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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist Krankenabsicherung pfändungsfrei?



sSabine
05.11.2004, 09:48
Hallo!

Habe auf Grund der Mittellosigkeit keine Krankenversicherung mehr.

Möchte nun keine Krankenversicherung mehr machen und mich selber absichern in dem ich das Geld in Höhe des Krankenbversicherungsbeitrages
seperat auf ein Konto anlege und bei gesundheitlichen Beschwerden meine Behandlung aus diesem Budget dann in bar bezahle.

Wie muss ich nun konkret vorgehen,damit meine Krankenabsicherung nicht weggepfändet wird?
Und bis welcher monatlicher Höhe werden Krankenabsicherungskosten anerkannt?


Gruss Sabine!

kalle
06.11.2004, 09:44
Schätze mal, das kannst Du vergessen.
Leg das Geld unter Dein Kopfkissen.
Sobald es einen Titel gibt und Dein Gläubiger
von Deinem "Krankheitskostenabsicherungskonto"
erfährt, ist es gepfändet.
In unserer Tageszeitung stand neulich:
"Immer mehr Selbständige ohne Krankenversicherung".
Ja - wie das wohl kommt?
Aber es ist echt risikoreich: Ein Unfall und nur ein paar Tage Krankenhaus - wer will das (wovon?) selbst zahlen?!!
Dann bleibt nur das Sozialamt und die sagen ganz schnell:
"Gewerbe abmelden und sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen" -lachwech- welchem Markt?
Gute Gesundheit Dir (und Familie?)!
Kalle

Bankquest
06.11.2004, 09:59
Ich kann mich Kalle nur anschliessen, stell dir einmal vor, du musst zb. wegen einer Kleinigkeit wie Blinddarm ins Krankenhaus, dann wird dir dein Erspartes nicht weiterhelfen.
Gepfändet werden kann es auch. Sobald du als Selbstständiger einmal mit dem FA oder ähnlich aneckst, hast du kaum noch Chancen wenn die Forderungen nicht irgendwie gleich beglichen werden können.
Die Rechtmässigkeit vieler Bescheide sei einmal dahingestellt, einmal in dieser paranoiden Beamtenmühle und es gibt kein Entkommen mehr.
Ich habe am eigenen Leib erfahren, was für ein Irrsinn da wütet.

Bankquest

ratsuchender03
06.11.2004, 10:56
Liebe Sabine,
ich glaube Du weißt es sicher selbst, daß es nur eine sichere Alternative für Deine Situation gibt und dies ist keinesfalls die Kopfkissen- oder dergleichen Methode.
Ich kann Dir nur empfehlen aus eigener Erfahrung, sei so gut und versuche irgendwie einen Job zu bekommen mit Festanstellung um darüber Deine Krankenversicherung zu erhalten. Die daraus enstehenden SV- Abgaben sind sehr viel sicherer angelegt als alles andere.
Solltest Du trotz Deiner Mittellosigkeit noch Selbständig sein, wäre der Versuch bei den Privatkassen noch zu starten. Dies käme aber auf Deine persönliche und momentane Situation an.

liebe Grüße
ratsuchender03

sSabine
06.11.2004, 17:13
Hallo!

Ich Teile die Meinung zu den Krankenkassen nicht.

Bin selber aus dem med.Bereich.
Ich meinen Augen ist das ganze Krankenkassensystem totale Verarschung und Betrug am Patienten.
Bei echten Gesundheitsproblemen ist der Kassenpatient schlecht dran,da die Kassenmedizin nur auf Dauertheraphierung vieler Krankheiten ausgelegt ist und nicht auf eine sachgerechte Behandlung und Heilung.
Habe keine Lust diesen Schwachsinn noch zu finanzieren.

Das einzigste was noch makellos und OK,ist die Unfallmedizin.

Es wird nur die schmale Bandbreite der Schulmedizin und ein kleiner Teil der Naturheilkunde abgedeckt.

Alles andere muß selber finanziert werden,ich hatte viele Jahre umsonst Beitrag gezahlt.Zuletzt fast 2500 Euro im Jahr!
Das sind in 10 Jahren 25000 Euro
und in 20 Jahren 50000 Euro fast 100000 Mark
und da sind Zinsen und Zinseszinsen noch gar nicht eingerechnet.

Denke doch das es so möglich so mehr und besser was für die Gesundheit zu tun,Risiko ist nur in den allerersten Jahren.
Vor allem brauche ich dann nicht mehr als Bittsteller zu einer Kasse gehen und bin Selbstbestimmer und als Barzahler Vorzugspatient.

Gruß Sabine!

heini
06.11.2004, 22:33
Da gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Aber leider funktioniert die
Selbstfinanzierung nur, wenn Du nicht von der Sozialenteignung rein-
gezwungen wirst, und dann auch nur, wenn Du echt schwer liquide
bist. Schließlich mußt Du dann auch den Unfall mit Hubschrauber, Intensivstation und Reha selber aus der Portokasse aufbringen
können. Aber wenn das geht, ist es wohl das beste.

Ciao

heini

sSabine
07.11.2004, 10:30
Hallo!

Das normale Konten gepfändet werden ist klar,ich weis jetzt auch nicht wie ich legal die Pfändungssicherheit solcher Krankenabsicherung sicherstellen kann.
Ob ein Treuhänder Konto geht weis ich nicht?
Denn ich möchte die Krankenabsicherung nich aus dem pfändungsfreien Teil finanzieren müssen,der Kassenpatient muß das ja schliesslich auch nicht.

Gruss Sabine!

FreiWieDerWind
07.11.2004, 10:34
Die von Sabine aufgemachte Rechnung ist eine sog. Milchmädchenrechnung. Sie verkennt völlig, dass die meisten Versicherungen keine Sparbücher sind, sondern der Absicherung individuell unkalkulierbarer Risiken dienen.

Am deutlichsten ist das bei der Haftpflicht. Jedem ist klar, dass er durch Unachtsamkeit sogar Millionenschäden verursachen kann. Im Rahmen einer normalen Risikovorsorge ist das nicht abzusichern. In einer Versichertengemeinschaft dagegen ist das kein Problem. Wenn eine Million Menschen für einen Schaden von 5 Millionen Euro geradestehen, sind das pro Kopf 5 Euro.

Typisch deutsch ist es übrigens, seine Versicherungsbeiträge zusammenzuzählen und zu nölen, man habe ja noch gar nichts herausgekriegt.

Bei der Krankenversicherung ist es letztlich ebenso wie bei der Haftpflicht. Zusätzlich kommt noch der Gedanke der Solidarität dazu. Auch wenn das System schlecht ist (aber welches ist besser?), gibt es zwei Gesichtspunkte, die Sabines Haltung als kurzsichtig bzw. egoistisch erscheinen lassen.

Den Kostenaspekt bei Extremfällen wie z.B. schweren Unfällen mit langwierigen Folgen haben andere schon beschrieben. Dazu sollte jedoch auch noch kommen, dass selbst relativ banale chronische Erkrankungen den monatlichen Sparbeitrag auffressen können, und dann ist nichts mehr für das große Risiko vorhanden.

Egoistisch ist der Gedanke, nicht mit anderen die Vorsorge zu teilen, und zu akzeptieren, dass es dabei verlorenes Geld geben kann. Es könnte sich ja auch jemand freuen und sagen, wie schön es sei, die KV nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Erfahrungsgemäß stehen diese Leute aber tränenüberströmt an der Pforte der GKV, wenn es denn wirklich mal schlimm kommt und fragen dann hier um Rat, wie man wieder hineinkommt.

Einen weiteren Gedanken habe ich noch. Der Betrag von ca. 200 Euro (2500 jährlich) monatlich ist wahrhaftig nicht besonders hoch. Wer halbwegs ordentlich verdient, packt einfach zusätzlich noch was unters Kopfkissen und lässt sich dort wo es sinnvoll ist, privat behandeln.

Ich kann den Vergleich PKV-GKV übrigens sehr gut ziehen, weil ich erst vor einem Jahr tränenden Auges in die GKV zurück musste. Zu meinem Erstaunen durfte ich bis jetzt feststellen, dass die Qualitätsunterschiede in der Behandlung vernachlässigbar sind. Nur auf Termine muss ich länger warten, und ein bisschen mehr zuzahlen. Aber wahrscheinlich habe ich nur bescheuerte Ärzte, die noch ein Stück Idealismus behalten haben und Menschen und nicht Versicherte behandeln.

kalle
07.11.2004, 11:12
Gebe Dir völlig recht, sSabine, Scheisssystem die KVs.
Wenn ich es hätte, würde ich liebend gern alles selbst bezahlen und sehen, was da so auf der Rechnung steht (und was dafür geleistet wurde). Ich glaube auch, diese Transparenz käme dem System zugute. Wie lange haben die Kassen die Augen verschlossen und wollten nicht sehen, wie sie von manchen Ärzten ausgenommen wurden wie Weihnachtsgänse - war ja eh nicht ihr Geld, "nur" das der "doofen Versicherten", die frecherweise auch manchmal Leistungen von ihrer KK erbitten/erwarten/verlangen.
Ich kenn die Tagessätze im Krankenhaus nicht (mehr), aber im Aachener Klinikum waren es, wenn ich mich recht erinnere, vor über 10 Jahren schon 750,00 DM - mit Sicherheit heute also über 500,- Euro am Tag.
Und dann mal "nur" 8 Tage fürn Blinddarm?
Oder sechs Wochen nach einem Autounfall?
Unbezahlbar, für mich jedenfalls.
Wieso zahlst Du "nur" 200,- Euro?
Mir sagt meine KK, sie muss mindestens den Mindestbeitrag nach der "Mindestbeitragsbemessungsgrenze" (von 1.811,25 Euro in 2004) nehmen, also ca 270-300 Euro (plus Pflegeversicherung).
ABER: Wenn ich Anspruch auf Krankengeld hätte, dann:
"Was, kein Einkommen? Selbständig und nur Verlust, steht auf dem Steuerbescheid? Sie Ärmster, dann gibt es auch kein Krankengeld. Ganz klar: Kein Einkommen=kein Krankengeld. Denn das Krankengeld dient ja nur dazu, das durch Krankheit entgangene Einkommen zu ersetzen."
So entschieden vom Bundessozialgericht!
Aber, wie gesagt, Beiträge "darf" man als Selbständiger zahlen, jeden Monat ca 300,-, auch, wenn man kein Einkommen hat. Und wer nicht zahlt, fliegt ganz schnell raus.
Wenn ich im Lotto gewinne, kündige ich als erstes die KV.
(Was die Angestellten dort für Gehälter kassieren und was sie dafür leisten ... Kundenorientierung ist ein völlig unbekanntes Fremdwort!)
Alles Gute Dir, sSabine!
Kalle

sSabine
07.11.2004, 11:26
Hallo!

Ich habe Verständniss für Deine Denkweise denn ich weis das der Großteil der Bevölkerung durch die öffentliche Meinungsbildung beeinflusst sind.
Das diese seit Jahren praktizierte Kopfwäsche funktioniert und System hat,
dafür ist das derzeitige Gesundheitssystem der beste Beweis.

Viele chronische Leiden sind seit langen behandelbar und heilbar,wird aber von der Kassenmedizin ignoriert denn die Dauertheraphierung bringt gewissen Interessengruppen sehr viel Geld ein,denn die Kasse zahlt ja,auch wenn die Behandlung noch so großer Schwachsinn ist.

Würdest Du Dein defektes Auto in eine Werkstatt schaffen,wenn Du es in unreparierten oder noch schlechteren Zustand zurückbekommst als Du es hingebracht hast und dafür noch teures Geld bezahlen.
Sicher nicht!

In der Kassenmedizin sehe ich das ähnlich,nur das der Pfusch noch fürstlich belohnt wird.

Was die Kassenmedizin so teuer macht,es wird mit teurer Diagnostik und Arztbesuche ohne Behandlung eine Mege Geld abkassiert.
Das fällt bei der Eigenfinanzierung natürlich auch weg.

Bei mir kammt dazu,das ich auch aus dem Med.Bereich bin und bei vielen Behandlungen nur die Materialkosten hätte.

Gruss Sabine!

heini
07.11.2004, 12:35
@Kalle: Wäre für Dich nicht die PKV besser? Als Selbständiger kannst
Du doch aus der GKV raus und Dir einen Tarif suchen, der für Dich passt.

Ciao

heini

Deutschland_AG
08.11.2004, 08:40
Hallo!

Wie muss ich nun konkret vorgehen,damit meine Krankenabsicherung nicht weggepfändet wird?
Und bis welcher monatlicher Höhe werden Krankenabsicherungskosten anerkannt?


Gruss Sabine!

Beauftrage doch einen Freund/Familienangehörigen mit der Verwaltung des Geldes auf einen Treuhandkonto. Mach einen kleinen Vertrag, in dem der Verwendungszweck festgelegt ist. Das ist wie eine Versicherung und kein Gläubiger kann pfänden