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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zwangsversteigerung - verhinderung in letzter Minute ?



Unregistriert
28.09.2004, 11:35
Hallo,
für meine Gewerbeimmobilie ist der Zwangsverteigerungstermin in ca. 10 Tagen angesetzt.
Ich habe vor, in den nächsten 4 Wochen in die Regelinsolvenz zu gehen (die Zeit brauch ich noch).
Bin mir aber nicht sicher, ób diese Reihenfolge sinnvoll ist oder nicht.
Die Immobilie ist für den Verwalter sicher interessant (Verkehrswert 1/4 der Baukosten ein Jahr früher), da mit noch durchzusetzenden Schadensersatzanspüchen gegen den Architekten verbunden.
Meine Schulden kommen zu 90% aus diesem Bau.

Was ist sinnvoll:
1. Versteigerungstermin hinausziehen (wenn ja wie?????)
2. Regelinsolvenz früher oder später??

Danke für jeden Rat.

Unregistriert
28.09.2004, 12:47
weshalb würdest du an einer Absetzung des Versteigerungstermins Interesse haben?

Was ist das für eine Immobilie ( Gewerbe / Einfamilienhaus/ Mehrfamilienhaus)

Was ist der Grund, dass der Verkehrswert schon im 1. Jahr nach Erstellung nur etwa 1/4 der Herstellungskosten beträgt und wie ist da die Bewertung des Grundstückes ?

Gibt es wirklich zu 1/8 der Herstellungskosten, Interessenten die da entsprechend Bieten?

Was hast du von einer Immo. welche so einen geringen Wert / Zeitwert hat,
wenn du die Versteigerung aufheben könntest?

Wenn du das geklärt hast macht es Sinn weiter zu diskutieren hoffe ich.

Unregistriert
28.09.2004, 12:50
1. Regelinso ?

Soweit Du überschuldet und / oder zahlungsunfähig bist bzw. ein anderer Insolvenzgrund vorliegen sollte, bist Du verpflichtet, die Regelinsolvenz anzuzeigen.

Tust Du dies nicht, machst Du Dich unter Umständen nicht nur strafbar, sondern gefährdest obendrein Deine Aussicht auf eine spätere Restschuldbefreiung.

2. Verzögerung ZwV

Zwangsversteigerungsverfahren lassen sich indessen durch einfache Tricks hinauszögern. Du wirst im Internet - nicht unbedingt in diesem Forum - eine ganze Reihe solcher legalen Tricks aufspüren. Einige findest Du auch auf meiner Website.

Ein einfacher, banaler und insoweit auch gut funktionierender Dreh ist, beim Vollstreckungsgericht Eingaben zu machen bzw. Anträge zu stellen, über die nur der Richter entscheiden darf :

Dann ist die Akte in der Regel erst einmal auf der Reise - vom Rechtspfleger zur Geschäftsstelle, von der Geschäftsstelle zum Richter, vom Richter zur Geschäftsstelle und von dort zum Schreibdienst, wieder retour usw.

Selbst bei Gerichten, die mit moderner EDV ausgestattet sind, dauert dies bis zu vier Wochen, bei allen übrigen können es bis zu sechs Monaten werden.

Und gegen richterliche Entscheidungen kann man Beschwerde einlegen. Dann geht das Spiel von vorne los : Vom Vollstreckungsgericht zum Beschwerdegericht usw. usf.

Du solltest dich im übrigen einmal mit einer Vollstreckungsabwehrklage befassen. Möglicherweise ist dies für Dich ein Weg, nicht nur die Zwangsversteigerung zu verhindern, sondern auch die Regelinsolvenz durch einen späteren Insolvenzplan zu gestalten. Aber das solltest Du unbedingt vor Ort klären.


Versandhauscrack

Unregistriert
28.09.2004, 12:53
verzeihung sagtest ja Gewerbe Immo.

Wieso ist das für einen Verwalter von Interese ist die so gut vermietet?

Und er kann gut von den Einnahmen seine Gebühren kassieren?

( Dauereinnahmen für Verwalter je länger je lieber)

Pettersson
28.09.2004, 13:38
Hi...,

also so locker und fluffig wie Du das hier schilderst funktioniert das schon lange nicht mehr. Die Rechtspfleger in den Versteigerungsabteilungen sind auch nicht blöd. Spätestens seit dem Beitrag von M. Ertle; Rechtspfleger am AG Calw, können die Verantwortichen mit solchen "Hilfeleistungen" umgehen.


Pettersson

http://www.bw.bdr-online.de/Inhalt/referat-ertle.htm (http://www.bw.bdr-online.de/Inhalt/referat-ertle.htm)

Unregistriert
28.09.2004, 14:36
1. Regelinso ? ... Soweit Du überschuldet und / oder zahlungsunfähig bist bzw. ein anderer Insolvenzgrund vorliegen sollte, bist Du verpflichtet, die Regelinsolvenz anzuzeigen. Tust Du dies nicht, machst Du Dich unter Umständen nicht nur strafbar, sondern gefährdest obendrein Deine Aussicht auf eine spätere Restschuldbefreiung.


Natürliche Personen sind in aller Regel nicht verpflichtet (weder insolvenzrechtlich noch strafrechtlich) ein Insolvenzverfahren bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung zu beantragen. So pauschal sollte man Ihre Aussage daher nicht im Raum stehen lassen.

Felsenbirne
28.09.2004, 15:21
Denk an die Vorsteuer die bei Errichtung vom FA zurückgeholt und bei Versteigerung dann nachträglich sofort nach Umschreibung bei Einzelunternehmer ( Vorbesitzer ) fällig wird.

Unregistriert
28.09.2004, 17:36
1. @ gast:
Zitat:
"Zwangsversteigerungsverfahren lassen sich indessen durch einfache Tricks hinauszögern. Du wirst im Internet - nicht unbedingt in diesem Forum - eine ganze Reihe solcher legalen Tricks aufspüren. Einige findest Du auch auf meiner Website.

Ein einfacher, banaler und insoweit auch gut funktionierender Dreh ist, beim Vollstreckungsgericht Eingaben zu machen bzw. Anträge zu stellen, über die nur der Richter entscheiden darf :....."


Wie finde ich deine homepage, welche Eingaben/Anträge darf nur der Richter entscheiden? Geht das auch noch so knapp vor dem Termin?

2. @ pettersson:
Danke für den Hinweis, da ist ja schon sehr viel drin, was ich noch anbringen kann!!

3. @ felsenbirne:
EBEN!!

4. @ alle: Warum ich versuche den Termin hinauszuschieben:
zum Teil auch persönlich Sachen: Das Gutachten ist echt scheiße, da kleine nicht zu ende geführte Handwerksleistungen sehr aufgebauscht wurden. Diese Arbeiten fertig zu stellen, erfordert einen tragbaren Betrag. Danach könnte das Gebäude zumindest zum 3-fachen Wert verkauft werden, oder aber gut vermietet. Ich sehs nun echt nicht ein, dass andere ein Schnäppchen machen und ich im Regen stehe.

Ist es richtig, dass ein IV ein Zwangsverst.verfahren noch blocken kann, weil er noch keinen Bericht vorgelegt hat??

Gruss
Merle

Felsenbirne
27.10.2004, 11:38
wegen der Handwerkerleistungen die hast Du doch sicher alle abgetreten damit du diese immer noch geltend machen kannst.

Achtung lese meinem Beitrag in dem ich die Risiken zu nicht abgetretenen aktiv und passivrechten für die Streitige / Prozessuale Phase versäumt hatte und da beinahe weil das Vertretungsrecht fehlte beinahe alles verloren hätte.

Und so nur die Prozeßkosten in Höhe von ca 21.000,-- verlor die Hauptsumme aber kassieren konnte.
Nach erstem Zug ließ ich Handwerkersicherungshypothek eintragen.