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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : andere Möglichkeiten?



arnie
19.11.2004, 06:23
Also da ist ein Selbständiger, kleiner Betrieb, eine EV steht wieder an.
Er möchte aber keine EV abgeben, sondern lieber eine andere Regelung durchführen.
Eine private Insolvenz käme auch nicht in Frage, da dann alle Konten direkt gesperrt würden und die Selbständigkeit, somit seine Existenzgrundlage, zerstört würde, weil der Geschäftsbetrieb nicht aufrecht erhalten werden kann. Auch wenn später die Konten wieder freigemacht würden, es wäre dann zu spät.
Das gleiche wäre ja auch bei Abgabe der EV, weil er da die Konten angeben muß oder bei verschweigen, sich strafbar macht. So oder so, das Ende der Selbständigkeit und somit seiner Existenzgrundlage. Bisher hatte niemand von den Konten Kenntnis, ebenso das er selbständig ist. Zudem liegt Wohnsitz und Betrieb in unterschiedlichen Amtsgerichtsbezirken.
Zudem hätte er ja keine Freigrenzen auf den Konten, weil ja keine Zahlungen wie Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld. Würde somit alles gepfändet und ihm bliebe nichts mehr zum leben.
Die Selbständigkeit bietet aufgrund der derzeitigen Marktlage auch nur einen kleinen Spielraum für Ratenzahlungen.
Wie so oft, hat er in früheren Zeiten die Vogel-Strauss-Politik gemacht, als ihm alles über den Kopf gewachsen ist und hat alles schleifen lassen.
Daher hat er überhaupt keinen Überblick über die Gläubiger und der Forderungen.
Besteht da irgendwie eine Möglichkeit einer Regelung, monatlich z.B. an den Gerichtsvollzieher zu zahlen und der verteilt an die Gläubiger? oder mittels eines Rechtspflegers?
oder eine andere Möglichkeit?
So das er weiter seinen Lebensunterhalt verdienen kann und die Schulden nach und nach abzahlen kann?
Eine Verhinderung der EV wäre sonst nur durch volle Zahlung an den Gläubiger abzuwehren, weil die komischerweise lieber eine EV haben wollen, als Raten. Aber wenn man einmal zahlt, dauert es nicht lange, bis der Nächste ansteht. Das wäre allerdings dann zuviel auf einmal.
Er hat nur die Möglichkeit über die Selbständigkeit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, weil in seinem Alter und auch wegen den dann anstehenden Lohnpfändungen kein Angestelltenverhältnis mehr möglich ist.
Eine Antwort wäre nett.
arnie

kalle
19.11.2004, 07:00
Nein, arnie, ich glaube, dass klappt so nicht.
Der GV kassiert nur die Titel, die ihm gerade vorliegen.
Und er ist nur dann zu einer Ratenzahlung bereit (er darf nur dann bereit sein), wenn Du ihm glaubhaft versicherst, binnen sechs Monaten ALLES zahlen zu wollen/können. Dann macht er eine Ratenzahlung mit Dir aus und Du zahlst Deine Rate. Dann kommen die nächsten Titel und der GV steht wieder vor der Tür und jetzt kannst Du keine zusätzlichen Raten mehr zahlen. Was dann?
Dann gibt der GV zurück an den Gläubiger: Fruchtlose Vollstreckung.
Und der oder die können jetzt, wenn sie wollen und glauben, es sei doch irgendwo irgendwie noch was bei dir zu holen, eine Kontopfändung beantragen. Auch auf Verdacht, wenn sie nicht wissen, bei welcher Bank du dein Konto hast. "Dann versuchen wir es einfach mal auf gut Glück bei der Postbank, der örtlichen Sparkasse und/oder Raiffeisenbank, bei der Commerzbank, der Deutschen oder oder ..."
Gibt es niemanden, der für Dich mit den Gläubigern verhandeln kann?
Und denen vorschlagen kann: Also Du würdest ja gerne zahlen, kannst aber leider nicht, eventuell könntest Du ein paar Euro von einem Freund/der Familie bekommen, ob der Gläubiger auch 50-40-30-20-10% seiner ursprünglichen Forderung annehmen würde und damit wärs gut? Sonst droht die Inso und/oder EV und dann gibt es gar nichts.
Meistens ist es besser, man verhandelt nicht selbst mit den Gläubigern.
Wenn das klappt, dann kannst du EV und/oder Inso vielleicht vermeiden.
Ein Versuch lohnt es doch!
Viel Glück!
Was hast Du für Gläubiger? Finanzamt und/oder Krankenkasse dabei?
Banken? Lieferanten?

arnie
19.11.2004, 18:08
vielen dank für die antwort kalle.
zum glück habe ich weder finanzamt, noch krankenkasse oder banken als gläubiger.
es sind alles noch alte dinger, die alle jahre wieder mal kommen. damals aus geldmangel und diversen fehlabläufen zustande gekommen sind, wie z.b. vollstreckungsbescheide, die ich nicht erhalten habe, also auch kein einspruch mehr einlegen konnte. wenn ich ehrlich bin, hätte ich auch das damals verpaßt, weil einfach eine phase war, in der man keine post mehr öffnet.
durch die aufgelaufenen zinsen und überzogenen gebühren diverser beteiligter sind es dann schon beträge geworden, die man nicht mehr aus der portokasse bezahlen kann.
der betrieb als solches, von dem bisher kein gerichtsvollzieher und gläubiger was weiß - glück gehabt oder weil 50 km entfernt - hat keine schulden. leider aber auch dank der t-euro-steigerung und schlechten allgemeines auftragslage und gestiegener energiekosten nicht den gewinnüberschuß, jede anstehende vollstreckung abwenden zu können.
die erfahrung bisher war zudem noch, das der gerichtsvollzieher nur dann ratenzahlungen aktzeptiert, wenn der gläubiger da zustimmt. diese aber stimmen vermehrt in letzter zeit nicht mehr zu (nicht nur bei mir) sondern haben lieber eine ev und damit totalausfall, als raten. warum auch immer das so ist. ich wäre froh, wenn ich von meinen pleite gegangenen kunden raten bekommen würde, statt gar nichts.
bisher hatte es immer gut geklappt mit den ev´s, konnte das immer gut handeln, aber der jetzige neu zuständige obergerichtsvollzieher ist ein ganz scharfer hund. fruchtlose pfändung, 1 woche später durch ihn geplatzter ev-termin, weil ich einige angaben nicht machen konnte, weil er vorher davon nicht geredet hat und ich darauf nicht vorbereitet war mit genauesten fakten und daten. direkt bei dem geplatzten termin redete er von haftbefehl und vorführung durch die polizei.
mittlerweile weiß ich, das zum einen der ev-termin nicht fristgerecht war und der haftbefehl nur bei verweigerung oder nichterscheinen angewendet werden darf, aber nicht deswegen, weil man die genaue typenbezeichnung einer digitalkamera nicht im kopf hat. aber ihn darauf hinzuweisen, das er sich auch mal an gesetze halten sollte, wäre bestimmt weniger sinnvoll, weil der dann noch härter würde. zudem hat er eine totale abneigung gegen alle inso´s und deren betroffenen. die wortwahl darüber von ihm möchte ich gar nicht hier äußern. dabei hatte ich ihn nur gefragt, ob für mich eine inso in frage käme. denke mal, vor 50 jahren hätte der mich für diese frage schon erschossen.
arnie

kalle
19.11.2004, 21:18
Ja, das kenn ich, wenn einem alles übern Kopf wächst
und man die Briefe erstmal sammelt, um sie dann en gros
zu entsorgen ...
Aber jetzt ist es auch auch bei Dir anders.
Mein Beileid, bei dem OGV.
Meiner ist echt nett und gibt mir schon mal
gute Tipps. Ich glaube, der hat Mitleid mit mir
und ist auch voll stinkig auf diese Inkasso-Abzocker.
Alles Gute Dir!
kalle