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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : lohnpfändungstabellen



mercedes
03.10.2004, 16:47
hallo habe eine frage ,
ab wann gibt es denn wieder eine neue angleichung der lohnpfändungstabelle.
dachte die hätte es dieses jahr schon geben müssen.wird ja schließlich auch alles immer teurer,wer kann mehr darüber sagen,
gruss

HJB
03.10.2004, 16:48
Mitte nächsten Jahres gibts die Erhöhung..

mercedes
03.10.2004, 16:56
weiss man schon mehr,wie hoch die unterschiede sind.oder gibt es schon eine mustertabelle wie damals wo man in der schuldnerberatung schon mal einsehen konnte wie hoch die erhöhung ist .
danke

Thomas
03.10.2004, 20:10
weiss man schon mehr,wie hoch die unterschiede sind.oder gibt es schon eine mustertabelle wie damals wo man in der schuldnerberatung schon mal einsehen konnte wie hoch die erhöhung ist .
danke

Die Erhöhung richtet sich nach dem Prozentsatz, den der Steuergrundfreibetrag sich im Vergleich zum Vorjahr verändert. Das Bundesjustizministerium gibt das im Bundesgesetzblatt bekannt. Also erst nach dem 1.1.2005. Dann wird man sehen.

Depechie
11.10.2004, 11:34
Hi,

so wie es jetzt aussieht wird es auch 2005 keine Erhöhung der Pfändungsgrenzen geben, da der Grundfreibetrag sich aller Wahrscheinlichkeit im Verhältnis von 2004 zu 2005 nicht erhöhen wird.

Das liegt an der Schlampigkeit, wie das Gesetz (wieder mal) verfasst wurde.

Seit der Änderung des § 850c Abs. 2a ZPO mit Wirkung ab 2002 hat sich der Grundfreibetrag der Einkommensteuer lt. § 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG von € 7.205,- (2001) auf € 7.664,- (2004) erhöht.
Dies entspricht einer Erhöhung von rd. 6,5%.

Wäre der Pfändungsfreibetrag im gleichem Verhältnis erhöht worden, hätte jeder Pfändungsschuldner mindestens € 60,- im Monat mehr in der Tasche.

Da die Erhöhung aber laut § 850c Abs. 2a ZPO immer nur in der Höhe stattfindet, wie sich der Grundfreibetrag der Einkommensteuer im Verhältnis zum Vorjahr (!) erhöht hat, wird es wohl nix... denn von 2004 auf 2005 bleibt der Freibetrag sehr wahrscheinlich gleich!

Auch 2003 fiel die Erhöhung buchstäblich ins Wasser, da wegen der Elbflut die geplante Erhöhung des Grundfreibetrages verschieben wurde, der Freiberag also von 2002 auf 2003 nicht erhöht wurde... dafür aber kräftig von 2003 auf 2004, davon hatten die Schuldner aber nichts.

Der Gesetzgeber hatte ausdrücklich gewollt, dass sich der Pfändungfreibetrag alle zwei Jahre erhöht... nur hat er es so nicht ins Gesetz geschrieben!

Die richtige Fassung des § 850c Abs. 2a ZPO wäre gewesen:
"Die unpfändbaren Bezüge (...) ändern sich (...) entsprechend der im Vergleich zur jeweiligen vorherigen Anpassung sich ergebenen prozentualen Entwicklung des Grundfreibetrages (...)".

heini
11.10.2004, 11:53
Am Wochenende habe ich einen Artikel gelesen, nach dem durch die
Reform der Rentenversicherung, speziell die Umstellung auf nachgelagerte
Besteuerung, Arbeitnehmer ab Januar mehr netto in der Tasche behalten.

Dies dürfte natürlich zur Folge haben, daß bei unveränderten Pfändungsfrei-
grenzen die direkten Nutznießer der Rentenreform die Gläubiger sind. Dabei
sollte sich aber jeder Arbeitnehmer darüber klar sein, daß das Geld, was er
jetzt mehr in die Tasche bekommt, später in Form von Steuern wieder einge-
zogen werden wird.

Wer also verhindern will, daß ab Januar die Gläubiger in die Tasche der Alters-
vorsorge greifen, sollte sich mal erkundigen, um was für Beträge es sich im
Einzelfall handelt und entsprechend vorsorgen. Z.B der Abschluß einer
Altersvorsorge durch Pensionskasse oder Direktversicherung, jedenfalls mit
Gehaltsumwandlung, senkt das netto wieder und das Geld wird sinnvoll in die
eigene Altersvorsorge fließen und nicht den Gläubigern überwiesen.

Ciao

heini

Evelin
11.10.2004, 13:37
Kann ich in der WVP eine Direktversicherung abschließen ?
Somit ist mein pfändbarer Betrag gesenkt, aber die Gläubiger
ziehen den kürzeren.
Darf man das ?
Nicole

heini
11.10.2004, 13:57
Diese Frage hatte ich hier neulich auch gestellt, ob man das während des
laufenden InsoVerfahrens darf, wurde mir bejaht. Finde ich prima. Hoffe das
stimmt auch.

Ciao

heini

Depechie
11.10.2004, 17:55
Diese Frage hatte ich hier neulich auch gestellt, ob man das während des
laufenden InsoVerfahrens darf, wurde mir bejaht. Finde ich prima. Hoffe das
stimmt auch.

Ciao

heini

Jau, das stimmt und ist sogar gerichtlich abgesegnet.

Urteil vom 17.02.1998, Bundesarbeitsgericht, Az. 3 AZR 611/97.

Ob das allerdings auch in einem laufenden Insolvenzverfahren möglich ist kann ich nicht mit Sicherheit sagen (ich tendiere dazu, dass es geht).
Auf jeden Fall aber ist es in der WVP möglich!

Herb
12.10.2004, 08:24
[QUOTE=Depechie]Hi,

so wie es jetzt aussieht wird es auch 2005 keine Erhöhung der Pfändungsgrenzen geben, da der Grundfreibetrag sich aller Wahrscheinlichkeit im Verhältnis von 2004 zu 2005 nicht erhöhen wird.

Das liegt an der Schlampigkeit, wie das Gesetz (wieder mal) verfasst wurde.

Das stimmt insofern, dass in dem ursprünglichen Entwurf eine jährliche Erhöhung vorgesehen war. Und das wäre der Bezug auf das Vorjahr richtig. Das ändert aber nichts an dem Sinn und Zweck, den diese Vorschrift verfolgen soll, nämlich die Dynamisierung der Grundfreibeträge gemessen an der Entwicklung der Freibeträge, die ihrerseits auch wieder einen Hintergrund hat und auf eine Entscheidung des BVerfG geht...