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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zahlungen nicht mehr Möglich, was tun?



Unregistriert
01.10.2004, 13:58
Hallo zusammen,

ich bin heute auf dieses Forum gestoßen und habe erstmal
interessiert durch die Seiten und Beiträge beblättert.
Klasse finde ich viele Tips hier und sie sind wirklich hilfreich.

So nun zu meiner Frage / Angelegenheit.

Mir wächst derzeit alles sehr stark über den Kopf und ich komme
nicht mehr klar, darum mein Posting hier um vieleicht einige Tips
zu bekommen. Ich habe insgesamt ca. 7300Euro Schulden. Die sich wie
folgt aufteilen:

Versandhaus: 3000 Ratenzahlung läuft.

Ein Bereits gekündigtes und mit Gerichtsurteil eingeklagtest Girokonto,
war mal ein Konto bei der Postbank, die als ich arbeitslos wurde mir ein Schreiben gesandt haben indem sie verlangten innerhalb vin 4 Wochen
das gesamte Konto oder per Ratenzahlung die ich zu der
Zeit nicht aufbringen konnte auszugleichen. Ich habe per Schriftverkehr
versucht diese Sache zu klären, ich bekam eine Absage zu meinem Vorschlag
das Konto mit einer niedrigeren Ratenzahlung auszugleichen, darauf hin schickte ich wieder einen Brief auf den ich keine Antwort bekam. Irgendwann
kam dann Post von deren Anwalt, die ich wieder mit einem Schreiben beantwortet habe, der Anwalt hat dann per Gericht ein Urteil bekommen indem
ich den Betrag zahlen soll, ich habe anschließend mit dem Anwalt eine Ratenzahlung abmachen können: Derzeit ca. 2800Euro zahlbar in Raten a 50Euro.

Ein vor ca. 4 Jahren aufgenommener Kredit:

Rest noch ca. 1600Euro Ratenzahlung läuft.

Mein Problem besteht darin das ich derzeit ca. 460Euro Einkünfte habe, ich
bin Arbeitslos bekomme aber nur sehr wenig Arbeitslosenhilfe, und noch extra
Unterstützung vom Sozialamt.

Nun zahle ich 215 Euro Miete zzgl. 55Euro Strom / Heizung.
Hinzu kommen so Sachen wie Telefon und Internet was ich
natürlich sehr eingeschränkt nutze. Leider ein Handy was ich vor einem Jahr
abgeschlossen habe als ich noch Arbeitnehmer war. Somit kommen soviele
Nebekosten zusammen das ich mir diese Ratenzahlungen nicht mehr
leisten kann, bisher habe ich es zwar versucht aber ich habe dann jeden
Monat gerademal wenige Euros auf dem Konto gehabt so das ich zum Leben
kein Geld mehr hatte. Ich habe mir dann immer Geld von Sehr guten Bekannten oder so geliehen, die bisher immer zu mir sagten nimm und du
brauchst es nicht wiedergeben. Das soll aber keine Lösung sein, ich fühle mich
total bescheiden in dieser Situation.

Durch Familiäre Probleme damals, ich bin 24, blieb mir die Chance zu einer
Ausbildung verwährt, hier wo ich wohne bekomme ich keine Arbeitsstelle, zumindest nicht im letzten halben Jahr. Nun wollte ich eigentlich in Kürze
eine Teilselbstständigkeit versuchen, in einem Bereich indem ich mich durch
viel lesen und auch einigen Arbeitsstellen die ich glücklicherweise mal hatte, sehr gut auskenne. Wenn diese Teilselbstständigkeit funktionieren würde, wollte ich die ganze Sache über die ICH AG starten.

Verzeiht mir mein langes und etwas chaotisches Schreiben, aber ich habe vorgstern Geld bekommen und meine Ausgaben errechnet, das Geld würde
nichtmal für diese Ausgaben reichen geschweige fürs Leben. Ich war bisher nie in so einer Situation und stelle hier meine Frage, welche Tips habt ihr bzw. was denkt ihr könnte ich machen um meine Situation zu bessern?

Danke schonmal an alle für euer Verständnis und für Eure Hilfe.

Bye

Sascha

Brummbär
02.10.2004, 13:55
Hallo Sascha,

ich denke mal, du solltest erst einmal Ruhe bewahren, einen konsequenten Kassensturz machen und überlegen, wie du monatlich 100 Euro zurückzahlen kannst.
Dann wären in 72 Monaten die Verbindlichkeiten weg, Ausnahme wohl noch Zinsen. Und solange dauert auch ein Insolvenzverfahren.

Um deine Einnahmen zu verbessern, würde ich prüfen, ob nicht Wohngeld neu berechnet werden muss.
Vielleicht kannst du auch ein paar Dinge verkaufen, auf die du verzichten bereit bist.

Den Schritt Ich-AG überleg dir reiflich und lass dich dazu beraten. Denn leider sind sehr viele Ich-AG nur von kurzer Lebensdauer.

Sind zwar nur Allgemeinsätze von mir, aber das sollten die ersten Schritte sein, aus der Schuldenfalle zu entkommen.

nichtregistriert
05.10.2004, 11:05
Hallo,

ja ich dachte auch bereits daran, allerdings sind 100 Euro bei meinen
Einnahmen recht viel. Ich habe aber mit einem der Gläubigen nun etwas
ausgehandelt und warte auf Antwort. Dieser übernimmt wenn alles gut geht
die gesamten Schulden der anderen beiden und wir handeln eine neue Rate aus
und es bleibt somit nur noch ein Gläubiger übrig dem ich etwas zahlen muß.

Wohngeld wurde nun neu berechnet und sieht nichtmal schlecht aus.
Verkauft habe ich alles was nicht nötig ist. Außer meinen Rechner, der sich vom Wert her nicht lohnt zu verkaufen.

Der Schritt Ich AG bzw. Selbstständigkeit ist sehr gut und lange überlegt.
Ich habe einige Termine gehabt in denen ich mich beraten lassen hab. Nun wird
es erstmal so sein das das Gewerbe angemeldet wird und als Nebenverdienst unter 15 Stunden läuft. Sobald das ganze anfängt zu rollen wird der Ich AG Antrag gestellt. Sollte es nicht funktionieren bin ich an der Stelle wo ich jetzt auch stehe. Ich habe keine Investitionen und somit keinen Verlust, alles ist
sehr gut überlegt und geplant. Mal sehen was das gibt.

Ich danke dir für deine Antwort.

katharina
05.10.2004, 17:22
Du weißt aber schon, dass Du keine Förderung für die IchAg mehr bekommst, wenn das Gewerbe schon besteht oder?

Und wieso bekommst Du bei 215,-€ Miete nur 460,- € insgesamt. Lebst Du nicht alleine?

Normalerweise sieht die Berechnung so aus:

296,- Regelsatz Sozi
215,- Miete + NK und Hzg. (ohne Strom)
= 511,- €

Somit müßtest Du noch ca. 70,-€ Wohngeld bekommen, oder?

Von diesem Geld kann man gar keine Raten bezahlen, das ist zum Leben gedacht. Schreib erstmal den Mobilfunkanbieter an und teile denen mit, das Du aufgrund Deiner finanziellen Situation Dir den Vertrag nicht mehr leisten kannst und sie möchten Dich aus dem Vertrag lassen. Dann kommst Du auch nicht mehr in die Versuchung zu telefonieren.

Rein rechtlich ist bei Dir nix zu holen. Allerdings ist es sicher nicht sinnvoll in Deinem Alter und bei den verhältnismäßig "geringen" Schulden nochmehr Kosten zu produzieren, für die Du dann auch wieder geradestehen mußt.

Am besten wäre, wenn Du Zahlungsstillstand vereinbaren könntest, bis Du wieder eine Arbeit hast und dann kleine Raten vereinbaren. Rein theoretisch könntest Du alles, was über diesen 511,- € liegt dann zur Schuldentilgung benutzen, wenn Du Dich einmal an diesen Lebensstandard gewöhnt hast.

Vielleicht findest Du einen Job, wo Du 900,-€ netto verdienst, dann würde ich 250,-€ zur Schuldentilgung verwenden und die 150,-€ als kleine Belohnung behalten. (7500,-/250,- = 30 Monate) Das heißt, Du wärest in 2,5 jahren Deine Schulden los.

Voraussetzung ist allerdings, dass die GL die Kosten einfrieren, also keine Zinsen und Gebühren mehr obendrauf kommen. Das mußt Du vorher verhandeln.

Good Luck

Katharina