der Wohnung zu tun, man soll ja sehen, dass die Wohnung bewohnt ist und nicht steril jedes Kissen sein Fältchen in der Mitte hat, sondern schlicht und ergreifend mit dem: Putzen.
Ich habe sogar einer Bekannten einmal nicht die Tür geöffnet, weil meine Küche an dem Sonntag aussah, als hätten da Vandalen gehaust (ich habe keine Spülmaschine)

Jetzt, wo ich in der WVP bin, habe ich ENDLICH meine "Rumpelkammer" aufgeräumt (liegt zwar alles durcheinander in Aldi-Tüten auf dem Speicher, aber was solls?), wusel Samstagmorgen in der Wohnung und im Garten herum und kann dann sagen: 14.00 Uhr: saubere Wohnung: ich lass es mir gut gehen am Wochenende.

So schlampig, wie während der Zeit meines "Kleinkrieges" mit dem FA war ich nie in meinem Leben und da kann mir keiner sagen, dass das nicht doch mit der "Schuldensituation" zusammen hing.

Netten Gruß

Sheila

schilf
19.10.2005, 21:12
ok sheila, so eine erfahrung haben viele gemacht.
wenn man in der krise steckt kommt das "staubputzen" auch zu kurz (es sei denn man heisst Monk).
Für mich war es ein Highlight dem RA meine Unterlagen so perfekt vorbereitet inkl. ausgefülltem InsoAntrag zu geben, dass der kaum Arbeit hatte. Dafür musste ich auch meine "Rumpelecke" auf Vordermann bringen. Das hat mir auch sehr geholfen.
Aber hier (und in einschlägigen Büchern) wird behauptet: Räum deine Wohnung auf, sonst kannst Du Den Leben nicht aufräumen.
Und das ist ehrlich gesagt Dummes Zeug.

working-girl
20.10.2005, 09:41
> Aber hier (und in einschlägigen Büchern) wird behauptet: Räum deine >Wohnung auf, sonst kannst Du Den Leben nicht aufräumen.
> Und das ist ehrlich gesagt Dummes Zeug.[/QUOTE]

Hallöchen Schilf:

da hast du vollkommen Recht. Das sehe ich auch als Schwachsinn

Netten Gruß

sheila

Inkassomitarbeiter
20.10.2005, 20:36
Aber hier (und in einschlägigen Büchern) wird behauptet: Räum deine Wohnung auf, sonst kannst Du Den Leben nicht aufräumen.

Hm ich halte das nicht für totalen Blödsinn... ...ich denke Ordnung in sein leben zu bringen muss Hand in Hand gehen.

Ein leichtes Chaos ein par Staubflunzen drei schmutzige Teller sind noch nicht bedenklich, aber das sich die Seelenlage wirklich erholt wenn sich der Müll bis zur Decke stapelt halte für eher unwahrscheinlich.

Es kommt immer auf Art und Umfang des Chaos an und bei einigen Wohnungen die ich gesehen habe wäre es der erste Schritt und das einfachste mal mit der Wohnung anzufangen!

Grüße

Jonas

Pancho
20.10.2005, 22:31
ok sheila, so eine erfahrung haben viele gemacht.
wenn man in der krise steckt kommt das "staubputzen" auch zu kurz (es sei denn man heisst Monk).
Für mich war es ein Highlight dem RA meine Unterlagen so perfekt vorbereitet inkl. ausgefülltem InsoAntrag zu geben, dass der kaum Arbeit hatte. Dafür musste ich auch meine "Rumpelecke" auf Vordermann bringen. Das hat mir auch sehr geholfen.
Aber hier (und in einschlägigen Büchern) wird behauptet: Räum deine Wohnung auf, sonst kannst Du Den Leben nicht aufräumen.
Und das ist ehrlich gesagt Dummes Zeug., um


... geht mir genauso wie dir.

Kooperativer IV nimmt mich in die Pflicht und "Zack", wird alles perfekt orga-
nisiert, obwohl dieses timing generell nicht mein Ding ist.

Mein Schreibtisch und die Fußbodenablage erinnern mich täglich daran, dass
das Chaos etwas Wunderbares ist :))

"Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen"

working-girl
21.10.2005, 15:17
>Es kommt immer auf Art und Umfang des Chaos an und bei einigen >Wohnungen die ich gesehen habe wäre es der erste Schritt und das >einfachste mal mit der Wohnung anzufangen!


Hallo Jonas,

warst du jemals in der Situation? Bestimmt nicht, sonst würdest du vielleicht anders reden.

Glaube mir: ich habe da früher auch kein Verständnis für gehabt.

Man lässt sich einfach: hängen. Du sitzt da, wie gelähmt - das kann sich kaum einer vorstellen, der nicht selbst in der Situation steckte - und kriegst dich nicht einmal aufgerafft, 3 Tellerchen zu spülen und irgendwann häuft es sich.

Wenn du dann noch zu den Menschen gehörst, die keine Freunde haben, keine sozialen Kontakte haben, nur noch zu Hause hocken, kann ich mir vorstellen, dass so eine "übermüllte" Wohnung ziemlich schnell passieren kann.

Zuerst ein wenig ungespültes Geschirr, dann keine Lust, mal eben Zeitungen oder Flaschen wegzubringen, den Tisch aufzuräumen usw. Irgendwann sind es mehr als die 3 Tellerchen und mehr, als nur eine Tüte Papier.

Und irgendwann ist es dann soviel geworden, dass dann schon erst Recht der Elan fehlt: mal eben zuzupacken, weil der/diejenig sowieso nicht mehr den rechten Sinn im Leben sieht und sich noch mehr abkapselt.

Nachdem ich mir einen Tag "Zwangsurlaub" im Büro genommen habe und geschrubbt und gewienert habe:
waren alle Rechnungen immer noch da, mir gings genauso mies (hatte aber wenigstens wieder eine saubere Wohnung, die aber kein einziges Problem gelöst hatte)

Netten Gruß

Sheila

Thomas_Senberga
21.10.2005, 15:25
Ein leichtes Chaos ein par Staubflunzen drei schmutzige Teller sind noch nicht bedenklich, aber das sich die Seelenlage wirklich erholt wenn sich der Müll bis zur Decke stapelt halte für eher unwahrscheinlich.

Es kommt immer auf Art und Umfang des Chaos an und bei einigen Wohnungen die ich gesehen habe wäre es der erste Schritt und das einfachste mal mit der Wohnung anzufangen!

Grüße

Jonas

Ich galube einfach nicht, dass die Wohnung eines Schuldners so aussieht, wie oben beschrieben.

Habe aber schon aus dienstlichen Gründen bescheidene Unterkünfte von irgendwelchen sogenannten Prominenten gesehen, und da kann man sagen, da lernt ne Sau das grausen. Und die hatten keine Schulden. Zumindest derjenige nicht. Der andere, ein ehemaliger Baulöwe, den findet man unter Insolnet. Da sah es auch zum Kotzen aus.

Also, man soll nicht so verallgemeinern. Der Inkassomitarbeiter sieht halt nur Wohnungen von Leuten, wo es finanziell schlimm ist. Zu anderen Leuten, die Knete haben, hat er ja keinen Grund die Bude zu besuchen und den Saft abzudrehen.

Also, ist doch alles nur eine subjektive Wahrnehmung bei einem bestimmten Personenkreis. Aber bei anderen ist es nicht anders.

Inkassomitarbeiter
24.10.2005, 23:18
Ich habe weder behauptet es sehe bei allen Schuldnern so aus noch habe ich behauptet kein Verständnis dafür zu haben.....

....ich behaupte aber weiterhin das es bei überdurchschnittlich vielen Schuldnern so aussieht, wofür ich ja auch Verständnis habe.
Und wiederspreche der Behauptung mit aufräumen anfangen wäre nicht der erste Schritt.
Klar sind noch keine wirklichen Probleme gelöst wenn die Bude wieder sauber ist und Sauberkeit ist eine Frage der Deffinition, es gibt nette chaotische Menschen bei denen fast kein Quadratzentimeter des Bodens nicht mit irgendetwas bedeckt wäre, was nach dem gestrengen Blicke eines Ordnungsfanatikers dort nicht hingehören würde und trotzdem hat alles seine Ordnung.

Wenn sich aber der Müll bis zur Decke stapelt, die Küche nach Emmisionsschutzrichtlienien luftdicht versiegelt werden müsste, der Bewohner dieser Halde sich in seine eigene Welt geflüchtet und den Fernseher und PC als seine einzigen und besten Freunde begrüßt hat.....

......dann ist es verdammt noch einmal zu jederzeit Zeit und dringlich den Besen in die Hand zu nehmen und Ordnung nach beliebeiger Deffinition zu schaffen!

Von dieser Meinung werde ich kein Jota abweichen, wohlweißlich das dadurch keine Rechnung bezahlt kein Problem gelöst ist, überzeugt jedoch davon das dies der erste Schritt von vielen zurück in das Leben als sich vollwertig fühlender Mensch ist. Mit Schulden oder ohne, das sich fühlen findet im Kopf statt und wie soll das in Ordnung geraten wenn um einen herum nur Chaos herrscht, also beginn mit kleinem Schritt und tu was du tuen kannst... ...wie z.B. Aufräumen... ...selbst workingirl war es so wichtig das sie sich einen ganzen Tag Urlaub dafür genommen hat... ...auch wenn sie am Erfolg nun zweifelt, ich bezweifle das es nicht wenigstens ein bißchen gut getan hat!

Grüße

Jonas

nastaran
25.10.2005, 03:52
....ich behaupte aber weiterhin das es bei überdurchschnittlich vielen Schuldnern so aussieht, wofür ich ja auch Verständnis habe.



Meine GV-in hat mir neulich von ihre Erfahrung damit erzählt .

Sie hat zugegeben , daß sie i.d.R. sich auf unaufgeräumte Wohnungen von Schuldner eingestellt hat und sehr erstaunt war , daß bei den meisten " ganz normal " aussah und die Wohnung ( trotz bittere Armut bei einigen ) sehr ordertlich aufgeräumt war .

Vielen GV liest man das Erstaunen in die Augen , wenn sie eine Wohnung betreten und die Wohnung nicht bis zur Decke voll Müll ist , weil das Vorurteil herrscht Schuldner = Unordnung .

Es ist meiner Meinung falsch , Schulden mit Ordnung im Verbindung zu bringen , weil es eben keine Verbindung gibt !

Ausserdem ist das Wort " Ordnung " ziemlich relativ : wo manche Unordnung sehen , sehen andere ihre eigene Ordnung in dem sie sich zurecht finden . Meine Unordnung könnte für einigen meinen Mitmenschen Ordnung bedeuten und umgekehrt genauso ;) !

spirit
05.11.2005, 04:59
ich denke schon, dass das äußere umfeld etwas mit innerem gleich- oder ungleichgewicht zu tun hat.
Wie außen - so innen... wie innen - so außen.

äußerlich aufräumen bezieht sich nach meiner meinung auch auf freundeskreis.

schilf
05.11.2005, 08:57
...

äußerlich aufräumen bezieht sich nach meiner meinung auch auf freundeskreis.
frei nach dem Motto des hiesigen Schützenvereins: lernen Sie schiessen und treffen Sie Freunde :D

Inkassomitarbeiter
06.11.2005, 19:43
ich denke schon, dass das äußere umfeld etwas mit innerem gleich- oder ungleichgewicht zu tun hat.
Wie außen - so innen... wie innen - so außen.
äußerlich aufräumen bezieht sich nach meiner meinung auch auf freundeskreis.

Eben das denke ich auch, daher vertrete ich auch die These das es bei Leuten mit Schulden prozentual häuffiger zu einem Ungleichgewicht im Seelenleben und damt eben auch öfter zu einer nicht aufgeräumten Wohnung kommt...

...Das ist nicht böse gemeint und auch kein Schubladendenken, aber Schulden erfreuen den Schuldner eben selten sehr.
Das es auch Menschen gibt die ohne Schulden im Ungleichgewicht leben steht ausser Frage.

Grüße

Jonas

schilf
06.11.2005, 21:07
Eben das denke ich auch, daher vertrete ich auch die These das es bei Leuten mit Schulden prozentual häuffiger zu einem Ungleichgewicht im Seelenleben und damt eben auch öfter zu einer nicht aufgeräumten Wohnung kommt...

...
In einer statistischen Untersucheung der Universität Bielefeld stellte man eine überraschende eindeutige Korrelation in der Populationsentwicklung der Storche und der Menschen in Europa fest, und zog darauf den eindeutig auf der Hand liegenden Schluss: Die Storche müssen die Menschenbabys bringen!

Genausoviel hat die Ordnung in der Wohnung "prozentual" mit dem Rest an Ordnung oder Unordnung zu tun.

Im Übrigen ein Zitat des LaoTse zu diesem Thema:

Ordnung ohne Liebe macht kleinlich!