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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ltd. und Gewerbeanmeldung?



Bela
23.09.2004, 17:06
Dann will ich doch das Forum mal mit Leben füllen!
Wie ist der richtige Weg? Erst Gewerbe anmelden, dann Ltd. beantragen oder umgekehrt? Die deutsche Niederlassung muß ja auch ins Handelsregister eingetragen werden. Wir dann auch der Name des Besitzers veröffentlicht?
Gibt es eine Möglichkeit das der Name nicht veröffentlicht wird oder kann man einen Treuhänder angeben lassen?

Gruß Bela

Unregistriert
24.09.2004, 07:25
soweit ich weiß, wird die Niederlassung nicht ins Handelsregister eingetragen. Nach der Gewerbeanmeldung gibt es die Steuernummer, die IDE Nr. gibts in Saarlouis und dann gehts los.

Bela
24.09.2004, 09:10
Aber hallo. Eine Ltd. muß ins Handelsregister eingetragen werden! Aber wie es mit der Reihenfolge ist? Das ist die Frage?

Unregistriert
24.09.2004, 10:22
hallo, ich bekomme das mit dem neuen Forum und der Registrierung etc noch nicht hin. Aber: meine Ltd ist in England im Register eingetragen. Im deutschen Handelsregister werden juristische Personen unter HRB eingetragen, "natürliche" Personen und Gesellschaftsformen dieses Charakters unter HRA (natürliche Personen werden erst ab einer bestimmten Umsatzgröße eingetragen). Diese Gesellschaften können dann weltweit handeln, wenn es in der Gewerbeanmeldung entsprechend angemeldet wurde.Genauso verhält es sich mit der Ltd. Diese muß hier in Deutschland eine Gewerbeanmeldung als Zweigniederlassung haben. Vom Handelsregister ist nicht die Rede. Ich bin gar nicht sicher, ob eine Limited im deutschen Register überhaupt eingtragungsfähig ist. Es macht auch überhaupt keinen Sinn dieses zu tun. Versuch mal, etwas auch einem deutschen Register zu löschen. Eine teurere und zeitraubendere Beschäftigung kann man sich kaum suchen.

Unregistriert
24.09.2004, 10:35
also, Du hast nach der Reihenfolge gefragt.
erst Limited gründen. Mit Eintragung im englischen Register existiert eine "juristische Person", für die in Deutschland eine Zweigniederlassung eröffnet werden kann. Erst mit Existenz dieser "Person" kannst Du für diese in Deutschland einen Gewerbeschein beantragen, entweder als selbständige oder unselbständige Niederlassung.
Welche Form der Gründungen Du wählst, nämlich selbst/fremd Shareholder und Director (Secretary muß englisch sein), mußt Du mit Deinem Kontaktbüro in England klären. Das ist in erster Linie eine Ermessensfrage, was Du mit der Limited bezwecken willst. Der Shareholder muß weder im englischen Register noch bei der deutschen Gewerbeanmeldung angegeben werden. Wenn Du allerdings Director bist und hier Zweigniederlassungsleiter, dürfte die Zugehörigkeit wohl als nachgewiesen gelten.
Und zum Schluß nochmal. Das deutsche Handelsregister hat mit diesen Aktionen überhaupt nichts zu tun.

Unregistriert
27.09.2004, 13:04
erst wird die Ltd gegründet, wenn die Ltd in england überhaupt nicht tätig werden soll, sondern nur in deutschland, dann muss hier eine zweigstelle als gewerbe angemeldet werden. eine nichtselbständige zweigstelle ist fast unmöglich (denn dann müssen die geschäftsaktivitäten von england ausgehen) eine selbständige zweigstelle ist der normnalfall: diese MUSS ins Handelsregister eingetragen werden

bitte beachten, dass dann trotzdem jährlich meldungen etc in england notwendig sind!!

Unregistriert
29.09.2004, 18:31
habe vom Handelsregister heute die Auskunft bekommen, daß Ltd nicht eingetragen werden kann. Auch nicht als Zweigstelle. Sollte die Auskunft etwa falsch sein ? Bitte ggf. um entsprechende Quellenhinweise

maxhamish
29.09.2004, 18:38
habe vom Handelsregister heute die Auskunft bekommen, daß Ltd nicht eingetragen werden kann. Auch nicht als Zweigstelle. Sollte die Auskunft etwa falsch sein ? Bitte ggf. um entsprechende QuellenhinweiseDie Ltd. ist in D uneingeschränkt geschäftsfähig! D.h., Rechtsfähigkeit und Niederlassungsfreiheit. Das wurde erst vom BGH so entschieden auf der Grundlage des Europ. Rechts (Artikel 43 EG und 48 EG).

Urteil dazu: BGH-Urteil vom 13. März 2003 - VII ZR 370/98
EuGH, Urteil vom 9.3.1999 - Rs. C-212/97 (EuZW 1999, 216)

Wenn Du das vollständige Urteil willst, gebe ich dir das gerne. Ist nur ein bisserl lang.:D

Bela
29.09.2004, 18:43
Das halte ich auch für Blödsinn! Die Ltd. muß anerkannt werden! Das ist Fakt!

Nur wie gehts jetzt genau mit der Eintraguzng bzw. Gewerbeanmeldung?

Ich weiß das sich die IHKs und Handelsregister manchmal mir der Limited schwer tun. Aber diese Kröte müssen sie schlucken!:p

Unregistriert
29.09.2004, 18:47
habe vom Handelsregister heute die Auskunft bekommen, daß Ltd nicht eingetragen werden kann. Auch nicht als Zweigstelle. Sollte die Auskunft etwa falsch sein ? Bitte ggf. um entsprechende Quellenhinweise

schau dich mal nach dem Überseering urteil um:

http://www.jura-lotse.de/newsletter/nl57-003.shtml

der europäische gerichtshof hat geurteilt, dass genau das passieren muss: eine im ausland gegründete kapitalgesellschaft muss hier eingetragen werden können.

Unregistriert
30.09.2004, 07:21
ich bin der Unregistriete, der beim Handelsregister angerufen hat. Es geht hier bei dem Thema offensichtlich um zwei Paar Schuhe. Davon, daß die Ltd in Deutschland nicht als Geschäftsfähig anerkannt ist, redet keiner. Auch eine Gewerbeanmeldung ist kein Problem. IHK Beiträge werden nicht fällig.Es geht hier um die Eintragung in das Handelsregister. Warum sollte das geschehen ? Die Ltd ist in England im Register eingetragen und existiert damit.Eine weitere Eintragung inDeutschland ist meiner Meinung nach völlig unsinnig. Das Handelsregister hat mir das gestern bestätigt. Mit einer Gewerbeanmeldung in Deutschland sind die Verpflichtungen erfüllt. Bitte berichtigt mich.

Bela
30.09.2004, 09:54
Hm. Da aber rechtlich die Ltd. der GmbH gleich gestellt ist gehe ich davon aus das eine Ltd. ins Handelsregister eingetragen werden muß! So ist mein Kenntnisstand!

Unregistriert
30.09.2004, 16:05
wenn ich als Geschäftsführer einer Ltd diese NUR als Gewerbe anmelde, gelte ICH persönlich dann als Selbständiger?

Eine Ltd muss ins Handelsregister eingetragen werden, sonst ist sie Haftungsmässig nicht der GmbH gleichgestellt. Ausserdem: wenn einer das will, muss sie eingetragen werden, das kann nach dem Urteil des EuGH nicht abgelehnt werden

Unregistriert
01.10.2004, 13:52
habe vom Handelsregister heute die Auskunft bekommen, daß Ltd nicht eingetragen werden kann. Auch nicht als Zweigstelle. Sollte die Auskunft etwa falsch sein ? Bitte ggf. um entsprechende Quellenhinweise

Die Eintragung einer Zweigniederlassung einer im EU-Ausland gegründeten Gesellschaft kann nicht mit der Begründung abgelehnt werden, dass die Gesellschaft im Ausland keine Hauptniederlassung hat.



Vergeblich bemühte sich der Geschäftsführer einer in England gegründeten beschränkt haftenden Kapitalgesellschaft (Limited) um die Eintragung einer Zweigniederlassung ins deutsche Handelsregister. Amtsgericht und Landgericht lehnten dies ab, da sich die britische Firma für Herstellung und Vertrieb von Datenträgern in ihrem Mutterland nicht wirtschaftlich betätige und es deshalb an einer Hauptniederlassung im rechtlichen Sinn fehle. Der Antragsteller sah sich dadurch in seiner durch den EG-Vertrag garantierten Niederlassungsfreiheit verletzt.



Er erhielt erst beim Pfälzischen Oberlandesgericht (OLG) mit folgender Begründung Recht: Die Eintragung einer inländischen Filiale einer ausländischen Hauptniederlassung richte sich nach deutschem Handelsrecht, das jedoch in einem solchen Fall nach europäischem Gemeinschaftsrecht auszulegen sei. Nach bisheriger Rechtsauffassung setzt die Eintragung der Zweigniederlassung in Deutschland einen tatsächlichen effektiven Verwaltungssitz im Heimatstaat voraus. An dieser nationalen Rechtsprechung könne jedoch mit Rücksicht auf die Fortentwicklung des Niederlassungsrechts in der EU nicht mehr festgehalten werden. Die Eintragung des "Zweigs" könne nun nicht mehr wegen fehlender Rechtsfähigkeit der englischen Stammgesellschaft als Limited abgelehnt werden. Die umfassende Niederlassungsfreiheit im Wirtschaftsraum der EU erfasse auch Fälle, in denen - wie hier - eine Gesellschaft wirksam nach dem Recht eines Mitgliedstaates gegründet worden sei und dort Rechtsfähigkeit erlangt habe, ihren faktischen Sitz jedoch von Anfang an nur in Deutschland haben solle (OLG Zweibrücken, 3 W 21/03).