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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mut-Mach-Beitrag/Sparen



Sanne
04.02.2005, 08:09
Hallo,

dies soll ein Mut-Mach-Beitrag werden.

Nachdem ich in der Privat-Insolvenz (inzwischen 2 Jahre Wohlverhaltensphase) war, habe ich geheiratet. Die Ehe hielt leider aus verschiedensten Gründen nur drei Monate.

Nun stand ich da: Keinerlei Hausrat (nur Möbel für zwei Kinderzimmer). Es fehlte mir an allem. Ich besaß nur noch Geld für die Kaution einer neuen Wohnung. Dispo überziehen? Ging nicht, hatte ja nur ein Guthabenkonto. Kredit aufnehmen? (Lacht), ging natürlich auch nicht....Jedoch besaß ich ein regelmäßiges Einkommen, das ist ja schon mal etwas.

Ich ersteigerte mir den Großteil an Lampen, Hausrat und Möbel bei Ebay. Kaufte mir bei Ikea das weiße große Billy-Regal, dort lagerten meine Essens-Vorräte. Gespült wurde in der Badewanne etc...Kühlschrank, Gefrierschrank bekam ich „für umsonst“ von einer Freundin. Herd habe ich für 40 Euro aus einem „Käseblättchen“ gekauft.

Einige Möbel wie Bett, Esstisch und Stühle etc. bestellte ich mir über meinen Bruder in einem großen Versandhaus auf Raten.

Nun hatte ich erneut Schulden. Ich fuhr also das „Hardcore-Programm“. Das hieß, eisern sparen und in vier Monaten alle Schulden tilgen. Wie das ging?

Festkosten runterfahren, nur das Nötigste haben. Ein- und Ausgabenplan machen. Nur wer wirklich weiß, wohin das liebe Geld vom Konto verschwindet, kann planen und weiß, was man zur Verfügung hat zum Ausgeben.

Essensplan aufstellen und nur nach Plan einmal die Woche einkaufen. Ich z. B. koche wie zu Omas Zeiten, 1 x die Woche Sonntags Fleisch, Mittwochs Suppe, Freitags Fisch etc. Viel saisonales Gemüse, Brot, wenn es geht, selbst backen... Wir, das sind drei Kinder im Alter von 14 – 18 Jahren und ich, kommen mit 80 Euro die Woche sehr gut aus. Darin sind auch alle Hygiene-Artikel wie z. B. Duschgel, Badreiniger, Waschmittel etc. enthalten. Gekauft wird nur bei den Discountern. Auch die haben mittlerweile Fleisch usw. Ganz vereinzelte Sachen, die ich dort nicht bekomme, kaufe ich auch mal in einem „Fremd-Supermarkt“. Die Kinder bekommen grundsätzlich Pausenbrot und Obst mit, es wird nichts am Kiosk gekauft. Ab und an kaufe ich auch Kästen Mineralwasser, jedoch trinken wir meist „Eis-Tee“. Das ist gekochter Früchtetee, gemischt mit Orangensaft, gekühlt in einem Krug im Kühlschrank.

Ich hole einmal im Monat 400 Euro ab. Das sind 100 Euro die Woche für Lebensmittel, der Rest, der übrig bleibt, ist mein Taschengeld. Reicht es nicht, dann gehe ich eben mal nicht in die Kantine essen, kann ich nicht ins Kino etc...

Früher habe ich nach der sog. Umschlagmethode mein Geld eingeteilt. Mittlerweile brauche ich das nicht mehr. Tipp: Familien sollten 5 Umschläge mit vorher festgelegtem Haushaltsgeld füllen (pro Woche festen Betrag, den letzten Umschlag mit halbem festen Betrag). Singles können die 31-Umschlag-Methode nutzen. Sich vorher überlegen, wie viel pro Tag habe ich an Geld übrig und dies in 31 Umschläge (für jeden Tag einen) füllen.

Hartgeld was vom Einkaufen übrig bleibt, kommt grundsätzlich in verschiedenen Sparbüchsen.

Montags z. B. ist mein Nothing-Buy-Day. An diesem Tag kaufe ich grundsätzlich nichts. Lasse das Portemonnaie zuhause.

Auto? Habe ich noch niemals besessen. Warum auch? Für ca. 40 Euro im Monat komme ich prima zur Arbeit und zurück. Sollte ich mal wirklich zuviel Einkäufe zu tragen haben, kann ich mir für 7 Euro ein Taxi leisten. Das fällt kaum ins Gewicht. Für alle die tanken müssen, hier ein interessanter Link: www.clever-tanken.de Dort kann man für seine Stadt die preiswertesten Tankstellen finden.

Ich besitze nur ein Prepaid-Handy, auch rauche ich nicht. Versicherungen habe ich nur das Nötigste und auch nur bei Direktversicherern.

Ich spare mittlerweile immer 40 – 50 % meines Einkommens, bzw. die unpfändbaren Beträge. Gestern wurde ich von einem Mitarbeiter der Sparkasse angesprochen, warum ich soviel Geld auf dem Girokonto hätte....Könnt Ihr Euch vorstellen, was das für ein Gefühl war? Zum ersten Mal sprach man mich an, dass ich GELD auf dem Konto hätte..

Mir fallen sicherlich noch einige Spartricks ein, die ich später noch schreibe. Wollte Euch nur Mut machen, die „Schuldenschraube“ umzudrehen. Leider geht es im Leben nicht immer nur geradeaus.

LG
Sanne

fiesemotte
04.02.2005, 08:34
Hmmm....

ich will Dich beileibe nicht angreifen. Ich bin selber stets sehr sparsam gewesen aber ich bin zuletzt mit 200 DM für 6 Personen ausgekommen im Jahre 1985. Danach ging es stetig höher. Verrate mir mal Deine Rezepte und wie Pausenbrot und Obst/frisches Gemüse/Milchprodukte/Frischmilch nicht das weiss gefärbte tote Wasser namens H-Milch (ist schon fast ein Verbrechen an Kindern das Zeugs denen zu geben) usw. aussehen.

Dazu kommt: du schreibst: ... ist Dein Taschengeld ... geh ich nicht in die Kantine... Hmmmm!!!!! Da krieg ich Bauchschmerzen. Haushalt runterfahren und dann Kantine auch wenn es das Taschengeld ist. Bekommen die Kinder Taschengeld?

Wie hoch sind Deine Stromkosten? Wasserkosten? Miete? Wie kommst Du ins Net? Was ist mit den Kindern, wenn die mal telefonieren müssen? Du schreibst, daß Du 50 - 60 % Deines unpfändbaren Einkommens sparen kannst. Hmmm...

Und dann: Du bunkerst Geld auf einem Konto und bist noch im Insolvenzverfahren? Tja, wenn das einer Deiner Gläubiger mitbekommt, ist das Geld futsch.

Und verrat mir mal, warum das Taxi bei Euch so billig ist. Will ich zum nächsten Geschäft, dann bin ich alleine 9 - 12 Euro los. Zu meinem Arzt, der gerade Strecke runter ist ca. 3 km zahle ich auch so viel.

Auf Deine Sparrezepte freue ich mich, hab ja auch welche und vielleicht können wir die zusammentragen nach und nach, denn viele andere haben ja auch noch welche.
Fiesemotte

Sanne
04.02.2005, 08:46
Liebe Fiesemotte,

ich darf soviel von meinen unpfändbaren Beträgen auf dem Konto haben, wie ich will, da solltest Du dich vielleicht einmal informieren.

Wer sagt denn, dass ich all mein Geld ausgeben muss?!

Nun zu den anderen Fragen:

Natürlich bekommen meine Kids Taschengeld. Und die 20 Euro, die meist vom Einkaufen übrig bleiben, darüber brauche ich Dir wohl keine Rechenschaft ablegen :-), ob ich ausnahmsweise mittags mal davon esse gehe, oder fürs Kino verprasse etc.

Und wieso sollte man mit 80 Euro nicht für Lebensmittel auskommen?

Miete zahle ich warm 755 Euro für eine 115 qm -Wohnung. Strom habe ich monatlich 80 Euro. Ich habe eine Internet-Flatrate von 9,90 Euro. Telefonkosten habe ich meistens 60 Euro inklusive DSL. Ich habe eine Risiko-Leben für 4,50 Euro im Monat. Hinzu kommt eine Familien-Haftpflichtversicherung von jährlich 48 Euro.

Achja, wegen Taxi-Fahrt. Kommt ja wohl auf die Entfernung an, wieviel man zahlt. Ich zahle für diese Strecke von Plus nach Hause eben 7 Euro.

Ich bin alleinerziehend, drei Kids, die Unterhalt bekommen (unpfändbar, Kindergeld) und ich bin voll berufstätig und zahle selbstverständlich meine pfändbaren Beträge an den Insolvenzverwalter. Also, bevor du hier mit Gläubiger usw. anfängst, bitte informiere dich doch mal bitte richtig über ein Insolvenzverfahren. Ich dürfte gar nicht an einzelne Gläubiger extra überweisen!

fiesemotte
04.02.2005, 10:01
Hi,

meine Fragen scheinen Dich ja ziemlich angefressen zu haben. Und was Gläubiger angeht: nun ich habe nicht gesagt, daß Du an einen bezahlen musst, aber was ist, wenn der den IV oder TH angeht? Ich hab mich nicht mit dem Privatinsolvenzrecht beschäftigt, weil es für mich nicht wichtig ist. Aber irgendwie will es mir nicht in den Kopf, das man 6 Jahre lang an der Armutsgrenze leben muß um seine Schulden los zu werden und gleichzeitig Vermögen aufbaut. Irgendwie passt das nicht.

Was die Ersparnisse beim Lebensunerhaltseinkauf angeht, so war das für mich eher eine moralische Frage. Ich spare bei den Lebensmitteln und leiste da nicht mal was Extra, gehe aber davon in die Kantine. Das ist für mich als Mutter irgendwie nicht richtig. Natürlich ist das Deine Einstellung, aber wenn Du sowas schreibst, musst Du Dir unter Umständen auch Kritik gefallen lassen.

Beim Telefon hattest Du angegeben, daß Du NUR ein Prepaidhandy besitzt und daher fragte ich Dich, wie das dann mit Net und Kids ausschaut.

Ich mach mal ne Rechnung auf:
Einkünfte:
Kindergeld 3 x 154,-- = 462,--
Unterhalt 3 x 284,-- (- 3 x 77,--) = 621,--
Pfändungsbereinigtes Gehalt: geschätzt da Du sagst, das Du alles oberhalb der Pfändungsfreigrenze an den IV abdrückst und die bei 3 Kindern bei ca. 1650,-- mindestens liegen muß um nur einen Cent zu zahlen.
Mindestens also: 2.733,--

Ausgaben:
Miete warm: 755,--
Strom: 80,--
Internet/Telefon: 70,--
Lebensunterhalt 320,--
Summe: 1.225,--

Bleiben somit 1.508,-- Euro übrig von denen noch das eine oder andere und das Taschengeld der Kinder zu zahlen ist, sagen wir mal rund 500 Euro. Also meinst Du Du trägst monatlich rund 1000 Euro auf die Bank? Habe ich das so richtig verstanden?

Ich will Dich nicht beleidigen, ich versuche zu verstehen, warum es mir kaum möglich ist heutzutage mit 270 Euro - Strom und Rückzahlungen auszukommen als Alleinstehende heutzutage. Miete gibts extra.
Auch früher hatte ich das mit 2 Verdienern (beide Vollzeit) und Kindergeld nicht oder kapier ich irgend was nicht?
Fiesemotte

Sanne
04.02.2005, 10:23
Und das ist das Problem bei Dir...

Du kennst dich mit dem Insoverfahren nicht aus und behauptest einfach, dass man 6 Jahre lang an der Armutsgrenze leben muss und nichts ansparen kann? Und was sollte ein Treuhänder dagegen habe, dass ich meine umpfändbaren Beträge auf dem Konto lasse? Solange ich meine pfändbaren Beträge an ihn abführe und somit einer meiner Obliegenheitspflichten erfülle, hat es ihn sogar nichts anzugehen!

Ich bin keinesfalls arm und meine Kids auch nicht. Warum wird man als "schlechte" Mutter dargestellt, weil man sein Leben vereinfacht hat, sparsam lebt?! Und nichts anderes hast Du gemacht!

Im Gegenteil, meine Kids sind sehr stolz auf mich und wir setzen uns zusammen am Anfang des Monats hin und machen den Budgetplan. Wir beratschlagen gemeinsam, ob Kleidung etc. nötig ist oder nicht...

Wir sind aus der Konsumfalle ausgestiegen. Wir brauchen nicht mehr!

Ich finde es interessant, wie man angegriffen wird, wenn man sagt, man spart und das auch noch gerne :-)

Insolvenz = Armut

Schulden = Der darf nichts mehr haben und schon gar nicht ein bisschen Freude im Leben wie Kino usw.

Selbst die 20 Euro, die ich vielleicht mal in der Kantine ausgebe, stören Dich. Schon bin ich in Deinen Augen eine schlechte Mutter, weil 80 Euro nur an Lebensmittel, kann und darf ja gar nicht sein.

Wäre ich in Deinen Augen eine verantwortungsvollere Mutter, wenn ich ALLES an Geld im Monat ausgeben würde? Wozu? Etwa für das xte Paar Schuhe, die 10. Hose usw.?

In jeder größeren Stadt gibt es z. b. oxfam-Läden. Dort bekommst du tolle gebrauchte Blusen für 3 Euro usw...

Niemand sieht, wie teuer meine Sachen wirklich waren...

ICH persönlich finde es verantwortungsvoller, wenn mal eine Stromnachzahlung kommt oder die Waschmaschine kaputt geht, dass ich das Geld dazu zur Verfügung habe.

So etwas nennt man Umsicht und Verantwortungsbewußtsein.

LG
Sanne

boris_hb
04.02.2005, 11:52
Gestern wurde ich von einem Mitarbeiter der Sparkasse angesprochen, warum ich soviel Geld auf dem Girokonto hätte....Könnt Ihr Euch vorstellen, was das für ein Gefühl war? Zum ersten Mal sprach man mich an, dass ich GELD auf dem Konto hätte. Mir fallen sicherlich noch einige Spartricks ein, die ich später noch schreibe.
Hi sanne! Mir geht es ähnlich. Ich bin wesentlich sparsamer als ich dachte ;) Aber mir fehlt nichts.

Nun aber noch ein wichtiger Spartipp für Dich: Viel geld auf dem Girokonto ist das gegenteil von sparsam. Lege Dir ein Sparbuch an, es gibt völlig kostenlose (schufafreie :-) ) Sparbücher, die einige Prozent bringen. Spitzenreiter laut Finanztest ist derzeit Diba mit 2,5 Prozent. Das sind je 100 Euro 2 Euro 50 mehr als auf dem Girokonto. Außerdem kommt man nicht so schnell in Versuchung, das überschüssige Geld auszugeben - man muss es immer erst vom Sparbuch aufs Giro überweisen, um verfügen zu können. Das heißt, man hat automatisch eine Notbremse eingebaut und ist gezwungen, die Käufe noch ein- oder zweimal zu überschlafen. Das ist auch ein Spareffekt ;))

Ich mache das seit ca. 2 Jahren so, und mein Sparbuch wächst und gedeiht, und es ist ein gutes gefühl.

Sanne
04.02.2005, 12:16
Hallo,

ja, das habe ich ja auch. Ist eine feine Sache. Ich habe aber für Notfälle 3 Monatsgehälter auf dem Girokonto. Ich nenne es mein Rückstellungskonto, das Geld bleibt auch darauf.

Alles weitere an Geld ist auf dem Diba-Konto bzw. ich habe für meine Kids vom Kindergeld Fonds (für die Kids, nicht für mich) abgeschlossen.

Ich glaube, wenn man einmal erfahren hat, wie das ist mit Schulden, der Angst vor dem Briefkasten (ja, hatte ich wirklich!), den Gang zur Bank etc.. da ist man fürs Leben geläutert und denkt über Geld ganz anders und überdenkt auch sein eigenes Konsumverhalten.

LG
Sanne

fiesemotte
04.02.2005, 12:18
Hi,

das siehst Du völlig falsch oder Du willst das so sehen. Ich habe immer hart an der Armutsgrenze gelebt und ich bin selber insolvent - wenn auch regelinsolvent (falls ich es beantrage). Mich interessiert nur wie Du das schaffst. Ich habe trotz aller Spartricks es niemals geschafft nur so wenig an Lebensmittel und Putzmittel/Kosmetika/Waschmittel auszugeben. Sicher waren es bei uns noch 2 Personen mehr, doch wenn ich die heutigen Preise sehe, dann wird mir nur schlecht.

Aber wie dem auch sei,auf meine Fragen willst Du nicht eingehen und daher ist das nun mein letztes Posting hierzu. Ich wollte Dich weder abstempeln noch sonst was. Ich bewundere Dich sogar. Aber manche Menschen verstehen halt nur das was sie sehen wollen und so nehmen sie halt alles als Angriffe und Verhöhungen dar insbesondere Hinterfragen gewisser Vorgänge, diesen Typen kann man nicht helfen und so bleibt es bei höchstens unerfreulichen Kontakten.
So long!
Fiesemotte

Sanne
04.02.2005, 12:40
Ups,

dachte schon, dass ich auf Deine Fragen explizit eingegangen bin. Welche sind denn noch offen?

Es mag sein, dass manche Menschen nicht mit 80 Euro die Woche für 4 Personen auskommen, jedoch gibt es genug andere, die können das. Ich persönlich kenne sogar eine Frau, die mit 50 Euro die Woche auskommt.

80 Euro ist nicht wirklich wenig. Als es noch Sozialhilfe gab, lag der zu errechnende Betrag die Woche auf 25 Euro pro Person. Das wären also 100 Euro und genau die, hole ich auch jeden Montag ab.

Beispiel diese Woche Essensplan bei uns:

Montag: Nürnberger Rostbratwürstchen, Pürree, Sauerkraut
Dienstag: Gyrossuppe (koche ich abends vor, reicht bis Mittwoch), dazu: Baguette
Mittwoch: Rest Gyrossuppe
Donnerstag: Wirsing, Kartoffeln, Hackbällchen
Freitag: Seelachsfilet, Kartoffeln, gemischter Salat
Samstag: Lasagne (selbst gemacht)
Sonntag: Sauerbraten (drei große Stücke, reichen bis Montag), Klöße, Rotkohl

Ich gehe nur einmal die Woche einkaufen und mein Einkaufswagen wird nach Prioriäten gefüllt. D.h., erst die Mittagsgerichte (sämtliche Zutaten). Vielleicht hilft es Dir, wenn du bei den ersten Malen immer einen Taschenrechner mitnimmst und jedes Teil addierst. Mich stören die Blicke der anderen nicht.

Danach folgt der Aufschnitt, Käse etc. Alles, was du meinst für eine Woche zu benötigen. Dann folgen Obst, Brot etc.

Joghurts, Milchprodukte kaufe ich meistens bei Plus. Die haben Super-Fruchtjoghurts für 0,19 Cent! Milch bekommst du im 12er-Pack am günstigsten bei Penny.

Morgens frühstücken wir meistens Müsli (selbstgemacht wie z. B. Haferflocken, 1 Stück Obst klein geschnitten) oder Frühstücksflocken, jedoch No-Name, keine Marke.

Brot kaufe ich entweder 3 Pakete geschnitten (zwei friere ich ein und hole es bei Bedarf heraus) oder backe selbst, wie ich gerade Zeit und Lust habe.

Also, wenn du die Grundnahrungsmittel hast, dann kommt der "Luxus", wie z. B. Süßigkeiten, eine Flasche Wein oder Sekt (ich hole meistens bei Plus eine Flasche Prossecco für 1,89 Euro).

Dies muss reichen, mehr gibt es nicht. Wir haben ein Fach, nennen wir Schluckerfach. Dort werden alle Süßigkeiten hinein getan. Sind sie alle, kaufen sich die Kids entweder vom Taschengeld mehr oder warten, bis wieder Mittwoch (unser Einkaufstag) ist.

Ich nehme grundsätzlich Körbe mit zum Einkaufen. Ich kaufe keine Tüten. Leere Margarinedosen eignen sich hervorragend für die Schulbrote der Kids. Auch die Tüten, in denen das Obst ist, kannst du für die Schulbrote verwenden.

Mineralwasser kaufe ich selten, wie gesagt, wir trinken entweder "Eistee" oder Leitungswasser. Wir haben auch einen sog. Sprudler. Ein Sohn von mir trinkt lieber mit "Brause".

Gerichte, die für die Woche auf dem Plan stehen, können untereinander getauscht werden. Der Plan ist nicht sklavisch einzuhalten.

Ich kaufe auch nur einmal die Woche den Bedarf an Hygieneartikel usw. ein. Fehlt also diese Woche bei uns Badreiniger, so wird auch nur der gekauft, nichts anderes, auch wenn noch soviele Waschmittel usw. im Angebot sind.

Ich kaufe nur den Bedarf für eine Woche ein, niemals auf Vorrat.

So komme ich gut klar und wir haben immer einen vollen Kühlschrank. Uns fehlt es an nichts, glaube mir.

LG
Sanne

Grisu
04.02.2005, 16:45
Hi Sanne,

freut mich wirklich mal wieder von dir zu lesen. Und dann noch so positive Sachen, schön das es dann doch noch letztendlich so "gut" für euch ausgegangen ist nach dem ganzen Mist. Toll was du für euch aus dem Scherbenhaufen gemacht hast.

Solche Postings machen Mut und einiges aus deinem Sparplan hab ich mir soeben geklaut :D

Ganz liebe Grüße
Grisu

auf die schnelle
04.02.2005, 17:31
man glaubt gar nicht, mit wie wenig Geld man auskommt, wenn man wirklich nur Wichtiges kauft und ein inneres Sparschwein belebt hat. Ich komme heute mit ca. 50 Euro aus für 1 Woche, als Single, Leckermäulchen, Fleischliebhaber, Raucher, Süßigkeitennascher, etc. und bin sicherlich noch nicht das, was man geizig nennen würde. Wenn ich auf was Appetit habe, kaufe ich es. Wäre sicherlich noch mehr Sparpotential möglich. Fürs 3-fache Geld bin ich früher am Wochenende ausgegangen!
Ich habe alle Achtung und Bewunderung für alle, die mit gleichem Ausgabeverhalten eine Familie ernähren. Hut ab, Diener mach.

PARA YOK
04.02.2005, 20:03
Es gibt viele dinge wo man sparen kann,aber beim Essen und Triken sollte man
mit dem sparen aufhören.Es muss ja nicht jeden Tag Filet sein,aber halt einfach ganz normal.Meine Kids bekommen,das was Sie an Essen und Trinken möchten!!!

admin
04.02.2005, 20:11
Hallo,

ja, das habe ich ja auch. Ist eine feine Sache. Ich habe aber für Notfälle 3 Monatsgehälter auf dem Girokonto. Ich nenne es mein Rückstellungskonto, das Geld bleibt auch darauf.

Alles weitere an Geld ist auf dem Diba-Konto bzw. ich habe für meine Kids vom Kindergeld Fonds (für die Kids, nicht für mich) abgeschlossen.

Ich glaube, wenn man einmal erfahren hat, wie das ist mit Schulden, der Angst vor dem Briefkasten (ja, hatte ich wirklich!), den Gang zur Bank etc.. da ist man fürs Leben geläutert und denkt über Geld ganz anders und überdenkt auch sein eigenes Konsumverhalten.

LG
Sanne
Hallo sanne,

schön nach so langer zeit wieder was von dir zu hören. deine früheren spartipps finden sich noch immer auf der rezepteseite.

und dass du u.a. durch das insoverfahren offensichtlich zu einem neuen verhältnis zu geld, schulden und konsum gefunden hast finde ich persönlich super und geradezu vorbildhaft. und für alle anderen übrigens ein beispiel dafür, welche chancen ein insoverfahren bietet. vielleicht nicht neue kreditwürdigkeit, wie das von der konsumindustrie so gerne propagiert wird, aber zumindest die möglichkeit wieder vermögen und vorsorge bilden zu können.

gruß, thomas

Wanderer
04.02.2005, 21:34
Ich kann mich nur denen anschließen, die mehr oder weniger deutlich ein gewisses Unbehagen artikuliert haben. Mich hat die Schilderung von Sanne an Menschen erinnert, die mit durchaus sinnvoller Sparsamkeit im Essen angefangen haben und irgendwann unbemerkt in Suchthungern abgerutscht sind. Ich denke, es wird auch sowas in Richtung Suchtsparen geben.

Ich weiß nicht, wo der Lebenssinn darin zu finden sein soll, neben drei Monatsgehältern Reserve noch weiter zu sparen. Ich bin mir auch n icht sicher, dass das für Kinder wirklich so ein tolles Vorbild ist. Sparsam aufgewachsene Kinder, genau wie die aus abstinenten Haushalten, sind als Jugendliche und junge Erwachsenen weitaus gefährdeter, das Vorenthaltene nun endlich nachzuholen, als diejenigen, die die Kunst kontrollierten und ritualisierten "Prassens", z.B. zu Festen, oder sei es nur, wenn der Arbeitslohn ausgezahlt wird, kennengelernt haben.

FG Wanderer

Lissy
04.02.2005, 22:52
Auch ich komme aus einer sehr armen Familie und hatte, als ich mit siebzehn zu Hause auszog ein richtig krasses Nachholbedürfnis. Viele meiner Schulden resultieren einerseits daraus, andererseits durch "Großzügigkeit" gegenüber falschen Freunden. Ich benutze zwar leere Margarinedosen zum Einfrieren, würde sie aber nie meinem Sohn fürs Pausenbrot geben. Grundsätzlich stimme ich dem zu, dass man nicht gerade am Essen sparen soll. Ich finds aber okay, auf Markenware zu verzichten und sich nicht jeden Mist zu kaufen, nur weil einem die Werbung Bedürfnisse suggeriert, die man gar nicht hat. Ich denke, es gibt ein gesundes Mittelmaß. Bedenklich finde ich es aber nicht, dass man das Budget mit seinen Kindern bespricht, wenn sie schon größer sind. Ist doch allemal besser, als wenn die Kinder vorgelebt bekommen, dass man auch durchaus über die Verhältnisse leben kann. Da sehe ich das Risiko, dass die später anfangen, alles haben zu wollen, auf Pump kaufen und dann auch in Schulden geraten. Bin auch damit aufgewachsen, dass es "normal" sei, Schulden zu haben und das man ruhig mal Sozi kriegen kann, dafür gäbe es das ja. Hätte meine Mutter uns das verantwortungsvolle Umgehen mal nahegelegt, hätte ich damals sicher nicht so viele Schulden verursacht, ohne mal übers zurückzahlen nachzudenken.

boris_hb
05.02.2005, 00:42
ein beispiel dafür, welche chancen ein insoverfahren bietet. vielleicht nicht neue kreditwürdigkeit, wie das von der konsumindustrie so gerne propagiert wird, aber zumindest die möglichkeit wieder vermögen und vorsorge bilden zu können. Aber der Witz dabei ist ja gerade (jedenfalls bei mir), dass ich nicht nur nicht kreditwürdig bin, sondern auch nicht kreditwillig :-) Oder andersrum: Die Banken sind nicht debitorenwürdig :D Die Herrlichkeit meines Nachschulden-Lebens liegt gerade darin, dass ich selber der einzige bin, der sich kredit einräumt: Kredit umgekehrt - sparen und dann besten gewissens aus dem Haben anschaffen. Das ist freiheit.

Ich vermisse nichts, was mit kredit & Co. zu tun hat und würde den Begriff "würdig" darum damit gar nicht mehr in Verbindung bringen.


Ich weiß nicht, wo der Lebenssinn darin zu finden sein soll, neben drei Monatsgehältern Reserve noch weiter zu sparen.
Der Sinn ist, siehe oben: Man ist seine eigene Bank und hat Luft für größere Anschaffungen. Auf kredit verzichten heißt ja nicht, auf Dinge wie Auto, Computer oder Reisen zu verzichten. Dafür muss man halt sparen.

Sanne
05.02.2005, 06:25
Irgendwie muss ich hier schmunzeln...

Wieso denken manche hier, wir hungern?

Schaut Euch doch mal den Mittagsessensplan an, was ist daran verkehrt? Unser Kühlschrank ist randvoll, das Gefrierfach auch. Wieso kommt Ihr darauf, wir würden am Essen sparen?! Wir kaufen nur anders ein, mehr nicht.

Und ich denke auch nicht, dass meine Kinder etwas entbehren und später nach Auszug dann um so mehr konsumieren.

Boris brachte es auf den Punkt. Wir sparen mehr wie drei Monatsgehälter, um z. B. in den Sommerferien nach Zypern zu reisen oder so wie jetzt im März, da wird mein Sohn 19 und ich habe ihm den Führerschein geschenkt. Er ist gerade dabei, ihn zu machen und wird ihn im März wohl haben.

Denkt Ihr wirklich, meinen Kindern geht es schlecht? Wohl kaum...

Wir sind glücklich und zufrieden und haben trotz Insolvenz keine Geldsorgen.

LG
Sanne

presto
05.02.2005, 08:42
http://img2.smiliedb.de/sdb76896.gif

also ich kann den positven erfahrungen hier nur beipflichten. und boris` aussage nur ganz dick unterstreichen.
früher - neues auto? kein problem, man ist ja kreditwürdig.
neue dolby-surround anlage? schnell finanziert...
klar, breitbild TV muss auch sein, neues handy sowieso... etc.etc... und fast immer mit irgendwelchen krediten. die waren auch allesamt tragbar. problemlos.
nur dann kam der zusammenbruch des systems. scheidung, job weg, krank.
und dann? was dann?
keine bank, kein kreditgeber ist mensch geblieben. da waren nur noch "neutrale" rechtsabteilungen. aber gut, man rappelt sich halt irgendwann auf, arbeitet hart, hat bisschen glück, beendet eine insolvenz und steht am ende nicht nur ohne schulden da, sondern auch noch besser als je zuvor.
nur die erfahrungen, die entbehrungen, das sparen und so weiter - das blieb.
aber was geschieht?
heute ist man nicht nur wieder kreditwürdig, nein, sogar "begehrter" kunde der alten, guten geschäftspartner...
aber ich bin nicht mehr kreditwillig ! nicht mehr bankenwillig, nicht mehr konsumfreudig. also ein ganz schlechter konsument !!
jemand der die wirtschaft so rein gar nicht mehr ankurbeln mag. der notgroschen, den oma noch hatte, der ist gut untergebracht, der dient für schlechte zeiten. und was ich mir heute nicht leisten kann, das geht halt nicht. und trotzdem vermisse ich nichts.
handy hab ich zwar, aber 4 jahre alt
auto - voll bezahlt und meines. brief liegt bei mir, nicht bei der bank.
kühlschrank ebenfalls voll. 80% aldi, lidl und co. 20% von "besserer" qualität.
wohnung? nö. haus zur miete. nette vermieter. und jede menge platz. teilweise selbstversorger (holz für kamin, garten mit saisonfrüchten + gemüse, hühner, etc...)
und so kann man immer weiter machen.
klar, nun kommen die unken aus ihren löchern und quaken - aber es geht mir nicht ums angeben oder protzen. da hab ich nichts, womit sich protzen ließe. es geht mir darum zu sagen, dass man mit verstand, willen, durchhalten und eine bischen glück zu einem durchaus befriedigendem lebensstil kommen kann, der eben nicht auf pump läuft.
"was oma noch wusste" - eine maxime, die viel geld spart. nach dem 2. weltkrieg hat oma gelernt wieder zu leben - mit wenig, aber bis heute. und wenn man sich die zahlen mal anschaut, wer wann was vererbt und wo somit das vermögen sitzt, der wird sehen, dass oma und opa wohl irgendwas richtig gemacht haben. denn die haben das geld, die immobilien, die werte. nicht die banken. die ziehen der jetzigen und der kommenden generation nur immer schamloser aus der tasche, indem sie bedürfnisse vorgaukeln, die elementarster natur zu sein scheinen.
beispiel telekom werbeflyer in der aktuellen t-mobile abrechnung... da bekomm ich das kotzen. kinder sollen ihr taschengeld monatlich an die telekom zahlen, damit sie immer ein überschaubares guthaben zum telefonieren haben !!!

also, sanne, boris, andere - weiter viel glück.

auf die schnelle
05.02.2005, 09:15
Aus der Not mal geboren, wird eine andere Lebensführung irgendwann mal zur angenehmen Freiheit, auf die man nicht mehr verzichten möchte.
Eine Werbung mal anders interpretiert:
Kaminholz im Wald selbstgeschlagen ---- 8 Euro
Einkäufe im Dicounter für 1 Woche ---- 50 Euro
das Gefühl, nicht mehr abhängig zu sein, Banken und Krediten eine lange Nase machen zu können ---- unbezahlbar

Sanne
05.02.2005, 15:38
Ja, genau das ist es!

Die Freiheit und die Wahl zu haben....unglaublich tolles Gefühl.


LG
Sanne

HaraldXY
06.02.2005, 19:10
Hallo Sanne,

schön mal eine optimistische Stimme zu hören!!! Meist wird sich ja nur beklagt, daß man "mit so wenig Geld" nicht leben kann. Es hängt natürlich auch viel vom Charakter ab. Dein diszipliniertes Ausgabenverhalten sieht man selten.

Anders sehe ich das mit Deinem Guthaben. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nichts dagegen und gönne Dir das. Es läßt sich ja auch beruhigter leben, wenn man noch einen Notgroschen hat. Nur, wenn ich einer Deiner Gläubiger wäre, dann würde ich 1. mal versuchen das Guthaben zu pfänden. Und 2. falls mir das nicht gelingt, mich gegen Deinen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen.

Die Restschuldbefreiung ist nach meiner Auslegung (auch) eine Ermessensentscheidung des zuständigen Richters. Wenn der dann erfährt, daß Du da noch Geld bunkerst und nicht alles zur Schuldentilgung zu Verfügung stellst, dann dürfte der doch nicht den besten Eindruck von Dir haben.

Ich verstehe nicht, warum Du das Geld nicht auf ein Konto der Kinder einzahlst. Ich spricht ja nichts dagegen, wenn man die Kinder einen Teil des Taschengelds für ihre Ausbildung sparen.

Viele Grüße und alles Gute

HaraldXY

Ps: Ich habe nur Deinen ersten Beitrag vollständig gelesen, und die Antworten quergelesen. Kann deshalb sein, daß sich mein Einwand erledigt hat.

Grisu
06.02.2005, 21:30
Wenn der dann erfährt, daß Du da noch Geld bunkerst und nicht alles zur Schuldentilgung zu Verfügung stellst, dann dürfte der doch nicht den besten Eindruck von Dir haben.

Also, nicht böse sein Harald, aber hast du den Rest des Forums auch nur quergelesen? Sie zahlt doch was pfändbar ist, der Rest gehört eben nun wieder ihr und sie kann es sparen, verprassen oder eingraben. ;)

LG Grisu

berend2805
06.02.2005, 22:53
Jetzt muss ich doch mal auch in diesem Forum antworten, weil mir gleich der Kragen platzt. Also nochmal zum Mitschreiben an alle diejenigen, die "ja nicht meckern wollen, aber ich meine nur mal...":

Wenn ein Schuldner sein Insolvenzverfahren hinter sich hat und die Restschuldbefreiung anstrebt (die Zeit bis dahin nennt sich Wohlverhaltensphase), dann kann er all das, was nach der Weiterleitung an den Treuhänder (und damit zur Verteilung an die Gläubiger) übrig bleibt, SPAREN (in Worten: SPAREN). Und wenn er jeden Monat nach dem Treuhänder noch 1000 EUR hat, dann kann er jeden Monat 1000 EUR sparen. Und wenn er meint, er müsste fast verhungern, dann darf er auch das tun.

Und es hat sich KEIN (in Worten: KEIN) Gläubiger dafür zu interessieren, was dieser Mensch mit seinem pfändungsfreien Geld macht.

Und der nächste Besserwisser, der schon anfängt mit "Ich hab ja keine Ahnung vom Insolvenzverfahren, aber...", der sollte mal ganz schnell ganz ruhig werden und sich selbige verschaffen: die Ahnung nämlich. Und bevor er die nicht hat, muss er hier gar nicht erst mit Posten anfangen.

Alles klar???

@ Sanne

Mach weiter so, die meisten Tips kannte ich schon, ein paar noch nicht, ich kann auch nicht alle anwenden, aber im großen und ganzen kann ich sagen: ich komme gut mit meinem Geld aus, obwohl natürlich viel vom Nettogehalt weggeht, und demnächst werde ich noch arbeitslos, aber auch das wird mich finanziell nicht umhauen, dann wird eben nochmal genau hingeguckt, und es werden sich sicher noch Einsparmöglichkeiten ergeben, wieviel ich davon ertragen will, liegt ganz allein an mir. Aber ich werde es überleben, und nicht nur das, ich werde mir auch weiterhin den Genuss, der mir wichtig ist, verschaffen, dann muss ich eben an anderer Stelle sparen.

Sheila
07.02.2005, 00:10
Zur unserer "Fiesenmotte" (obwohl wir oft der gleichen Meinung sind!): es ist NICHT so, dass man in der Insolvenz an der "Armutsgrenze" lebt.

Es gibt immer noch die pfändungsfreien Bezüge und WAS ich damit mache (und wenn ich 10 Gehälter auf dem Konto stehen lasse), HAT keinen Gläubiger zu "interessieren".

Sanne, ich danke dir für diesen "Wachrüttel-Bericht" (!!!!), denn so habe ich den für mich persönlich gesehen.

Während meiner "Pleite" habe ich jahrelang (als Single) von ca. 200 DM im Monat (Lebensmittel, 4 Katzen und tanken. Für die Katzen gab es Thunfisch, Sheeba zum Verwöhnen - die haben von meiner Pleite nix mitbekommen ;-) - und für Frauchen: gebratene trockene Nudeln in Butter und Kräuter, und "Kappes kochen" ;-) kann ich auch - gelebt -
Gehalt war gepfändet, von dem Rest habe ich meine Gläubiger bedient.

("Notkochen" kochen habe ich schon ganz früh von Oma gelernt, die nun wirklich (!) mehr als BILLIG kochen lernen > musste! "Dank" ihres Jahrgangs - unter Anderem: für Opa gab es das Fleisch vom Kotelette am Sonntag, weil er malochen musste (und ein wenig mehr Stunden als heutzutage und das "Untertage") und für die Kinder die Knochen zum Abknabbern und DAS war Armut!!!! Und nicht unser - zum Teil - jetziges "Gestöhne", sorry)

Aber dein Bericht hat mich mal wieder wachgeschüttelt, denn ich erwische mich im Moment selbst dabei, dass ich jetzt, während meiner Insolvenz es einfach nicht so wirklich schaffe: zu sparen!

Ich gehe öfter aus, weil ich nicht mehr an den Wochenenden kellnern "muss" um zu überleben (5 jahre lang: Vollzeitjob und jedes WE kellnern) und: DAS kostet und ärgert mich insgeheim auch ein wenig.

Früher habe ich mir , WENN ich mal einen freien Tag am WE hatte, ein Abendessen verkniffen (*lach*: Steckrüben- Mais- und Kappesklauen beim Bauern auf unseren Feldern gab es, bevor ich ausging *lach* und: sorry) und wenn mich jetzt "der Teufel" reitet, gönne ich mir ein Pfeffer-Steak!!!
Früher habe ich abends ein Wasser getrunken, WENN ich mal ausgegangen bin: heute "muss" es ein Cocktail sein???
Hallllllooooo: das sind Restaurantpreise!

(Nachholbedarf nach 10 Jahren??? NOCH "verzeihe" ich mir das!!!)

Obwohl ich, wenn ich weiter so leben würde, wie früher, MINDESTENS 400-500 Euro im Monat zurück legen könnte.

Deswegen sage ich dir mal ein herzliches Dankeschön für deinen Sparbericht - der mich mal wieder "auf den Plan" gerufen hat!

DANKE nochmal Sanne!!!!!!!!! Ich werde mir mal morgen meine Umschläge fertig machen!

Liebe Grüße

Sheila
(working-girl)

PS: an alle Tröllchen: meine Gläubgier sind: Finanzamt, Stadt, Gerichtskassen,
und DA habe ich KEIN schlechtes Gewissen, wenn ich spare(n) (würde) und nicht diese Gläubgier bezahle ;-)

HaraldXY
07.02.2005, 16:32
Das immer gleich so aggresiv geantwortet werden muß. Bleibt doch mal locker!!!

Warum soll ich denn nicht ein Guthaben pfänden dürfen. Sofern ich in der Wohlverhaltensperiode nicht Volstreckungsschutz genieße???

Und warum sollte ich nicht als Gläubiger mich gegen die Restschuldbefreiung stellen, wenn mir bekannt wird, daß nicht alles getant wurde, um die Schuld so weit wie möglich zu tilgen?

HaraldXY

boris_hb
07.02.2005, 16:58
Warum soll ich denn nicht ein Guthaben pfänden dürfen. Sofern ich in der Wohlverhaltensperiode nicht Volstreckungsschutz genieße??? Ganz einfach: Weil das in der ZPO so steht.


Und warum sollte ich nicht als Gläubiger mich gegen die Restschuldbefreiung stellen, wenn mir bekannt wird, daß nicht alles getant wurde, um die Schuld so weit wie möglich zu tilgen? Noch einfacher: Weil das nicht nach Lust und Laune der Gläubiger geht und schon gar nicht HaraldXYZ die Gesetze nach Tageslaune macht, sondern weil einzig und allein in der Insolvenzordnung steht, was ein Schuldner zu tun und zu lassen hat.

Die sollte man allerdings kennen, wenn man bei so etwas mitreden will.

HaraldXY
07.02.2005, 18:02
Na Du scheinst ja ein besonders großer Schlauberger zu sein. Da wünsche ich Dir, daß Du nicht mal eines Besseren belehrt wirst.

Liebe Grüße

HaraldXY

Grisu
07.02.2005, 18:33
Na Du scheinst ja ein besonders großer Schlauberger zu sein

...oder er hat einfach die Insolvenzordnung (http://www.f-sb.de/inso/insotext/insogesamttext.htm) eben nicht nur quergelesen. :cool:

Grisu

TheEl
07.02.2005, 18:46
@ HaraldXY

Da irren Sie nun wirklich und zwar gewaltig und auf ganzer Front.

"Warum soll ich denn nicht ein Guthaben pfänden dürfen. Sofern ich in der Wohlverhaltensperiode nicht Volstreckungsschutz genieße???"

--- siehe § 294 InsO, allg. Vollstreckungsverbot der Insolvenzgläubiger in der WVP. No Chance für Insolvenzgläubiger in irgendwas zu pfänden und das ist auch richtig so.


"Und warum sollte ich nicht als Gläubiger mich gegen die Restschuldbefreiung stellen, wenn mir bekannt wird, daß nicht alles getant wurde, um die Schuld so weit wie möglich zu tilgen?"

--- weil ein Versagungsantrag begründet werden muss und dies setzt zunächst einen Verstoß gegen die Obliegenheiten gem. § 295 InsO voraus. Das bilden von Neuvermögen (bspw. das Sparen aus dem unpfändbaren Bezügen) in der WVP ist jedoch absolut kein Verstoß gegen diese Obliegenheiten. No Chance für die Insolvenzgläubiger.

Im Übrigen ist es auch nicht die "Ermessenssache" eines Richters, ob nun einem InsOlaner die Restschuldbefreiung zu erteilen oder zu versagen ist.

TheEl
07.02.2005, 19:20
... nur damit das nicht unkommentiert dumm im Raum stehen bleibt und verunsichert:

Es ist vom Schuldner eben NICHT sämtliches Einkommen / Vermögenszufluss einzusetzen, um die Insolvenzgläubiger im Restschuldbefreiungsverfahren zu befriedigen. Zusammen mit dem Antrag auf Restschuldbefreiung hat der Schuldner für die Dauer von 6 Jahren seinen pfändbaren Lohn bzw. an deren stelle tretende Lohnersatzleistungen abzutreten, ferner ein hälftiges Erbe (sofern dieses denn angenommen) herauszugeben, nicht mehr und nicht weniger.

Alles andere verbleibt dem Schuldner. Der Insolvenzbeschlag ist zudem aufgehoben, d.h. der Schuldner kann wider frei und vollends übers ein Vermögen verfügen und eben auch Neuvermögen bilden (ansparen), da dieses eben NICHT von der Abtretung erfasst wird, bspw. auch ein Schadenersatzanspruch oder Schmerzensgeld, verbleibt - anders als im noch laufendem Insolvenzverfahren - in der sog WVP dem Schuldner gänzlich.

HaraldXY
08.02.2005, 00:59
@TheEl

Danke, man sieht, es geht auch freundlich!!! Trotzdem habe ich erhebliche Bedenken, so etwas hier derart zu kommunizieren. Dann muß man sich über die Vorgehensweise im bayrischen Landtag (siehe Startseite) nicht wundern, wenn von dort gefordert wird das Insolvenzrecht zu verschärfen. Unter anderem war es der Vorwurf, der den Schuldnern gemacht wurde, sie würden nicht alles tun, um ihre Gläubiger zu befriedigen.

Vielleicht wäre etwas mehr Demut zweckdienlicher!!! Ein bestehendes Recht ist schließlich nicht unumstößlich!!!

Viele Grüße

HaraldXY

Sanne
08.02.2005, 04:47
Neeee, ich glaubs ja nicht...

nur weil ICH spare, soll man gleich das ganze Gesetz verschärfen...

Ohne genaues Wissen darüber usw. werden Mutmaßungen geäußert, und soll man gleich alle bestrafen.

Also, nun noch einmal für den letzten Deppen, der es offensichtlich nicht versteht.

Ich arbeite ganztätig, obwohl ich Mutter bin, führe gewissenhaft meine PFÄNDBAREN Beträge an den Treuhänder ab, der verteilt es an die Gläubiger und ich

SPARE mir einen Teil meiner UNPFÄNDBAREN Beträge für eine bessere finanzielle Zukunft. Ich könnte mir ab und an einen Restaurantbesuch leisten oder regelmäßig ins Kino gehen. Ich könnte mir ein Auto zulegen und nicht meine Einkäufe mit dem Hackenporsche erledigen, ich könnte anfangen, zu rauchen,....

ist das in Deinen Augen nicht DEMUT genug????! Das alles mache ich nicht, sondern versuche mir etwas zurückzulegen.

Warum sollte man mich dafür bestrafen, nicht alles zu verkonsumieren, was in allen Augen "normal" wäre?

Wenn ich solche Beiträge lese, kann man doch nur noch mit dem Kopf schütteln...

Sanne

fiesemotte
08.02.2005, 06:58
Hi,

auch auf die Gefahr hin wieder falsch verstanden zu werden:
moralisch halte ich einen Sparbetrag oberhalb von 2 - 3000 Teuronen während der Insolvenz zu bunkern für schon mindestens anrüchig. Das aber ist meine persönliche Empfindung, zudem ich wie gesagt auch das IV-Recht hier falsch verstanden hatte.
Wie schon gesagt, 2 -3000 Teuronen halte ich auch für sinnvoll, doch darüber hinaus weckt es Begehrlichkeiten und könnte langfristig zurück schlagen. Und ich sehe das auch mal aus der Sicht eines Gläubigers: da ist jemand, der mir Geld schuldet und ich krieg nicht mal die Summe, die er mir laut Rechnungen schuldet, sondern nur ein paar Prozent und der Schuldner kann sich dumm und dämlich sparen. Was ich darüber hinaus halte von solchen Sparzwängen habe ich bereits erörtert.

Was die Gesetzgebung und den Anstoß dazu angeht, so möchte ich nur an den sogenannten Florida-Rolf erinnern. Er tat nichts anderes als das Gesetz zu nutzen so wie 1054 weitere SH-Empfänger weltweit. Doch dank des Medienwaldes wurde daraus eine irre Summe gemacht über Millionen, die da verfließen würden. Flux wurde das Gesetz geändert und die 1055 SH-Empfänger haben nun die Wahl zu verhungern, denn der/die Staat/en in denen sie leben, weigern sich verständlicherweise für sie aufzukommen, oder nach Deutschland zurück zu kehren. Übrigens waren die meisten davon deutsche Bürger jüdischen Glaubens, die aufgrund der Geschichte ihrer Familien zuviel Angst haben in Deutschland zu leben, nur ungefähr 100 Personen waren SE, die nichts mit dem Holocaust zu tun hatten und die meisten von diesen waren aus Gesundheits- und Altersgründen (noch keine Rentenbeziéher bzw. ergänzende SH) im Ausland. Soviel zur Gesetzgebung. Bayern wird das durch kriegen, was es will, früher oder später. 2006 sind neue Wahlen und die Mehrzahl der Dumpfbacken die wählen dürfen, glauben das es unter der schwarz-blau-gelben Flagge besser geht. 16 Jahre Abhalfterung und Verrat haben sie vergessen genauso wie die Nachfolgejahre unter Schröder. Sie lesen Bild und gucken Big Brother und glauben, das sie auch nur einen einzigen Funken Verstand besitzen. Die Schmähreden und Drohungen bzw. die bereits umgesetzte Verbrechensgesetze wie Hartz vergessen sie, weil es sie nicht betrifft (noch nicht) oder sie wissen in ihrer Dummheit, Blödheit und Boniertheit nicht, was Koch, Merz, Meyer und Konsorten (Ghettoisierung, Working poor, KZ-Haltung von AL und SE in ehemaligen Kasernen, Aufhebung aller Grundrechte, Wanderarbeitertum, Beschränkungen im Gesundheitswesen für SE und AL und deren Familien, dito eingeschränkte Schul- und Ausbildungen von derartigen usw. usf.) vorhaben. Obwohl das schon einerlei ist, denn was unter den letztgenannten schneller gehen würde, hat Rot-Grün langsam im Sinne.
Insofern würde ich mir schon meine Gedanken machen, hinaus zu posaunen das ich monatlich so hohe Beträge zurück legen kann. Ich würde die nicht mal auf einem Bankkonto haben, wenn ich an Deiner Stelle wäre.
Fiesemotte, die ja nur ein Dummerchen und Verschwenderin ist

working-girl
08.02.2005, 07:20
>Und ich sehe das auch mal aus der Sicht eines Gläubigers: da ist jemand, >der mir Geld schuldet und ich krieg nicht mal die Summe, die er mir laut >Rechnungen schuldet, sondern nur ein paar Prozent und der Schuldner kann >sich dumm und dämlich sparen.

Hallo Fiesemotte, ich kläre dich mal kurz auf (meinen Fall kennst du ja!).

Wenn man in der Inso ist, DARF man keinem Gläubiger etwas bezahlen (Gläubigerbevorzugung und die Restschuldbefreiung ist weg). Du weißt, dass ich "nur" Finanzamt, Gerichtkassen, Stadt usw. als Haupt-Gläubiger habe, mit Summen, die man nie zahlen könnte (so alt wird keine Schildkröte!).

In meinem Insolvenz-Antrag ist auch eine früherer Arbeitskollege als Gläubiger. Von meinem pfändungsfreiem Gehalt könnte ich ihm die Summe zusammensparen, so dass er das Geld wieder bekommt. Aber laut Insoverordnung DARF ich nicht, weil ich ihn "bevorzugen" würde.

Man kann einfach nicht sagen: das ist ein "guter" Gläubiger, den bezahle ich (bei dem habe ich wirklich Schulden gemacht, der hat mir geholfen) und das ein "schlechter" Gläubiger, weil die "Schulden" dort durch schwachsinnige Urteile zustande gekommen sind und real nie bestanden haben.

Im Insoantrag werden alle aufgenommen und alle gleich behandelt (mit den paar Prozenten)

Netten Gruß
working-girl
Sheila

PS: ich würde allerdings auch nicht wer weiß was an Geld "öffentlich" sparen, jedenfalls nicht in der Insolvenz und auch während der WVP werde ich mich "zurück halten" ;-)

fiesemotte
08.02.2005, 09:17
Hallo Sheila,

ich weiß ja das es so ist, doch irgendwie wurmt mich das schon. Es gibt in meinem Fall ein paar Gläubiger - besser gesagt die meisten - die ich gerne bezahlen würde (mit ein Grund warum ich so lange nicht in die Insolvenz ging, jaja, ich häng halt hier meinen Träumen noch nach) und dann gibt es ein paar, die ich absolut nicht bezahlen würde weil sie mich über den Tisch zogen. Jaja unsere Spezialfreunde gehören teilweise auch dazu "g". Doch das Herausposaunen von irren Sparbeträgen halte ich nun mal für schädlich. Und übrigens: es gibt auch ne Zeit nach der Insolvenz ... ;) Aber in meinem Fall ist das ohnhin nur Wunschdenken mit einer 0,-- Euro-Insolvenz wegen ALG II ohne je Aussicht auf Besserung, da kriegt keiner irgend etwas.
Fiesemotte

working-girl
08.02.2005, 09:56
>Doch das Herausposaunen von irren Sparbeträgen halte ich nun mal für >schädlich.

Ja, ich würde auch sagen, dass man sich ziemlich "bedeckt" halten sollte (NICHT mit den Super-Tipps, aber eben, WAS man zusammen sparen kann).

Denn es geht mit Sicherheit etlichen, die auch Inso beantragen mussten UND auch noch einen "netten" Insoverwalter erwischt haben, nicht so gut. Ich habe halt mal ein wenig Glück gehabt ("wenn" man das überhaupt so bezeichnen kann)


>Aber in meinem Fall ist das ohnhin nur Wunschdenken mit einer 0,-- Euro->Insolvenz wegen ALG II ohne je Aussicht auf Besserung, da kriegt keiner >irgend etwas.

Naja, ist ja auch nicht gerade prickelnd, wenn man weiß: ohne Aussicht auf Besserung, aber so ein wenig :D darf man doch schon.

Die Banken hätten bei Homer gar nicht mitspielen dürfen, aber das Spiel der Banken/Sparkasssen kennen wir ja auch mittlerweile.
Ich habe auch immer noch den heimlichen Traum, dass ich nachweisen könnte, dass die Versteigerungsvermerke extra so früh draufgeknallt wurden, weil die Bank SELBST einen "guten" Kunden für dieses Grundstück hatte.

Aber ich bin ja schon ruhiger geworden, habe mich halt damit "abgefunden", obwohl der "Wurm" in mir immer noch irgendwie herumnagt und ich am liebsten die ganz "alte" Geschichte mal aufrollen möchte (aber wie gesagt: sind MEINE Nerven für eine Sache, die MIR nichts mehr bringt)

Netten Gruß
Sheila

HaraldXY
08.02.2005, 10:30
@Fiesemotte

Du hast wohl als einzige verstanden, was ich zum Ausdruck bringen wollte!!! Mag sein, daß ich mich mißverständlich ausdrücke. Ich glaube es liegt aber eher an etwas anderem. Dies hier zu diskutieren erachte ich allerdings nach den höchst aggressiven Reaktionen auf meine Beiträge für sinnlos.

Viele liebe Grüße

HaraldXY

TheEl
08.02.2005, 12:53
@Harald

In Demut möge sich so mancher Verschulder üben, nicht aber die Menschen in diesem Land, die sind eh viel zu brav und fügsam wie Schafe.

Und wenn heute eine bayerische Justiz meint das (Verbraucher-)Insolvenzrecht verschärfen zu müssen, herumposaunt wie aufgescheuchte Geldsäcke im urzeitlichen Brachialkapitalismus nach dem ersten öffentlich Ruf des Pöbel "Wir wollen soziale Gerechtigkeit" und dies angesichts der neuerlichen Verarmungsgesetze, der 6 Millionen Arbeitslosen, der zunehmenden Kinder- und Alters-Armut bei gleichzeitig unermesslichen Feudalismus und Reichtums auf der anderen, der ja so gerechten und redlichen Seite, kann man dieser bayerischen Justiz eigentlich nur noch eine grundlegend säubernde (Kultur-)Revolution an die werten "Backen" wünschen, damit auch Bayern endlich den Weg aus der Dunkelheit ans Licht finden möge.

Das Insolvenzrecht muss m.E. noch weit vereinfacht werden, insb. im Bereich des sog Verbraucherinsolvenzverfahrens. Auch eine Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens auf 4 oder 3 Jahre wäre ein richtiger Schritt in einer richtige Richtung, wobei man nach meinem Dafürhalten durchaus zwischen gewerbsmäßigen Verschuldern und solchen Gläubigern, die durch ein aufgezwungenes Insolvenz-/Restschuldbefreiungsverfahren eines Verbrauchers nur in Mitleidenschaft gezogen wurden, bei der quotenmäßigen Verteilung der Masse differenzieren sollte. Letztere sollten privilegiert werden, an erster Stelle stehen. So ließe sich die Konsumverschuldung sozial-gerecht in den Griff bekommen. Ganz nach dem Motto "Wer den Schaden anrichtet, sollte auch dafür die werten Backe hinhalten".

Wer aber glaubt, durch eine beschleunigtes, noch brachialeres Vollstreckungswesen, so wie angedacht, durch eine Verschärfung des Restschuldbefreiungsverfahren oder auch die wie weitere politische Billigung der verbrecherischen Inkassowirtschaft angesichts der wirtschaftlichen Verarmung und Verelendung großer Massen in diesem Land, den Menschen gar noch Geld aus den Rippen schneiden zu können oder zu müssen, dem möge gleiches widerverfahren, wie schon der bayerischen Justiz weiter oben empfohlen.

In diesem Sinne ...

HaraldXY
08.02.2005, 14:14
@TheEl

Danke für Deinen qualifizierten Beitrag. Insbesondere zum Thema „Armutsverteilung“ möchte ich Dir gerne zustimmen. Auch zu den anderen Themen, „verkürzte Restschuldbefreiung“, stimme ich Dir zu.

Nur, wie wird denn heute Politik gemacht??? Da stellt man doch nicht den, in der Mehrheit durch ein eher niedriges Eigenverschulden in die Verschuldung geratenen dar, nein da stellt man solche „Windbeutel“ wie unseren „Superjungen“ Lars Windhorst in den Mittelpunkt. Da interessiert es dann unsere „Stammtischler“ wenig, wie irrelevant dieser Fall ist. Da wird dann auch nicht beleuchtet, daß die meisten Schuldner durch Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit etc. in die Verschuldung geraten sind.

Nein, die Schuldner sind ja selbst schuld!!!

Und wenn man sich bewußt ist darüber, wie heute der politische Willensbildungsprozeß stattfindet, dann muß man doch nicht solchen Leuten noch Munition zuliefern!!!

Ja in Gottes Namen, dann tausche halt „Demut“ mit Zurückhaltung aus. Wenn ich damit ans Ziel komme dann ist es doch gut. Wenn ich mir aber durch ein weniger zurückhaltendes Auftreten neue Gegner schaffe, dann habe ich nichts gewonnen!!!

Für wichtig erachte ich aber auch ein erhebliches Umdenken der ehemaligen Schuldner!!! Ein überstandenes Insolvenzverfahren sollte auch eine Lebenslehre sein, damit man möglichst alles tut um danach nicht wieder in eine solche Situation zu geraten. Dazu gehört dann auch der Verzicht auf unnötigen Konsum. Dafür gibt es ja hier im Board auch positive Beispiele.

Keinesfalls darf aus dem jungen Insolvenzrecht ein Freibrief zum Schuldenmachen werden!!!!


Viele Grüße


HaraldXY

Grisu
08.02.2005, 14:29
Für wichtig erachte ich aber auch ein erhebliches Umdenken der ehemaligen Schuldner!!! Ein überstandenes Insolvenzverfahren sollte auch eine Lebenslehre sein, damit man möglichst alles tut um danach nicht wieder in eine solche Situation zu geraten. Dazu gehört dann auch der Verzicht auf unnötigen Konsum.

...und ich dachte eben, genau das hätte Sanne mit ihrem Beitrag hervorragend rübergebracht.

Aber gut, geh ich mal demütig in meine anrüchige Ecke und schüttel verwirrt meinen Kopf

Grisu

HaraldXY
08.02.2005, 15:14
....hier gibt es Zeitgenossen, die sollte es eigentlich gar nicht geben!!! Immer noch irgendeinen unqualifizierten Senf nachschieben.

Wenn Du dann auch vollständig zitieren würdest!!!

Bin ich froh, daß ich mit solchen Leuten nicht täglich umgehen muß!!!

Viele Grüße

HaraldXY