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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rente in Insolvenz pfändbar ?



goofie
05.10.2004, 11:12
War selbständig und PLEITE(Firma seit 2003 platt- Bankschulden 200.000 €- Bank rührt sich zur Zeit nicht-KEIN EV ! )) und nun durch Bandscheibenschaden nicht mehr arbeitsfähig -meine Rente ist jetzt mit 55 Jahren, geschieden(Frau hat 800€ Rente), keine Kinder, bewilligt worden in Höhe von 1200 €.

Ein Freund hat mir geraten, Insolvenz anzumelden, um der ewigen Angst zu entgehen, daß Gläubiger mich heimsuchen werden.

Was ratet ihr mir, was ist sinnvoll und WIEVIEL muß ich an die GL abgeben, wenn ich Insolvenz anmelde ?
Einen Job bekomme ich nie wieder, evt. könnte ich nebenbei im Minijob noch etwas dazuverdienen oder mich als Dienstleister nebenbei mit meinem branchenspezifischen Wissen als selbständiger Berater etwas dazuverdienen.

zeitkira
05.10.2004, 11:32
Als alleinstehender darfst du einen Selbstbehalt von 939,99 € behalten alles was darüber ist kann dir gepfändet werden.Auch von der Rente und wenn du einen Nebenjob annimmst wird es zu deinem Einkommen dazu gezählt und wäre ebenfalls pfändbar. Ich würde erst einmal eine Schuldnerberatung aufsuchen und mich genau erkundigen und beraten lassen. Sich gut auf diesen Gang(hier im Forum) vorbereiten. Denn eine Inso ist nicht unbedingt ein Allheilmittel für Schulden und schon gar kein leichter Gang.

Felsenbirne
05.10.2004, 12:25
Die BFA schickt in aller Regel Merkblätter mit und da steht drin
1. dass man seine Rente ( den Pfändbaren Betrag abtreten kann)
2. dass der Pfändbare Betrag natürlich nicht mehr an den Rentner ausgezahlt wird.

Aber nach der Reihe:

Die Rente beträgt 1200,-- Netto oder Brutto?

und was ist mit den Krankenkassenbeiträgen sind die schon ab?
Was ist mit den anderen von der BfA in Abzug gebrachten Pflegeversicherungsbeiträgen?
Und dann schau mal genau hin:

Kläre selbst sehr schnell ob nicht immer 1/ 3 des über dem Pfändungsfreien Einkommen auch noch an dich ausgezahlt wird.

Außerdem wird erst mal zu prüfen sein, ob nicht zusammen mit der Frau ein insgesamt höherer Freibetrag gilt.

HJB
05.10.2004, 12:49
Nicht ganz...pfändbar ist das, was nach der Tabelle pfändbar ist.Bei 1200 sind das 189, mithin bleiben 1011.Wenn ich das im übrigen richtig verstanden habe, bist Du geschieden. Sofern also keine nachehelichen Unterhaltsverpflichtungen bestehen, spielt Deine (Ex) Frau keine Rolle.Der genannte Freibetrag wird im übrigen Mitte nächsten Jahres angehoben, dann bleibt Dir noch mehr.Gruß HJB

Viktor
06.10.2004, 20:56
Guten Abend,

es ist schon richtig, dass 929,99 € die Pfändungsfreigrenze ist, aber

das gilt nur für gesunde normale Figuren.

Bandscheibenvorfall erzeugt nicht nur Schmerzen, sondern ist auch eine Begründung zum Antrag auf Erhöhung der Pfändungsfreigrenze, denn Deine Lebensunterhaltungskosten sind aufgrund dieses Leidens höher, als die Lebenskosten der Leute, die keine Belastzungen haben. Also zum Hausarzt, Attest über zusätzliche - krankheitsbedingte - Kosten ausstellen lassen und dann zum Amtsgericht Deines Wohnsitzes und bei eröffneten Inso-Verfahren zum Insolvenzgericht und dort den Antrag auf Erhöhung der Pfändungsfreigrenze stellen - eben wegen krankheitsbedingter Lebenskostenverteuerung.

Und jetzt ist Feierabend, ich gehe ins Bett.

Gute Nacht Viktor